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Hör rein auf:
110 01. Okt. 2026

Sonderepisode: Eine Frage, drei Antworten

Shownotes

Caspar ist diesmal allein vorm Mikro, also machen wir das Beste draus und diesmal eine etwas andere Episode. Die eine Frage, die uns heute begleitet, lautet: Was ist die eine Tech-Entwicklung, die größer wird, als die meisten gerade glauben?

Antworten gibt’s von Gavin Karlmeier von Haken dran, Melanie Hölting-Eckert von WUNDERPANIK und Sebastian Schack von Schleifenquadrat. Spoiler: Die drei landen bei ziemlich unterschiedlichen Dingen.

Transkript der Episode

Das Transkript wird automatisiert erstellt

Caspar:
Moin ihr Lieben. Ja, also normalerweise beginnen wir ja damit so eine Episode, dass wir euch erzählen, wer hier so vor dem Mikro sitzt. Und naja, diesmal bin ich alleine. Elli und Stella sind leider beide verhindert. Das heißt, ihr müsst mit mir mit Caspar vorlieb nehmen.

Caspar:
Als klar war, dass diese Episode eine Solonummer für mich wird, gab es im Grunde zwei Möglichkeiten Also Möglichkeit 1 Wir lassen die Folge ausfallen Ehrlich gesagt, das wollte ich aber nicht Also bleibt noch Möglichkeit 2 Ich moderiere alleine, Nun bin ich aber nicht so viel Passmann und glaube nicht, dass ich das Talent habe euch hier eine Stunde lang im Alleingang durch die Sendung zu tragen und deswegen habe ich mir ein bisschen was anderes überlegt Das hier wird eine Sonderepisode. Kürzer als sonst, aber mit einem kleinen Twist. Damit ihr nicht nur zu hören bekommt, was ich so zu erzählen habe, habe ich eine ganze Reihe spannender Leute aus der Tech-Podcast-Welt angeschrieben, und ihnen allen dieselbe Frage gestellt. Drei von ihnen waren so nett und haben mir per Sprachnachricht geantwortet und das Schöne ist, ich höre alle drei von ihren Podcasts selbst regelmäßig. Das heißt, diese Episode ist ganz nebenbei für euch auch noch eine kleine eine Empfehlungsausgabe geworden. Das war so gar nicht geplant, aber jetzt ist es so passiert. Die Frage, die ich den drei gestellt habe, lautet, was ist die eine Tech-Entwicklung, bei der du gerade denkst, das wird größer als die meisten glauben und warum?

Caspar:
Es klingt jetzt erstmal sehr offen, aber mir geht es darum, die verschiedenen Perspektiven und Blickwinkel abzufragen und tatsächlich sind auch drei sehr unterschiedlichen Antworten dabei herausgekommen. Und ich würde vorschlagen, wir fangen direkt mal an und zwar mit Kevin Karmayor vom Podcast Haken dran und hier ist seine Sprachnachricht.

Gavin:
Hallo Caspar, hier ist Gavin von Haken dran und du hast mich gefragt, was ich glaube, was in den nächsten Jahren sehr wichtig werden wird, was wir aber gerade alle noch nicht auf dem Schirm haben. Und ich bin mir nicht so sicher, ob ich wirklich der Einzige bin, der das so sieht oder ob das vielleicht auch schon Common Sense ist. Aber ich persönlich habe das Gefühl, dass, wie man so schön sagt, jeder Trend auch einen Gegentrend hat. Und dass wir deswegen feststellen werden, dass diese Frustration und diese Genervtheit von KI-Content und For-You-Page-Timelines und Algorithmen am Ende dazu führen wird, dass wir vielleicht irgendwann ein Netzwerk erleben werden, das so funktioniert wie Facebook vor zehn Jahren. Also eine Art Clean-Feed-Netzwerk, eine Art entalgorithmisiertes Netzwerk. Also dass wir irgendwann wieder feststellen, dass es einen Punkt im Internet geben wird, an dem die echte Vernetzung im Vordergrund steht. Und vielleicht wird es das Revival von gutefrage.net, vielleicht wird es auch in Form von diesem MySpace-Revival kommen, vielleicht wird Facebook auch wieder anfangen, sich auf die alten Werte zu besinnen, aber ich würde mich festlegen, dass die, Entwicklung hin zur Algorithmisierung, zur TikTokisierung, dass die auch umkehrbar ist und dass das gar nicht mehr so lange dauert. Ich wünsche dir alles Liebe und Tschüss.

