Shownotes
Wir feiern 25 Jahre iPod und schauen zurück auf ein Gerät, das nicht nur Apple, sondern unseren gesamten Umgang mit Musik verändert hat. Warum steckt bis heute ein bisschen iPod in unseren Smartphones und Podcasts? Und weshalb holen Menschen die alten Musikplayer inzwischen wieder aus der Schublade? Außerdem sprechen wir darüber, warum deutsche Geheimdienste möglicherweise auf Google-Technologie setzen wollen, was Spotify gegen geteilte Familienabos unternimmt und wie aus Verpackungsmüll auf dem Mond neue Werkzeuge entstehen könnten.
Transkript der Episode
Das Transkript wird automatisiert erstellt
Elli:
Hallo und herzlich willkommen zu eurem allerliebsten Lieblings-Tech-Podcast der Woche. Ich hätte fast gesagt, hier sind der Caspar und der Seppel. In dem Fall wäre dann aber ich der Seppel.
Caspar:
Ich kann sagen, das kannst du gerne so sagen, weil mich hätte das ja dann wenig tangiert, sagen wir mal so.
Elli:
Richtig. Hallo Caspar.
Caspar:
Hallo Elli.
Elli:
Ja, genau. Wir sind zu zweit und wir haben euch eine etwas flockigere Sendung diesmal mitgebracht. Keine News-Folge, sondern schon mit Input. Aber wir haben so ein bisschen diskutiert, als es darum ging, was machen wir als Input und wir waren bei Untersee-Kabeln und was hatten wir noch? Noch irgendwas mit KI?
Caspar:
Ja, genau, auch wieder mal ein KI-Thema. Wir haben uns gedacht, das hatten wir jetzt auch schon so oft. Und dann ist uns ein Geburtstag über den Weg gelaufen. Ich kann schon mal spoilern. Als ich das erste Mal davon hörte, dass das ein 25. Geburtstag ist, habe ich wieder mal A gemerkt, wie alt ich bin. Und B, habe ich mir gedacht, 25, das kann doch maximal erst 15 Jahre her sein. Nein, es ist wieder mal so ein typischer Fall von 25 Jahren. Wir reden über den iPod. Aber da, warum wir das machen, dazu mehr im Input dann.
Elli:
Und wir haben sogar noch ein bisschen mehr Musik mitgebracht, denn es gibt Spotify News. Also falls ihr uns über Spotify hört, dann lausche auf in den Updates. Wir haben traurige News für einige Gamer und es geht um Müll auf dem Mond. Und bevor wir in die Updates rein starten, kleiner Servicehinweis noch. Falls ihr uns frisch am Donnerstag oder auch am Freitag hört. Guckt mal, ob euer Kühlschrank noch was hergibt. Der Samstag ist Feiertag. FreundInnen, verpasst das nicht.
Caspar:
Guck mal, habe ich auch gleich noch eine Info hier mitgenommen.
Elli:
Zumindest in einigen Bundesländern. Also wenn ihr in Bayern sitzt, dann glaube ich nicht. In Baden-Württemberg wahrscheinlich auch nicht. Grüße gehen raus. Aber zum Beispiel in Niedersachsen ist der Samstag ein Feiertag.
Caspar:
Das ist ein sehr guter Hinweis, weil ich bin auch noch Strohwild war am Samstag. Da hätte ich da einen sehr einsamen Tag gehabt. Gut, das merke ich mir. Freitagabend wird eingekauft. Danke, Elie.
Elli:
Na guck, so wie das wahrscheinlich dann alle machen werden. Aber gut, wissen wir Bescheid. Und damit würde ich sagen, das war jetzt schon ein kleiner erster Service-Hinweis, der nichts mit Technik zu tun hatte. Wir gehen direkt rein und machen mit dem Nächsten weiter in den Updates. Und zwar, wenn ihr uns bei Spotify hört und da ein sogenanntes Duo- oder Familien-Abo benutzt, also was für Pärchen oder für Familien, die in einem Haushalt wohnen, dann ist das jetzt euer Servicehinweis des Vertrauens. Denn manchmal benutzt man so einen geteilten Account ja auch, ohne dass man mit den Leuten, mit denen man das teilt, wirklich zusammenlebt. Spotify hat da schon so gewisse Versuche unternommen, das zu unterbinden, zum Beispiel indem man seine Adresse auch wirklich eintragen muss, wo wohne ich denn, der ich mir dieses Abo mit jemandem teile, der dann hoffentlich auch in der gleichen angegebenen Adresse wohnt. Und das ist aber immer noch nicht genug gewesen für Spotify, weil das Ganze ist ja ein Preisvorteil und irgendwie mogeln sich dann doch ein paar Leute durch. Kann ich gar nicht nachvollziehen.
Caspar:
Weißt du gar nicht, wie das funktioniert.
Elli:
Dementsprechend hat Spotify sich jetzt was Neues ausgedacht.
Caspar:
Ja, und das hat mich ein bisschen auch an Netflix erinnert, die ja auch immer mehr dagegen vorgehen, dass man Accounts teilen kann. Was insofern ganz lustig ist, weil Netflix definitiv, ich weiß nicht, wie es bei Spotify früher war, die haben ja fast damit beworben, dass man sich solche Accounts auch teilen kann. Und Spotify hat sich jetzt überlegt, okay, IP-Adressen checken, Adresse angeben, das ist alles schon einigermaßen okay, aber trotzdem teilen sich die Leute irgendwie noch in unterschiedlichsten Wohnungen so einen Account. Und wir führen jetzt was Neues ein, und zwar eine Verifikation mit einem QR-Code. Das zumindest geht aus einem Support-Dokument heraus von Spotify. Das ist wohl noch nicht aktiv geschaltet bei euch. Das heißt, es ist jetzt nicht so, dass ihr morgen irgendwie QR-Codes eingeblendet bekommt. Aber wie gesagt, Spotify hat es zumindest in Support-Dokumentationen schon aufgelistet. Und inzwischen hat Spotify auch schon bestätigt, dass das so kommen soll. Elli, wie sieht das aus? Was hat ein QR-Code damit zu tun, dass ich meinen Familienaccount dort nicht mehr so richtig teilen kann?
Elli:
Also die Idee bei Spotify ist folgende. Wenn ihr in so einem geteilten Abo drin seid und Spotify auf eurem eigenen Smartphone hören wollt, aber nicht der oder diejenige seid, die diesen Gemeinschaftsaccount verwalten, dann erscheint künftig auf dem Handy der Person, die den Gemeinschaftsaccount verwaltet, ein QR-Code. Und ihr als Nutznießer, als mitbenutzende Person, müsst diesen QR-Code von dem Handy der Person abscannen in einer Frist von sieben Tagen. Der Code taucht auf in der Mitgliederverwaltung. Also da kommt man hin, indem man aufs Profilbild klickt und dann gibt es da den Reiter Dein Abo und dann gibt es da die Möglichkeit Verwalten. Und da soll dieser QR-Code dann zu finden sein.
Caspar:
Jetzt bin ich ganz schlau, Elli, und ich sage, ich mache einfach einen Screenshot von diesem QR-Code und schicke dir den. Dann kannst du den ja quasi einscannen bei dir.
Elli:
Ja, so schlau war Spotify dann doch, dass sie gesagt haben, naja, da denken wir uns was aus. Denn dieser Code wird alle paar Sekunden aktualisiert, also verändert sich immer so ein bisschen. Das heißt, einfach einen Screenshot schicken funktioniert nicht. Allerdings, wenn man sich auf Reddit umschaut, es gibt wohl NutzerInnen, die berichten per Videocall. Hat das vielleicht doch funktioniert? Ja, wie gesagt, das Ganze ist noch nicht ausgerollt. Das heißt, wahrscheinlich wird es erstmal noch überhaupt nicht euch betreffen. Kommt dann irgendwann und dann sind wir gespannt, was ihr so berichtet, falls ihr überhaupt Spotify benutzt. Es hören uns ja, glaube ich, auch relativ viele Leute über Apple. Wir haben auch einige Leute, die zum Beispiel den Dienst Tidal benutzen. Da standen wir auch mal im Austausch mit jemandem, der uns geschrieben hat, bin umgestiegen. Genau, wir haben vor einiger Zeit auch eine Folge dazu gemacht, was so bei Spotify abgeht an Kritik oder abgegangen ist in der Vergangenheit.
