Shownotes
Tesla will Autos fliegen lassen, Amazon soll mit KI gewerkschaftliche Aktivitäten vorhersagen und bei der AfD sind Hunderttausende E-Mails abgeflossen. Ihr seht, es ist mal wieder Zeit für einen Newsflash! Wir sprechen über große Versprechen, fragwürdige KI-Anwendungen und die Folgen eines gewaltigen Datenlecks. Außerdem schauen wir auf Disneys Interesse an der umstrittenen Plattform Character AI, neue Pläne für Altersgrenzen bei Social Media und einen Rechtsstreit um Luftaufnahmen bei Google Maps. Und zum Schluss wird es tierisch!
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- Den Blogeintrag von Lilith Wittmann findet ihr hier
Transkript der Episode
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Caspar:
Hallo und herzlich willkommen zu Silicon Weekly. Mein Name ist Caspar und heute mir zugeschaltet ist Elli. Hallo Elli.
Elli:
Hallo Caspar. Wir sitzen wieder getrennt voneinander, so wie meistens. Es war sehr schön letzte Woche noch.
Caspar:
Das stimmt, das stimmt. Das ist einfach schöner, angenehmer und toller in einem Raum gemeinsam aufzunehmen. Immerhin kann ich dich digital sehen. Und Stichwort transparenter Podcast. Eben ist was passiert, was wir schon sehr, sehr lange nicht mehr hatten, weil wir eigentlich so eingespielt sind. Früher, als es noch auch einen anderen Namen trug, dieses Format, haben wir gerne mal das Intro bzw. die Anmoderation mehrfach aufnehmen müssen, weil wir uns verhaspelt haben, nicht genau wussten, wer anfängt und wer nicht. Und eben gerade ging das auch kurz so.
Elli:
Ja, ich habe nämlich innerhalb von zehn Sekunden schon wieder vergessen gehabt, dass wir ausgemacht haben, dass Caspar anmoderiert. Naja.
Caspar:
Ja, dann wisst ihr ja, wie unsere Aufmerksamkeitsspanne heute Abend ist. Für uns das Abend werden wir aufnehmen. Für euch ist eventuell morgen. Ich weiß, dass uns Leute teilweise um sechs schon hören. Oder ihr seid auf der Joggingrunde. Habe ich auch schon gehört und gelesen von Leuten.
Elli:
Oh, cool.
Caspar:
Beim Kochen, also typisch Podcast bei den verschiedensten Lebenssituationen, egal was ihr gerade macht, viel Spaß dabei.
Elli:
Und passend zu unserer Aufmerksamkeitsspanne haben wir eine News-Folge mitgebracht. Es ist so viel passiert in der Welt. Wir dachten, wir klappern mal wieder ein paar Themen in etwas knackiger Variante ab. Ja, was haben wir dabei, Caspar?
Caspar:
Ja, wir reden über fliegende Autos unter anderem, dann gehackte Mail-Accounts. Schauen wir uns an. Wir gucken nochmal ganz kurz in den Updates, da kommen wir gleich zu, zum Thema Social-Media-Verbot und wieso euer, falls ihr Grundstückbesitzer oder Besitzerin seid, warum ihr mit Google euch vielleicht den nächsten Mal rumstreiten dürft. Ja, und wir werden am Ende zu Schnurrhaaren kommen. Das sei schon mal angeteased. Also für alle, die tierisch gerne Sachen haben, in der guten Nachricht wird es zumindest ein bisschen tierisch.
Elli:
Ja, und ich finde das auch gut, weil ich habe ehrlicherweise zu unserem Input, also zu unseren News, wir haben vier knackige News für euch und meine haben mich schon so ein bisschen, da kam der Weltschmerz wieder ein bisschen nach oben bei einer zumindest. Ist. Und dann habe ich mich mit Schnorrhahn beschäftigt am Ende des Tages.
Caspar:
Ja, du hast ja aber auch, beziehungsweise es ist versehentlich, habe ich dir die zugeschustert, die dann auch nicht so lebensbejahend sind.
Elli:
Nee, aber das ist schon in Ordnung. Man muss auch mal, also man kann es sich ja nicht schön reden. Aber ich würde sagen, bevor wir hier lang drum rum reden, starten wir los und es gibt erst mal zwei saftige Updates für euch. Das erste Update führt uns vor das Landgericht Frankfurt und ich brauche mal eine Einschätzungsfrage von dir, Caspar. Stell dir mal vor, du hast ein Grundstück, eine dicke Villa am See. Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen. Und du findest davon eben Aufnahmen aus der Luft bei Google Maps, Google Earth. Also da ist dein Grundstück inklusive dem Pool und dem Safe Room Zugang außerhalb erkennbar.
Caspar:
Und beim Bootshaus und allem, was da halt dazu gehört.
Elli:
Genau. Und man sieht eben auch so ein paar Sachen, die sonst von der Straße aus nicht einsehbar wären. Klar, wenn wir vor deinem Anwesen stehen, dann sehen wir von der Straße aus nur eine hohe Mauer. Ja, du hast also nicht so viel Bock, dass das online aus der Luft ansehbar ist. Jetzt ist die Frage, wenn du bei Google Bescheid gibst, müssen die dann auf deine Anfrage hin das Bildmaterial entfernen?
Caspar:
Also ich würde ja sagen, theoretisch ja, weil ich weiß nämlich noch, als Google Street View rauskam, ihr erinnert euch, das ist, als diese ganzen Autos durch die Städte fuhren, mit Kameras oben auf dem Dach und anfingen, die ganzen Straßen abzufotografieren und ihr noch heute ja auch in Google und auch bei Apple-Karten, dann quasi digital durch die Straßen laufen könnt. Unsere damaligen Nachbarn, die haben das gar nicht lustig gefunden und haben bei Google Einspruch eingelegt. Und seitdem und bis heute ist ihr Haus verpixelt, sodass man davon nichts sieht. Also insofern, eigentlich würde ich bei den Luftaufnahmen denken, dass das auch so geht.
Elli:
Ich meine mich auch zu erinnern, dass wir hier auch schon mal einen Fall mit einem nackten Mann hatten, der da zu sehen war.
Caspar:
Weil das über den Zaun gefilmt wurde von der Kamera.
Elli:
Genau, weil da ging es eben auch um die Frage, was ist einsehbar und was nicht. Naja, also wir gehen zurück zum Anwesen und zu Google Maps und Google Earth, wobei es, glaube ich, kein Anwesen war, um das es sich hier handelt. Das Landgericht Frankfurt am Main hat nämlich über eine Klage entschieden, wo sich jemand beschwert hat darüber, dass eben das eigene Grundstück mitsamt Haus bei Google Maps und Google Earth zu sehen war. Und die Person wollte das dort nicht zu sehen haben. Und das Landgericht Frankfurt hat jetzt gesagt, Google würde mit seinen Luftaufnahmen, Zitat, Ausspähung betreiben, weil die Aufnahmen unangekündigt passieren und eben auch uneinsehbare Bereiche offenlegen, die zum Beispiel potenziell auch sicherheitsrelevant sind. Da sind wir wieder beim Safe Room oder bei Alarmanlage oder was auch immer. Also, wenn ihr eure Gegend mal bei Google Maps abcheckt und beschließt, das Haus eurer Oma, euer Unternehmen oder euer Pferdestall soll nicht einsehbar sein. Ihr habt theoretisch gute Chancen, im Recht zu sein damit, wenn ihr die Entfernung dieser Bilder einfordert. An der Stelle aber noch wichtig, aktuell kann das Urteil in höherer Instanz noch angefochten werden von Google. Es ist also vorerst noch nicht rechtskräftig. Mal gucken, wie es da weitergeht.
