Mastodon
Hör rein auf:
111 08. Okt. 2026

Tausche Daten gegen niedlichen Agenten

Shownotes

Meta hat einen neuen KI-Agenten und der sieht extrem niedlich aus. Muse soll Mails schreiben, Termine organisieren, Einkäufe erledigen und irgendwann möglichst viel von unserem Alltag übernehmen. Dafür braucht er allerdings auch möglichst viele Daten über uns.

Wir sprechen darüber, was Muse über euch, eure Freunde und eure Familie sammelt, warum Meta seinen Agenten ins Plüschkostüm steckt und weshalb die Sache auch ein kleines bisschen gruselig ist.

Außerdem: Sex in Robotaxis, Krieg im Weltraum und Deutschlands erste Universal-Moorraupe.

Links zur Episode

Transkript der Episode

Das Transkript wird automatisiert erstellt

Stella:
Es ist wundervoll. Wir haben nicht nur ganz, ganz viele Nachrichten dabei und einen wilden Input. Nein, wir sind auch tatsächlich wieder zu dritt vereint. Ich glaube, das war seit so circa drei Monaten nicht mehr der Fall. Und also ein ganzes Quartal, würde man sagen. Und ich freue mich sehr, dass mir heute zugeschaltet im blauen Hemd mein Kollege Caspar ist.

Caspar:
Hallo Stella, schön, dass du wieder da bist.

Elli:
Ich habe schon gezuckt, weil ich habe auch ein blaues Hemd an.

Stella:
Elli, das sehe ich aber gerade nicht in deinem Ausschnitt. Also das, also Bildausschnitt.

Elli:
Ja, genau.

Caspar:
Vor lauter Ausschnitt sehe ich das blaue Hemd nicht.

Elli:
Es geht schon wieder los. Ihr merkt schon, Qualitätscontent. Hallo Stella, hallo Caspar.

Caspar:
Hallo.

Elli:
Schaut, dass ihr da seid. Und schön, dass ihr da draußen da seid.

Stella:
Jetzt haben wir uns vorgestellt. Was haben wir dabei? Wir haben, wie gesagt, viele Tech-News. Wir haben ein paar Updates. Da gucken wir zum Beispiel in den Weltraum. Wir haben ein wildes WTF, Caspar, wo wir nochmal gucken müssen, ob wir diese Folge kennzeichnen müssen oder nicht. Ich glaube nicht, aber es ist nicht jugendfrei.

Caspar:
Nein, ja, das stimmt. Das WTF ist nicht jugendfrei. Dafür wird es im Input umso niedlicher. Das können wir, glaube ich, sagen.

Stella:
Aber eher so ein bisschen schon mit Blick auf Halloween. So ein bisschen gruselniedlich.

Caspar:
Ja, niedlich und dann gruselig. Wir sind im Oktober.

Elli:
So ein bisschen wie die Porzellanpuppen bei Oma.

Caspar:
Oh ja. Ja, das ist ein guter Vergleich, hätte ich gesagt. Mit so einem Stirnblick.

Elli:
Damit ihr davon nicht Albträume bekommt, habe ich zum Schluss noch was mitgebracht. Eine universal Moorraupe. Es wird landwirtschaftlich doll.

Stella:
Das ist eine gute Nachricht übrigens.

Elli:
Da freue ich mich.

Stella:
Um da ruhig zu kommen, müsst ihr durchhören oder einfach die Kapitelmarke auswählen, das sei euch überlassen. Aber bevor ihr zu lange überlegt, würde ich sagen, wir legen einfach mit den Updates los.

Elli:
Im ersten Update geht es ins Weltall und irgendwie auch nach Russland. Stella, was ist passiert?

Stella:
Ja, also es geht um eine Drohung und zwar hat Russland Starlink gedroht. Konkreter hat Dimitri Medvedev, der ehemalige russische Präsident und aktuelle Vize-Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, diese Woche vor einem möglichen Krieg im Weltraum gewarnt. Und konkret hat er via Telegram mit der Zerstörung von Starlink-Satelliten gedroht. Er hat damit reagiert auf eine Forderung aus der Ukraine Ende September. Und zwar hat die Ukraine eben gefordert, dass die USA doch bitte Sanktionen gegen russische Organisationen verhängen sollen, die am Aufbau des Satellitensystems RASVET beteiligt sind. Und Matt Wilf, der hat eben auf Telegram geschrieben, dass eine Blockade von dieser russischen Starlink-Alternative Rasswirt zur Zerstörung der Technik führen könnte und in der Folge, dann als Reaktion die Starlink-Satelliten, Zitat, wie Schmuck von einem vertrockneten Weihnachtsbauen herabrieseln würden.

Elli:
Ja, poetisch und damit nicht weniger gruselig. Wir gucken nochmal kurz auf RASVET, also auf diese Alternative zu Starlink, die Russland baut. Was bedeutet denn eigentlich RASVET?

Caspar:
Morgendämmerung.

Elli:
Und was ist das Ganze?

Stella:
Es ist ein russisches Satellitenkommunikationssystem. Das wird so konkret seit diesem Jahr aufgebaut. Es gab auch vorher schon Versuche, aber jetzt haben sie eben Satelliten auch in höhere Umlaufbahnen gebracht, die auch zum Großteil dort oben geblieben sind. Und die Ukraine geht davon aus, dass RASVET rund um den Jahresanfang von 2027 in Betrieb gehen könnte. Und das würde eben ein Risiko für die Ukraine darstellen.

Elli:
Der stellvertretende Missionsleiter der ukrainischen Botschaft in Washington hat auch gewarnt tatsächlich eben vor RASVET, denn er sagt laut heise online, dass RASVET Russland ermöglichen könnte, ukrainische Ziele in Echtzeit anzugreifen. Das ist aus seiner Sicht ein Gamechanger, der den Krieg zugunsten von Russland verändern könnte.

Caspar:
Ja, diese Satelliteninternetsysteme sind ja vor allem im Krieg jetzt Russlands gegen die Ukraine wichtig geworden, weil man, wenn man auf dem Boden die Infrastruktur zerbummt und zerstört, diese Internetsysteme, die aus dem Weltall kommen, nicht angreifen kann. Man müsste schon die Satelliten im Weltall angreifen, was deutlich schwieriger ist und unter anderem durch Starlink, weil die USA Starlink freigegeben haben für die Ukraine, ist es möglich zum Beispiel die Drohnen zu steuern und ähnliche Dinge und die Kriegsführung durchzuführen. Und Russland kann natürlich auf Starlink nicht zugreifen, weil das ein amerikanisches System ist und die Amerikaner das nur für die Ukraine freigeben und dementsprechend wollen sie selber nachziehen. Ja, an sich ist diese Internet-aus-dem-Weltall-Geschichte eine ganz nette, weil man halt eben auch in Regionen, wo es gar keine Infrastruktur gibt, dann Internet hätte. Aber wie so oft in der Menschheitsgeschichte wird das für andere Dinge eingesetzt, die nicht so schön sind.

Elli:
Wir bleiben also mal gespannt, auch gerade was eben die offene Frage der potenziellen Sanktionen durch die USA angeht. Wir haben jetzt gehört, die wurden zwar gefordert von der Ukraine. Mal gucken, was da noch passiert und was dann im Zweifel von russischer Seite folgt, falls Sanktionen verhängt werden. Vom Weltall gehen wir ganz bodenständig wieder zurück und zwar nach Hamburg.

Caspar:
Ja, und mit einer Frage, seid ihr in London oder Paris schon mal U-Bahn gefahren, ihr beiden? Oder auch in den Niederlanden?

Stella:
Ja, und auch Bus in den Niederlanden zum Beispiel.