Caspar:
Ich bin gespannt, wie das weitergeht, das Katz-und-Maus-Spiel, wenn jetzt die Leute schon anfangen mit Videocalls und Co., wie sich das weiterentwickelt. Ja, man merkt halt, dass der Streaming-Markt immer umkämpfter wird und jetzt, ich sag mal, die Daumenschrauben etwas angezogen werden, damit man möglichst viel von solchen Accounts dann auch hat auf Seiten von Spotify. Thema Geld und so.
Elli:
Ja, was wir noch nicht gesagt haben, ist, was eigentlich passiert, wenn man diesen Code nicht innerhalb von sieben Tagen scannt.
Caspar:
Stimmt.
Elli:
Wenn die Verifizierung nicht innerhalb von diesem Zeitfenster abgeschlossen wird, dann schickt euch Spotify quasi auf die Strafbanken, nämlich in ein bezahltes Einzelabo. Und ihr könnt dann zwölf Monate lang keinen anderen Family- oder Duo-Account, betreiben, müssen sie Teil davon sein.
Caspar:
Ja, das ist hart. Okay, ja, also das ist schon wirklich Daumenschrauben. Charmant und freundlich von Spotify. Das war ein persönlicher Kommentar. Apropos charmant und freundlich. Update 2. Wir haben vergangene Woche darüber gesprochen, den sogenannten AfD-League. Es geht um die E-Mail-Konten, die abgesaugt und veröffentlicht wurden, beziehungsweise deren Inhalt. Ja, da gibt es jetzt ein bisschen, wir haben ja schon gesagt, es ist noch nicht ganz so klar, was da drin ist. Die Medienhäuser und auch wahrscheinlich Untersuchungsbehörden schauen sich das genauer an. Jetzt gibt es ein bisschen was, erste Erkenntnisse. Elli, was gibt es rund um den AfD-League-Neues?
Elli:
Also ich habe mich für zwei Aspekte entschieden. Es gibt natürlich noch mehr, gerade auch inhaltlich und es gibt jetzt auch mittlerweile eine neue Seite, auf der die Daten... Durchsuchbar sein sollen. Auf diese beiden Aspekte, also Inhalt und die neue Seite, gehe ich allerdings jetzt nicht ein. Was klar ist, der Datensatz ist gespickt mit menschenverachtenden Äußerungen, pikanten Interna, die teilweise auch juristisch interessant werden könnten, wenn die Justiz sich denn dazu entscheidet, diese Details auch zu verwerten.
Elli:
Aber zwei Aspekte, auf die wir näher eingehen wollen, ist einmal Screenshots. Da gab es nämlich auch Fakes, die im Umlauf waren. Und das Thema die mutmaßlichen Täter. Da gab es nämlich auch ein Update. Erstmal die Screenshots. Die Vermutung, dass ein Großteil von den Mails echt ist, gilt weiterhin. Mehrere Redaktionen haben zum Beispiel abgeglichen, wann haben wir Presseanfragen gestellt, gibt es die in diesem Datensatz auch, finden wir die da wieder und das war der Fall. Es gibt auch Übereinstimmungen zum Beispiel von Veranstaltungen, um die es ging und die dann tatsächlich auch so stattgefunden haben. Öffentlich einsehbare Register, da Infos wurden abgeglichen mit dem Mail-Datensatz. Also alles weist darauf hin, dass ein Großteil dieser Mails tatsächlich echt ist. Trotzdem gab es in den vergangenen Wochen bzw. in der vergangenen Woche auf Social Media einige Screenshots, die sich als gefälscht rausgestellt haben.
Caspar:
Ja, ich habe unter anderem auf Instagram, nicht auf Instagram, auf LinkedIn solche Screenshots gesehen, sie sich dann im Nachhinein tatsächlich auch als falsch rausstellten. Schwieriges Wort. Lars Wienand und Annika Leister von T-Online, die haben Bilder, die online halt vielfach geteilt wurden, unter anderem auch von PolitikerInnen und von anderen Parteien, die mit diesen Bildern halt Kritik üben wollten. Die haben das mal mit diesem Mail-Datensatz abgeglichen, den die vorliegen hatten. Und das Ergebnis war, einiges von dem, was da geteilt wurde, kam in den geleakten Daten gar nicht vor, muss also entsprechend ein Fake sein.
Elli:
Bevor jetzt jemand sagt, aha, da haben sich die KritikerInnen die Sachen schön aus den Fingern gezogen. Wie du schon angesprochen hast, Caspar, diese Fake-Screenshots waren sehr, sehr weit verbreitet. Also ist das, sehr schnell mal passiert vermutlich, dass man da was teilt in der eigenen Empörung, was dann aber eben zu diesen gefälschten Screenshots gehört hat. Und woher die Fakes kommen, ist bislang nicht bekannt. Was aber ganz interessant ist, dass entsprechende Fakes die Runde gemacht haben und dann eben auch als solche identifiziert wurden, dürfte der AfD gar nicht mal so schlecht in den Kram passen.
Caspar:
Nö, es passt ja auch so ein bisschen zur Erzählung. Das ist alles so ein bisschen, gemacht und gefaked und gebaut, um uns irgendwie zu schaden. Das passt ja ganz gut rein. Deswegen ist das eigentlich gar nicht so positiv, für die Leute, die vielleicht die AfD kritisieren wollen, dann solche gefakten Bilder zu teilen, weil das das eigentlich das Gegenteil bewirkt. Das Problem ist eigentlich, dass wenn man diesen Mail-Datensatz mal reinguckt... Man feststellt, oft ist da gar nicht so der ganz große Skandal. Das schreibt auch der Journalist Thomas Laschik. Der schreibt nämlich, dass die echten Mails oft banaler, umständlicher, versteckter und gerade deshalb schlimmer seien, als man das irgendwie im ersten Moment annimmt. Aber es ist halt nicht, dass da direkt irgendwie ganz große Bomben drinstecken, die sich dann zum Teil irgendwie großartig im Netz anbieten, um irgendwelche Skandale zu verbreiten.
Caspar:
Er rät deswegen, wer selbst nicht in den Datensatz reinschauen kann, wie das ja viele Journalistinnen und Journalisten können oder Ermittlungsbehörden, und deswegen nicht weiß, ob so eine Mail tatsächlich in diesem Datensatz enthalten ist oder nicht und je spektakulärer das oft klingt, kleiner Spoiler umso unwahrscheinlicher wird es dann wahrscheinlich sogar, der sollte aktuell am besten gar kein Screenshot teilen und wenn sehr gut auf die Quelle achten. Also wenn jetzt zum Beispiel der Spiegel oder die Zeit oder Tagesschau oder wie sie alle heißen aus den Mails zitieren und aktuelle Nachrichten dazu machen, dann kann man davon ausgehen, dass das echt ist. Wie so oft im Netz, wenn das Quelle Hanselpanzel73 postet, ist die Frage, ob man dem trauen kann.
Elli:
Ja, und nicht nur Hanselpanzel73, sondern eben auch andere namhafte PolitikerInnen, die auch nur Menschen sind und drauf reingefallen sind. Denn man muss auch sagen, optisch sind die Fakes kaum als solche erkennbar. Also die sind wirklich optisch gut gemacht. Ja, was Thomas Laschik auch noch schreibt, finde ich einen ganz spannenden Satz dazu und zieht sich nicht nur auf diesen AfD-Dig. Er schreibt, ganz generell sollte gelten, teilt nicht den erstbesten Screenshot, der euch über den Weg läuft und der euer Weltbild bestätigt, denn genau so verbreiten sich Fakes. Und damit hat er dann doch irgendwie recht. So, das war der eine Aspekt.
Caspar:
Ich wollte exakt den gleichen Satz sagen.