Caspar:
Ja, falls wir was hören, geben wir es natürlich an euch weiter. So, die zweite News, die betrifft ein Thema, was so ein bisschen unser Murmeltier hier ist, nämlich monatlich fast schon Grüß bei uns das Social Media Verbot. Wir müssen aber nochmal ganz kurz drüber sprechen, weil jetzt eine Neuigkeit dazu da ist, ein Update, deswegen auch in der Rubrik. Das Bundeskabinett hat nämlich am 14. Oktober beschlossen, dass es jetzt Eckpunkte zum Kinder- und Jugendmedienschutz gibt, weil die Bundesregierung, die will nicht auf eine EU-Weiterregelung warten. Die EU möchte ja schon seit einer Weile Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche durchbringen, ist aber noch nicht so wirklich einig, wie das aussehen soll und wann das kommen soll. Und die Bundesregierung sagt jetzt, okay, liebe Freunde, das machen wir ein bisschen schneller. Und nach Mitteilung des Bundesfamilienministeriums soll die Regelung unter 13-Jährige betreffen. Die soll nämlich die Nutzung sozialer Netzwerke grundsätzlich untersagt werden. Ausgenommen wären nachweislich kindgerechte Angebote, also sowas wie zum Beispiel ein spezielles Social Media für Kinder wäre zum Beispiel denkbar, wo dann aber auch entsprechende Vorkehrungen getroffen sind. Sonst so normales Instagram und Co., das wäre dann für unter 13-Jährige gesperrt.
Elli:
Es gibt ja zum Beispiel von YouTube, das ist zwar jetzt keine klassische Social-Media-Plattform, aber die haben ja zum Beispiel so eine Kindervariante. Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sind dann abgestufte Nutzungsbeschränkungen vorgesehen. Da ist aber noch unklar, was da jetzt genau beschränkt werden soll. Und jetzt kommen wir natürlich zur großen Frage, wie soll das denn alles kontrolliert werden?
Caspar:
Ja, und dazu hat sich die Bundesregierung auch was überlegt. Sie plant ja schon länger an der digitalen Brieftasche, die U soll die heißen. Den Namen finde ich immer noch grausam, wir haben ja auch schon mal drüber gesprochen. Und diese digitale Brieftasche, die soll halt in Zukunft für die Altersverifikation genutzt werden. Der Start für die EU ist nämlich für Anfang 2027 vorgesehen und dort soll man eben seinen elektronischen Perso auch reinpacken können in diese digitale Brieftasche und sich darüber dann halt entsprechend altersverifizieren können.
Elli:
Es gibt einen kleinen Haken an der Sache, denn so einen online nutzbaren Personalausweis, wenn man ihn denn hat, denn auch das, viele Leute haben einfach einen Personalausweis und nutzen diese Online-Funktion nicht. Es gibt ihn aber auch an sich erst ab 16 Jahren. Für Kinder drunter müssen daher dann jeweils die Elternangebote freischalten.
Caspar:
Ja, da muss man halt doch nochmal zu Mama und Papa rennen, wenn man einen Instagram-Account braucht zwischen 13 und 18. Mal gucken. Das ist ja jetzt erstmal Eckpunkte. Muss jetzt natürlich den weiteren Weg gehen. Aber auch da informieren wir euch, wenn es dann ein bisschen konkreter wird. Ja, wie schaffen wir die Überleitung zum WTF? Ich glaube, so eine richtige Überleitung gibt es nicht. Ich glaube, wir müssen das wie ein Pflaster machen. Kurz und schmerzlos einfach reinspringen, oder?
Elli:
Ja. Oh oh. Wir gucken uns Amazon an und eine ganz besondere KI, die es dort jetzt geben soll. Und das Spannende daran ist, was die beobachten soll.
Caspar:
Wenn ihr jetzt mal kurz in euch geht und an KI denkt und den Einsatz von KI, woran denkt ihr da so typischerweise? Zum Beispiel kann man ja an Sprachmodelle denken, die Texte umformulieren oder eine E-Mail für einen schreiben. Man kann an KIs denken, die das Wetter vorhersagen oder die tausende Gesundheitsdaten nach Unregelmäßigkeiten durchsuchen, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Oder die zum Beispiel auch, wir hatten es ja auch schon mal in der Episode, bisher ungelöste mathematische Rätsel lösen. Das alles können KIs nämlich und haben sie in letzter Zeit auch getan.
Elli:
Ja, ich muss an, wir hatten glaube ich mal so ein Papyrus, das entziffert wurde, das ganz verrust war vom Vulkanausbruch irgendwie. Ja, aber wir haben tatsächlich zwei Use Cases von KI mitgebracht, diese Sendung, die in eine etwas andere Richtung gehen und die erste haben wir jetzt bei Amazon. Amazon zeigt vermeintlich, wie man KI auch einsetzen kann.
Caspar:
Und zwar so, dass es definitiv ins WTF gehört. Worum geht es, was ist passiert? Im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen Amazon und einer kanadischen Gewerkschaft wurden jetzt Dokumente veröffentlicht. Das ist ja immer so, dass bei so Rechtsstreitigkeiten dann Dokumente innerhalb dieses Rechtsstreits behandelt werden und in dem Fall dann auch veröffentlicht wurden. Und diese Dokumente, die legen nahe, dass Amazon eine KI für die frühzeitige Erkennung gewerkschaftlicher Aktivitäten eingesetzt haben soll.
Elli:
Ihr habt richtig gehört. Amazon soll, so wirft es die kanadische Gewerkschaft zumindest dem Konzern vor und so berichtet auch das britische Online-Medium Open Democracy, Amazon soll versuchen per KI frühzeitig zu erkennen, ob sich an einem Standort eine Gewerkschaft zu bilden droht. Die Dokumente, um die es geht und aus denen die Informationen stammen sollen, sollen interne Schulungsdokumente von Amazon sein. Was steht denn drin, Caspar?
Caspar:
Ja, da ist die Rede von Atlas und zwar der Atlas Labor Score Model, so heißt das Modell. Es soll in den USA, Kanada und Großbritannien verwendet worden sein oder verwendet werden. Und das Perfide daran, Atlas soll gewerkschaftliche Aktivitäten an einzelnen Amazon-Verteilzentren vorhersagen. Amazon hat ja ganz viele Standorte und dafür wird diese KI quasi eingesetzt. Die wertet nämlich laut diesen Schulungsdokumenten verschiedenste Quellen aus. Da sind betriebliche, demografische und externe Faktoren werden genannt und die sammeln dann, die sammelt sie zu Datenpunkten zusammen und darauf aufbauend auf diesen Datenpunkten wird dann eine Prognose erstellt.
Elli:
Tja, und was sind das außer diesen demografischen und externen Faktoren? Wir hatten ja noch betriebliche. Zum Beispiel Feedback und Stimmungsdaten aus Umfragen, die Beschäftigte auf ihren Arbeitsbildschirm erhalten. Es werden außerdem Beschwerden wohl ausgewertet, die Mitarbeiterfluktuation und Notizen von Führungskräften. Ach, klasse.
Caspar:
Ja, und Open Democracy zufolge sollen auch sogar Beiträge in Social Media ausgewertet werden, die halt entsprechend von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an diesem Standort abgesetzt wurden.
Elli:
Das erinnert mich so ein bisschen an, ganz früher hat man uns in der Schule beigebracht, postet ja nichts Schlimmes auf Facebook, das könnt ihr euer Arbeitgeber sehen.
Caspar:
Ja.
Elli:
Irgendwie sind wir da wieder. Naja, was macht die KI also mit diesen ganzen Datenpunkten? Sie überführt die und ordnet sie ein in ein Ranking in Stufen, das einzelne Amazon-Standorte dann nach dem Gewerkschaftsrisiko bewertet. Stufe 5 steht für Standorte, an denen keine gewerkschaftlichen Aktivitäten vermutet werden, erkennbar sein sollen. Also alles gut, muss man nicht eingreifen als Amazon. Stufe 1 bezeichnet die höchste im Artikel beschriebene Risikolage. Eine gewerkschaftliche Vertretung oder Wahlen stehen laut Prognose unmittelbar bevor.