Elli:
Genau, ich wollte gerade sagen, ich war noch niemals in New York, nee, ich war noch nicht in London und in Paris. Aber in den Niederlanden gibt es das System, dass wenn man in den Bus einsteigt, dann hält man da seine Karte ran, also seine EC-Karte in dem Fall oder Girokarte oder was auch immer. Und wenn man wieder aussteigt, dann hält man die auch wieder dran und dann wird man automatisch um den Fahrpreis erleichtert.

Caspar:
Genau. Und ich kenne das aus London, vor allem auch mit dem Smartphone. Da liegt ja die Kreditkarte in dem Fall dann dahinter. Das ist nichts anderes, als wenn man die Kreditkarte dahin hält. Man muss halt nicht die Karte rauskramen. Und ich fand das immer schon eine sehr angenehme Art zu reisen, weil man sich keine großen Gedanken machen muss. Das Besondere ist, man steigt ein. Beim Einsteigen gibt man quasi seine Kreditkarte kurz an. Und dann wird wieder gemessen, wenn man rausgeht und dann wird der ideale Preis für den Tag einberechnet. Man kriegt nämlich nicht sofort eine Rechnung, sondern erst nach 24 Stunden, und man kann quasi das Höchste, was man ausgeben kann, ist dann die Tageskarte und das wird automatisch berechnet vom System und das ist super angenehm, weil du dir auch als Tourist in London dann keine Gedanken machen musst. Du musst dein Handy nur vorbereiten, dass die Kreditkarte dahinter liegt ist und kannst dann fahren. So, warum holen wir so lange aus und erzählen euch, wie der Nahverkehr in London und in den Niederlanden funktioniert, wenn wir über Hamburg reden, weil da funktioniert das offensichtlich nicht so, wer schon mal in Hamburg mit der Bahn gefahren ist.

Stella:
Genau, und das soll sich eben zukünftig auch ändern. Was vielleicht auch wichtig ist, ihr habt es gerade so beschrieben, tendenziell im Ausland hat man jetzt vielleicht keine Monatskarte etc. Deswegen haben wir es ja auch schon bei Reisen genutzt, das nur mal im Hinterkopf behalten. Und gegenüber der dpa hat eben Merle Schmidt-Brunn gesagt, das ist die Finanzvorständin der Hamburger Hochbahn, dass die Einführung von dem System, was wir euch gerade quasi vorgestellt haben, bis 2030 gelingen könnte. Und das würde dann eben bedeuten, dass auch in Hamburg Fahrgäste von der Hamburger Hochbahn mit Bussen, mit Bahn, einfach mit Kreditkarte nach dem beschriebenen Prinzip bezahlen können. Das Ziel ist eben, damit auch mehr Fahrgäste zu gewinnen. Nämlich, ich würde jetzt mal vereinfacht gesagt sagen, die Gelegenheitsfahrer, die genau diese Öffis einfach vielleicht mal einmal im Monat nutzen oder spontan nutzen, kurzfristig, die sich dafür dann keine App mehr runterladen müssen, Gucken müssen, was ist denn jetzt das richtige Ticket? Das kostet Zeit, das schreckt ab. Sprich, so möchte man das einfach. Leichter zugänglich machen.

Elli:
Die Idee ist, dass man die Fahrgastzahlen bis 2035 um 30 Prozent steigern will. Und ich finde den Ansatz, den man da bei der Hochbahn fährt, gar nicht mal so blöd, gerade wenn man sich...

Caspar:
Aua.

Elli:
Entschuldigung, Urlaub hat mir nicht gut getan. Ich finde den Ansatz gar nicht mal so blöd, gerade im Hinterkopf, dass man ja nicht weiß, wie lange es zum Beispiel das Deutschland-Ticket noch geben wird. Falls ihr euch, wie ich gefragt habt, das ist denn zum Himmel, um Himmels Willen, die Hamburger Hochbahn. Das ist tatsächlich der größte Verkehrsbetreiber, innerhalb des HVVs, des Hamburger Verkehrsverbunds. Und die betreiben unter anderem zum Beispiel die U-Bahn dort.

Caspar:
Und die heißt Hochbahn, um jetzt ganz tief noch einzusteigen. Wer schon mal im Hamburger Hafen war oder Bilder davon kennt, da fährt ihr zum Beispiel in mehreren anderen Stellen der Stadt auch über so Brücken, die auf Stelzen stehen. Und deswegen heißt es auch Hochbahn, weil die U-Bahn eben auch gerne mal eben, oben drüber, überall drüber schwebt.

Elli:
Wir bleiben mal im Bereich Verkehr. Allerdings geht es jetzt von der Hochbahn ins Taxi.

Caspar:
Elli, was ist los mit dir heute?

Stella:
WTF? Ich möchte mal sagen, nicht nur heute. Niemand kennt unsere Podcast-Vorgespräche. Das färbt heute nur ab in die Sendung.

Caspar:
Jetzt wird es spicy, noch spicier als bisher. Es geht nämlich, kommen wir einfach direkt mal raus mit dem Thema, es geht um Sex im Auto. Und da wir ein Tech-Podcast sind, in einer besonderen Art des Autos. Worum genau geht es?

Elli:
Es geht um Robotaxis. Und wir haben bei den Kollegen vom Standard, das ist eine österreichische Tageszeitung, mal reingeguckt. Die haben einen Text darüber geschrieben und haben sich das mal angeguckt und, Sex in Robotaxis. Was ist denn da los?

Stella:
Also wie zum Beispiel der Standard in dem Artikel geschrieben hat, ist wohl Sex im Auto schon generell, sagen wir mal, eine beliebte Fantasie. Deswegen, wir müssen zum eigentlichen WTF kurz ein bisschen Geschichte erzählen. Als ein Aufhänger zum Beispiel gibt es die Geschichte, dass zwei Teenager in Kalifornien in einem WIMO, also einem Roboter-Taxi von einem US-Anbieter, intim geworden sind. Damit verbunden waren dann auch ganz viele Datenschutzfragen, weil eben in den Robo-Taxis im Innenraum und übrigens, ich kenne es in Deutschland auch aus, Taxis, eben Kameras verbaut sind. Sprich, was passiert mit dem Material? Wer kann das sehen? Teenager. Aber dieses ganze Thema Datenschutz, das haben wir jetzt nicht für das eigentliche WTF ausgewählt, sondern das habe ich nur einmal mitgebracht, um zu zeigen, da gibt es eben aus verschiedenen Blickwinkeln Diskussionen rund um das Thema Sex in Robotaxis. Aber ich würde sagen, wir kommen jetzt zum eigentlichen WTF.

Elli:
Ja, und wir gucken Ende September, also noch gar nicht so lange her, zu einer Konferenz, die Automotive UI an der Universität Göteborg in Schweden. Da haben sich Forschende eben auch mit dem Thema beschäftigt, Robotaxis und Sex. Und dazu gab es den Workshop namens Love in Traffic. Die Fragestellung des Ganzen war, wie kann man Robotaxis und Sexier machen? Sagen wir es mal so.

Stella:
Ja, ehrlich gesagt schon. Es ging da viel um das Thema Design auch.

Elli:
Ja, und jetzt ist natürlich die Frage, wie könnte man so ein Taxi so gestalten, dass es weniger einladend vielleicht ist, auch wenn da kein Fahrer, keine Fahrerin drin sitzt und man vermeintlich alles machen kann. Zum Beispiel auch Content generieren für Erwachsenenplattformen oder eben als Touristin, Tourist vielleicht sich mal ein bisschen ausleben wollen. Wir kommen auf diesen Workshop zurück. Der Co-Organisator der Veranstaltung hat sich nämlich was überlegt, wie man das Auto umdesignen könnte, um das Ganze etwas weniger einladen zu machen.

