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Hör rein auf:
102 09. Juli 2026

Das langsame Ende der Xbox

Shownotes

Warum steckt Xbox seit einiger Zeit in der Krise? Für die Antwort auf diese Frage müssen wir fast 30 Jahre zurückgehen. Wir rekonstruieren Microsofts Weg von der ersten Konsole bis zur aktuellen Entlassungswelle und fragen uns: Hat Xbox als Konsole überhaupt noch eine Zukunft?

Transkript der Episode

Das Transkript wird automatisiert erstellt

Jingles:
Silicon Weekly. Der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche. Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar.

Stella:
Schön, dass ihr eingeschaltet habt zu einer neuen Folge von unserem wilden Tech-Podcast, der Caspar und mir heute auch. Ja, das hat uns heute Nerven gekostet, denn ja, das KI-Redaktionssystem hat uns sträflich im Stich gelassen und dementsprechend zeichnen wir so Pi mal da um eine Stunde später auf als geplant. Caspar, was war da los?

Caspar:
Ja, KI-Redaktionssystem, das klingt wie, wenn wir jetzt alles mit KI machen lassen. Nein, nein, nein.

Stella:
Das stimmt.

Caspar:
Wir haben per Vibe-Coding uns ein Redaktionssystem gebaut, wo wir zum Beispiel unsere Skripte drin schreiben. Und die KI hat dummerweise einen Fehler in dieses System eingebaut. Zur Hälfte ist es meine Schuld, weil ich zwischendrin was verändert habe. Aber trotzdem hat die KI am Ende auch den Fehler eingebaut, sodass das, was du in dieses Dock getippt hattest gestern Abend, jetzt nicht mehr da war. Und wir in so einer Art kleinen Krisenmodus, alles oder nicht mehr alles, das zum Glück nicht, der Input war zum Glück noch da und solche Sachen, aber dass wir jetzt einen Teil in schnellster Zeit in den Stock reinpacken mussten, Stella, ich weiß nicht, wie es dir ging, mich hat das ein bisschen wie früher an den Newsroom erinnert.

Stella:
Ja, schon ein bisschen, wobei das wirklich, dass du es schon gemacht hattest und es war alles weg. Das stimmt.

Caspar:
Ja, das ist ärgerlicher als im Newsroom, wo es darum ging, 20 Minuten schnell in den News zu tippen. Das ist richtig. Gut zu wissen, dass wir diesen Modus noch drauf haben, wir beide.

Stella:
Wir haben ihn drauf. Es ist, wie gesagt, Caspar, du hast es ja eingangs gesagt, natürlich, wir schreiben das ja alles selbst. Deswegen war es ja auch so ärgerlich, dass es eben weg war.

Caspar:
Stimmt, wenn das alles die KI gemacht hätte, wäre es ja gar nicht so schlimm gewesen.

Stella:
Hättest du nochmal auf irgendeinen Button gedrückt und es wäre wieder da gewesen, aber es war futsch. Und ja, deswegen. Wir sind jetzt wieder zurück in unserem Google Doc. Ich habe festgestellt, genau einen Monat lang waren wir nicht in diesem Dokument unterwegs. Aber ich denke, die nächste Episode bereiten wir dann auch wieder mit unserem eigenen Redaktionssystem vor. Wir geben ihm noch mal eine Chance.

Caspar:
Wir geben ihm noch mal eine Chance. Nein, ich lasse da jetzt auch die KI noch mal drüber laufen und noch mal alle Fehler rausnehmen. Das ist halt eben so der Punkt. Also, weil wir, wir sagen das ja auch immer wieder, haben wir auch in der Weibcoding-Episode gesagt, das ist zwar cool, dass es das gibt und das kann sehr viel ermöglichen, weil ehrlicherweise die, Vor einem Jahr hätten wir uns kein Redaktionssystem zusammenbauen können. Kein eigenes.

Stella:
Kostenlos.

Caspar:
Ja, nee, kostenlos war es ja nicht. Wir zahlen ja auch für die KI-Modelle. Aber natürlich, wir hätten für sehr, sehr, sehr viel Geld Entwicklerinnen und Entwickler engagieren müssen, um uns selbst für einen unabhängigen kleinen privaten Podcast ein Redaktionssystem zu bauen. Das wäre also finanziell nicht möglich gewesen. Ja, und weil wir eben keinen Entwickler oder Entwicklerin dran sitzen haben, passieren halt so Dinge, dass die KI dann Fehler einbaut. Damit muss man dann halt leben halt ab. Das ist dann so. Also Fluch und Segen zugleich, wie so oft in der Tech-Welt.

Stella:
Ein gutes Beispiel für Vibe-Coding und ich würde sagen, nachdem ihr jetzt ein Update von unserem Podcast quasi, so ein bisschen einen Blick hinter die Blüsten bekommen habt, haben wir auch vier echte Updates für euch mitgebracht.

Jingles:
Update.

Stella:
Und es ist wieder da, könnte man sagen.

Caspar:
Ja, und an der Stelle einen kleinen Gruß an Markus. Der hat uns nämlich direkt nach der Aufzeichnung, beziehungsweise nach der Veröffentlichung der vergangenen Episode geschrieben. Wir hätten erzählt, dass Fable 5 noch gar nicht verfügbar sei. Das sei doch inzwischen aber so. Ja, da hast du recht, tatsächlich. Es ist so, dass es direkt nach der Aufzeichnung dann online ging. Und das ist unser erstes Update. Fable 5 ist wieder verfügbar.