Caspar:
Ja, und dann gibt es auch Maßnahmen laut diesen Studiumsdokumenten, die in dem Open Democracy Artikel erwähnt werden. Stufe 1 zieht nämlich ein sogenanntes ER Rapid Response Team mit sich und ER steht hier für Employee Relations, also quasi Mitarbeiterbeziehung. Das Team soll nämlich innerhalb von 24 Stunden am betroffenen Standort eingesetzt werden. Das wird wahrscheinlich eingeflogen als Emergency Team. Und dort soll es dann gemeinsam mit der, und das finde ich auch spannend, Rechtsabteilung und weiteren Beteiligten über Deeskalationsstrategien beraten.
Elli:
Also mich wundert es überhaupt nicht, dass da auch die Rechtsabteilung drin ist. Denn die muss in so einem Fall natürlich sagen können, okay, was können wir durchziehen und was wird schwierig? Wofür werden wir am Ende des Tages verklagt? Jetzt ist natürlich die Frage, wir haben diese Infos von Open Democracy und, von der Gewerkschaft, die die geklagt hat. Stellt sich die Frage, was sagt Amazon zu den Vorwürfen? Man widerspricht.
Caspar:
Ja, Amazon sagt, Atlas diene nicht der Überwachung einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen bezeichnet das Modell vielmehr als ein Werkzeug zur Entwicklung einzelner Standorte. Okay, Amazon erklärte außerdem, es werden weder persönliche Meinungen der Beschäftigten noch deren Gewerkschaftsmitgliedschaften überwacht durch Atlas. Das ist kein echtes Dementi, es ist so ein bisschen so eine Einschränkung.
Elli:
Genau, also die Social Media und so, vielleicht kann man dann das rausschmeißen dadurch und auch sowas wie Notizen von Führungskräften fällt dann wahrscheinlich eher raus. Und also Mitarbeiterfluktuation oder so ist da jetzt aber nicht unbedingt ausgeschlossen als Datenpunkt.
Caspar:
Naja und Sie haben auch nicht gesagt, dass dieses KI-Modell Atlas eben überhaupt nicht in diese Stufen zum Beispiel einteilt, wie wahrscheinlich eine Gewerkschaftsgründung ist. Dementsprechend, wie gesagt, es ist kein komplettes Dementi.
Elli:
Die Entwicklung einzelner Standorte, ist das schön.
Caspar:
Das ist schön. Also sollte an dem Bericht was dran sein und wir gehen jetzt aktuell nach der Beweislage mal davon aus und auch nach dem Dementi von Amazon, dann kann man sagen, eindeutig, what the fuck.
Elli:
Und vom what the fuck gehen wir über in den Newsflash. Ich würde sagen, wir bleiben nochmal kurz in der what the fuck Stimmung.
Caspar:
Ja und auch beim Thema KI und was man damit so Interessantes anstellen kann.
Elli:
Die erste News habe ich sehr bewusst sehr kurz und knackig gehalten. Es geht um einen Ausflug in eine Welt, die mir ehrlich gesagt sehr fern ist, nicht ferner sein könnte, würde ich fast schon sagen. Es geht um selbstgebaute Waffen. Und wir reden jetzt hier nicht so von selbstgebauten Zwillen, mit denen man dann irgendwie auf Kirschen am Baum schießt.
Caspar:
Oh stimmt, das habe ich als Kind selber gebaut. Das könnte ich nicht von mir weisen. Es geht tatsächlich, es geht um Schusswaffen und zwar im Sinne von Handfeuerwaffen, nicht um irgendwelche Steinschleuern.
Elli:
Richtig, also sonst, wenn wir jetzt zurück in die Kinder gehen, ich habe nur so mit so Papierbällchen Puste. Das war das Einzige, was ich gebaut habe. Ja, Schusswaffen, Handfeuerwaffen, die kauft man ja normalerweise unter Auflagen im Geschäft, je nachdem, wo wir uns auf der Welt aufhalten, mehr oder weniger Auflagen. Wir sind jetzt in den USA, aber auch dort, wenn man eine Waffe sich zulegt, dann hat die normalerweise zum Beispiel eine Seriennummer und ist anhand dieser Seriennummer ganz gut nachvollziehbar, auch von, der Polizei oder so, wenn mal irgendwas ist. Ja, also das ist mit dem im Geschäft kaufen wird von Kriminellen natürlich gerne umgangen. Aber wie gesagt, der Faktor Seriennummer und solche Dinge ist normalerweise noch da. Anders sieht es aber aus mit Schusswaffenmarke Eigenbau. Und ich war ganz erstaunt, tatsächlich schon vor 13 Jahren hat der US-amerikanische Waffenrechtsaktivist Cody Wilson, der übrigens dem Alt-Right-Millionär steht, die erste 3D-gedruckte Schusswaffe vorgestellt.
Caspar:
Ich kann mich noch erinnern, es ist krass, dass das 13 Jahre her ist. Ich habe sie sogar vor Augen, weil das groß durch die Presse ging, dieses 3D-gedruckte Modell. Die war zwar, glaube ich, auch noch ein, zwei Schuss kaputt, aber man konnte damit schießen.
Elli:
Ja, im Zusammenhang mit diesen 3D-gedruckten Schusswaffen ist übrigens auch häufig die Rede von Geisterwaffen. Eben also von Waffen, die keine Seriennummer haben und die überhaupt nicht nachvollziehbar sind und die sich jeder und jeder Laie quasi zu Hause mal eben auf den Küchentisch plotten kann, wenn man so einen 3D-Drucker hat. Jetzt hat sich Cody Wilson was Neues ausgedacht und ist da auch stolz drauf und beschreibt sich das quasi auf die Fahne. Die erste KI-gemachte Waffe namens Wasp. Wasp verschießt echte, potenziell tödliche Munition, hat wie die ganzen Waffen aus dem 3D-Drucker keine Seriennummer und ist quasi im Dialog mit einem Chatbot entworfen worden. Und da kommt jetzt eben das Thema KI ins Spiel, denn wir reden von sogenanntem Vibe-Coding. Also man entwickelt zusammen mit der KI ein Produkt, man schreibt Code, die KI baut am Ende die Anleitung für diese Schusswaffe.
Caspar:
Ja, und das ist wieder mal der Beweis dafür, dass, KI-Modelle, würde ich das jetzt zum Beispiel mit dem kommerziellen JetGPT, was wir alle ja nutzen können, egal ob bezahlt oder unbezahlt machen, dann würden Sicherheitsmechanismen greifen und sagen, das geht nicht, was du da gerade tust. Das liegt aber nicht an den Sicherheitsmechanismen der Modelle selbst, sondern das ist so eine Sicherheitsschicht, die dazwischen geschaltet ist. Und wenn man eins der freien Modelle benutzt, die es da draußen halt auch gibt, dann gibt es diese Grenzen nicht mehr.
Elli:
Ja, von Expertinnen und Experten wird WASP, also diese Waffe, aktuell noch als technisch relativ minderwertig und auch so ein bisschen absurd eingeschätzt. Es gab auch so eine Art Pressevorführung dieser Waffe in den USA und die Kolleginnen und Kollegen von The Verge haben sich das Ganze mal angeguckt und sind da auch mehr in die Waffendetails reingegangen und haben da viel aufgeschrieben dazu. Also wenn ihr euch dafür interessiert, schaut bei denen mal vorbei. In erster Linie, auch wenn sie eben technisch noch relativ schlecht ist, ist WASP eine Art Machbarkeitsbeweis. Also schaut her, wir haben mit einer KI, die keine Sperren drin hatte, einen Bauplan für Waffen entworfen. Die KI kann das und hat das mit uns gemacht. Ach, klasse.
Caspar:
Ja, da sind wir ja fast schon wieder bei den Weltuntergangs-Fantasien der KI-Bosse. Nur, dass es diesmal um Schusswaffen geht.
Elli:
Ich habe ein bisschen Hoffnung, dass es jetzt ein bisschen fluffiger wird. Zumindest haben wir Disney in der Überschrift stehen.