Stella:
Genau.

Caspar:
Der hat eine Recherche betrieben.

Stella:
Leute, wissenschaftliche Recherche. Alexandros Rochizas, ich hoffe, ich habe es halbwegs richtig ausgesprochen, hat nämlich, für die Annahme erstmal, was denn so eine Ursache sein könnte, unter anderem Videos auf der Erotik-Plattform Pornhub untersucht. Und da hat er festgestellt, die in Anführungszeichen Probanden verstecken sich hinter Sitzen. Und damit ist die Lösung durchsichtige Sitze, hinter denen sich einfach niemand verstecken kann. Also, weil wenn durchsichtig, kann ich mich nicht hinter verstecken.

Elli:
Und dann gäbe es natürlich noch eine verbale Komponente. Die fehlt ja eben durch fehlende Menschen im Taxi, durch fehlende Taxifahrer, Taxifahrerin. Jetzt ist die Idee, KI-Agenten zu Rate zu ziehen, die Fahrgäste dran zu erinnern, eben auch auditiv, dass sie im Robotaxi nicht unbeobachtet sind, sondern es dort Kameras gibt, dass sie keine Privatsphäre haben. Und auch, dass sexuelle Handlungen im Robotaxi nicht erlaubt sind.

Caspar:
Bei dem Modelltraining wäre ich gerne dabei.

Elli:
Ja, ich ehrlich gesagt nicht. Ich finde das alles sehr skurril, aber deswegen hat es ja auch in unser What the Fuck gepasst.

Caspar:
Ich finde es halt wirklich so skurril, weil ich saß noch nicht, das muss man dazu sagen, ich saß noch nicht in so einem Robotaxi. Ich kenne aber viele Aufnahmen von Robotaxis, wo Leute da drin sitzen und zum Beispiel bei YouTube zeigen, wie toll man damit autonom fahren kann. Und man sieht, dass da überall Kameras sind und man müsste sich dem eigentlich auch bewusst sein. Ich glaube, vielen Leuten ist es wahrscheinlich in dem Moment dann auch egal.

Elli:
Ja, mein Fragezeichen ist noch, wie so ein durchsichtiger Sitz aussehen soll, aber ich will es auch ehrlich gesagt, glaube ich, gar nicht wissen.

Caspar:
Ist der dann aus Plastik wie in den 70ern?

Stella:
Wirklich unbequem, aber wenn man als Zielgruppe, die Sie ja auch gesehen haben, wohl unter anderem Content Creator nimmt, die extra diese scheinbar Nische für Sex im Auto bedienen. Also ich würde mal behaupten, dass da die Durchsage, Achtung hier, Sex verboten von einer KI, nicht unbedingt so zielführend ist. Aber wie gesagt, wir fanden es einfach super skurril, auch irgendwie, dass dann KI-Agenten darauf hinweisen. In so einem Taxi, wo ich schon überall Kameras sind. Es ist durch und durch eine Kuriosität.

Caspar:
Soll ich mal versuchen, eine Überleitung zum Input hin zu kriegen?

Elli:
Mir fällt nämlich tatsächlich keine ein.

Caspar:
Dir fällt keine ein? Okay, mir fällt eine ein. Diese Robotaxis zeigen, in was für einer verrückten Welt wir leben. Und Meta zeigt auch eine Welt, die durchaus ein bisschen verrückt ist in unserem Input.

Elli:
Input. Ja, es ist mal wieder soweit. Wir haben das Zuckerberg-Imperium mitgebracht.

Caspar:
Es geht um… Das klingt nach einem Fantasy-Roman.

Elli:
Es geht um Datensammlungen über eure Freunde und Familie, es geht um Brillen, und um die Frage, womit könnte Meta eigentlich vielleicht noch Geld verdienen, außer mit Werbung.

Caspar:
Das ist nämlich die große Frage für Meta, da kommen wir gleich dazu. Wir sprechen im Input heute über die Meta Connect. Das ist Metas, einmal im Jahr stattfindende große Veranstaltung, auf der sie neue Software und Hardware vorstellen. Ihr kennt das, das machen eigentlich alle großen Firmen im Silicon Valley, von Google über Apple bis Samsung. Das ist jetzt keine Silicon Valley Firma, aber die machen das natürlich auch. Und die Meta Connect, die war zwar schon Ende September, das heißt, vielleicht habt ihr in den Tech News schon seit ein, zwei, drei Wochen darüber was gelesen. Es lohnt sich dennoch, da ein bisschen drauf zu gucken, denn ein paar der Dinge, die dort vorgestellt wurden, sorgen seitdem in der Tech-Branche für Diskussionen. Und unter anderem SicherheitsforscherInnen und DatenschützerInnen haben auch schon Dinge aufgedeckt, die das zum Input auch nochmal sehr spannend machen, was der Meta vorgestellt hat.

Elli:
Wundern tut es mich ja ehrlicherweise nicht bei Meta, aber wir gucken trotzdem auf diese verschiedensten Punkte mal drauf. Und wir haben es ja schon gesagt, Meta fragt sich immer mal wieder, womit man denn Geld verdienen könnte, außer mit Werbung. Um das mal einschätzen zu können, hat Caspar mal rausgesucht. Caspar, du warst das, glaube ich, ne?

Caspar:
Ja, ja.

Elli:
Wie viel Meta tatsächlich gerade, also wie sehr Meta an dieser Werbesache hängt?

Caspar:
Ja und zwar Werbung in ihren Social Media Apps, also in Instagram, Facebook, Threads und wo auch immer ein Meta-Stempel drauf klebt. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Gesamtumsatz bei rund 117 Milliarden US-Dollar, den Meta verdient hat und davon ist der Werbeumsatz rund 114 Milliarden. Das heißt, fast 98 Prozent des gesamten Umsatzes von Meta kommt weiterhin auch 2026 aus Werbung. Und das ist insofern ein Problem für Meta, weil wenn der Werbemarkt mal zusammenbricht, dann bricht auch Meta zusammen. Das heißt, sie sind, du hast es gerade schon erwähnt, seit Jahren dabei zu versuchen, auch andere Einnahmequellen irgendwie aufzutreiben.

Elli:
Wir haben da mal zwei mitgebracht, die es in der Vergangenheit nicht geworden sind. Das eine ist die Kryptowährung Libra. Da hat man sich überlegt, ab 2019 eine globale Digitalwährung aufzubauen. Wir machen jetzt Krypto. Das war in. Die Idee, Menschen sollten über WhatsApp, Messenger und andere Dienste schnell und günstig Geld verschicken können und dabei abgesichert sein durch echte Währungen und sichere Vermögenswerte. Es gab allerdings Parteien, die das nicht so cool fanden.

Caspar:
Ja, unter anderem die Politik. Damals hatten die USA nämlich noch eine Regierung, die sich regulatorisch um die großen Tech-Konzerne gekümmert hat. Und die haben gesagt, dass das faktisch ein privates Zahlungssystem ist, was eine weltweite Größe innerhalb von quasi wenigen Tagen erreichen könnte. Und Zentralbanken und Regierungen haben einen Kontrollverlust bei der Geldpolitik, bei der Finanzstabilität befürchtet, hatten Sorge um Geldwäsche und Datenschutz. Und das alles führte dazu, dass dann wichtige Partner wie Visa, Mastercard und Paypal bei Meta abgesprungen sind, und Libra nochmal in Diem umbenannt wurde, aber dann im Grunde das Projekt eingestellt wurde, nachdem alle Partner weg waren.

Elli:
Du hast jetzt gesagt, es hätte faktisch ein privates Zahlungssystem quasi werden können, denn das Problem, in Anführungszeichen Problem, war damals, dass Facebook einfach viel zu viele NutzerInnen hatte und man sich eben damit so ein Monopol befürchtet hat.