Stella:
Mal kurz mit ein bisschen mehr Kontext. Ende Juni 2026 hatte ja in Tropic das KI-Modell Mythos 5. Das ist quasi das Schwestermodell von Fable 5. Gerade auch für Unternehmen wieder freigeschaltet, um genau zu sein, nur für ausgewählte Firmen. Auch in Absprache mit der US-Regierung. Und am 1. Juli, da wurde dann eben wieder Fable 5 auch freigeschaltet. Übrigens auch in der kostenlosen Variante. Also auch für Nicht-AbonnentInnen. Genau, vorübergehend. Und die wurde jetzt auch nochmal verlängert bis zum 12. Juli. Aktueller Stand 8. Juli.

Caspar:
Ich glaube, siebter war es davor. Aber das hat mir mein Entropic, also mein Claude, auch eben mitgeteilt, als ich nochmal aufgemacht habe. Just vor der Aufzeichnung, damit wir auf dem aktuellen Stand sind, hat es mir auch nochmal gesagt, 12. Juli ist verlängert. Ja, also ein zweites Update. Siri AI, wir hatten euch in der Folge nach der World Developer Conference von Apple, hatten wir euch erzählt, nach der WWDC, dass Apple relativ offensiv gegen die EU gewettert hat und gleich sehr offen kommuniziert hat. Siri AI, das wird es in einer sehr ausgeprägten Form, also in einer abgespeckten Version wird es auch in Europa kommen, aber in der Vollversion, die dann alles kann, eben nicht. Und Apple und die EU haben sich dann gegenseitig so ein bisschen den schwarzen Peter zugeschoben, woran das gelegen haben könnte, dass, Laut Apple sei das wegen des Digital Markets Acts eben nicht möglich, da Siri I laut dem Regelwerk von der EU auch für andere Anbieter geöffnet werden müsste und Apple sagt, das ist ein Problem beim Thema Datenschutz, wir können das nicht für andere öffnen. Und jetzt die News oder das Update ist, dass der noch Apple-CEO Tim Cook, der ja im September abtreten wird, der hat sich getroffen mit Vertreterinnen und Vertretern von der EU. Und Apple hat dort wohl vorgeschlagen, dass die Gerätedaten über einen sogenannten Trusted System Agent laufen könnten.

Caspar:
Und das wäre so eine Art Zwischenschicht, auf die dann auch andere KI-Agenten zugreifen könnten.

Caspar:
Und eben auch Modelle von Drittanbietern. Der EU zufolge, die hat dann da auch nochmal was zugesagt, war dieser Plan zwar schön und gut, aber bisher eher nur ein Konzept. Also es ist nicht so, dass Apple da irgendwie was Ausreichendes vorgestellt hätte.

Caspar:
Ja, und jetzt ist natürlich die Frage, schafft man das bis Herbst? Ich gehe nicht davon aus, wenn die Betriebssysteme rauskommen, die neuen, wo das eigentlich drin sein sollte. Das wird wahrscheinlich dann erstmal werden wir warten müssen. Aber zumindest ist man im Gespräch, man tauscht sich darüber aus. Vielleicht findet man die Lösung über diesen Trusted System Agent und dann mal gucken, wann wir denn in Europa auf sie real zugreifen können.

Stella:
Ich würde da vielleicht gar nicht allzu optimistisch sein, weil dieser Trusted System Agent, der dann quasi bestimmte Daten eben zugänglich machen soll, der ist schon seit Juni diesen Jahres eben im Raum und bis jetzt hat die EU gesagt, nee, also... Das sehen wir ja nicht als Lösung. Deswegen, ob da bei dem Termin nochmal drüber gesprochen worden ist, können wir euch leider auch nicht sagen, denn es ist unklar.

Caspar:
Wir waren nicht dabei.

Stella:
Wir waren nicht dabei und es ist unklar, was genau bei diesem Termin besprochen wurde. Aber es soll wohl so sein, dass einerseits Apple interessiert ist, natürlich die Funktion irgendwie einzuführen und dann auch nicht Strafen in empfindlichen, möglicherweise Millionen, Milliarden Höhen zu kassieren. Und gleichzeitig, ja, die EU natürlich interessiert ist am Datenschutz. Wann da eine Einigung kommt, wissen wir nicht. Aber immerhin ist es ja schon mal ein Signal, dass da offensichtlich ein Treffen und ein Miteinander sprechen stattgefunden hat. Deswegen haben wir euch dieses Update mitgebracht. Ja, und jetzt wechseln wir. Wir gucken uns ein ganz bestimmtes Bundesland an, nämlich Mecklenburg-Vorpommern im Update Nummer 3. Die sagen nämlich, ich wollte gerade sagen, die einen debattieren darüber, ob nicht vielleicht die KI oder ein Programm aus den USA nach Europa kommen kann. Und die anderen sagen, ja, die Programme aus den USA von allem verabschieden wir uns jetzt eher. So macht es nämlich Mecklenburg-Vorpommern.