Caspar:
Ja, allerdings wird es ein kleines bisschen fluffiger, aber nicht viel. Wir kommen zu der zweiten News, die auch ein WTF hätte werden können, aber die nicht uninteressant ist. Weil wir gleich mal drauf gucken wollen, was das nämlich unter Umständen für die Zukunft von Animationsfilmen und Co. heißt. Es geht um Disney und Character AI. Und zwar geht es darum, dass Disney versucht, ein KI-Unternehmen zu kaufen. Genauer gesagt die Firma Character Technologies, die eben den Dienst Character AI anbietet.
Elli:
Wir gucken zunächst mal drauf, was Character AI macht und warum die quasi interessant sein könnten für Disney. Und dann kommen wir aber auch dazu, warum Character AI schon seit längerem sehr, sehr umstritten ist und warum der Kauf durch Disney die letzte Rettung für das Unternehmen sein könnte. Legen wir mal los mit, was macht Character AI überhaupt?
Caspar:
Ja, erstmal klingt das ganz niedlich und eigentlich auch ganz interessant. Character AI ist nämlich eine Plattform zur Erstellung und zu der Unterhaltung mit KI-Figuren. Das ist kein reiner Chat, so wie ihr das von Chat, GPT, Cloud und Co. Kennt, sondern das ist eine ganze Unterhaltungsplattform. Unterhaltung nicht im Sinne von, man redet miteinander, sondern Unterhaltungsindustrie. Aus der Richtung kommt das Unterhaltung in dem Fall. Und zwar geht es da um interaktive Geschichten, die man mit der KI zusammen fortführen und stricken kann. Es geht um Bilder und Comics, die man erstellen kann, Videos, die Figuren, die man selbst erstellt hat, mit denen kann man kommunizieren, man kann auch eigene Kreationen herstellen oder man kann auf berühmte Personen zurückgreifen und mit denen dann quasi fiktional chatten und kommunizieren und Geschichten erzählen. Also es ist tatsächlich eher eine komplett KI-generierte Rollendarstellung und Rollenwelt und es geht nicht um echte, tatsächliche Personen oder um den reinen Chat.
Elli:
Ich finde es spannend, sobald jetzt dieses Personalisierbare reinkommt und du kannst hier deine KI so bauen, wie du es möchtest und auch Geschichten mit ihr durchspielen, muss ich wieder an letzte Woche denken, wo wir, das Studienergebnis hatten, unter anderem, dass das Vertrauen eben höher ist, in personifizierte KIs.
Caspar:
Ja, die nicht aussehen wie ein Roboter. Ja, Rollenspiele, Unterhaltung, Persönlichkeiten und so weiter und so fort. Schon der Investor Andreessen Horowitz, der beschrieb 2023 Character AI ausdrücklich, nicht nur als Beantwortung von Fragen, sondern als Gespräch, und die Bindung an KI-Begleiter als Produktidee. Und KI-Begleiter, das ist auch ein ganz wichtiger Aspekt von Character AI, der gleich auch nochmal wichtig wird.
Elli:
Jetzt könnte man natürlich verstehen, ja, so Geschichten entwickeln und schreiben mit KI, interaktiv, irgendwie vielleicht auch sich einen eigenen Charakter, zu dem man dann das eigene Franchise auch noch direkt macht, bauen. Das klingt schon sehr passend zu Disney, denn natürlich macht Disney, die machen ihr Geld mit Geschichten und wollen auch irgendwie nicht abgehängt werden im KI-Zeitalter. Es gibt aber mehrere Haken an Character.ai.
Caspar:
Ja, und einer der Haken sind mehrere Klagen und Sicherheitskontroversen rund um die Plattformen sowie Ermittlungen von Aufsichtsbehörden in verschiedensten Ländern. Worum genau geht es? Seit dem Herbst 2024 werfen Angehörige von Jugendlichen dem Unternehmen vor, Minderjährige unzureichend geschützt zu haben. Tatsächlich war es anfangs auch so, dass Character.ai ohne Altersgrenze nutzbar war. Inzwischen gibt es eine von 18 Jahren, wie gesagt, davor aber eben nicht. Und ein ganz besonders bekannter Fall, von dem ihr vielleicht auch schon gelesen oder gehört habt, betrifft einen 14-jährigen Jungen, dessen Muttercharakter-AI für seinen Tod mitverantwortlich macht. Der Junge soll nämlich Suizid begangen haben, nachdem er ein Charakter-AI-Chatbot, von diesem Chatbot emotional abhängig wurde und in einer sexuell-ausbeuterischen Beziehung zu ihm gelebt haben soll. Und das ist auch nicht die einzige Klage. Weitere Familien klagten ebenfalls über ähnliche Fälle.
Elli:
Also an der Stelle schon mal was, womit Disney vielleicht nicht in Kontakt gebracht werden wollen könnte.
Caspar:
Eher nicht. Es passt nicht ganz zum Image.
Elli:
Ja, wir kommen jetzt aber noch zu einer aktuellen News, denn Character AI hat am 12. Oktober auch Insolvenz angemeldet.
Caspar:
Ja, und die Gerichtsunterlagen rund um diese Insolvenz, die man halt bei sowas einreichen muss, die deuten darauf hin, dass der Schritt, ein Teil einer Vereinbarung sein könnte, durch den Disney es hinbekommt, den Großteil der Belegschaft von Character Eye zu übernehmen und auch noch große Teile der Technologie, zugleich, aber, als Vorteil zum einen nicht diese verruchte Firma mit sich erkaufen muss und, zahlreiche rechtliche Verpflichtungen, wir haben ja gerade schon von Klagen gesprochen, die rund um das Start-up irgendwie virulent sind, den würde man auch aus dem Weg gehen, weil die Firma gibt es ja dann nicht mehr, die ist ja pleite gegangen.
Elli:
Also der Name und die Firma, die verschwinden, mehr oder weniger still von der Bildfläche, aber Disney übernimmt die Angestellten und die Technologie. Die Vereinbarung scheint so angelegt, dass eben das, was unbequem ist, mal schön draußen bleiben kann und, im Insolvenzverfahren will Disney laut den Unterlagen eine unbefristete, weltweite, nicht exklusive Lizenz für einen umfangreichen Bestand an Character-AI-Assets erhalten.
Caspar:
Dazu zählt Code, Dokumentationen, Frameworks, Werkzeuge und auch sogenannte sonstige Artefakte, was auch immer das heißen soll. Ja, also doch ein ziemlich großer Einkauf quasi von Disney.
Elli:
Die Lizenz soll auch Materialien aus dem Moderationssystem für Vertrauen und Sicherheit, der Trainingsinfrastruktur und der Technologie zur Altersschätzung umfassen. Man sagt im Englischen ja so schön, da gibt es den Begriff Cherry Picking. Also die glauben sich da die Kirschen vom Kuchen und lassen den Rest munter verschwinden.
Caspar:
Genau. Sollte Disney übrigens nicht übernehmen, das ist ja noch nicht in trockenen Tüchern und findet sich dann auch kein weiterer Käufer, der ein weiterer Betrieb der Plattform ermöglicht. Aktuell ist sie noch verfügbar, dann wird die Plattform auch eingestellt. Und ja, und Disney, wie gesagt, ist sicherlich nicht an Character AI selbst und an der Plattform interessiert, sondern an den Technologien dahinter. Also tatsächlich diese Geschichten erzählen, Charakter erzeugen, Storytelling oder auch das, was du gerade noch aufgezählt hast, was glaube ich auch noch ganz wichtig ist, Moderationssystem, Altersverifizierung, Trainingsdaten. Also ich glaube, Disney ist nicht ganz unglücklich, dass da so eine Insolvenz im Raum steht und man so dann an die Sachen rankommt, um es mal so auszudrücken.
Elli:
Und ich sage mal so, wir gucken natürlich ein bisschen drauf und wenn ihr dann irgendwie in zwei, drei Jahren von Disney das Angebot bekommt, dass ihr euch jetzt euren eigenen Disney-Charakter erstellen könnt und ganz tolle eigene Abenteuer damit erleben könnt, dann wisst ihr vielleicht, was für ein Skelett da mit drin steckt.
Caspar:
Und wir sind die Ersten, die es ausprobieren werden für euch.