Elli:
Ja, great minds think alike. Das war die eine Sache. Und wir haben noch was mitgebracht über die mutmaßlichen Täter, denn die haben jetzt der Zeit Online ein Interview gegeben. Und sie sagen darin, Zitat, dass wir an die Informationen gelangen konnten, lag vor allem daran, wie die AfD ihre IT-Sicherheit organisiert hat. Ja, also im Interview geht es auch darum, dass die AfD einfach ganz, ganz viele IT-Wege hat und also es ist wohl alles ein bisschen chaotisch. Und da ist natürlich dann im Interview auch die Frage nach dem Motiv, Und laut den mutmaßlichen Tätern war es der Wunsch, Zitat, besorgniserregende Hinweise auf finanzielles Fehlverhalten in der AfD offen zu legen. Etwaige Sympathie mit anderen Parteien habe dagegen keine Rolle gespielt. Also es ist jetzt nicht irgendwie so, hallo, wir gehören zu Partei XY oder stehen Partei XY nahe und wollten der AfD insofern eins auswischen. Sondern es ging wirklich wohl darum, gewisse Dinge offen zu legen an sich.
Caspar:
Ja, und dann gibt es in dem Interview noch eine Frage, die ich ganz spannend fand. Und spätestens da finde ich die Argumentation der Hackerinnen und Hacker ein bisschen schwierig, weil wir haben ja schon erzählt, dass in dem League auch Informationen von unbeteiligten Dritten drin sind. Zum Beispiel natürlich Leuten, die der AfD vielleicht geschrieben haben, um sich zu beschweren, Aber auch Datensätze von Einwohnermeldeämtern, die im Vorfeld von Wahlen abgefragt wurden von der AfD und einige Anwohnermeldeämter haben die einfach per Mail verschickt. Es gibt auch welche, die das gut gemacht haben. Die haben nämlich Daten in einer sicheren Cloud abgelegt und per Passwort geschützt und dann musste sich die AfD quasi selber holen. Andere haben es halt einfach per Mail geschickt und diese Daten sind da auch mit drin. Und auf die Frage, warum sie den Datensatz trotzdem veröffentlicht hätten, sagen die mutmaßlichen Täter, eine Prüfung des gesamten Datensatzes sei vor Veröffentlichung schlicht nicht praktikabel gewesen, weil der Datensatz so umfangreich war. Und da möchte ich erwidern, man hätte das auch zum Beispiel Medien übergeben können, den Datensatz, ohne ihn komplett im Internet zu veröffentlichen. Dann wären die Daten nämlich nicht von unbeteiligten Dritten irgendwie dazu gekommen. Als kleine Anmerkung wäre möglich gewesen.
Elli:
Also zusammengefasst bei Screenshots, vorsichtig sein, denn da waren Fakes im Umlauf. Es gibt jetzt Äußerungen von den mutmaßlichen Tätern zu der ganzen Sache. Natürlich hat sich auch die AfD in diversen Dingen geäußert, zu diversen Dingen geäußert und es gibt dann natürlich auch die Details aus den mutmaßlich echten Mails, die durchaus jetzt noch in der einen oder anderen Instanz besprochen werden dürften. Falls euch das interessiert, guckt gerne die Berichterstattung von den Kolleginnen und Kollegen diverser Medien. Da findet ihr einiges dazu. Genau, aber soweit mal das Update von unserer Seite.
Caspar:
So, noch ein drittes kleines Update. Wir haben ja schon in der Anmoderation, geteasert, dass es für einige Gamer schlechte Nachrichten gibt. Und ehrlicherweise ein bisschen, mich macht es auch traurig. Elli, worum geht's?
Elli:
Ja, ich wollte gerade sagen, Caspar, dieses Update ist für dich. Caspar wollte das gerne drin haben.
Caspar:
Ja, es trifft mich.
Elli:
Ja, na ja. Mir sagt tatsächlich, also ich oute mich jetzt. Ich oute mich. Es geht um ein Spielestudio, das geschlossen wird und zwar das Spielestudio BioWare. Das ist ein Tochterunternehmen des großen Spielepublishers EA. Die kennt man vielleicht, selbst wenn ihr überhaupt nichts mit Spielen und Gaming zu tun habt, dann kennt ihr die vielleicht von den FIFA-Fußball-Videospielen. EA zumindest. Genau, EA. BioWare wiederum, vielleicht klingelt es bei euch, wenn ich sage Dragon Age oder Mass Effect und wenn nicht, dann vielleicht bei Baldur's Gate. Das könnte man noch am ehesten kennen. Hat es bei dir da geklingelt.
Caspar:
Bei einem davon?
Elli:
Bei Baldur's Gate hat es bei mir. Ja, weil das in der Pen & Paper Community auch Stimmt.
Caspar:
Da wird das sicherlich auf Beliebtheit gestoßen sein.
Elli:
Und da bin ich dann wieder in meiner analogen Spielewelt unterwegs. Ja, also EA hat beschlossen, Bioware zu schließen. Das Ganze findet im Zuge einer größeren Umstrukturierung nach einem Eigentümerwechsel bei EA statt. Insgesamt im Zuge dieser Umstrukturierung werden rund 400 Stellen abgebaut. Auf Bioware entfällen laut dem Standard, also den Kolleginnen und Kollegen vom Medium der Standard, circa 50%.
Caspar:
Ja, und das heißt, dass auch solche, du hast gerade Mass Effect erwähnt, da ist ein neuer Titel eigentlich in der Entwicklung gewesen und dieser Titel, ist dann davor auch wohl betroffen und wird dann wohl nie erscheinen. Und das regt nicht nur bei mir Proteststimmung aus, sondern auch bei der Community. Da haben nämlich inzwischen 18.000 Fans eine Petition unterzeichnet, die wollen, dass die Mass Effect Reihe weiter betrieben werden sollen. Ja, ob EA oder vielleicht ein anderes Studio, das an dem EA beteiligt ist oder irgendwelche Beziehungen pflegt, jetzt irgendwie das Spiel fortsetzt oder die Lizenz verkauft, da ist nichts bekannt, aber das wäre etwas, was sich die Fans zum Beispiel wünschen würden.
Elli:
Genau, dafür setzt sich diese Petition ein und die ist eben auch entsprechend offen geschrieben, also nicht so bitte, bitte schließt das nicht, sondern schon so, bitte gebt das doch irgendwie in gute Hände ab, wie wäre es denn? Es gibt übrigens aber auch Fans online, die das Ende traurig finden, die aber schon auch sagen, naja, die goldenen Zeiten, die waren jetzt schon länger vorbei. Ruhe in Frieden.
Caspar:
Naja, aber also ganz ehrlich, wir leben in einer Zeit, da wird alles wieder ausgekraut. Also mal gucken, ob es nicht irgendwann mit Mass Effect mal weitergeht von jemand anderem. Das stimmt.
Elli:
Und die Spiele-Communities sind ja auch dafür bekannt, dass sie schon auch sehr, resistent, teilweise noch eigenverantwortlich Sachen mal betreiben oder übernehmen oder weiterdenken quasi. Also mal gucken.
Caspar:
Ja, das ist ein guter Punkt. Da müssen wir vielleicht in einem der nächsten Inputs mal drüber sprechen. Da hatten wir schon im Vorfeld diskutiert. Da kommt vielleicht noch mal ein bisschen was. Bevor wir aber jetzt zum Input kommen für diese Woche, reden wir erstmal noch über ein WTF und da geht es um digitale Souveränität oder vielleicht auch eher nicht.
Elli:
Ich vermute mal, viele von uns, von euch, ich riese mich da nicht aus, benutzen in irgendeiner Weise auf irgendeinem Gerät Dienste von Google. Wenn ihr diesen Podcast lang genug hört, dann tut ihr das aber zumindest mit einem Fünkchen Misstrauen bzw. Habt im Hinterkopf, dass Google beim Thema Datensammeln schon sehr, die Nase weit vorne hat. Sagen wir es mal so.
Caspar:
Jetzt weiß ich, oder ich vermute zumindest, du kannst ja gleich sagen, ob es so ist, dass du nicht beim Bundesamt für Verfassungsschutz arbeitest, nicht beim Bundesnachrichtendienst und auch nicht beim Militärischen Abschirmdienst, also dem Geheimdienst der Bundeswehr, weil du ja Google teilweise benutzt, ich benutze es ja auch, aber du arbeitest da nicht, dementsprechend nutzt du dafür dann wahrscheinlich auch keine Google-Dienste, gehe ich mal stark von aus, oder?