Caspar:
Die wollen nämlich eine Alternative für den sogenannten Microsoft SharePoint haben. Wer in einem Unternehmen arbeitet, was so einen SharePoint hat, das ist im Grunde eine große Cloud-Dateienablage, die man bei Microsoft dazu bucht. Und Mecklenburg-Vorpommern hat das als Bundesland auch und auch für viele Behörden vom Bundesland. Und das ist jetzt so, dass man auf eine Open-Source-Variante umsteigen möchte, die Nextcloud heißt. Vielleicht habt ihr davon schon mal gehört. Das ist etwas, was man selber hosten kann, was wie gesagt Open-Source ist. Man kann das dann selbst installieren bei sich auf Servern. Und Michael Popper möchte eben vor diesem SharePoint umsteigen auf Nextcloud und zwar für die ersten 5000 Beschäftigten, sei das bereits reibungs- und datenverlustfrei abgeschlossen. Also es ist nicht nur so, dass das eine Absichtserklärung ist, sondern die haben schon angefangen. Und mittelfristig, 5000 klingt jetzt nach viel, mittelfristig sollen tatsächlich insgesamt 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst von den Ministerien bis eben zur kommunalen Einrichtung, also, von groß bis klein, die sollen mit diesem neuen System arbeiten.

Stella:
Und die Software läuft auch auf so gesehen eigener Infrastruktur eben von dem Bundesland und zwar vom IT-Dienstleister DVZMV wird das Ganze betrieben. Vielleicht auch noch ganz interessant, Mecklenburg-Vorpommern ist da nicht allein unterwegs, sondern hat auch eine Verbindung zu Schleswig-Holstein. Die beiden Bundesländer koordinieren sich da, damit sie eben zusammen einen Wechsel auf Open-Source-Angebote schaffen. Und die Idee dahinter ist eben, ja, eigentlich dafür zu sorgen, dass die IT-Sicherheit, die Infrastruktur, dass das Ganze einfach erhöht wird und damit natürlich auch die digitale Unabhängigkeit und man sich möglicherweise auch gegen Cyber-Risiken so besser absichert. Jetzt haben wir aber in diesem Update, ihr kennt das vielleicht, wenn ihr uns häufiger hört von der guten Nachricht, wir haben das aber auch schon hier, später gibt es auch noch eins. Und zwar gibt es auch bestimmte Bereiche, da wird jetzt nicht drauf verzichtet. Die nutzen zum Beispiel Windows-PCs und die werden jetzt auch nicht irgendwie auf ein anderes Programm quasi umgewechselt. Also es geht auch, so wie ich es verstanden habe, gar nicht darum, sich komplett von US-Firmen abzukapseln, sondern eben in bestimmten Bereichen einfach unabhängiger zu werden und sich vielleicht auch in der Tool-Landschaft, sagen wir mal, ein bisschen breiter aufzustellen.

Caspar:
Ich sage mal so, Microsoft hilft manchmal ein bisschen aktiv damit bei, dass große Unternehmen oder halt auch zum Beispiel sowas wie Behörden sich das überlegen. Wenn die nämlich die Rahmenverträge immer teurer machen, was in letzter Zeit häufig passiert ist, dann ist es so, spätestens bei den Zahlen wird es dann auch bei Behörden mal so, dass sie sagen, okay, das wird mir jetzt langsam irgendwie alles zu teuer. Vielleicht brauchen wir dann doch eine Alternative. Also mal gucken, wie es weitergeht, welches Bundesland als nächstes einsteigt, und ob Mecklenburg-Vorpommern vielleicht auch irgendwann mal auf Windows-PCs, verzichtet. Wir werden darüber berichten.

Stella:
Und eine ganz aktuelle Geschichte zu Update Nummer 4. Wir gucken kurz auf ChatGPT. Da gibt es nämlich jetzt zum 8. Juli eine neue Funktion, die global ausgerollt wird nach und nach. Live-Übersetzung. Die KI dahinter, die soll jetzt menschlicher klingen, damit sich das Gespräch natürlicher anfühlt. Und in der Praxis soll es so sein, man muss das Mikrofon extra aktivieren, damit diese Funktion dann auch genutzt werden kann. Muss dann eben auch der KI sagen, so hier bitte übersetzen und dann hört sie quasi mit und ist da mit einem leichten Delay dahinter. Und dann reden auch ein bisschen alle durcheinander. Dann hört man die sprechende KI in der Live-Übersetzung und die Person, die das Ganze einspricht, plus vielleicht diejenige, die auch das Handy in der Hand hält, das Smartphone und eben auf die Übersetzung so gesehen angewiesen ist, Das Thema Halluzination bleibt dabei, finde ich natürlich auch schwierig, weil wenn ich der Sprache nicht mächtig bin und mich dann darauf verlasse, ob das da absolut richtig ist, was bei rumkommt.

Caspar:
Ich sage mal so, wir probieren es vielleicht mal aus. Also wenn das tatsächlich ja jetzt am 8. Juli erscheint, also ein Tag nach Ausstrahlung, dann probieren wir das mal aus und gucken uns das mal an. Im Grunde ist es ja so, wie wenn jetzt jeder so einen Simultandolmetscher mit dabei hat, der halt auch direkt drüber synchronisiert, wie man das ja auch zum Beispiel bei Fernsehsendungen oder bei Dokumentationen vor allem kennt oder Fernsehberichten, nicht bei Sendungen. Die werden ja ganz synchronisiert. Aber so dieses drüber sprechen kennt man ja zum Beispiel von Dokus. Ja, also wir probieren es mal aus, gucken es uns mal an und mal schauen, wie gut das funktioniert. Ich bin gespannt.