Elli:
Du, da sprichst du dich selber. Ich denke gerade immer noch über die Kirschen und den Kuchen nach und überlege, ob man nicht eher Streusel vom Kuchen runterpickt. Naja.
Caspar:
Jetzt wage ich mal eine persönliche Prognose. Ich glaube, wenn Disney da nicht vorsichtig ist, schaufeln sie sich ihr eigenes Grab damit. Ich glaube, die sollten sich aktuell eher ein bisschen von KI fernhalten. Aber gut, ich bin nicht Berater von Disney und das wollen die wahrscheinlich auch nicht. Apropos Berater. Ich glaube, wenn ich Berater für eine andere Firma, um die es jetzt geht, wäre, dann wäre die Präsentation, über die wir jetzt reden, auch ein bisschen anders ausgefallen. In der dritten News müssen wir nämlich über ein Thema reden, was, ich weiß nicht, ob du es live dir angeguckt hast. Eddie, live habe ich es nicht gesehen, aber ich habe die Zusammenfassung angeguckt. Ich habe mit offenem Mund davor gesessen. Es ist einfach völlig absurd, was ich da gesehen habe. Deswegen müssen wir jetzt darüber einmal reden. Wir müssen unseren eigenen Senf dazugeben und wir wollen das auch ein bisschen einordnen.
Elli:
Es geht um Tesla. Ihr erinnert euch, das sind die mit den Elektroautos, die von Elon Musk. Mittlerweile haben da manchmal auch Leute Sticker draufkleben. Ich habe dieses Auto gekauft, bevor Elon Musk total abgedreht ist. Was hat man sich denn jetzt ausgedacht bei Tesla?
Caspar:
Ja, es geht um den Tesla Roadster und zwar, ihr habt es gesehen, deswegen machen wir kein Geheimnis mehr drum, es geht um das Auto, das fliegen können soll, es einen Raketenantrieb besitzt, und das schnellste Auto der Welt sein soll. Also darunter machen wir es nicht mehr, dazu aber gleich mehr.
Elli:
Ja, die Vorstellung beziehungsweise die Präsentation, von der du gerade gesprochen hast, die war am 15. Oktober. Und bevor wir uns diese Präsentation angucken, reisen wir ein paar Jahre in die Vergangenheit, nämlich zur zweiten Generation des Tesla Roadster. Die hat Elon Musk schon mal vorgestellt, vor ganzen neun Jahren. Und dieser Roadster ist nie erschienen.
Caspar:
Auch dazu gleich mehr. Wir müssen erstmal auf die erste Generation gucken, damit ihr versteht, warum der Roadster für Tesla so wichtig ist. Das ist nämlich ein ganz elementares Fahrzeug. Ihr kennt sicherlich Model 3, Model Y, also die, die durch die Gegend fahren, auch schön ausgesprochen. Der Roadster, der ist sehr viel seltener, aber wie gesagt, ein unglaublich wichtiges Fahrzeug für Tesla. Der ist nämlich 2006 schon als Prototyp vorgestellt worden. Und damals hatten Elektroautos, wenn ihr mal zurückgelegt, das ist 20 Jahre her, damals hatten Elektroautos ein massives Imageproblem. Sie galten als langsam, reichweitenschwach und als Fahrzeuge für eine ganz kleine, umweltbewusste Gruppe Mensch, die mit sowas durch die Gegend fährt. Und Tesla hat das einfach komplett vom Tisch gefegt mit dem Roadster und hat gezeigt, nein, so sind Elektroautos nicht, das geht völlig anders.
Elli:
Ich wollte gerade sagen, also wenn ich jetzt so einen Tesla sehe, dann habe ich nicht in erster Linie so eine kleine Gruppe an besonders umweltbewussten Menschen im Kopf. Nein. Das lag eben unter anderem auch am Roadster, denn das war ein Sportwagen mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in ungefähr vier Sekunden. Die Reichweite über 300 Kilometer, Lithium-Ionen-Akkus, deren Technologie aus der Unterhaltungselektronik stammte. Und ein Sportwagen-Design auf Basis des Lotus Elise. Für alle Nicht-Auto-Nerds, Caspar, möchtest du noch einen Satz dazu sagen, was der Lotus Elise ist?
Caspar:
Der Lotus Elise ist ein Sportwagen, ungefähr aus der Zeit. Sehr flach, sehr klein, so ein bisschen Go-Kart-mäßig. Habe ich vor allem auch eine gelbe Lackierung vor Augen und Tesla hat damals diese Basis genommen und da halt Elektroantrieb reingebaut und das Auto auch ein bisschen umgebaut. Aber es war halt noch sehr auf Grundlage von einem Zusammenklauben von verschiedenen Komponenten.
Elli:
Aber es war auch ein ganz klares Statement und zwar in Richtung, was ist Elektromobilität? Elektromobilität sollte cool sein, technologisch überlegen für die Leute, die wirklich Technik versiert und interessiert sind, Fahrspaß. Also das Ganze sollte ein Lifestyle-Produkt sein.
Caspar:
Ab 2008 gab es ihn dann auch, man konnte ihn kaufen. Tesla hat nicht unendlich viel davon verkauft, aber wir haben ja gerade schon gesagt, das, was das an Image verwandelt hat, das war das Entscheidende. So, und jetzt kommen wir ein bisschen näher in die Zukunft, nämlich zum 16. November 2017. Da hat Tesla erstmals, du hast es gerade schon gesagt, die nächste Generation des Roadsters vorgestellt und hat damals den Serienstart für 2020 angekündigt. Ja, der ursprüngliche Produktionsstart, der verstrich dann aber ohne weitere Infos 2020.
Elli:
Infos gab es dann aber irgendwann, zum Beispiel im Januar 2021. Da hat Elon Musk gesagt, 2022 geht es los mit der Produktion. Aus 2022 wurde 2023, 2024, 2025 und im November 2025 wurde eine Demo für den 1. April 2026 angekündigt. Die Produktion sollte dann 12 bis 18 Monate später starten, wenn ihr mitrechnet. Wo sind wir jetzt?
Caspar:
Ja, im April 26. Präsentationstermin gab es nicht. Der ist verstrichen, ohne dass es weitere Infos und Vorführungen gab. Dann wurde ein neuer Präsentationstermin auf den 1. Oktober verschoben und dann nochmals auf den 15. Oktober. Und da sind wir dann jetzt tatsächlich an so einem Punkt von vor ein paar Tagen angekommen.
Elli:
Na Mensch, willkommen zurück in der Gegenwart. Und die zweite Generation des Roadsters gibt es immer noch nicht. In Aussicht ist sie auch nicht. Nun könnte man denken, okay, hoffentlich stressen die sich bei Tesla wenigstens deswegen. Die werden jetzt sicher bei der Präsentation den fertigen Wagen zeigen und dann kann man ihn direkt auch kaufen und vorbestellen. Nein, es gab was ganz anderes.
Caspar:
Ja, nämlich ein völlig überarbeiteter zweite, also eigentlich sogar in dem Fall dann schon fast dritte Generation des Roadsters, der tatsächlich nichts mehr mit dem vorgestellten Design von 2017 zu tun hat und ich sag mal so spektakulär präsentiert wurde. Darunter kurzzeitige Flugmanöver, Fassrollen, also das Ding ist hochgehüpft, hat eine Fassrolle gemacht und ist über einen Stau, einen fiktiven, geflogen und dann am Ende wieder gelandet. Und es hatte die Fähigkeit, sich so an der Straße festzusaugen, dass es über Kopf fahren konnte. Diese Straße hat eine Art halben Looping gemacht und das Auto konnte daran dann langfahren.
Elli:
Ich möchte an der Stelle kurz einwerfen, es waren während dieser Präsentation keine Menschen an Bord dieses Autos.