Caspar:
Vielen Dank, Gavin. Falls ihr euch ausführlicher mit Themen wie Social Media, mit Plattformen, aber auch der Macht von Plattformen und auch immer mal wieder mit so Themen wie Regulierung beschäftigen wollt, dann gibt es für Hackendran von mir eine ganz klare Hörempfehlung. Hier bei Silicon Weekly reißen wir Themen wie Social-Media-Verbot für Jugendliche zwar immer mal auch wieder an, aber Haken dran steigt schon nochmal deutlich tiefer in die Welt der sozialen Netzwerke ab. Und vor allem ist Gavin in der Regel auch nicht alleine, sondern hat Fachleute aus den unterschiedlichsten Themengebieten zu Gast. Als nächstes wird es ein bisschen KI-lastiger, wobei ein bisschen wahrscheinlich untertrieben ist. Melanie Hölting-Eckert macht gemeinsam mit Katharina Mager-Micijevic den Podcast Wunderpanik. Und der Name ist in dem Fall auch Programm, denn sie stellen sich zum Beispiel so Fragen wie, was macht KI mit uns Menschen, mit der Arbeit und der Gesellschaft und vor allem, wie kann man darüber reden, ohne entweder völlig in Euphorie oder direkt in Weltuntergangsstimmung zu kippen. Ihr merkt, der Weltuntergang, da ist er wieder. Und auch hier hört ihr immer wieder Episoden mit interessanten Gästen. Zuletzt ging es zum Beispiel etwa um Halluzinationen und den richtigen Umgang mit Chatbots oder auch ein ganz wichtiges Thema, Gender Gaps bei KI. Und in dem Fall war Melanie so nett und hat uns eine Sprachnachricht aufgenommen und die hören wir uns jetzt an.

Melanie:
Ich glaube, die am meisten unterschätzten Technikentwicklungen gerade sind KI-unterstützte Haushaltsgadgets. Also ein Bett, was einfach merkt, wie schlecht ich gerade schlafe und dann den Härtegrad ändert. Und dann werde ich einfach total erholsam wach oder es stellt sich idealerweise direkt der Wecker auch noch um zehn Minuten nach hinten, weil es an meine Schlafphase angepasst wird, alles während meine Gesundheitsdaten getrackt werden. Ich glaube, das ist ein total krasser, riesiger Markt, der noch kommen wird. Weil alle in so einem Optimierungswahnsinn sind und ich könnte mir echt gut vorstellen, dass das funktioniert und ich fände es auch geil, wenn es das gäbe, ehrlich gesagt. Weil dann würde man nur noch halb so gerädert manchmal morgens aufstehen. Das wäre vielleicht gar nicht so verkehrt. Man wäre voll fit und so und würde aussehen wie das blühende Leben. Das wäre eigentlich ganz geil. Aber natürlich ist das Erfassen von Daten ansonsten vielleicht nicht so lustig, wenn alle Maschinen immer wissen, ob es mir gerade gut oder schlecht geht. Ja, es ist ein Fall von Wunderpanik vielleicht.

Caspar:
Danke, Melanie. Und zum Schluss kommen wir zu einem Podcast, den ihr vielleicht schon mal gehört habt, in dem ihr auch vielleicht mich schon mal gehört habt. Denn ich habe früher zu dem Team gehört und bin noch einmal wieder auch seitdem Gast gewesen. Die Rede ist von Schleifenquadrat. Schleifenquadrat ist ein Tech-Podcast mit einem Fokus auf die Apple-Welt, aber auch dann für euch hörbar, wenn ihr jetzt nicht jeden September sofort immer das neueste iPhone kauft. Sebastian, Sven und Stefan, die sprechen dort natürlich auch über die neuesten Geräte, aber auch über Apps, über Zubehör, über Streaming, Serien, über Games, und immer mal wieder auch sehr ausführlich über die kleinen Dinge, die einem im digitalen Alltag großartig wahnsinnig nerven können. Und für Schleifenquart war Sebastian Schack und hat uns eine Sprachnachricht aufgenommen.