Stella:
Caspar, wir sind am 8. Juli in der Aufzeichnung. Also am 9. können uns die Leute frühestens hören.

Caspar:
Stimmt. Ja, guck, ich bringe die Tage schon völlig durcheinander.

Stella:
Aus der Zukunft oder auch nicht. Was hältst du davon? Wir gucken mal auf das WTF. Das ist jetzt ein krasser Wechsel. Wir beschäftigen uns heute mit Schulmodellen.

Caspar:
Ja, als alter Lehramtsstudent freue ich mich da schon sehr drauf. Ja, Stella, ich weiß nicht, wie es bei dir war. Wir sind beide zur Schule gegangen, das kann ich so sagen. Damals gab es noch Lehrerinnen und Lehrer, die waren teilweise relativ gut. Also ich grüße an der Stelle Herrn Mohr und Frau Kletzig. Ich weiß nicht, ob du gute Lehrerinnen und Lehrer, das bestimmt, oder? Ja, siehst du?

Stella:
Ich möchte bitte Herrn Honigke grüßen.

Caspar:
Ja, es gab auch andere Lehrerinnen und Lehrer, die dann nicht ganz so gut waren. Der Name sage ich jetzt mal nicht.

Stella:
Da grüßen wir jetzt keinen.

Caspar:
Da grüßen wir jetzt mal nicht. Ich sage nur durch die Gegend geworfene Stühle und solche Sachen.

Stella:
Das hatten wir jetzt nicht in unserer Laufbahn in der Schule.

Caspar:
Da war eigentlich dabei.

Stella:
Da reden wir dann hinter, nach dem Podcast noch mal.

Caspar:
Genau, wenn die Aufnahme vorbei ist, erzähle ich dir ein paar Geschichten.

Stella:
Wo wollen wir denn jetzt hin?

Caspar:
Ja, was ist das WTF? Naja, warum reden wir plötzlich von unseren alten Lehrerinnen? Naja, weil in den USA das Thema, ihr kennt die USA, da wird es oft ein bisschen anders angegangen, so auch das Thema Schule und LehrerInnen. Dort ist es nämlich so, dass es viele Privatschulen gibt. Die gibt es auch in Europa, aber in den USA ist das nochmal ein bisschen anders geregelt. Das sind wirklich quasi Privat-Privatschulen, die in Anführungszeichen sehr viel machen können, was sie wollen. Und dort wird jetzt zunehmend auf KI-Learn-Software gesetzt, die den klassischen Unterricht zumindest teilweise ersetzt.

Stella:
Und da gibt es auch nur, ich würde sagen, spitze Zielgruppe, nämlich vor allen Dingen wohlhabende Familien, die nach den sogenannten alternativen Bildungsangeboten suchen. Also die bewusst, sagen wir mal, nicht auf die klassische Schulbildung setzen, sondern wahrscheinlich im besten Gewissen nach dem Motto, hey, wir wollen, dass die Kinder, zukunftspassend aufgestellt sind, sich dann eben für diese kostenpflichtigen Angebote entscheiden. Und ein bekannter Anbieter dieser Schulform ist eben die Alpha School. Die wurde vor zwölf Jahren in Austin in Texas gegründet und die expandieren seit 2025 ganz, ganz fleißig, unter anderem nach San Francisco und New York. Und den Standort in San Francisco, den wollen wir uns in diesem WTF mal in Anführungszeichen ein bisschen genauer angucken. Wir waren leider noch nicht vor Ort. Vielleicht, Caspar, können wir auch da mal so eine Art Live-Berichterstattung machen. Aber worum es geht, und das ist eigentlich der Kern unseres WTFs, die Kinder und auch schon im jungen Alter, also Kindergarten, die lernen zwei Stunden täglich mit einem KI-basierten Tutor.

Caspar:
Ja, die KI zeichnet die Interaktion mit den Kindern auf, analysiert unter anderem ihre Aufmerksamkeit und passt den Lehrplan dann individuell quasi an die Kinder an. Das ist zumindest das Versprechen. Die Betreuung übernehmen sogenannte Guides. Es gibt dort nämlich keine klassischen Lehrerinnen und Lehrer in diesen Schulen, sondern wie gesagt, diese Guides, die sind auch keine klassisch ausgebildeten Lehrkräfte.

Stella:
Sie können es sein, auch das wissen wir ja nicht so genau.