Caspar:
Ist ein ganz wichtiger Hinweis. Das, was wir da gesehen haben, ist eine reine Tech-Demo gewesen. Danach, nach dieser Veranstaltung, die wie gesagt eigentlich eher einer Stuntshow glich als einer Autopräsentation, gab es direkt danach erstmal kaum Infos. Dann gab aber ein paar Infos auf einer Webseite von Tesla. Es wird nämlich drei, Varianten geben. Das hat zumindest Tesla angekündigt von diesem neuen Roadster. Performance, Thrust und Rocket heißen die drei Versionen.
Elli:
Und jetzt wird es ganz wild. Ich habe diese Namen, Performance, Thrust und Rocket, das könnten auch irgendwie, keine Ahnung, Energydrinks sein.
Caspar:
Oh ja, hast du schon den neuen Thrust probiert? Geschmacksrichtung, ja, weiß ich nicht.
Elli:
Motoröl. Also, wir gucken mal, weil es wird wirklich, wirklich wild, Leute. Die Thrust-Version bekommt zusätzliche Schubdösen, während die Performance-Version, nur für die Straße gedacht ist. Und die Rocket-Version, die soll sogar fliegen können. Reservierungen kosten je nach Variante aktuell 50.000 bis 250.000 Dollar, Mensch, so ein Schnapper. Die Rocket-Version gibt es sogar nur auf Einladung, also wenn man besonders dicke mit Tesla ist.
Caspar:
Und wie teuer das Ganze am Ende wird, das weiß bisher noch niemand. Das kann nämlich auch Tesla noch nicht angeben. Die Verkaufspreise sind noch nicht genannt. Und weil du ja gerade gesagt hast, Thrust und Rocket. Der Unterschied ist, Rocket soll dann wirklich das können, also hochfliegen, Fassrolle und wieder landen. Und die Thrust-Version, die hat nach hinten raus halt einfach einen Raketenantrieb, um noch schneller zu beschleunigen. Auch das kann ich mir nicht so richtig im Straßenverkehr vorstellen. Aber wir werden ja sehen, was davon dann wirklich erscheint.
Elli:
Ich glaube manchmal, da hat jemand zu viele Daniel Düsentrieb Comics gelesen. Tesla schreibt übrigens selber, es gibt noch mehr Haken als die unbekannten Preise, die Rocket-Version ist nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und wird das wahrscheinlich auch nicht. Also selbst wenn du dicke mit Tesla bist und eine Einladung bekommen hast für so eine Rocket-Version, auf der Straße fahren darfst du sie dann nicht. Und auch bei anderen Varianten, den anderen Varianten, dürften sich viele dieser krassen Fähigkeiten allenfalls auf einer Rennstrecke nutzen lassen.
Caspar:
Ja, stell dir mal vor, auf dem Aldi-Parkplatz zündet jemand sein Raketentrieb weg, um loszufahren. Das kommt, glaube ich, nicht so gut an.
Elli:
Auweia, ja, um doch noch ganz schnell den einen Parkplatz zu bekommen.
Caspar:
Genau, ja.
Elli:
Naja, wir gucken außerdem nochmal ins Kleingedruckte bei den Reservierungen.
Caspar:
Ja, Tesla erklärt nämlich ausdrücklich dort im Kleingedruckten, dass man weder garantieren kann, wann der Roadster ausgeliefert wird, noch ob er überhaupt kommt. Interessant.
Elli:
Ja, aber was Tesla damit geschafft hat, und ihr merkt es auch hier an dieser Sendung, sie haben mal wieder von sich reden gemacht. Die Presse schreibt über die Präsentation, die Fans jubeln. Die Expertinnen sind eher, verwundert, weil in unter einer Sekunde von 0 auf 100 kopfüber an Tunneldecken fahren, Raketenantriebe fasstrollen und über andere Fahrzeuge springen, das klingt alles wirklich skurril. Das Ganze ist also natürlich in erster Linie eine gigantische Marketingaktion und weniger die wirkliche Präsentation von einem neuen, normalen, fahrbaren Auto für Endverbraucher.
Caspar:
Ja, Tesla zeigt, was sie in Verbindung mit SpaceX, das ist ja eine Firma, die dazugehört und man munkelt auch schon eine Weile, dass die Firmen zusammengelegt werden sollen. Tesla zeigt also, was möglich ist, wenn man eine Autofirma mit einer Raketenfirma verheiratet und sorgt damit natürlich weltweit für Schlagzeilen. Also ich glaube, ich habe kein Medium, wo ich diese fliegenden Roadsters nicht gesehen habe. Der erste Roadster, der war eine technologische Wegbereiter für Tesla, wir haben es ja gerade erzählt und auch für die gesamte Elektromobilität. Der neue ist vermutlich erstmal nichts anderes als ein Prestige-Objekt und auch Elon Musk selber hat zugegeben, dass wirtschaftlich das Auto im Vergleich zur restlichen Firma, also den restlichen Modellen sie verkaufen, keine Rolle spielt. Dementsprechend wird der Fokus auch bisher nicht so groß gewesen sein, weil nicht ohne Grund haben wir neun Jahre auf diese Präsentation jetzt nochmal gewartet. Ja, die Frage ist jetzt, wird dann aus diesem spektakulären Marketing irgendwann tatsächlich ein Auto, das Kunden kaufen und fahren können und das noch 2028, wie Tesla verspricht? Ich wage eine Prognose und sage, nein, 2028 wird da auch nichts passiert sein. Wir legen uns das auf 2029 auf Wiedervolllage und gucken wir mal, ob ich recht behalten sollte oder nicht. Aber die Vergangenheit spricht für mich.
Elli:
Ja, und natürlich mich findet ihr dann in der Liste der Leute, die ein Angebot bekommen für den krassen, für die Rocket-Version. Ja, ja.
Caspar:
Wenn du die fährst, nehmen wir mal währenddessen eine Podcast-Episode auf. Die wird dann mit sehr viel Geschrei, aber das verspricht sich an der Stelle.
Elli:
Ich glaube, das ist ein bisschen laut dann auch. Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass Tesla da schon auch auf die Soundqualität achtet.
Caspar:
Nee, apropos laut. Die haben Ohrstöpsel verteilt im Publikum. Also es war tatsächlich Publikum anwesend und Elon Musk hat auch tatsächlich auf der Bühne gesagt in das Publikum, das Publikum sei aus einem Grund da, damit die Leute beweisen können, dass es kein KI-Video sei, was jetzt präsentiert wird.
Elli:
Valid, valid?
Caspar:
Ja, in solchen Zeiten leben wir. Und halt Ohrstöpsel, weil diese Raketenvariante, Die war wohl so laut, dass die Leute sonst Ohrenprobleme bekommen hätten.
Elli:
Ja, gut. Ich bin auch gespannt. Aber es werden sich sicher Leute auf diese Wartelisten setzen lassen. Wenn du 50.000 bis 250.000 Dollar übrig hast, dann machst du das gerne mal. Und dann pokerst du wahrscheinlich auch einfach drauf. Weil, wie gesagt, es gibt ja immer noch die Chance, dass am Ende einfach nichts bei rumkommt.
Caspar:
Schauen wir mal, dann sehen wir schon.
Elli:
Wo diese Woche aber ordentlich was rumgekommen ist, ist ein Datenleak. Den haben wir in der News Nummer 4 noch für euch.
Caspar:
Richtig, auch das werdet ihr sicherlich in den anderen Medien schon mitbekommen haben. Wir wollten aber der Vollständigkeit halber auch nochmal drauf gucken, weil es eine Tech-News ist. Und zwar geht es in News Nummer 4 um eine Mailkont, nicht ein Mailkonto, um sehr viele Mailkonten, die einer Partei gehören, nämlich der AfD. Und da sind Daten abgeflossen, sagen wir mal so.
Elli:
Ja, also naja, irgendwo zwischen eins und sehr viele ist die elf. So viele sind es nämlich nach aktuellem Stand. Also, wir sprechen der Vollständigkeit halber ganz kurz mit euch darüber. Ihr werdet es aber auch überall, Tagesschau, egal welches Medium ihr lesen werdet.
Caspar:
Spiegelzeit, Name, Name, Name, Nameworn und, ja.