Sebastian:
Moin Caspar, moin Elli und moin Stella, Sebastian von Schleifungquadrat hier. Danke, dass euch meine Meinung interessiert. Die eine Tech-Entwicklung, die größer wird als die meisten glauben, ganz klar KI. Ne Quatsch, ich lege mich lieber etwas mutiger fest. 2027 wird das Jahr von Linux auf dem Desktop. Und ja, ich weiß, das erzählen wir Nerds seit fast 30 Jahren und das wird auch in 2027 nicht stimmen. Aber diesmal glaube ich wirklich, dass da ein wahrer Kern drin steckt. Bei mir hier in Schleswig-Holstein arbeiten inzwischen rund 80 Prozent der Landesverwaltung mit LibreOffice zum Beispiel statt mit Microsoft Office. Das Land spart damit Millionen Euro im Jahr. Der internationale Strafgerichtshof in Den Haag plant sich von Microsoft zu verabschieden. Frankreich ist auch ganz groß dabei und Dänemark, um nur einige zu nennen. Das Stichwort heißt also digitale Souveränität. Und das ist längst nicht nur ein Thema für Staaten und Unternehmen. Ich glaube, viele Menschen haben es zunehmend satt, dass Konzerne ihnen das Leben veralgorithmisieren. Sie wollen wieder mehr selbstbestimmen. Das heißt nicht, dass morgen alle ihr iPhone wegwerfen und ein Fairphone kaufen oder so, aber immer mehr Leute merken, Blogs waren eine richtig gute Idee. Mastodon und für mich auch Blue Sky oder Eurosky haben Vorteile gegenüber X und mit etwas Glück jagen, Dienste wie Pixelfat und Loops oder Blinky, Instagram und TikTok ein paar Nutzerinnen und Nutzer ab. Mein persönlicher Tipp ist, schafft euch nass an, mit ein bisschen mehr Power und lasst eigene Dienste darauf laufen. Nextcloud statt Google Drive oder iCloud, Jellyfin als eigener Medien-Server, ein kleiner Werbeblocker wie AdGuard beispielsweise, der oben drin noch das Tracking vom Hals hält, eigenen Mail-Server, vielleicht besser nicht, weil da echt viel Arbeit drin steckt, Aber weg von Gmail geht es zum Beispiel trotzdem so mit Proton, mit Tutor oder einem Hoster wie AllInkel, bei dem dann gleich auch das eigene Blog liegen kann. Klingt zu nerdy, vielleicht, aber der Digital Independence Day ist beispielsweise ein guter Anfang, um auch in Anführungszeichen normale Leute abzuholen. Und ich glaube, das wird tatsächlich größer werden, als die meisten Menschen jetzt gerade noch glauben. Und ja, vielleicht nicht mehr in 2026, vielleicht wird auch 2027 das noch nicht, im Mainstream angekommen sein. Aber ich glaube, da geht es voran.

Caspar:
Auch dir danke, Sebastian. Ja, das war unsere etwas andere Ausgabe von Silicon Weekly. Vielen Dank an Gavin von Haken dran, Melanie von Wunderpanik und Sebastian von Schleifenquadrat, dass ihr bei diesem kleinen Experiment so spontan mitgemacht habt, weil ganz ehrlich, ich habe Ihnen nicht viel Zeit gegeben. Und falls euch, liebe Hörerinnen und Hörer, das Format gefallen hat, sagt uns auch gerne Bescheid. Vielleicht machen wir aus eine Frage drei Antworten irgendwann mal auch eine richtige Rubrik und nicht nur ein. einen Notfallplan. Nächste Wochen sitzen dann hoffentlich entweder auch Elli und oder Stella wieder am Mikrofon mit mir zusammen und ich muss da nicht mehr so tun, als wenn ich hier alleine einen Podcast moderieren könnte. Bis dahin, macht's gut.

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