Caspar:
Genau, ja, es muss aber eben, wie gesagt, nicht. Und um an der Stelle mal ganz kurz innezuhalten, das WTF ist schon so halb, dass das mit KI passiert, aber auch eben nur halb. Wir kommen gleich noch zum echten WTF, weil KI kann natürlich durchaus auch sinnvoll eingesetzt werden und eine Unterstützung sein. Also zum Beispiel Hausaufgabenhilfe. Ich weiß nicht, wie es bei dir war, Stella, aber ich habe bis heute nicht verstanden, warum man in Mathe teilweise mit Buchstaben rechnet. Das wäre doch etwas, was die KI mir dann nochmal erklären könnte. Und vor allem, die ist unendlich geduldig. Die kann mir das immer und immer wieder erklären, bis ich es verstanden habe. Weil sowas kann KI ja zum Beispiel. Oder sie hätte mir beim Vokabeln abfragen helfen können vor meiner Lateinklausur. Ich habe das immer mit Karteikärtchen gelernt. Wäre doch ganz cool, wenn das eine KI mich abfragt. und vielleicht dann auch die Vokabeln, die ich weniger gut kann, häufiger mir dann irgendwie zeigt und so. Da wäre KI natürlich an sich eine gute Idee.

Stella:
Caspar, da muss ich jetzt echt sagen, jetzt vielleicht, ich meine, ich bin Tech-Journalist, vielleicht überrascht das jetzt den einen oder anderen, was ich sage, aber mein Lateinlehrer hatte den schönen Spruch, von der Hand in den Verstand. Und ja, wir haben Vokabeln immer brav mit der Hand geschrieben und vielleicht fanden wir das als Schüler auch manchmal nicht unbedingt die beste Aufgabe, Aber, aber, man hat damit anders gelernt. Deswegen, ja, natürlich, individuelle Lösungen. Und jetzt, du kennst ja das Lehrer-Business eben aus deiner vorherigen Laufbahn. Ich weiß, jetzt kommt diejenige, die es nicht kennt. Im Bestfall wäre es ja so, dass auch die Lehrkräfte eben die Zeit haben und die Möglichkeit, das den Schülern vernünftig zu erklären, weil das finde ich schon krass, dass es so junge Kinder sind. Und Lernen hat ja auch was mit Frustration zu tun. Also Lernen ist ja nicht nur, das finde ich, vergisst man so leicht, dass ich den Inhalt begreife, sondern auch, dass ich für mich persönlich damit umgehen lerne, wenn ich Sachen erstmal nicht verstehe, wenn ich so Muße reinbringen muss. Und du hast das so nett gesagt, ja, und dann die KI, die kann mir das geduldig erklären. Absolut. Aber wer sagt, dass die KI nicht voll in die falsche Richtung rennt und du dich dann an irgendwas festbeißt? Und deswegen wahrscheinlich auch dieser zeitliche Rahmen, den sie da gewählt haben. Genau.

Caspar:
Da kommen wir auch in Richtung des WTFs. Warum wir das auch als WTF mitgebracht haben, das kann nur eine Ergänzung sein, die ich individuell einsetzen kann. Weil, wenn wir ehrlich sind, unser Schulsystem mit bis zu 30 Schülerinnen und Schülern teilweise in der Klasse, da kannst du als Lehrkraft gar nicht individuell auf alle Einzelnen eingehen. Also wenn jetzt jemand zum Beispiel wie ich nicht verstanden hat, wie das mit dem Buchstabenrechnen funktioniert, dann die Lehrerin erklärt das einmal. Unsere Mathelehrerin war auch eine der weniger guten, von denen wir eben nicht aufzählen wollten. Die erklärt das einmal und dann kann ich das ihm vielleicht im Schuhbuch noch nachgucken. Wenn ich es dann immer noch nicht verstanden habe, habe ich gelitten.

Caspar:
Und wenn einem das zu Hause auch niemand erklären kann, dann wird es noch schwieriger. Da kann KI natürlich in dem Fall eine individuelle Unterstützung und Hilfe sein. Aber sie kann eben nur ein Teil sein. Ein gutes Schulsystem muss es weiterhin geben. Und jetzt kommen wir zu dem eigentlichen Problem von diesen Schulen, diesen alternativen Schulen in den USA. Das ganz große Problem ist, da das Privatschulen sind, müssen die keine staatlichen Leistungsdaten veröffentlichen. Die staatlichen Schulen, die werden überprüft, so wie das ja in Europa auch ist. Ihr kennt ja alle diese PISA-Studie, wo dann zum Beispiel von europaweit die einzelnen Länder erhoben werden, wie das Bildungsniveau ist, wie die Schulsysteme sind, ob das gut ist oder nicht. Da gibt es ja einmal im Jahr die PISA-Studie, dann gibt es einen großen Aufschrei, Deutschland ist schon wieder nach unten gewandert und so. Das kennt ihr alles. Und in den USA ist es halt so, dass diese privaten Schulen, die müssen gar nichts, die müssen nichts überprüfen, die müssen nichts veröffentlichen. Und dann ist natürlich fraglich, wie dieses Konzept umgesetzt wird und wie wirksam das ist und ob das wirklich eine Unterstützung ist oder eine Alternative für eine Lehrkraft. Und da wird es dann schwierig, finde ich.