Elli:
Also und wenn, dann würde ich es dir wahrscheinlich nicht sagen.
Caspar:
Das stimmt, fällt mir auch gerade auf, wo ich das sage. Ich kann dich jetzt hier öffentlich fragen, aber du würdest es mir wahrscheinlich nicht sagen.
Elli:
So, aber für alle, die jetzt gezuckt haben bei der Verwendung von Google und dem Bundesverfassungsschutz, dem Nachrichtendienst und dem Militärischen Abstimmendienst in einem Satz. Ja, so ging es uns auch, als wir das im ersten Moment hier lesen haben und deswegen gucken wir mal ganz kurz rein, wie Google auf der einen Seite und diese Dienste auf der anderen Seite zusammenkommen.
Caspar:
Die Cloud-Lösung von Google soll nämlich ein gemeinsamer Cloud-Dienst werden für diese Bundesnachrichtendienste. In dieser Cloud-Lösung sollen zukünftige Informationen bis zur Geheimhaltungsstufe geheim ausgetauscht werden können und perspektiver sollen auch die Verfassungsschutzbehörde der Bundesländer angeschlossen werden.
Elli:
Wie kommen wir überhaupt aufs Thema? Kolleginnen vom NDR und WDR haben recherchiert und laut Information dieser Kolleginnen planen das Bundesamt für Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst und der militärische Abschirmdienst der Bundeswehr. Ein gemeinsames Cloud-System, die sogenannte ND-Nachrichtendienst-Cloud. Und dabei könnte Google insofern eine Rolle spielen. Also wir kommen jetzt weg von diesem Gedanken. Oder lädt jetzt jemand vom Geheimdienst was in den Google Drive Ordner hoch? Soweit sind wir nicht. Das wäre schon ganz, ganz, ganz absurd.
Caspar:
Das wäre nicht mehr WTF. Das wäre schon was zur Hölle.
Elli:
Sondern es geht um die sogenannte Google Distributed Cloud, also einen Dienst von Google. Und da gibt es die sogenannte Air Gapped Version. Ein Air Gap bedeutet in dem, Zusammenhang, dass das ganze System autonom läuft. Wir haben es ja oft von lokaler KI hier im Podcast, also das ist quasi der lokale Cloud-Betrieb dann. Und es gibt keine direkte Verbindung zum Internet oder zu Google als Unternehmen. Die Daten sollen also in Deutschland gespeichert werden und Google keinen Zugriff drauf haben.
Caspar:
Laut Informationen von NDR und WDR hängt das Ganze noch in einem Zulassungsverfahren beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, dem BSI. Die sind damit noch nicht ganz durch, aber wenn die damals mal durch sind und zufrieden sind, dann müssten auch noch Haushaltsmittel freigegeben werden. Das kostet ja ein bisschen was. Google lässt sich das natürlich bezahlen. Und laut Insiderschätzung dürfte das ein Projekt von mindestens 500 Millionen Euro werden, also auch nicht ganz klein.
Elli:
So, an der Stelle muss natürlich auch gesagt sein, ja, auch wenn da Google drinsteckt und man im ersten Moment vielleicht zuckt. Wenn die Zulassungen erteilt werden, also wenn es dann soweit ist, dann lässt das natürlich den Schluss zu, dass die entsprechenden Instanzen das auch für sicher und gut befunden haben und, sagen, jo, damit können wir arbeiten, das ist in Ordnung. Gleichzeitig, und jetzt kommen wir auf etwas, was Caspar schon kurz angesprochen hat, ist das Ganze natürlich auch so ein bisschen, wenn es eine Zusage an Google gäbe oder eine Vergabe an Google, dann wäre das im gleichen Abenzug auch so ein bisschen eine Absage an europäische Anbieter, die sich vielleicht bemühen, ähnliche Dinge auf die Beine zu stellen und, Und damit ein weiterer Schritt abseits der digitalen Souveränität, für die sich unter anderem der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz eigentlich letztes Jahr noch ausgesprochen hatte.
Caspar:
Ja, und das ist auch das eigentliche WTF, finde ich persönlich, denn diese Google Cloud, so wie du sie auch gerade beschrieben hast, die klingt natürlich sehr sicher und wenn es wirklich so ist, dass Google da kein Zutroffkampf hat, die nicht im Internet liegt, dann ist ja fast eigentlich egal, von welchem Anbieter das kommt, weil dann wirklich auch zum Beispiel amerikanische Geheimdienste nicht darauf zugreifen können und nichts abstellen können. Denn nichtsdestotrotz wollen wir in Europa digital souverän werden und müssen das auch in IT fragen. Wir sehen ja zum Beispiel beim Internationalen Gerichtshof, der ja in den USA aktuell nicht gut dasteht, dass denen zum Beispiel alle Microsoft-Konten gesperrt wurden. Und wir müssen einfach gucken, dass wir in Europa unabhängig davon werden. Wir können nicht immer auf amerikanische Dienste setzen. Und deswegen wäre meiner Meinung nach eine deutsche oder eine europäische Lösung das sehr viel bessere gewesen, als jetzt eventuell auf Google zu setzen.
Elli:
Aber was am Ende draus wird, ist ja, wie gesagt, auch noch nicht beschlossen. Noch sind wir in der Zulassung und danach muss auch noch irgendwo die Kohle herkommen. Mal gucken.
Caspar:
Schauen wir mal, was wird.
Elli:
Ja, und damit sind wir beim angekündigten, locker flockigen Teil. Geburtstagsfeier.
Caspar:
Yay.
Elli:
Es geht um ein Gerät und ich muss an der Stelle sagen, ich hatte nie eins, ich habe nur das von meinem Geschwisterkind ab und zu mal geklaut.
Caspar:
Oh, bei mir war es der Schulfreund, der einen hatte als einziger in der Klasse und wir waren alle ganz neidisch. Worum geht es? Es geht um ein Gerät, das am 23. Oktober 2001 vorgestellt wurde und damit jetzt gerade seinen 25. Geburtstag gefeiert hat. Ein Gerät, das Steve Jobs auf einer Bühne aus der Hosentasche zog, was klein und weiß war und auf das laut der Aussage von Steve Jobs tausend Songs passen sollten.
Elli:
Ja, also…, Ein Discman war es jetzt nicht, oder? Ein Walkman auch nicht.
Caspar:
Nein, es war ein MP3-Player, die gab es damals zwar auch schon vorher, aber ich hatte auch so einen klassischen MP3-Player, der hatte einen USB-Anschluss auch, den konnte man direkt auf den Computer anschließen. Der war nicht wirklich schön zu bedienen und ganz ehrlich, 1000 Songs passten bei mir damals auch nicht drauf, da passten vielleicht ein oder zwei Alben drauf. Das heißt, ich habe den regelmäßig leergeräumt und wieder Sachen draufgeräumt. 1000 Songs, da war der weit von entfernt.
Elli:
Ja, also 1000 Songs, der iPod von Apple, 25 Jahre. Wir haben uns beide gewundert, dass das schon so lange her war. Ist natürlich auch die Frage, Freunde der Sonne, Nostalgie ist ja schön und gut, aber warum sprechen wir 2026 über den iPod? Ja, auch wenn er Geburtstag hat. Mittlerweile ist er von Apple auch schon längst unter die Erde gebracht worden, als Geschäftsmodell zumindest. Ja, warum reden wir heute drüber?
Caspar:
Naja, am iPod, nicht am iPad, guck mal, es geht schon los. Am iPod lassen sich tatsächlich 25 Jahre Medienwandel ablesen, von denen gerade die angesprochenen Borgman, Discman, also den analogen Musikdatenträgern, Schallplatte, hin über digitale Einzelkäufe, die mit dem iPod ermöglicht wurden, bis hin ins Streaming-Zeitalter. Und ganz ehrlich, der iPod ist noch immer ein Gerät, was ein ganz entscheidender Grund dafür ist, warum wir Musik so hören, wie wir sie aktuell hören. Egal, ob wir mal einen hatten. Wir beide hatten ja keinen. Oder ob man einen hatte, weil das, was der iPod ausgemacht hat, das steckt noch heute in fast jedem Smartphone und prägt Musik, den Musikmarkt und auch Podcasts.