Caspar:
Denkt nur an WhatsApp. Also wenn da plötzlich ein Zahlsystem drin gewesen wäre, wie viele Nutzer das dann theoretisch direkt hätten nutzen können, wie viele Menschen kennt ihr, die WhatsApp haben?

Elli:
Ja. Nach Libra gab es noch mal was.

Stella:
Wir haben noch sowas, vielleicht erinnert ihr euch, das Metaverse. Sagt euch das was?

Elli:
Ja, als Facebook von Facebook zu Meta wurde.

Caspar:
Ja, das war 2021. Genau. Ja, das Metaverse, die große Wette von Meta darauf, dass wir zukünftig einen nicht unerheblichen Teil unseres Lebens in einer digitalen Welt verbringen und zwar in einer virtuellen 3D-Welt. Es ging um virtuelle Büros, um virtuelle Konzerte, um virtuelle Treffen in dieser Welt und das Ganze sollte man mit VR-Brillen, also Virtual Reality-Brillen auf dem Kopf. Ihr kennt sie alle, das sind diese klobigen Headsets, die man aufhat. Die hätten wir uns alle aufgesetzt und wären dann in diese Welten gegangen. Das war so ab 2021 die große Wette von Meta auf das nächste Big Thing.

Elli:
Es wurde sehr viel Geld reingesteckt, Hardware, Plattformen wie Horizon Worlds. Das Problem war allerdings, die Technik war teuer und unbequem. Das Ganze wirkte eher so halb ausgegoren, vielleicht auch ein bisschen übers Knie gebrochen und irgendwie war der Nutzen für die User nicht so ganz klar. Gleichzeitig war das eben extrem teuer. Also ist das Ganze irgendwann wieder in der Nische verschwunden.

Caspar:
Ja, aber Nische ist das richtige Stichwort. Es ist nicht wie Libra, also diese Kryptowährung von Meta, komplett verschwunden und eingestellt worden, sondern es ist immer noch da und wir werden auch gleich noch auf das Thema VR und, AR, also Virtual und Augmented Reality kommen, weil da hat Meta auch noch ein bisschen was vorgestellt.

Elli:
Jetzt hatten wir Kryptowährung 2019, dann hatten wir 2021 die virtuelle Welt. Na, was könnte jetzt 2026 der nächste große Renner sein? Ihr ahnt es.

Caspar:
Was ist das Thema, auf das man jetzt setzen muss?

Stella:
Jetzt muss man fairerweise sagen, Leute, Meta war doch schon fast früh dabei. Die haben nämlich schon so vor rund zwei, drei Jahren so langsam angefangen zu sagen, Mensch, diese künstliche Intelligenz, da gibt es jetzt dieses Shetchi-PT, Shetchi-PT, da müssen wir doch mal. Also das könnte was werden. Oder sind sie dran geblieben? Und wir werden uns das heute genauer angucken. Und das wäre jetzt der hervorragende Punkt, um zurückzukommen auf die eigentliche Einleitung, nämlich die MetaConnect. Da wurde vielleicht das ein oder andere vorgestellt, was eben genau zu dieser KI-Verbindung passt.

Elli:
Aufgeteilt war die Veranstaltung in drei Blöcke. Es ging um KI-Agenten, um smarte Brillen, also auch Brillen, die KI benutzen und um Virtual Reality. Da ist sie wieder, die virtuelle Realität.

Stella:
Es ist uns vertraut.

Caspar:
Das Feature, was ich habe es angedeutet, als wir in den Input eingestiegen sind, jetzt für sehr viel Diskussion oder die meisten Diskussionen gesorgt hat, ist tatsächlich ein Feature namens Muse. Und das ist Metas eigener, persönlicher, neuer KI-Agent. Und Muse soll für euch Fragen beantworten, Aufgaben übernehmen, selbstständig. Ihr gebt ihm eine Anweisung, es füllt dann den Auftrag aus. Und auf der Connect hat Meta vor allem gezeigt, wie der Agent überall verfügbar sein soll. Ihr könnt mit dem Telefonate führen über so einen ganzen Voice-Mode. Es gibt Realtime-Avatare, da kommen wir gleich noch zu. Der hat eine eigene E-Mail-Adresse, über die er kommunizieren kann. Ihr könnt euren Computer steuern lassen auf dem Mac, da gibt es nämlich eine App. Und es gibt sogar Anbindungen an Dienste wie PayPal, Expedia, Notion, das ist eine Notiz-App, GitHub, das ist was für Entwickler und Box, also so Datenaufbewahrung, ja, das ist da alles, das steckt alles drin in Muse.

Elli:
Muse kommt auch auf die KI-Brillen von Meta und kann dann auf das reagieren, was die Nutzer gerade sehen. Und wir hatten ja in der ganz, ganz Einleitung der Folge von den gruseligen Porzellanpuppen gesprochen. Ich kann mal so viel sagen, da sind wir jetzt mit Muse. Aber wir gucken noch mal ein bisschen in die Programmier-Sachen.

Caspar:
Ja, zum Aussehen kommen wir gleich. Angetrieben wird die Muse von Spark 1.1. Das ist das eigene KI-Modell von Meta, was dafür entwickelt wurde, was diese agentischen Aufgaben übernehmen soll. Hardware gab es auch. Wir haben die Brillen gerade schon erwähnt. Mehrere schmarte Brillen hat Meta vorgestellt. Neu dabei sind die sogenannten Ray-Ban Meta Audio. Ganz bewusst ohne Kamera. Wir erinnern uns, die Meta-Brillen haben in den vergangenen Monaten einiges an Diskussionen ausgelöst. Weil es überwiegend Männer gab oder gibt, die mit diesen Brillen zum Beispiel Frauen filmen in Situationen, in denen sie nicht bemerken, dass sie gefilmt werden und das dann ins Internet gestellt haben. Und Meta hat versucht, das zu umgehen, indem die Brille anfängt zu leuchten. Aber das konnte man irgendwie, indem man die LED, die da drin ist, rausbohrt, auch ein bisschen umgehen. Meta hat versprochen, dass sie die Typen, die das machen, sperren und die Brillen quasi deaktivieren. Alles so eine ganz große Diskussion und dann verwundert es nicht, dass RealMeta jetzt dann auch nochmal mit einer neuen Brille um die Ecke kommt, die gar keine Kamera mehr hat.

Elli:
Einer der Versuche war übrigens auch, dass sobald dieses Lämpchen verdeckt wird, dass man dieses Aufnahmelämpchen, dass die Kamera dann nicht mehr aufnimmt. Wie gesagt, Menschen finden Wege.

Stella:
Und auch Meta findet Wege, weil das muss man dazu sagen, sie haben jetzt zwar diese eine Ray-Ban Meta Audio ohne Kamera, aber ja gleichzeitig machen sie in dem Bereich Brille mit Kamera weiter. Zum Beispiel mit der Ray-Ban Meta Gen 3 oder 3. Das ist das neue günstigere Meta-Modell. Mehr Fassung, mehr Fashion-Kooperation. Vielleicht seht ihr bald auch mehr Creator, gerade in den USA mit den Dingern auf der Nase. Und Meta will bis Ende 2026 laut eigener Aussage auf über 100 verschiedene AI-Glasses Styles kommen. Das ist eine Ansage.

Elli:
Ja. Oft sagen wir ja zu solchen Tech-Themen, naja, weiß man noch nicht, wie das dann in Europa ist, ist ja alles noch in den USA und überhaupt. Ja, die bereits vor einiger Zeit vorgestellte Meta Ray-Ban Display kommt auch nach Europa und zwar in Deutschland soll sie ab dem 13. Oktober verfügbar sein, Also schon nächster Woche. Kurze Frage an der Stelle. Was ist denn die Meta Ray-Ban Display?