Stella:
Und da haben wir natürlich auch Fragezeichen noch, wie genau das Konzept aussieht. Weil da, finde ich, sind genau die Stellschrauben, wo man dann sagen kann, hey, das hätte auch eine gute Nachricht sein können. Nämlich auch aus dem Punkt zu sagen, wir haben hier Lehrkräfte, die bringen den Stoff auf Grundlagenbasis bei und die Schüler haben eine KI, die wirklich auch sicher ist. Das ist nämlich für mich auch ein Punkt. Welche Daten sind da eingeflossen? Auf was können die Kinder eigentlich zugreifen? Gibt es da bestimmte Prompts, die gesperrt sind? Kinder sind neugierig. All sowas sind ja offene Fragen. Dem würden wir mal annehmen, es wäre wirklich so Basiswissen, wird quasi von Mensch zu Mensch vermittelt. Die Kinder können nachlernen. Es ist eine gesicherte Umgebung. Die können vielleicht auch Fragen stellen, wo sie sich im Klassenverbund nicht so trauen, weil es vielleicht unangenehm ist. Ich meine, Caspar, ich weiß nicht, wie oft du nachfragen wolltest zum Gefühl dritten Mal dann. Entschuldigung, können Sie das nochmal und wieso geht H eigentlich gegen Null?

Caspar:
Bei der Lehrerin habe ich das nicht getan.

Stella:
Aus dem Chemieunterricht, ich kenne das, dieses Ausgleichen auf beiden Seiten, es war nie meins. Dementsprechend, aber irgendwann, gerade als Schüler in der Pubertät, ja, und wenn du schüchtern bist. Deswegen, ich sehe da natürlich auch Potenzial, aber mit der, sagen wir mal, Form, die recht wenig Rahmenbedingungen zu haben, scheint, sehe ich es auch kritisch. Weil was kann auch passieren, dass du einfach das Lernen komplett an KI auslagerst. Fängst du mit zwei Stunden an, sagst auch, das läuft gut, machen wir drei und dann hocken die Kinder die ganze Zeit vor irgendeinem Device, dipsen da drauf rum, sind dann vielleicht auch, was die Resilienz angeht, nicht so gut aufgestellt, weil die KI sagt ja nicht, hey, das ist falsch, sondern…, Hast du dir vielleicht überlegt, einen anderen Lösungsweg zu wählen, der etwas besser sein könnte?

Caspar:
Ja, also ich weiß nicht, wie es euch geht, wenn ihr mit einem Sprachmodell sprecht. Das lässt sich auch gerne davon überzeugen, dass es Blödsinn baut, obwohl es gar keinen Blödsinn baut. Also man kann eben auch sehr gut einreden, dass es Schwachsinn macht. Und ich habe noch nie mit so einer Lernsoftware, auch vor allem nicht von dieser Alpha School gearbeitet. Ich weiß es also nicht. Aber ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass wenn man lang genug dieser KI sagt, nee, das ist schon richtig, dass N gleich 1 ist. Dann sagt die vielleicht irgendwann, ja stimmt, du hast recht, N ist ja tatsächlich 1. Also wie gesagt, wir haben es nicht ausprobiert, aber das große Problem, weswegen wir das WDF genommen haben, ist, dass das scheinbar nicht staatlich überprüft wird, um dann wirklich zu gucken, ob das sinnvoll ist. Und wir haben ja auch schon gesagt, und das ist jetzt eine Zahl, die wir noch mitgebracht haben, dass das eher für eine, ja ich sag mal so, reichere Zielgruppe ist, denn die jährliche Schulgebühr für den Standort in San Francisco zum Beispiel beträgt rund 75.000 US-Dollar, was man sich auch erstmal leisten können muss. In den USA ist es ja eh so, dass Bildung oft mit vielen Gebühren verbunden ist. Zum Beispiel Universitäten sind ja relativ teuer, Colleges und so.

Caspar:
Aber das schreckt die Leute auch nicht ab. Es gibt deutlich mehr Anmeldungen für diese Alpha Schools, als es Plätze gibt. Also diese Idee, KI einzusetzen für die Bildung, das scheint richtig gut anzukommen bei vielen Eltern. Ja, wie gesagt, wir haben da so unsere Bedenken an einigen Stellen und sind mal gespannt, ob da nochmal was bei rumkommt. Aber die Schulbildung in den USA ist ja eh so ein Thema. Deswegen ist es vielleicht nochmal ein doppeltes WTF, da drauf zu gucken.

Stella:
Da haben wir jetzt auch gar nicht den Bereich Homeschooling aufgemacht, was ja in den USA auch viel verbreiteter ist, als es in Europa ist. Aber Caspar, ich merke gerade, vielleicht müssen wir dazu auch mal einen Input machen, weil ich finde den Bereich Lernen mit KI, da gibt es ja auch Chancen, aber es gibt eben auch Risiken. Sehr, sehr spannend. Wir haben uns aber in dieser Episode entschieden, einen anderen Input zu wählen. Wir sind thematisch heute sehr breit aufgestellt. Ihr merkt das. Also wir hatten ja schon einiges dabei. Und jetzt gehen wir, was wir nicht so häufig machen, in den Bereich Gaming.

Caspar:
Ja, und zwar in Richtung Xbox. Aber keine Sorge, auch für Nicht-Gamer ist das ein spannender Input.

Jingles:
Input.

Stella:
Wir können ja gleich mal mit dem wirtschaftlichen Teil anfangen, weil warum sind wir so ein bisschen auf diesen Input gekommen? Da gab es eine Nachricht, nämlich, dass Microsoft rund 3200 Stellen bei Xbox, streicht und Gaming Studios verkauft. Wieder einmal, da klingelt irgendwas bei mir. Wir haben hier schon mal drüber gesprochen. Und deswegen wollen wir uns ja auch mal die Geschichte eigentlich hinter der Xbox und Microsoft in der Verbindung auch mal ein bisschen genauer angucken.