Elli:
Das gucken wir uns doch direkt mal genauer an, wenn du sagst sogar hier, wir nehmen hier einen Podcast auf und damit sind wir irgendwie mit dem iPod verbunden. Ja, denn Pod kommt durch den iPod in Mode und dann baut man ein sogenanntes Kofferwort aus iPod und Broadcast. Der Journalist Ben Hammersley brachte Podcasting 2004 in einem Guardian-Artikel als mögliche Bezeichnung für ein aufkommendes Format, nämlich eben Broadcasting auf dem iPod, ins Spiel.
Caspar:
Und damals, ich weiß es noch, lud man sich händisch aus dem Netz tatsächlich die Podcasts herunter und packte sie dann auf das entsprechende Gerät, sein MP3-Player oder sein iPod. Und inzwischen, ihr wisst es, kommen wir ganz automatisch zu euch. Also da hat sich einiges getan, was den Komfort betrifft.
Elli:
Und nicht nur bei dem Namen für das, was wir hier tun, hatte der iPod seine Finger so ein bisschen im Spiel. Deswegen machen wir eine kleine Wohlfühlreise mit euch rund um dieses Produkt, und fangen mal mit ein paar Zahlen und Fakten an.
Caspar:
Wirtschaftlich war der iPod tatsächlich ein sehr wichtiges Gerät, zeitweise sogar wichtiger als der Mac. Apple ist ja eigentlich mit dem Mac groß geworden. Innerhalb von vier Jahren explodierten die Verkäufe des iPods geradezu. Wir haben gerade gehört, 2001 wurde er vorgestellt, 2004 verkaufte Apple dann rund 4 Millionen iPods pro Jahr. Das klingt nach relativ vieles für unseren Konzern wie Apple, aber gar nicht so viel. Wenn man jetzt aber überlegt, 2008 waren das schon 55 Geräte pro Jahr und das sind 150.000 Geräte, ich habe es mal durchgerechnet, am Tag, die Apple damals vom iPod verkauft hat. Und das ist schon eine ganze Menge, die man da losgeworden ist.
Elli:
So viele Zahlen hier, aber eine bringe ich noch. Also 2001 geht das Ganze los. Wir gucken mal elf Jahre später, 2012. Da hatte Apple insgesamt schon mehr als 350 Millionen iPods verkauft.
Caspar:
Ich habe gerade schon gesagt, erfolgreicher als der Mac. Wieso das? 2006 verdiente Apple mit dem Verkauf von iPods mehr Geld als mit sämtlichen Macs zusammen. Es gab ja damals auch schon mehr als nur den einen Mac. Es gab das MacBook, es gab den klassischen Desktop-Mac und fast vier von zehn Dollar Umsatz, den Apple damals gemacht hat, also vom Gesamtumsatz mit allem, was sie so taten, sind vier von zehn Dollar alleine durch den Musikplayer hereingekommen. Ihr seht also, das ist für eine Firma, die eigentlich mal ursprünglich sich über einen Computer definiert hat, schon eine enorme Verschiebung hin zu so einem kleinen Consumer-Gerät.
Elli:
Ja, damals muss man sagen, wir sprechen jetzt so ungefähr 2006, so um den Dreh rum, war Apple mit dem iPod auch der maximale Platzhirsch unter den tragbaren digitalen Musikplayern, zumindest in den USA. Und dann wird zwar 2007 das iPhone an sich vorgestellt, aber der iPod bleibt weiterhin der Renner. Man verkauft deutlich mehr iPods als iPhones zunächst noch. Ja, also das Smartphone macht sich so langsam auf den Weg, aber der iPod ist immer noch ein Ding.
Caspar:
Jetzt habe ich ein paar nackte Zahlen vorgelesen, die sind aber nur ein Teil der Geschichte, weil was nicht ganz unwichtig war auch für Apple ist, dass der iPod Menschen mit einem Gerät in Kontakt gebracht hat, die vorher zum Beispiel kein Mac besaßen und die dann Apples Design kennenlernten Software und Ökosystemen und das über ein vergleichsweise erschwingliches Gerät, wobei wir über den Preis gleich nochmal reden müssen.
Elli:
Ja, das machen wir doch direkt, denn ich war ganz überrascht, 399 Dollar für einen iPod, damals.
Caspar:
Ja, damals, klingt heute noch gar nicht so viel, man darf aber nicht vergessen, man brauchte zunächst für die erste Generation auch einen Mac, weil die Software dafür nur für den Mac verfügbar war. Und 399 Dollar, das sind nach heutiger Kaufkraft ungefähr 750 Dollar. Und das ist schon ein Musikplayer, ohne dass man den Mac noch mit einpreist, den brauchen wir ja noch dazu. Schon eine ziemlich happige Summe, um das machen zu können. Erst später konnte man ihn dann auch mit Windows-Rechnern benutzen.
Elli:
Ja, warum der iPod dann auch, wenn er erst mal teuer war und noch ein Mac vorausgesetzt hat, doch noch ein Erfolg wurde? Das liegt unter anderem an einer Software, die da mitkam, nämlich die Software iTunes. Damit konnte man CDs digitalisieren und die eigene Musiksammlung eben auf den iPod kopieren. Ich erinnere mich auch noch daran, wie man das so gemacht hat. Und 2003, also zwei Jahre nach dem Release des iPods, hat Apple dann auch seinen iTunes Music Store veröffentlicht, also einen Shop, in dem man Musik runterladen konnte. Einzelne Songs haben da zum Start in den USA 99 Cent gekostet und ein Abo, so wie wir das jetzt bei jedem Hans- und Franz-Dienstleister online haben, Gab es da noch nicht.
Caspar:
Apple hat also nicht nur den iPod verkauft als Musikplayer, sondern auch ein ganzes Ökosystem darum angeboten, inklusive eines Programms, mit dem man seine Musik verwalten konnte und den Laden, in dem man Musik kaufen konnte, auch gleich noch mit. Das war übrigens auch der Vorreiter oder Prototyp für den App Store, der dann später in dem iPhone kam und mindestens genauso erfolgreich war wie der iTunes Store. Apple hat da über Jahre quasi eine Cash-Cow gehabt, die sie melken konnten. Und das sieht man auch daran, dass schon 2006 der iTunes Store die Marke von einer Milliarde verkaufter Songs knackte, also nach knapp drei Jahren. Und Apple hat sogar 2008 dann Walmart überholt. Ihr kennt das vielleicht alle, Walmart, die riesige Supermarktkette in den USA. Die war nämlich mal der größte Musik-Einzelhinder, bis dann Apple um die Ecke kam und 2008 die Spitze übernahm. Nämlich anhand der erfassten Menge verkaufter Musik gemessen, waren sie dann größer als Walmart.
Elli:
Was man dazu sagen muss, wir haben jetzt gesagt, 99 Cent für einen Song, den lädt man sich runter und den hat man dann auch. Auch wieder was, was heute gar nicht mehr so ein Ding ist. Ganz oft streamen wir ja Inhalte online, auch bei diversen Anbietern, die uns nie wirklich physisch gehören. Also da sind wir mit dem iPod 2001, 2003, 2006 noch in einer ganz anderen Welt. Und wir kommen am Ende vom Input auch nochmal dazu, warum das vielleicht doch gerade wieder ganz sexy für einige Leute ist.
Caspar:
Ja, weil Spoiler, so tot ist er gar nicht. Aber lass uns nochmal ganz kurz einen Blick zurückwerfen nochmal ins Jahr 2001. Du hast das Ganze am Anfang auch angerissen. Discman, Walkman, also wie wir damals Musik gehört haben, wenn wir uns das mal in Erinnerung rufen, das war eine andere Art. Also wenn wir Musik hören wollten, mussten wir ans Regal gehen, mussten Schallplatte, Kassette oder CD rausholen, mussten das einlegen. Und wenn wir das unterwegs hören wollten, mussten wir uns schon im Vorfeld entscheiden, Welche CD oder welche Kassette nehmen wir denn eigentlich mit, um das zu hören?