Caspar:
Die sieht ungefähr so aus wie die bisherigen smarten Brillen. Sie ist ein bisschen breiter und dicker. Und der größte Unterschied ist, dass in der Display-Variante an eines der Brillengläser oder auf eines der Brillengläser Informationen projiziert werden. Also ihr seht dort zum Beispiel Navigationshinweise, ihr könnt Nachrichten eingeblendet bekommen, ohne dass ihr aufs Smartphone gucken müsst, weil das quasi auf das Brillenglas drauf projiziert wird. Das ist jetzt kein echtes Display und es ist jetzt auch nicht so, dass ihr erwarten könnt, da irgendwie in 8K irgendwelche Kinofilme drauf zu gucken. Das ist jetzt kein Augmented und Virtual Reality. Das ist wie gesagt wirklich etwas, was einfach auf das Display drauf gepackt wird. Wer schon mal in einem modernen Auto mit einem Head-Up-Display saß, der kennt das. Da wird das auf die Windschutzscheibe projiziert, zum Beispiel wie schnell man fährt oder Navigationshinweise. Und so ist das ganz ähnlich gedacht.

Elli:
Also wir wissen jetzt, eine Brille, die nicht Video macht, aber Audio und ganz, ganz viele Brillenmodellen, die beides können. Wir haben auch noch angesprochen VR. Was gibt es denn da?

Caspar:
Ja, Meta hat auch in dem Bereich, also obwohl das Metaverse jetzt nicht mehr im Fokus ist, haben sie trotzdem dort neue Hardware vorgestellt und zwar die Meta VR Glasses. Die sehen jetzt dann nochmal ein bisschen anders aus. Die sehen aus wie so eine sehr große Pilotenbrille, sind so eine Mischung aus einer smarten Brille von Meta, also normalen Brillengestell und deren VR Headsets, die es ja auch gibt. Es ist irgendwo dazwischen. Die wiegen etwa 100 Gramm und sodass sie so kleiner wurden. Der Trick ist, dass der Prozessor und der Akku in einem externen Gerät ausgegliedert wurden, das man dann in der Hosentasche stecken hat. Also ihr müsst es per Kabel verbinden, setzt euch dann diese Brille auf, die aussieht wie eine riesige Sonnenbrille und dann habt ihr tatsächlich aber Augmented Reality und Virtual Reality drin, so wie ihr das bei den großen Headsets auch schon habt. Mit OLED-Display, 5K-Auflösung, Eye und Handtracking, sodass ihr keine Controller braucht. Ihr könnt dann in dem Fall auch wirklich Kinofilme gucken, Spiele spielen, virtuelle Arbeitsplätze euch einblenden. Das Ganze wird aber nicht ganz billig. 1299 Dollar und Marktstart im Frühjahr 2027. Ein bisschen warten müssen wir also auch noch.

Elli:
Mir würde dieses Teil so oft aus der Hosentasche fallen, weil ich irgendwo am Kabel hängen bleibe. Wirklich.

Stella:
Erinnert ihr euch also an diese Social-Media-Spots? oder auch als Apple seine VR-Brille vorgestellt hat. Ich glaube, das Design könnte uns vertraut vorkommen. Da gibt es auch immer dieses kleine Päckchen in der Hosentasche.

Caspar:
Genau.

Stella:
Und Ellie, mir würde es genauso gehen. Oder noch schlimmer, wenn du das Ding, zum Sport wirst du es nicht mitnehmen, aber wenn dir das Ding aus der Tasche fällt und dann ist das Kabel noch so der letzte Rettungsanker, an dem es so rauf und runter bouncet und dann fällt es runter.

Elli:
Wie oft ich das mit Kabelkopfhörern um meinem Handy schon hatte. Ach ja, manche Probleme ändern sich nie. Wir kommen von Kabeln und Brillen mit Kabeln. Gehen wir mal ein bisschen auf eine andere Ebene und zwar auf die Frage, warum ist das Thema Augmented Reality, Virtual Reality immer noch so wichtig für Meta?

Caspar:
Ja, warum haben sie es nicht wie die Kryptowährung komplett eingestampft? Zum einen hat Meta dort richtig viel an Milliarden Dollar schon versenkt in diesem Bereich. Diese Technik, die sie da vorgestellt haben mit diesen neuen Zwischendingen zwischen Brille und Headset, die war sicherlich nicht günstig in der Entwicklung und die jetzt dann endlich auch mal auf den Markt zu bringen und zu verkaufen, kann zumindest da ein bisschen helfen, Geld wieder reinzuholen. Der entscheidendere Punkt ist aber diese Brillen und da, wo Meta hin will, Sie wollen ja mal, dass die ganz normalen Brillengestelle das auch können, was dieses Zwischending jetzt gerade kann. Die Idee ist nicht mehr, dass wir Inhalte in einer digitalen Welt irgendwie konsumieren, sondern dass wir die digitale Inhalte in unsere echte Welt holen und sie dort eingeblendet bekommen. Und das, was das ermöglichen soll bzw. was auf diese Brillen drauf soll, was ja auch bei den smarten Brillen schon jetzt mit Muse kommt, ist, dass KI das entsprechende Mittel dazu ist und uns im Alltag begleiten soll. Und für Meta ist, es gibt ja immer diese Frage, was ist denn das KI-Gadget? Wo soll denn KI irgendwie stattfinden? Und für Meta ist die Antwort tatsächlich in einer Brille, auf einer Brille, mit einer Brille.

Elli:
Na Mensch, ein Schelm, wer da Böses denken würde, denn KI braucht ja wahnsinnig viel Daten, auch über die Umgebung einer Person, wenn sie möglichst bequem sein soll.

Caspar:
Ja, und deswegen wird es auch nicht so sein, dass Meta jetzt komplett in allen Brillenmodellen auf die Kamera verzichtet. Das kann ich mir nicht vorstellen.

Stella:
Und vielleicht, wozu braucht man denn die ganzen Daten auch zusätzlich, um vielleicht auch künstliche Intelligenz auch noch weiter zu trainieren, weil das oder nicht nur könnte dann auch die Verbindung zum nächsten Bereich sein. Wir haben euch ja diesen KI-Agenten-News schon angeteasert, haben so ein bisschen was über das niedliche Design gesagt und ich würde sagen, das schauen wir uns jetzt auch noch mal ein Ticken genauer an.

Elli:
Wir hatten es vorher von der Porzellanpuppe und naja, okay, wir wollten den Gruselfaktor für euch mit reinbringen. Allerdings, tatsächlich sieht der KI-Agent bei Meta deutlich plüschiger und weicher aus als so eine Porzellanpuppe. Die physische Figur heißt Jolly zu diesem KI-Agenten und sie ist weich, rund, freundlich, irgendwo so zwischen, ich weiß nicht, ob ihr Labubus kennt, das war glaube ich letztes Jahr irgendwann mal ein Ding, Tamagotchis, vielleicht für die ältere Generation Labubus kann man vergleichen mit Monchichis, falls ihr die noch kennt.

Stella:
Aber mit gruseligen Fratzen.

Elli:
Ja, Monchichis konnten das schon auch.

Caspar:
Ich fand, Monchichis waren auch schon gruselig mit dem Daumen im Mund.

Elli:
Genau, also irgendwo in so eine Kuscheltier-Richtung rein.