Caspar:
Genau, weil, kleiner Spoiler, Microsoft hat den Markt der Konsolen, die Xbox ist ja ursprünglich mal nur eine reine Konsole gewesen, nie wirklich dominiert. Und inzwischen wirkt es ein bisschen so, als hätte Microsoft zumindest teilweise ein wenig aufgegeben. Also die Xbox ist heute tatsächlich weniger eine Konsole als eine Art Recycling-Strategie. Also so nach dem Motto, wenn ich den Kampf um die Hardware nicht gewinnen kann, dann verkaufe ich halt Software, Abos und Cloud-Dienste über alle möglichen Geräte. Und die aktuellen Entlassungen spielen da auch so ein bisschen mit rein und wir haben uns gedacht, okay, die Nachricht 3200 Stellen, Entlassungen, das klingt jetzt, also wenn man das einfach nur als News liest, denkt man, oh, das sind viele Leute, schade um die. Ist es ja auch, aber da steckt noch mal deutlich mehr dahinter und es ist das, aktuell letzte Glied aus einer ganzen Kette an Dingen, die bei Microsoft und Xbox so ein bisschen schief gegangen sind und diese Kette wollen wir ein bisschen aufdröseln und dazu müssen wir wie so oft ein bisschen in die Vergangenheit gehen und nehmen euch mal mit in die späten 90er Jahre.

Stella:
Wir wenden uns dem Beginn zu, denn zu dieser Zeit hat Sony gerade mit seiner Konsole Playstation 1 einen richtigen Boom erlebt. Die kam Ende 1994 in Japan auf den Markt und Ende 1995 dann eben in den USA und Europa. Caspar, an der Stelle würde ich an dich übergeben, weil ich weiß, du hast das miterlebt. Ich muss sagen, die Playstation 1 war vor mir da.

Caspar:
Wir kommen gleich noch dazu. Ich bin tatsächlich auch ein Xbox-Jünger teilweise gewesen. Aber warum das nicht mehr so ist, da kommen wir gleich dazu. Kleine Anekdote aus der Playstation-Zeit, aus der Playstation 1, wie die entstanden ist. Sony kennt ihr ja, das ist ja eigentlich so ein Riesenunternehmen, was alles Mögliche gemacht hat damals. Von Borgman über CD-Player, Fernseher, Großgeräte, es gab alles. Und ursprünglich sollte Sony eigentlich nur ein Laufwerk für die Super Nintendo Entertainment System, SNES, entwickeln. Also Nintendo ist auf Sony zugegangen, hat gesagt, unsere nächste Konsole soll ein Laufwerk haben, könnt ihr das für uns bauen. Dann kam es aber so, dass Nintendo über quasi die Presse mitgeteilt hat, dass sie jetzt mit Philips zusammenarbeiten statt mit Sony. Und als kleinere Tourkutsche hat dann Sony gesagt, naja gut, wenn ihr nicht mit uns zusammenarbeitet und wir schon angefangen haben, diese Pläne für eine Konsole zu machen, dann bauen wir das Ding jetzt halt einfach selbst. Und so ist die Playstation 1 dann entstanden.

Stella:
Vielleicht war das dann irgendwie eine gewisse Art von Karma, denn die wurde ja weltweit mehr als 102 Millionen Mal verkauft. Und da ging es ja auch um einen ordentlichen Preiskampf, weil nicht nur in der Entwicklung quasi hat es da gekriegt, sondern Sony hat ja dann auch immer probiert, eben günstiger zu sein als die Konkurrenz, damals noch Nintendo und Sega, wem das vielleicht noch was sagt. Ja, und was war eigentlich mit Microsoft los? Vielleicht waren die dann ganz überrascht und auch lezent gestresst, als sie festgestellt haben, Moment mal, jetzt stellt man sich da plötzlich hier so eine Konsole ins Wohnzimmer und spielt gar nicht mehr am PC. Hm, was tut man also? Man möchte den Anschluss nicht verlieren und sagt, ja, dann brauchen wir da auch eine Konsole. Wenn die Menschen das möchten, dann müssen wir liefern.

Caspar:
Wenn die das so wollen.

Stella:
Wenn die das so wollen, da ist was zu holen.