Elli:
Das habe ich heute beim Thema Musik kaum noch. Streaming, Dienstleister und so weiter. Aber wenn ich zum Beispiel ein Buch mitnehme, dann komme ich da noch an den Moment, welches möchte ich denn heute Nachmittag auf dem Heimweg vielleicht lesen in der Bahn? Da hat man diese Entscheidung vielleicht noch. Aber ja, du hast es schon gesagt, der iPod verändert ein Stück weit die Art, wie Musik konsumiert wird. Zumindest ist er mit eins der Geräte, die dann nochmal einen massiven Schub bringen. Also es ist jetzt alles nicht komplett neu erfunden, aber einfach eine sehr große Trendbewegung dann. Und eigene Playlists konnte man sich zusammenstellen aus diesen, was haben wir gesagt, tausend Songs, die da wohl drauf passten. Also nicht mehr CD brennen, Mixtape machen. Oder ganz wild nur das Album, von Song 1 bis Song 10 durchhören, sondern tatsächlich alles selber zusammenwürfeln können.
Caspar:
Das ist aber auch, was du gerade gesagt hast, ist mir auch nochmal aufgefallen, als ich über früher nachgedacht habe. Früher hat man eine CD eingelegt und hat das Album von 1 bis zum letzten Song gehört. Vom ersten bis zum letzten Song. Das mache ich heutzutage eigentlich kaum noch im Musikstreaming. Ich skippe vielleicht mal durch, aber dann wähle ich mir die Songs raus, die mir gefallen und die höre ich dann regelmäßig, weil ich sie vielleicht in eine Playlist gepackt habe. Also auch das, wie man Musik hört, hat sich definitiv geändert. Und iTunes Store haben wir eben gerade auch schon erzählt. Plötzlich konnte man einzelne Songs kaufen, das passt ja auch ganz gut dazu. Spätestens da hat man dann angefangen, nur noch die Songs zu kaufen, die einem gefallen, statt einem ganzen Album. Ich habe selten dann eigentlich ganze Alben gekauft. Das war wirklich nur für die Bands, die ich wirklich gut fand. Und das hat dazu beigetragen, dass sich auch nicht nur der Umgang mit Musik, sondern auch der Musikmarkt geändert haben durch die veränderte Nutzung.
Elli:
Und gleichzeitig, wenn man, also wir haben jetzt gesagt, es ist personalisierter, weil du deine eigenen Playlists machst und gleichzeitig ist es doch nochmal anders, als wir es jetzt eben haben mit Spotify, Tidal, Apple Music und Co. Denn es war schon nur meine eigene Sammlung, die ich mir da runtergeladen und gekauft hatte und kuratiert hatte. Und es war nicht ständig noch ein Angebot von, hey, wie sieht es denn damit aus? Wir spielen dir das mal rein, das könnte dir auch gefallen. Also das ist ja das, was gerade jetzt bei Streamingdiensten immer mit dabei ist. Es ist ja deine eigene Bibliothek, aber auch noch 500 andere Vorschläge, was du sonst noch hören könntest.
Caspar:
Ja, also er hat unsere Erwartungshaltung auch an Musik geändert. Wir wollen jetzt nicht mehr nur noch einzelne Alben haben, sondern eine ganze Bibliothek dabei, beziehungsweise die ganze Welt. Gleichzeitig gibt es aber auch etwas, was ein bisschen die Schattenseite von der Geschichte ist, die uns heute auch mit beschäftigen soll in dem Input. Apple hat nämlich nicht nur den Player verkauft, sondern das ganze System aus Gerät, Software und Musikladen, haben wir eben auch schon angerissen. Das ist bequem gewesen, weil man dann sehr schnell einfach Sachen kaufen und runterladen konnte. Aber das heißt auch, ein Player bestimmt die Regeln.
Elli:
Ja und da kommen wir zu dem, was ich vorher schon gesagt habe, die Musik gehörte dann dir, aber Apple hat durchaus zum Beispiel mit Kopierschutz, bestimmt, worauf du diese Musik denn hören kannst und unter welchen Bedingungen.
Caspar:
Und erst 2009 wurde der iTunes Musikkatalog dann vollständig ohne Kopierschutz angeboten, acht Jahre nach der Präsentation des iPods. Also gerade zu Anfang konnte man zwar Musik kaufen und dann auch runterladen und auf den iPod laden, aber zum Beispiel teilen, also dir jetzt einfach die Musik zu schicken, das ging oft nicht.
Elli:
Ja, und da sieht man mal wieder, warum ich dieses romantische Bild von es gehört ja dann mir und ich kann es dann auch teilen hatte, denn ich habe erst nach 2009 mit iTunes zu tun gehabt, möchte ich an der Stelle mal sagen.
Caspar:
Ja, ich ein bisschen vorher.
Elli:
Ja, also du hast auch schon gesagt, es hat verändert, wie wir Musik hören. Es ist tatsächlich auch und falls wir jetzt irgendjemand haben, der Musikwissenschaften studiert hat oder da tätig ist in dem Bereich. Schreibt uns gerne Details, aber es hat auch ein Stück weit sogar verändert, wie Musik geschrieben wird, teilweise. Denn wenn man sich überlegt, früher gab es oft Songs, wo man ewig erstmal in den Song reinkommen musste, in einer Welt, in der wir gerne mal shufflen und skippen. Und müssen Songs oftmals, um kommerziell erfolgreich zu sein, schneller zum Punkt kommen? Also die Art, wie Musik geschrieben wird, um kommerziell erfolgreich zu sein, hat sich teilweise auch verändert.
Caspar:
Ja, das war früher sicherlich auch schon so, weil man ja fürs Radio irgendwie spielbar sein musste. Aber es hat sich nochmal verstärkt. Und ich habe es ja gerade auch erzählt, früher hatte man ein Albumzeit, um jemanden von sich zu überzeugen. Also acht, zehn, zwölf Songs. Die Zeiten sind vorbei. Wie gesagt, entweder einer der Songs knallt oder halt eben nicht.
Elli:
Ja, und es gibt ja auch, aber das merke ich jetzt auch immer wieder. Ich bin nämlich auch mehr dazu übergegangen, wieder ganze Alben zu hören. Du hattest ja auch so dieses Ich erzähle über ein Album hinweg eine ganze Geschichte und die Art, wie das da drauf angeordnet ist, hat schon total seinen Sinn und Zweck und ich habe mir da was gedacht, bei wann welche Stimmung kommt und so weiter. Also dieses über ein ganzes Album was erzählen ist sicher auch ein Stück weit dadurch eingeschränkt worden, kann ich mir vorstellen zumindest. Achtung, hier nur vage Vermutungen. Wie gesagt, MusikwissenschaftlerInnen da draußen Wenn ihr da seid, dann schreibt uns.
Caspar:
Ein letztes Mal noch diese Eigentumsdebatte, die ist ja jetzt durch Streamingdienste noch mal viel größer geworden. Also davor war es ja so, ich konnte zwar was runterladen und habe mir das für 99 Cent auch gekauft und irgendwann war der Kopierschutz dann auch weg. Aber spätestens mit den Streamingdiensten, wenn ich jetzt aufhöre, mein Abo zu bezahlen, ich wüsste gar nicht, was dann von meiner Musikbibliothek noch überbleibt. Eigentlich nur das, was ich damals im iTunes Store gekauft und hochgeladen habe. Ich wüsste gar nicht, was davon irgendwie noch übrig ist. Müsste man eigentlich mal ausprobieren, testweise mal das Abo beenden und gucken, was noch auf dem iPhone drauf bleibt, wenn man das macht. Wahrscheinlich erschreckend wenig.
Elli:
Nicht du selber, aber vielleicht Bekannte auf Festplatten gespeichert haben von CDs, die andere Bekannte wiederum und so. Das hat man vielleicht, also Bekannte haben das vielleicht auch noch irgendwo liegen.
Caspar:
Irgendwo hier liegt da noch ein Schuber mit CDs, aber den kann ich glaube ich auch mal dem jetzt hier kaufen.
Elli:
Ich meine auch, dass es Menschen da draußen gibt, die auf ihren PCs Ordner haben dürften mit irgendwelchen MP3-Dateien. Aber wir läuten mal so langsam das vorläufige Ende. Wir kommen gleich zur Wiederauferstehung so ein bisschen. Aber das vorläufige Ende des iPods ein und ihr habt es schon gehört. Irgendwann kam das iPhone und das iPhone wurde nicht direkt der Raketenstart schlechthin und hat den iPod über den Jordan befördert. Aber so langsam, aber sicher. 2007 kam das iPhone, 2014, sieben Jahre später, hat Apple dann den iPod, den klassischen, aus dem Angebot genommen.