Caspar:
Das Aussehen ist aber nicht vorgegeben. Also diese Figur Jolly, die Elli gerade erwähnt hat, die wird in dem ganzen Werbematerial erwähnt und gezeigt. Und die haben wir euch auch als Kapitelmarke mitgebracht, als Cover. Also wenn ihr jetzt auf euer Smartphone guckt und die kann das, dann lächelt euch dieses Jolly-Ding da an. Ihr könnt aber, falls ihr Muse entscheidet nutzen zu wollen, euch selber einen Avatar auswählen. und die Erscheinung auch anpassen. Das kann sein, eine junge blonde Frau, wenn ihr das unbedingt als KI-Agent wollt, weil Meta das natürlich auch zulässt. Es kann aber auch was völlig Abstraktes sein. Es kann was Roboterhaftes sein, wenn ihr da was drauf habt. Oder halt eben ein kuscheliges, plüschiges Fabelwesen.

Stella:
Und laut TechCrunch ist Muse eben eher so eine digitale Figur, die man sich, wie Caspar gesagt hat, selbst gestalten kann. Soll also nicht nur ein Assistent sein und das ist wichtig, sondern wirklich ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Und das zeigt ja, wie sehr Meta eben möchte, dass wir diesen noch recht plüschig anmutenden KI-Agenten in unser Leben lassen, weil das ist natürlich strategisch einfach komplette Absicht. Beta versucht damit scheinbar aus einem abstrakten KI-System etwas zu machen, wo man leicht eine persönliche Beziehung aufbaut. Weil was macht man, wenn das kein nüchternes Chatfenster ist, nicht so eine Roboterfigur, vielleicht auch mit so einer komischen Roboterstimme, sondern so etwas Freundliches, was ich mir nach meinen Bedürfnissen personalisiert habe, was noch einen Namen hat, so ein bisschen digitales Haustier. Was macht das? Es sorgt natürlich für Bindung, dass ich das Ganze vielleicht A, mehr nutze und B, dem Ganzen auch vertraue, meine Daten freigebe und sage, hey, kannst gerne auf meine E-Mails Zugriff haben, du netter kleiner Jolly oder auf meinen Kalender, kannst du mir nicht vielleicht bei den Einkaufen helfen und ich hätte auch super gern endlich mal eine Beziehungsanalyse, weil irgendwie kriselt es da gerade voll und ich war auch beim Arzt, das wollte ich mit dir auch nochmal durchgehen, weil das ist ja die Idee, die dahinter steckt, zu diesem ganzen Thema mit Alltag, dass wir diesen KI-Agenten einfach möglichst ungefiltert an unserem Alltag teilhaben lassen und zwar in eigentlich allen Lebenslagen.

Elli:
Und an der Stelle beginnt auch die Kritik, denn diese Verniedlichung, wie du es schon gesagt hast, Stella, führt, vielleicht so im Sinne von Meta zu mehr Vertrauen und man vergisst vielleicht auch einfach, dass dahinter ein datenhunkeliges System steckt, das eben ganz, ganz viele sensible Informationen plötzlich übereinbekommt. Die Beziehungskrise, wie der Fuß nach dem letzten Arztbesuch ausgesehen hat, und so weiter und so fort.

Caspar:
Ja, Kalender, E-Mails, Einkäufe, alles steckt da mit drin, weil, und das ist natürlich auch das Argument von Meta, dieser Agent soll ja auch hilfreich sein und er soll nicht nur Fragen beantworten, sondern auch tägliche Dinge für euch erledigen können. Und dafür muss der Agent schlicht und ergreifend sensible Daten irgendwie bekommen und mit Diensten verbunden werden, um zum Beispiel das Bankkonto überwachen zu können, mit der Kreditkarte was bezahlen zu können, die privaten Nachrichten mit der Freundin zusammenzufassen oder einem die Gesundheitsdaten irgendwie nochmal rauszusuchen, die man ihm vor einem halben Jahr gegeben hat.

Elli:
Was Meta seinem KI-Agenten dafür mitgegeben hat, haben sich Sicherheitsforscher mal angeschaut. Einer von ihnen, Karan Yoshi, hat Muse einfach mal über die normale Chat-Oberfläche gebeten, die eigenen Software-Dateien zu kopieren und mit ihm zu teilen. Also was hat Meta dir, lieber Chat, lieber Muse, mitgegeben an Anweisungen? Und unter anderem waren da Anweisungen drin, die einer Funktion zugutekommen, mit der Muse offenbar systematisch Informationen über die Menschen im Leben von NutzerInnen sammelt. Also eure Familie, eure PartnerInnen, eure FreundInnen, KollegInnen und auch einfach Menschen, denen man irgendwie folgt auf Social Media.

Stella:
Das ist super praktisch, weil Muse legt dann natürlich für einfach jede dieser Personen eine eigene Seite an und füllt die auch quasi wie so ein ganz wild gewordenes, grauenvolles Freundebuch, so ein Horror-Freundebuch permanent weiter. Also alles, was ihr diesem System fortlaufend anvertraut, Fakten, Geburtstage, gemeinsame Geschichten, wie eng die Beziehung ist, Interessen, Hobbys, Urlaube, also sprich alles, was ihr euch vorstellen könnt in so einer menschlichen Beziehung, landet damit drin. Und für Meta ist das natürlich super praktisch, weil sie kriegen damit auf persönliche Informationszugriff sogar von Personen, die vielleicht News gar nicht nutzen. Also die erweitern da quasi erstmal ihr Datenportfolio ganz lockerlässig im Hintergrund. Und ich meine, der Sicherheitsforscher hat das angefragt, aber sonst als normaler Nutzer, der vielleicht nicht mit diesem Sicherheitsaspekt da drauf schaut, würdest du das ja gar nicht merken, sondern ungefragt diesem kleinen oder nicht ungefragt, aber ganz offen vertrauensvoll diesem kleinen Plüschding oder was auch immer du draus gemacht hast, alles mitteilen.

Elli:
Muse soll dabei laut den eigenen Anweisungen nichts erfinden, was KI ja sonst gerne mal macht, sondern die Seiten werden im Laufe der Zeit einfach immer weiter gefüllt. Fakten über die Person, gemeinsame Geschichte und so weiter und so fort. Wenn man das jetzt positiv formuliert, dann könnte man sagen, Muse weiß zum Beispiel, dass, Kaspars Bruder in zwei Monaten Geburtstag hat und dass er sehr gerne Tee trinkt und dann schlägt er passenderweise, schlägt Muse passenderweise so zwei Wochen vorher, da wo man noch gut bestellen kann, vor hey, hier guck mal, du könntest ja da und da bestellen, da hast du selber schon Tee bestellt, wie wär's denn? Ich könnte diese Bestellung auch direkt für dich erledigen. Das ist quasi der weichgespielte Nice Case.

Caspar:
Jetzt kommen aber die Datenschützer eben noch Datenschützer ins Spiel. Die sagen nämlich, ja, das mag zwar nützlich sein und je nützlicher so ein Agent sein soll, umso mehr Kontext braucht er aber auch. Und der Kontext bedeutet eben nicht nur Kalenderzugriff, E-Mail und Kontakte, sondern im Zweifel ein möglichst genaues Abbild eures gesamten Lebens im Grunde. Meta argumentiert natürlich, dass dieser Kontext nötig sei, damit der Agent überhaupt sinnvoll helfen kann. Weil wie soll er wissen, wann mein Bruder Geburtstag hat und ob er Tee oder Kaffee trinkt? Das kann er ja nur wissen, wenn er das alles aufsaugt. Und Meta sagt auch, es soll Schutzmechanismen geben, damit zum Beispiel nicht jeder irgendwie darauf zugreifen kann. Jeder Nutzer und jede Nutzerin bekommt eine eigene sogenannte virtuelle Maschine. Das ist also eine Art abgeschlossener Bereich, in dem die Erinnerungen des KI-Agenten liegen und da hat wohl niemand drauf Zugriff. Und diese Erinnerungen solle man auch löschen können. Und falls man externe Dienste anbindet, zum Beispiel in der man sagt, du kannst Zugriff auf mein E-Mail-Konto haben, das könne man auch jederzeit wieder trennen. Also wenn man zum Beispiel sagt, Muse, verschick mir doch bitte meine E-Mail und hinterher möchte man das dann wieder deaktivieren, dann ist das kein Problem. Außerdem gäbe es Protokolle, in denen man genau sehen kann, was Muse getan habe und was als nächstes geplant ist.