Elli:
Genau, wenn ihr nicht gerade wirklich unter einem Stein lebt und nur uns hört, dann werdet ihr es überall anders auch hören. Was ist passiert? Insgesamt elf E-Mail-Konten der AfD wurden wohl im September gehackt und eine immense Menge an Daten, eingegangene und geschriebene Mails, PDF-Anhänge, Kontaktdaten und so weiter, sind jetzt öffentlich. Insgesamt sprechen wir von rund 420.000 mutmaßlichen AfD-Mails.
Caspar:
Mutmaßlich müssen wir an der Stelle aus journalistischer Sorgflicht dazu sagen, denn im Raum steht auch die Diskussion, inwiefern die Daten echt sind. Das, was bisher von Expertinnen und Experten so begutachtet wurde, zeigt, dass die Daten, die dort hinterliegen, schon sehr realistisch sind und auch überprüfbar echt sein könnten. So schreibt zum Beispiel die IT-Expertin und Journalistin Lelette Wittmann via X. Ein guter Indikator, jetzt zitiere ich, ist zum Beispiel auch, dass ich in den E-Mails funktionierende Zugangslinks zum Spamfilter von AfD-E-Mail-Accounts finde und sie schreibt auch, selbst wie der Zugang zu den Daten erlangt wurde, ist nachvollziehbar. Wer sich dafür interessiert, wie das genau ein bisschen ausgesehen hat, wer da Risse an den technischen Hintergründen hat, wir verlinken Liliths Blog und dort könnt ihr auch nochmal genauer nachgucken.
Elli:
Genau. Sie hat nämlich einen Blogartikel geschrieben, wie das Ganze ausgesehen haben könnte oder passiert sein könnte. Nach dem Wie fehlt noch das? Wer? Aktuell ist davon auszugehen, dass Hacktivisten für die Veröffentlichung verantwortlich sind. Also Menschen, denen am Ende des Tages auch wichtig war, dass die Daten nicht einfach irgendwo verscherbelt werden oder gelöscht, sondern die wirklich das Ganze auch öffentlich machen wollten. Ja. Die AfD hat den Hack und den Leak übrigens bestätigt und sagt dazu auf Anfrage des BRs, dass die meisten der betroffenen Postfächer seit Jahren nicht mehr genutzt waren. Das war auch ein Zitat. Kommen wir gleich noch zu. Und die AfD spricht auch von enthaltenen Fälschungen. Sie benennt aber nichts konkret. Also sie sagt nicht, ey, diese E-Mail XY, das waren wir nicht. Aber was sie sagen in dem gleichen Atemzug, wir werden uns nicht zu einzelnen Mails äußern, ob die echt sind oder nicht.
Caspar:
Naja, also wir sagen, einige sind falsch, wir sagen aber nicht welche. Interessant. Einen Teil dieser Aussagen der AfD, den kann man direkt schon mal widerlegen. Denn wenn man in die Datensatz reinguckt, da gibt es, es war ja die Rede davon, dass da seit Jahren nicht mehr genutzt wurden. Das kann man widerlegen, indem man nachguckt, wann die letzten Mails da irgendwie drin sind. Und die sind aus Mitte September, was ungefähr auch zu dem Zeitpunkt, passt, den du ja gerade als Hack-Datum genannt hast. Quasi ab da sind die Daten dann rückwirkend mit reingeflossen. Und die Daten, die werden aktuell auch von den verschiedensten Instanzen ausgewertet. Die sind nämlich per Torrent verfügbar im Netz. Die sind frei verfügbar hochgeladen worden. Und Aktivistinnen, Journalistinnen, Behörden und natürlich auch die ASD selbst guckt da jetzt mal rein und wertet mal aus, was in diesen Daten so drinsteckt. Ich glaube 300 Gigabyte oder was das ist an Daten, die man da runterladen muss, um da reinzugucken.
Elli:
Und zum Thema Auswertung haben wir mal drei Aspekte noch für euch mitgebracht. Aspekt Nummer eins, den ich hier nochmal einstreue. Ja, die Daten sind verfügbar, aber natürlich handelt es sich um illegal abgeflossene, Daten und Informationen und um sehr sensible Informationen. Also wenn ihr nicht gerade aus dem Bereich Journalismusbehörden und so weiter kommt und da wirklich auch eine Ahnung habt, was ihr macht, Finger davon lassen. Dann, zweitens, wichtig an der Stelle, großer Datensatz, der ausgewertet werden soll. Das schreit doch quasi nach einer Aufgabe für KI, oder?
Caspar:
KI, KI, KI. Ja, schon so ein bisschen, weil das ist ja etwas, was KI durchaus kann. Große Datenmengen durchforsten und erste Projekte davon gibt es auch schon. Die Hackte, wir wissen, die du gerade schon erwähnt hast, die haben nämlich auch eine Webseite veröffentlicht. Ich weiß nicht, ob sie aktuell noch verfügbar ist, zumindest war sie kurze Zeit abrufbar, dann war sie selber gehackt oder zumindest angegriffen und war zeitlang offline. Auf dieser Webseite ist eine Auswahl an E-Mails aufgezeigt, nicht der Inhalt, aber die Betreffs und welche Konten sie geschrieben haben. Und dort hat eine KI schon mal eingestuft, welche ihrer Meinung nach Gesetze dort gebrochen werden und was der Inhalt so ist. Und hat das schon mal dann zusammengefügt und dargestellt. Und da konnte man sich so ein bisschen durchklicken. Das habe ich nämlich schon mal gemacht. Die Rohdaten sind da nicht drin, aber zumindest diese KI-Auswertung. Und da muss man natürlich dazu sagen, Zusammenfassung in Anführungszeichen. Weil wenn man mal reinguckt, das kann auch manchmal ein bisschen schief gehen, weil einige der E-Mails, die dann dazu gewiesen wurden, auch nicht unbedingt mit der Straftat zu tun hatten, die die KI da angeblich in diesen E-Mails habe entdeckt oder meint entdeckt zu haben.
Elli:
Genau, also ganz viel Vorsicht beim Thema KI-Zusammenfassung, was das angeht. Da kommt teilweise sehr unsauberer Kram raus. Deswegen an der Stelle auch nochmal, wenn ihr euch für die Inhalte interessiert, dann lohnt es sich immer zweimal hinzuschauen, gerade wie differenziert die Auswertung erfolgt. Zum Beispiel wird Kontext gegeben, wie die Auswertung gemacht wird, Auswertungsmethodik oder auch sagt zum Beispiel die Person oder das Medium, was darüber schreibt, berichtet, dass es noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit gibt, denn das ist aktuell Fakt und wenn man sauber arbeitet, dann fügt man das im Idealfall seiner Arbeit hinzu.
Caspar:
Und auch da, wer berichtet da gerade drüber, ist das der Influencer Hotzenplotz63, der irgendwie über diese AfD-Mails berichtet oder ist das ein großes Medienhaus, was auch die Expertise besitzt, das entsprechend aufzubereiten. Also guckt auch da so ein bisschen medientechnisch auf die Quelle.
Elli:
Und wo wir gerade bei den Aspekten sind, die man beim ersten Lesen der News zum Leak vielleicht nicht auf dem Schirm hat. Hier kommt noch einer. Ja, in erster Linie betroffen sind vom Hack die Inhaber in der AfD-Postfächer und Leute aus AfD-nahen Kreisen. Gleichzeitig zeigen erste Stichprobenartige Auswertungen, aber auch, dass da auch sensible Daten von Menschen enthalten sind, die nicht AfD-nah sind. Und dementsprechend, das sollte man immer im Hinterkopf haben, auch wenn man vielleicht nicht Fan der Partei ist und jetzt sagt so, hey, das ist doch aber gerade super spannend, was da rauskommt. Ja, aber es entsteht nicht nur bei der AfD dadurch vermutlich ein Schaden.