Caspar:
Und 2022 auch den letzten verbliebenen iPod, den iPod Touch, der sowieso schon aussah wie ein iPhone, dann auch aus dem Sortiment genommen oder beziehungsweise gesagt, wir verkaufen ihn nur noch, solange der Vorrat reicht. Und der war dann irgendwann erschöpft und dann war die Geschichte des iPods offiziell vorbei. Man muss aber auch sagen, viele haben ihn dann gar nicht so unbedingt vermisst, weil das, was der iPod Touch konnte, war im Grunde alles, was ein iPhone kann, außer dass man damit telefonieren konnte. Das war der entscheidende Unterschied.
Elli:
So, aber ein totgesagtes Leben, ja länger. Und da muss ich eine kurze Anekdote erzählen. Vor kurzem war ich auf einem Konzert und das war ganz süß, denn da kamen zwei sehr junge Menschen zu mir und drückten mir ihre Digitalkamera. So eine hatte ich vor ungefähr... 15 Jahren auch?
Caspar:
Also so eine kleine Digi-Camp, die dann so rausfährt?
Elli:
Ja. Okay. 15 Jahre ungefähr müsste hinkommen, hatte ich auch, und drückten mir die in die Hand und sagten, könnten Sie ein Foto von uns machen? Und ich gucke durch dieses Display und denke mir, mein Gott, das sieht genauso scheiße aus wie damals. Aber, damit sind wir nämlich beim Thema, alte Sachen kommen ja immer gerne mal wieder und haben ein Revival. Und auch so ist beim iPod. Es gibt eine aktive Szene, die alte iPods repariert, restauriert und modernisiert.
Caspar:
Es geht nicht darum, dass das jetzt wieder zum Massenprodukt wird, der iPod. Aber das ist eine Nische aus Bastlern, Anbietern und Menschen, die tatsächlich genau das suchen, was du eben auch schon angesprochen hast, nämlich einen eigenständigen Musikplayer, der auch nichts anderes kann, als Musik abzuspielen. Es gibt ja inzwischen auch schon oft die Bewegung, dass Leute ihre Bildschirmzeit reduzieren wollen oder sagen, sie wollen ganz auf ein Smartphone und so weit es geht, verzichten. Und wenn man dann Musik hören will, dann kann man entweder auf die klassische Schallplatte zurückgreifen oder man sagt, okay, dann wird es halt doch wieder ein iPod. Und das führt auch dazu, wenn ihr mal, ich habe das gestern Abend mal gemacht, bei eBay und Klanger zeigen mal reinguckt. Ich hätte nicht gedacht, dass der iPod oder alte iPods teilweise noch über drei, also mittlere, nein mittlere nicht, aber doch gar nicht so schlechte dreistellige Summen irgendwie auf den Tisch kommen müssen, damit man die irgendwie kaufen kann. Und für teils wirklich alte Geräte in keinem guten Zustand. Also der iPod ist im Gebrauchtmarkt immer noch sehr beliebt.
Elli:
Was ich ganz spannend finde, also kann ich verstehen, iPod Classic ist besonders beliebt und Videomodelle mit Festplatten abgefahren.
Caspar:
Ja, es gab den iPod Video, das war krass. Da konnte man plötzlich Videos gucken. Ich weiß es noch.
Elli:
Ne, da fällt habe ich raus.
Caspar:
Je nach Modell.
Elli:
Motiv war ich nie drin in diesem Universum.
Caspar:
Achso, ich dachte, mit so neumodigen Scheiß wie Video bist du raus. Je nach Modell kann man die unterschiedlichsten Sachen damit machen. Man kann die alte Festplatte rausschmeißen. Teilweise waren das auch noch echte Festplatten, also klassische HDDs. Kann da Speicherkarten reinbauen, sodass oft der Speicher dann auch deutlich größer wird und dann mehr als 1000 Songs draufpacken. Man kann größere Akkus einbauen. Man kann Gehäuse und Fronten austauschen. Man kann Hardware einbauen, um zum Beispiel kabellose Kopfhörer zu verwenden. Weil sonst natürlich der iPod, der kam noch mit Kopfhörerklinke und dranstocken und gut war. Und man kann auch alternative Betriebssysteme nutzen, wenn man sagt, man möchte ganz auf was anderes irgendwie zurückgreifen.
Elli:
Es gibt sogar Anbieter, die Umbauten als Dienstleistung oder fertig umgebaute Geräte auch verkaufen. Wobei ich glaube, dass für manche Leute eben auch der Charme in dieser Bastelei liegt. Und ja, 2001 kam der iPod auf den Markt mit dem Versprechen, du hast deine eigene Musiksammlung überall dabei. 25 Jahre später haben wir eigentlich mit unserem Smartphone Zugriff auf weit mehr als nur unsere eigene Musik, auf weit mehr Musik, also auf irgendeinen iPod passt. Und trotzdem gibt es jetzt eben wieder Menschen, die sagen, hey. Ich will ein Gerät, das kann genau eine Sache und es kann meine Musik abspielen und Musik, die auch mir gehört. Und damit lebt der iPod doch wieder weiter, sowohl auf den Bastetischen als auch im Namen Podcast.
Caspar:
Als ich gestern Abend bei Ebay und so mal nachgeguckt habe, ich habe mir keinen gekauft, aber ich habe ganz kurz überlegt, das zu tun. Weil abends dann doch nochmal sich hinzulegen und dann eben kein Smartphone zu haben, sondern nur noch den Musikplayer. So ein bisschen charmant finde ich die Idee. Und ich bin ja auch so ein kleiner Bastel-Nerd, den so umzubauen, dass er zu einem passt. Mal gucken. Vielleicht werde ich irgendwann mal schwach in dunklen Wintermonaten, wenn berichte ich dir davon, was draus geworden ist.
Elli:
Ich sage mal so, ich sehe schon den, die ein oder anderen von unseren HörerInnen, die jetzt auch auf den Dachboden gehen und einmal kurz kruschen in der Kiste und sagen, da ist er noch.
Caspar:
Macht eure Altgeräte-Schublade mal auf.
Elli:
Ja, ja, wirklich ganz tief unten, da liegt er vielleicht noch. Mal gucken, ob man noch ein Kabel, wie war das mit dem Aufladen? Ganz große Verstecker.
Caspar:
Oh ja, so 30 Pin, die gibt es zum Glück, bei Amazon kann man das noch kaufen oder bei jedem anderen Elektronikfachwandel.
Elli:
Ich wollte gerade sagen, ja.
Caspar:
Ja, so, apropos Recycling-Schublade oder die Altgeräte-Schublade.
Elli:
Genau, apropos Müll.
Caspar:
Apropos Müll, wir kommen jetzt zu der guten Nachricht, da geht es auch um Müll und es geht ums Thema Recycling, aber ich sage mal so, die Schublade, die ihr da öffnen müsstet, die würde auf dem Mond stehen. Ja.
Elli:
Gute Nachricht. Müllschubladen auf dem Mond. Wir haben im Podcast ja schon mal drüber gesprochen, dass es eine anstehende Mondmission gibt und dass das mittelfristige Ziel aber auch ist, regelmäßig auf dem Mond zu landen und vielleicht sogar auch dort zu siedeln. Und wo Menschen leben und siedeln, da entsteht irgendwann ein Problem, nämlich Müll.
Caspar:
Weil wenig überraschend, auf dem Mond wächst nicht so richtig viel. Das heißt, man muss Lebensmittel mitbringen. Man muss technische Geräte mitbringen, die kann man dort auch in der Regel nicht kaufen und man muss eigentlich alles an Materialien irgendwie von der Erde zum Mond transportieren, was man da brauchen könnte und dabei fällt unter anderem sehr viel Verpackungsmüll an, und gleichzeitig, und dann kommen wir auch fast schon zu der Idee, die dahinter steckt, benötigen Astronautinnen und Astronauten natürlich auch ständig Werkzeuge, Ersatzteile, Baumaterialien und alles, was man von der Erde hochschicken muss, ist natürlich extrem teuer. Da wäre es doch ganz gut, wenn man vielleicht Dinge davon schon auf dem Mond hätte.