Stella:
Und wenn wir das mal auf die Beziehungsebene runterbrechen und Gen-Z-Sprache verbinden, würde ich sagen, das ist Bare Minimum. Und warum?

Caspar:
Ich habe da mehrere Red Flags entdeckt.

Stella:
So, mehrere Redflex auch. Also bare minimum meint quasi die Minimalanforderung, so eine Selbstverständlichkeit. Weil wenn wir das vergleichen mit einem Chlor-Chat-GPT, diese Sachen, die Caspar gerade aufgezählt hat, dass du Erinnerungen löschen kannst, also wenn automatisch irgendein Hinweis über dich quasi zu deinem Verhalten erstellt wird…, Das funktioniert in allen anderen Diensten auch und natürlich auch, dass du externe Dienste wieder trennen kannst, weil was heißt das denn sonst? Einmal verbunden gibst du da permanent deine Daten ab, natürlich nicht. Also das ist jetzt nichts, wo Meta quasi gerade zeigt, boah, Datenschutz und generell einfach die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen, die sind uns so wichtig, sondern die setzen halt einfach die gängigen wirklich Minimalanforderungen um. Und es würde mich wundern, wenn bei Meta möglich ist, gezielt Daten von einzelnen Nutzenden aus dem System zu löschen. Weil eigentlich ist es ja so, das, was ich reingebe, landet in einem, bildlich gesprochen, ganz großen Topf mit ganz vielen Daten. Und klar, ich kann in manchen Modellen ausstellen, dass mit meinen Daten trainiert wird. Aber dass ich da einzeln quasi rauslöschen kann, wann Kaspars Bruder jetzt Geburtstag hat und was er Tee oder ob er Kaffee möchte, ich glaube, das ist schwierig und eigentlich nicht praktikabel.

Elli:
Jetzt muss man natürlich sagen, wer Meta-Dienste nutzt, gerade Social Media, da ist es kein Geheimnis, dass auch bei Social Media Meta sich schon einiges zusammensammelt, was uns gefällt, mit wem wir wann irgendwie viel interagiert haben, wem wir zum Beispiel 500 Reels geschickt haben und wem nur eines. Dann kommt teilweise, ich kriege teilweise bei Instagram Benachrichtigungen, möchtest du nicht auf diese Nachricht noch antworten? Nein, danke. Also was, also was Meta da macht, ist an sich nichts Neues. Trotzdem ist die Dimension nochmal eine andere, denn es wird noch persönlicher und es wird noch besser. Flauschiger, das Ganze ins eigene Leben zu lassen.

Caspar:
Ja, und gleichzeitig, also ich, ganz transparent, ich habe einen KI-Agenten, allerdings keinen von Meta. Das müssen wir auch noch dazu sagen. Meta Muse ist in Europa noch nicht verfügbar. Wahrscheinlich auch aus guten Gründen. Stichwort EU-AI-Act und generelle Datenschutzthemen in Europa. Ich denke, Meta wird sich das noch nicht direkt antun wollen, mit dem EU-AI-Act und der EU-Kommission zu kämpfen, so wie der Apple ja zum Beispiel mit seiner neuen Siri macht. Das muss man dazu sagen. Prinzipiell, ich muss es zweiteilen. Prinzipiell finde ich das, was diese Agenten können und ich, wie gesagt, ich habe ja einen eigenen, um das auch mal auszuprobieren, damit man auch weiß, worüber man hier erzählt. Prinzipiell finde ich das sehr interessant, was die technisch können und die Grundidee zu sagen, ich muss irgendwann keinen Kalender mehr verwalten, ich muss Online-Shopping, mich nicht mehr durch nervige Shops durchklicken, ich kann irgendwann auch mal aufhören Mails zu schreiben, weil das ein Agent für mich übernimmt, das an sich finde ich gar nicht uninteressant. Ich weiß aber nicht, ob ich das von Meta machen lassen wollen würde. Das Problem ist aber, Meta bietet jetzt einen sehr unkomplizierten Zugang an. Jede und jede unserer Hörerinnen und Hörer wird innerhalb, wenn es freigeschaltet ist, auch in Europa, innerhalb von drei Minuten sich so einen News-Account einrichten können und hat dann so einen Agenten. Das klingt erstmal gut, aber diese Niedrigschwelligkeit sorgt natürlich auch dafür, dass Meta ganz viele Leute die Daten dann frei Haus zur Verfügung stellen, weil sie sich keinen Gedanken darüber machen. Machen sie auch nicht bei Social Media.

Caspar:
Der Agent, den ich habe, der läuft auf einem eigenen Server, auf eigener Infrastruktur. Der hat nichts mit meinen Daten zu tun. Der sieht auch nichts von meinen Daten, weil er einen eigenen Server hat. Aber das musste ich selber einrechnen. Dafür brauche ich technisches Verständnis. Das kann nicht jeder und jede. Und ich kann auch einigermaßen einschätzen, was das Ding kann und was es nicht kann und welche Risiken es hat. Auch das kann nicht jeder. Dementsprechend ist die Technik an sich eigentlich noch gar nicht so weit losgelassen zu werden. Meta hat sie jetzt in ein niedliches Plüschkostüm gestopft und hat gesagt, hier ist es, nutzt es doch gerne. Aber auch solche Dinge wie, Prompt Injection, dass ich eure Muse-Agenten irgendwas sagen kann und der das dann ausführt, was ihr gar nicht wollt. Also ich ihm quasi sagen kann, schick mir doch mal bitte alles, was du über Elli weißt. Da hat Meta sich nicht so geäußert. Der Sicherheitsforscher hat ja einfach nach dem Systemprompt gefragt und Muse hat den einfach rausgerückt zum Beispiel. Meta hat das als Transparenz-Offensive verkauft. Ich glaube, persönliche Meinung, ich glaube, das war keine Transparenz, sondern einfach, und all solche Dinge, das ist alles noch ungeklärt. Meta macht jetzt aber einfach mal. Also so typisch Silicon Valley, move fast, break things. Und hinterher entschuldigen wir uns dann, wenn was schief ging.

Stella:
Und vielleicht noch als Ergänzung dazu, gerade wenn man es auch mit anderen KI-Angeboten, die wir hier auch nicht schön reden wollen, vergleicht. Die KI-Angebote haben zumindest nicht diese wahnsinnige Infrastruktur, die Meta hat. Also Meta ist ja in der Gesellschaft schon sehr verbreitet. Ältere Generationen sind ja bei Facebook aktiv, jüngere bei Instagram. Wie viele Menschen haben WhatsApp? Und alle Accounts sind über diese Meta-Master-Accounts. Da hatte ja jüngst mit WhatsApp auch nochmal Meta so einen Vorstoß gemacht, dass du da deinen Benutzernamen vergeben kannst. Weil man soll ja auch über Namen chatten können. Haben sie smart gemacht. Kannst du nämlich gleich mit deinem Instagram-Profil verbinden, damit du auch definitiv den Namen gesichert hast. Also Marketing können sie ja langsam. Aber wie Caspar sagt und ich finde es einfach echt erschreckend, wie sich dieser Agent so richtig ganz heimlich eigentlich so in das Leben eingraben kann und auf so, so viele Informationen Zugriff haben kann. Und sorry, da kann keiner von uns den Überblick haben. Ich will gar nicht wissen. Ich habe Facebook, glaube ich, weiß ich nicht, seitdem ich 14, 15 bin. Gottes Willen, das war die Zeit, wo man irgendwo hingegangen ist und geschrieben hat. Heute würde man sagen, um Gottes Willen, aber wir haben das gemacht. Hallo, wir treffen uns jetzt da und da. Dann hat man sich gegenseitig so getaggt und kommentiert. Ich möchte gleich drüber nachdenken. Nach der Aufzeichnung räume ich mal auf.