Caspar:
Zwei Aspekte, die damit reinfließen, weil ich mich auch gefragt habe, was könnten das für Daten sein. Das eine ist das journalistische Medium Volksverpetzer. Vielleicht kennt ihr das. Das hat auf, ich glaube, es war Mastodon geschrieben. Ich zitiere jetzt nicht wortgemäß, weil ich den nicht mehr direkt vor Augen habe, aber sinngemäß. Es ist lustig, wenn man in den AfD-Dig reinguckt und die eigene Presseanfrage wiederfindet, die man vor Jahren gestellt hat und die nicht beantwortet wurde. Solche Daten zum Beispiel, also wenn man der AfD geschrieben hat, obwohl man gar nichts in dem Sinne mit denen zu tun hatte, ist mit dabei. Und aber auch, wenn man überhaupt nichts mit denen zu tun hatte. In den Daten, in den Meldaten sind nämlich unter anderem auch Daten aus Melderegistern, die die AfD für Wahlwerbezwecke beantragt hat und die die Einwohner-Meldeämter ihnen per Mail zugeschickt haben. Und wenn man da drin vorkommt, dann hat man ja gar nichts irgendwie im Hinterkopf gehabt mit der AfD. Man steckt dann halt einfach in den Daten mit drin.
Elli:
Bis zur nächsten Woche wird sich sicherlich noch einiges in der ganzen Angelegenheit tun. Ich bin mir dementsprechend sicher, dass wir nicht ein letztes Mal drüber gesprochen haben. Und deswegen würde ich sagen, machen wir einen Deckel drauf.
Caspar:
Machen wir einen Deckel drauf. Und ich finde nach so vielen interessanten, teilweise auch abstrusen und teilweise auch News, wo man sich an den Kopf fasst, ist es Zeit für eine gute Nachricht.
Elli:
Wir fliegen heute mit Drohnen und zwar mit besonders kleinen. Nachdem wir schon den Tesla Roadster irgendwie fliegen, geistig fliegen haben sehen, wird es jetzt ein bisschen kompakter. Und so kleine Drohnen können im Katastrophenfall beispielsweise helfen, verschüttete Menschen zu finden, weil sie eben winzig wie sie sind, auch durch enge Ritzen und Spalten zum Beispiel von eingestürzten Gebäuden oder sowas kommt.
Caspar:
Das Problem ist, Mini-Drohnen, die sind halt wirklich, wirklich klein und weil die so klein sind, die wiegen weniger als 250 Gramm, also ein Stück Butter, hast du sehr schön aufgeschrieben, Elli, als Vergleich, da muss man sich bei der Konstruktion natürlich besonders gut überlegen, was man mit einbaut. Und um Gewicht zu sparen, darf man da natürlich nicht alles irgendwie einbauen. Und Abstriche werden zum Beispiel im Vergleich mit größeren Drohnen dann zum Beispiel bei der Rechenleistung oder der Energiekapazität gemacht. Also quasi wie viel Akku man da mit reinpackt. Akku ist schwer und je weniger man reinpackt, umso leichter sind die Drohnen. Aber umso weniger lange können die Dinger natürlich fliegen.
Elli:
Das heißt auch, sie können nicht nur weniger lange fliegen, sondern auch bei den Sensoren, die der Drohne helfen, ihre Umgebung wahrzunehmen. Und nicht ständig irgendwo gegenzufliegen, muss ein Stück weit abgespeckt werden. Beziehungsweise die sind ein Stück weit eingeschränkt in dem, was sie können. Und dann gibt es noch externe Faktoren, die optischen Sensoren das Leben schwer machen können. Zum Beispiel Rauch oder Dunkelheit und Glasscheiben.
Caspar:
Oh, das teilen sie mit Vögeln. Drohnen und Vögel haben das gleiche Problem mit Glasscheiben. So, Forschende der TU Delft haben sich aber was überlegt, Ellie. Was haben die sich überlegt, um dieses Sensorenproblem zu lösen?
Elli:
Also wir sind, die sind davon ausgegangen, so okay, man sieht vielleicht nicht viel und irgendwie muss man trotzdem sich zurechtfinden. Gucken wir mal in die Tierwelt. Nachtaktive Tiere, wie machen die das denn? Und gelandet sind sie bei Schnurrhaarträgern, unter anderem Katzen und Mäuse nutzen nämlich ihre Sturhaare. Die heißen eigentlich anders, aber ich benutze jetzt das umgangssprachliche Wort, um ihre Umgebung auch im stockdunklen taktil, also über Berührungsreize abzuchecken.
Caspar:
Also sind dann die Professorin Zalva Hamasa, die ist Professorin der Technischen Universität, wir haben sie gerade schon erwähnt, in die Entwicklungsarbeit gegangen und haben sich das angeguckt und ein nicht ganz unwesentlicher Faktor, ja, das klingt eigentlich auch fast schon absurd, aber es ist irgendwie auch lustig, nämlich Schnurhaare von nicht fliegenden Tiere für fliegende Tiere nachzubauen.
Elli:
Nicht fliegende Tiere, fliegende Technik.
Caspar:
Entschuldigung, stimmt. Okay, nein. Du hast völlig recht, fliegende Tiere. Okay, Schnurrhaare von nicht fliegenden Tieren für fliegende Technik nachzubauen. So rum ist es richtig.
Elli:
Ja, denn man muss natürlich gucken, dass die Dinger sensibel sind, aber nicht so sensibel, dass sie vom Flugwind, den man ja hat, direkt anspringen und denken, oh Gott, oh Gott, da ist ja ganz viel los.
Caspar:
Ich fliege gerade gegen irgendwas gegen.
Elli:
Ja, permanent. Also, dann hat man sich angeguckt, okay, was machen wir materialmäßig, wie funktioniert das alles? Am Ende ist die Wahl gefallen auf dünne Drähte aus Nickel-Titan. Und wenn wir sagen dünn, dann meinen wir ungefähr so dick wie vier Blatt Papier aufeinander. Also so klassisches Druckerpapier, jetzt nicht das dicke Büttenpapier, was ihr zu Hause liegen habt, ne?
Caspar:
Mit eingeprägtem Briefkopf.
Elli:
Ja, und wie funktioniert das Ganze? Die Schnurrhaare, da werden zwei an so eine Drohne hingebaut. Die sind ein gutes Stück länger als die Drohne selber, also stehen so an den Seiten über. Und sie haben drei, beziehungsweise insgesamt dann eben sechs Drucksensoren, die an der Verbundstelle von Drohne und Draht sitzen. Diese Drucksensoren registrieren, wie stark sich so ein Draht biegt, wenn er auf irgendwas in der Umgebung trifft. Stark gebogen heißt also, oh, ziemlich nahes Hindernis, auweia. Und leicht gebogen heißt, ah, okay, da ist noch ein bisschen Platz, aber wir sollten nicht weiter in diese Richtung fliegen.
Caspar:
Ja, und die Berechnung von dem, was du da gerade erzählt hast, nämlich wir sollten nicht weiterfliegen, das passiert auf der Drohne und zwar auf einem Mikrocontroller, der in der Drohne drin sitzt. Und weil das ein Mikrocontroller ist und nicht wirklich viel braucht an Rechenleistung, nimmt der dann auch nicht so viel weg vom Gesamtspeicher der Drohne. Und das Schöne ist auch, er verbraucht nicht so richtig viel Energie, sodass die Drohne dadurch auch nicht so viel kürzer dann fliegen kann.
Elli:
Ja, und damit haben wir in dieser guten Nachricht drei Dinge vereint, die ich irgendwie spannend finde. A, technischer Fortschritt, B, Katastrophenschutz und C, flauschige Lebewesen. So, damit höre ich doch gerne auf für heute.
Caspar:
Mehr muss man da auch nicht hinzufügen. Wir enden mit Katzenschnurhahn an Drohnen. Besser wird es nicht. In diesem Sinne, lasst euch von fliegenden Autos nicht ablenken. Lasst euch nicht verrückt machen von KI. Und wir hören uns in unserer kleinen Tech-Selbsthilfe-Gruppe nächste Woche wieder.
Elli:
Bis dahin. Macht's gut. Ciao, ciao.
Caspar:
Tschüss. Das war's schon wieder für diese Woche.