Elli:
Oder recyceln könnte, zum Beispiel aus Müll. Und genau diese Konklusio hat ein studentisches Forschungsteam, das Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT, veröffentlicht. Gezogen und ein System entwickelt, das eben diese beiden Probleme miteinander verbindet und vielleicht für eine Lösung sorgt. Aber bevor wir mal reingehen, was das kann, die haben sich natürlich einen fetzigen Namen auch ausgedacht.
Caspar:
Ja, ein Akronym, wie sollte es anders sein? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lieben Akronyme. Und zwar heißt das System Cerberus und mit C geschrieben. Du hast auch gleich schon ins Skript geschrieben, wie der Höllenhund mit den drei Köpfen. Ja, allerdings ist Cerberus ein Akronym. Das heißt, es steht für etwas und ich versuche das jetzt mal fehlerfrei vorzulesen. Und zwar steht Cerberus für Composites for Extraterrestrial Recycling by Engineering the Reuse and Upcycling of SOTEC. Und SOTEC ist übrigens ein spezieller Kunststoffschaum, der unter anderem als Verpackungsmaterial in der Raumfahrt eingesetzt wird.
Elli:
Und solltet ihr ab und zu Alkohol konsumieren und irgendwann einen kleinen Rausch irgendwann in der nahen Zukunft haben, dann versucht das mal auszusprechen, ganz schnell, dreimal hintereinander. So, es klingt unglaublich kompliziert und Sotec ist jetzt, wie gesagt, ein Kunststoffschaum, den wir jetzt hier im alltäglichen Leben nicht unbedingt kennen, der aber eben als Verpackungsmaterial in der Raumfahrt zum Einsatz kommt. Und das Ganze funktioniert eigentlich relativ einfach. Kunststoffabfälle und andere nicht biologische Materialien werden zerkleinert und zu feinem Pulver verarbeitet. Das wird gemischt und erhitzt und dabei schmelzen die thermoplastischen Kunststoffe, während andere Materialien als Füll- und Verstärkungsstoffe erhalten bleiben. Diese Masse lässt sich anschließend mittels Spritzguss, also das Verfahren Spritzguss, in neue Formen bringen und so entstehen dann Werkzeuge und Ersatzteile.
Caspar:
Das System kann sogar Materialien verwerten, für die es bisher auf der Erde keine etablierten Recyclingverfahren gibt. Also etwa bestimmte Schaumstoffe, die eben in der Raumfahrt verwendet werden, zum Beispiel Sotec. Und weil Wasser auf dem Mond jetzt nochmal wertvoller ist als auf der Erde, haben die Forschungen das Verfahren auch so entwickelt, dass weder Wasser noch zusätzlich andere Chemikalien benötigt werden. Es entsteht auch kein weiterer chemischer Abfall daraus.
Elli:
Ja, ergänzt wird das Ganze, also der Cerberus, durch einen digitalen Zwilling namens Demos. Mit ihm lässt sich vorab simulieren, wie sich unterschiedliche Materialmischungen bei der Herstellung verhalten und ob Bauteile sich beispielsweise verziehen oder schrumpfen könnten. Also da wird vorher einmal durchgerechnet, wenn wir jetzt dieses und jedes Material zusammenwerfen und dann, mit Spritzguss als Werkzeug recyceln wollen, funktioniert das oder ist das am Ende nur ein Haufen Klumpatsch, den wir nicht gebrauchen können?
Caspar:
Das ist auf dem Mond natürlich besonders wichtig, weil man da jetzt nicht hunderte Fehlversuche machen kann. Das Material geht dann im Zweifel aus. Ja, und die ganze Idee, die fand die NASA wohl so überzeugend, dass sie das Team bei der sogenannten Lunar Recycle Challenge gleich in zwei Kategorien ausgezeichnet hat. Für einen funktionsfähigen Prototypen und für den digitalen Zwilling. Und insgesamt hat das Team im Verlauf des Wettbewerbs jetzt 925.000 US-Dollar Preisgeld erhalten. Das ist schon eine ganze Stange Geld. Es gibt aber natürlich auch noch ein kleines Aber. Elli, was ist das Aber?
Elli:
Na Mensch, also wie ihr euch vielleicht denken könnt, hat die Lunar Recycle Challenge nicht auf dem Mond stattgefunden, sondern hier auf der Erde. Und dementsprechend handelt es sich um einen Prototypen, der auf dem Mond noch nicht eingesetzt wurde, getestet wurde. Ob er also unter realen Mondbedingungen wirklich zuverlässig funktioniert, das muss sich erst noch zeigen. Aber wir fanden die Idee einfach gut und die NASA ja offensichtlich auch, statt Müll auf dem Mond anzuhäufen und irgendwann wieder auf die Erde zurückzuschicken und gleichzeitig von der Erde neue Ersatzteile einzufliegen, könnten künftige Mondstationen eben einen Teil von ihrem Müll zu Werkzeug und Ersatzteilen unfunktionieren.
Caspar:
Ja, und wenn das auf dem Mond funktioniert, könnte es auch auf der Erde funktionieren und wir könnten viel öfter einen Recycling-Kreislauf haben, der natürlich auch unserer Erde guttun würde und damit dann auch uns.
Elli:
Mensch, das war ein...
Caspar:
Das war das Wort zum Sonntag.
Elli:
Ja, das war ein wilder Ritt. Schön, dass ihr dran geblieben seid, wenn ihr bis hierhin gekommen seid. Ja, war eine bunte Mischung, würde ich sagen. Damit sind wir durch für diese Woche und hören uns nach einem... Wochenende mit einem Feiertag. Vermutlich in einigen Bundesländern. Nächste Woche Mittwoch, dann Donnerstag wieder.
Caspar:
Und ich gehe jetzt nochmal bei eBay Kleinanzeigen, Vinted und wie sie alle heißen, nochmal gucken, ob ich nicht doch mir noch ein iPod schieße.
Elli:
Wirklich? Bist du jetzt soweit?
Caspar:
Naja, also wenn der Preis stimmt, also ich weiß halt nicht, ob ich es wirklich dafür dann regelmäßig benutze. Das ist halt so das. Ich möchte mir keine Elektronik kaufen, auch gebraucht nicht, die ich dann am Ende gar nicht einsetze. Mal gucken. Ich meine, vielleicht finde ich frage meinen Familienkreis rum, vielleicht hat ja jemand in der Schublade noch was, das ich erstmal ausprobieren kann.
Elli:
Das ist, glaube ich, ein guter Ansatz und dann auch selber mal gucken, hat man überhaupt irgendwo noch Dateien liegen, Musikdateien, die man da drauf packen könnte und vielleicht auch vorher einmal überlegen, okay, wenn ich selber keine habe.
Caspar:
Wo kriege ich die denn überhaupt?
Elli:
Genau.
Caspar:
Wo kauft man heutzutage noch Musik?
Elli:
Richtig, wo kaufe ich heute MP3-Downloads? Ich weiß nicht, Soundcloud vielleicht?
Caspar:
Ja, ich weiß.
Elli:
Immer schön, auch auf legalem Weg, bitte, danke.
Caspar:
Also falls ihr noch Tippt habt, wo man noch sich Musik kaufen kann, das ihr am Ende auch gehört und man sie irgendwo hinladen kann auf Player und Co., schreibt uns gerne, ich freue mich, wenn ihr da ein paar Tipps für uns habt.
Elli:
Genau, schreibt uns eine Mail an podcast.siliconweekly.
Caspar:
Post.
Elli:
Richtig, post.siliconweekly.de. Ich habe schon so lange nicht mehr gesagt, aber es wurde mal wieder Zeit, ihr merkt schon. Genau, wir sind auch noch bei Instagram, allerdings sind wir da sehr selten. Ja, deswegen aus Gründen. Schreibt uns gerne eine Mail. Oder einen Kommentar bei Spotify oder so. In diesem Sinne, macht es gut und bis nächste Woche.
Caspar:
Bis dann.
Elli:
Tschüss.
Caspar:
Das war es schon wieder für diese Woche. Folgt oder.