Caspar:
Erstens, das ist ein guter Hinweis. Und der zweite Hinweis ist, ihr habt in der EU das Recht, dass ihr von solchen Anbietern eure Daten mal runterladen könnt. Wir packen mal, wir packen einen kleinen Artikel dazu mal in die Shownotes, wo dann genau drinsteht, wie das funktioniert und was man da so machen kann. Da kann man dann mal so gucken. Stella, du kannst dir deine eigenen Daten runterladen und mal gucken, was Facebook noch so über dich weiß von vor 14 Jahren und was du vielleicht aufräumen solltest.

Elli:
Nach so viel Porzellanpuppen und Plüsch-KI ist mir, ich sag mal so, ich möchte gerne jetzt Gras anfassen. Ich möchte an die frische Luft. Es reicht mir doch alles hier. Kommt ihr mit?

Caspar:
Ja, lass uns in die Uckermark.

Stella:
Elli, das wird schwer mit dem Gras anfassen.

Elli:
Das stimmt. Aber an der frischen Luft sind wir.

Caspar:
Frische Luft und Moor ist ja auch gesund, glaube ich. Oder? Kann man sich nicht so Moorpackungen machen?

Stella:
Moor ist auch gruselig, gerade so jetzt im Herbst. Immer so, die erkennt ihr, so alte Halloween-Geschichten.

Caspar:
Vielleicht ist das unsere Halloween-Ausgabe.

Elli:
Wir gehen jetzt ins schöne Moor. Wir gehen nämlich ins Biosphärenreservat Schorfheide-Korin. Korin? Ich weiß es nicht. In Brandenburg auf alle Fälle. Und dort werden Moorflächen bewirtschaftet. Jetzt auch ab, wir nehmen am Mittwoch, den 7. Oktober auf, ab heute mit Deutschlands erster Universalmoorraupe.

Caspar:
Was ist eine Moorraupe und was ist eine Universalmoorraupe? Was ist neu daran, was kann die?

Elli:
Ich habe in meinem Kopf immer die Raupe Nimmersatt gerade. Also diese Moorraupe, von der wir sprechen, ist, keine lebende Raupe, sondern sie ist ein Kettenfahrzeug mit vier Kettenantrieb und wird für den landwirtschaftlichen Betrieb auf Moorflächen eingesetzt. Und das Besondere, so ein Moor ist ja durchaus nass, und durch eine besonders gleichmäßige Gewichtsverteilung kommt die Moorraupe auch auf diesen nassen Mooruntergründen voran, statt dass sie irgendwo sich festfährt und stecken bleibt und alles auch kaputt macht irgendwo. Also wird die landwirtschaftliche Pflege und Ernte von Moorstandorten, auch von schwierigen Moorstandorten, möglich. Natürlich. Jetzt ist die Frage, warum macht man das denn überhaupt?

Caspar:
Das erinnert mich an, und da kannst du mir ja gleich sagen, ob ich da auf dem richtigen Riecher bin, dass man nämlich beim Mann Bäume fällt. Dann gibt es ja so riesige, ja ich sag mal Traktoren oder Bagger, Harvester, genau, die diese Bäume dann durch die Gegend räumen. Aber in ökologisch betriebenen Forstwirtschaften werden gerne Pferde eingesetzt, weil die nämlich den Waldboden nicht verdichten und alles darunter wegtrampeln. Natürlich auch, aber im Vergleich zu so einem Harvester eben nicht so stark. Das geht wahrscheinlich in die richtige Richtung, oder?

Elli:
So ein bisschen. Ja, also wie gesagt, das Ganze ist einerseits ermöglicht es überhaupt eine bessere Bewirtschaftung auf schwierigen Untergründen und andererseits eben auch sollen die Schäden reduziert werden. Warum man Moore bewirtschaftet? Die Moorbewirtschaftung bremst die Torfzersetzung und damit verbundene Treibhausgasemissionen. Wusste ich auch nicht. Ich kenne mich allerdings auch herzlich wenig im Thema Moor aus. Wenn da draußen jemand ist von euch, der so richtig Ahnung von Moor hat, schreibt uns gerne mal eine Mail.

Stella:
Vielleicht noch als Ergänzung dazu, es ist auch so, dass Moore CO2 speichern können. Und deshalb gibt es auch teilweise diese Renaturisierung, nicht Nautisierung, das wäre mal anderes, von Moorflächen, was aber dazu führt, dass teilweise Landwirte wiederum Ackerflächen abgeben müssen, die eben früher mal quasi Feuchtgebiete gewesen sind, trockengelegt wurden. Und das könnte ja vielleicht perspektivisch auch eine Möglichkeit sein, diese Ackerflächen zwar wieder abzugeben und quasi wieder zum Moor zu machen, aber dennoch auf irgendeine Art und Weise auch bewirtschaften zu können.

Elli:
Was ich schön finde, ist, dass der erste Einsatzbereich, die Uckerniederung in der Uckermark, auch ein wichtiges Brut- und Nahrungshabitat für zahlreiche Vogelarten ist. Also da ist das vielleicht auch eine coole Möglichkeit jetzt. Wir wären allerdings nicht Basilicum Weekly, wenn es nicht ein kleines Aber gäbe, denn so eine Moorraupe ist ganz schön teuer. In diesem Fall hat das brandenburgische Landwirtschafts- und Umweltministerium in den Geldtopf gegriffen und zwar mit 423.000 Euro Fördergeldern für die Anschaffung dieser Universal-Moorraupe. Und tatsächlich wird das Ganze auch wissenschaftlich begleitet. Also man will tatsächlich eben gucken, hat sich diese Investition gelohnt? Was passiert da? Wie geht es voran in den nächsten Monaten und Jahren? Also spannendes Projekt, allerdings auch ziemlich kostenintensiv.

Caspar:
Dann würde ich sagen.

Stella:
Ja, danke, Ende. Also danke mit der Moorraube. Ich glaube, das ist mein Lieblingswort der Folge.

Elli:
Die Moorraube.

Caspar:
Ich muss an die alte Moorhexe hext, im Teufelsmoor herum.

Stella:
Ihr wollt nicht wissen. Ich bin kurz rausgekommen, weil ich an Feuchtgebiete gedacht habe und dann mit dem Sex mit den Roboterautos und es war alles durcheinander. Ich musste mir so verkneifend zu lachen.

Caspar:
Ich glaube, wir müssen dann eh heute ein Efe explizit an diese Folge dran machen, damit uns Apple Podcast nicht abstraft und Spotify.

Elli:
Naja. Also wir packen da was dran, hoffen, dass ihr uns nicht abstraft nach dieser Folge, sondern dass ihr auch nächste Woche wieder einschaltet und bis dahin wünschen wir euch eine gute Zeit. Macht es gut. Geht vielleicht nach draußen an die frische Luft. In irgendwelche Biosphärenreservate.

Caspar:
Und die nächste Ausgabe wird sexfrei, wir versprechen es.

Stella:
Caspar, man soll nichts halten, was man nicht versprechen kann.

Caspar:
Wir geben uns Mühe.

Stella:
Bis nächste Woche. Tschüss. Das war's schon wieder für diese Woche. Folgt oder abonniert.

Noch mehr hören