Caspar:
Ja, da ist was zu holen. 2001 war es dann tatsächlich auch soweit in den USA, 2002 dann in Europa. Ihr merkt, die werden immer erst ein bisschen woanders vorgestellt, ähnlich wie bei Siri. Die Xbox, die ist dann erschienen und war auf Seiten der Hardware, das war an sich eine ganz gute Idee eigentlich von Microsoft, die war eine angepasste PC-Komponenten. Also Microsoft war ja schon mit den PCs im Gaming-Bereich stark vertreten, sind sie auch heute noch. Aber die haben gemerkt, die Konsolen graben immer mehr den Markt ab und die stehen dann halt im Wohnzimmer und sind irgendwie eine andere Geräteklasse. Also haben sie PC-Komponenten genommen, haben die ein bisschen verändert und umgebastelt und haben daraus dann quasi die Xbox gebaut. Auch hier noch ein kleiner Fun-Fact, wo kommt der Name her? Xbox ist jetzt nun, also diese ganzen Konsolen, Playstation verstehe ich irgendwie noch, aber Nintendo Wii zum Beispiel, egal, lass uns darüber nicht reden. Xbox ist gekommen, weil der interne Projektname von dieser Konsole, war bei Microsoft einfach Box. Sehr einfulsreich. Und damals gab es eine Computerschnittstelle, die handelte sich DirectX. Ja, und so ist es dann die Xbox geworden. Also relativ einfach. Eigentlich war das ein interner Name und gar nicht für Marketing gedacht. Aber dann, als das Marketing losging und die Konsole rauskam, hat man sich gedacht, okay, der Name hat sich jetzt bei uns so eingebürgert, dann machen wir das jetzt halt auch für alle.

Stella:
Vielleicht ein gutes Beispiel für, passt auf, welche internen Projektnamen ihr vergebt, Und möglicherweise bleibt es sonst dabei. Möglicherweise bleibt es dabei, ja. Die Xbox, sie war auch im Vergleich zu PlayStation wiederum relativ teuer. Kostete es zu Beginn so 479, ja, umgerechnet Euro. Weil damals gab es ja noch keinen Euro, oder?

Caspar:
Doch, das sind Europreise tatsächlich, die echten Europreise. Das stimmt. Wann ging es los? Wann kam der Euro? Also in Europa ging es ja erst 2002 los mit der Xbox. Sekunde, Euro-Einführung. Ich kann mir das auch immer nicht merken. Vielen Dank. 1999. Am 1. Januar 1999 wurde die Gemeinschaftswährung zunächst als virtuelles Buchgeld eingeführt. Genau drei Jahre später, am 1. Januar 2002, wurden schließlich Euro-Banken und Münzen an die Bürger ausgegeben. Siehste.

Stella:
Guck mal. Ich habe als Kind noch meine erste D-Mark gehabt und die habe ich heute auch noch. Aber darum soll es jetzt nicht gehen.

Caspar:
Wir sind alt.

Stella:
Ja, nichts. Also nicht falsch verstehen. Ich wollte jetzt hier nicht, das war jetzt keine Bekenntnis zur D-Mark. Ich finde das mit dem Euro super.

Caspar:
Der hat viel leichter gemacht. die Preise noch in Mark um. Das können wir ja auch mal machen.

Stella:
Das ist auch was, mit dem man mich natürlich als Mensch, der das wirklich nur in ganz, ganz jungen Jahren mitbekommen hat, immer, wie viel D-Mark? Gut, aber wir driften ab. Also, es waren auf jeden Fall Euro 479 und bis 2004 ist das Ganze dann auf 149 gesunken.

Caspar:
Ziemlich krasser Sprung, ja.

Stella:
Echt krasser Wertverlust. Entsprach dann aber wiederum so den Preis der Playstation. Also ihr merkt schon, Xbox und Playstation waren von Anfang an ja irgendwie miteinander verbandelt. Vielleicht noch ein paar Zahlen. Weltweit wurden so rund 22 Millionen Xbox-Geräte verkauft und zum Vergleich dann die Playstation 2, die auf den Markt kam, das war das direkte Konkurrenzprodukt, kam auf mehr als 160 Millionen Geräte.

Caspar:
Also ihr seht, Xbox hatte es am Anfang nicht ganz so einfach, gegen die Playstation anzukommen und auch finanziell war das wohl für Microsoft nicht der größte Gewinn, weil das Unternehmen über die Lebensspanne von dieser Konsole hinweg. So eine Konsole ist ja mehrere Jahre immer im Einsatz und Microsoft hat wohl, davon gehen Expertinnen und Experten aus, rund vier Milliarden Dollar aufgrund der höheren Herstellungskosten als des Verkaufspreises. Ihr habt ja gesehen, es ist von 479 Euro auf 149 gesunken, um überhaupt irgendwie mit der Playstation mithalten zu können. Damit kannst du dann keine Gewinne erzielen, weil irgendwann ist das Ding günstiger, als du es hergestellt hast. Und das war bei der ersten Xbox, wie gesagt, ein großes Problem.

Stella:
Caspar, ich weiß, jetzt kommt der für dich persönliche Teil. Die Xbox, die war, sagen wir mal so, jetzt nicht direkt ein durchschlagender Erfolg, aber Microsoft hat nicht aufgegeben, ist dabei geblieben und hat dann Ende 2005 die Xbox 360, als Nachfolger vorgestellt.

Caspar:
Liebevoll auch Xbox 360 genannt in der Gaming-Branche.

Stella:
Guck mal, da spricht der Kenner, denn ich darf so viel verraten, Caspar hatte diese Konsole.

Caspar:
Ja, das war mein Einstieg in den Konsolenmarkt. Deswegen habe ich eben auch gerade angeteasert, dass ich Konsolen- oder Xbox-User auch war. Ich habe lange Zeit am PC gespielt und hatte dann aber irgendwann keine Lust mehr, weil ich das Problem hatte, dass beim PC viele Spiele einfach nicht liefen, wenn ich sie dann gekauft hatte und eingelegt hatte, weil sie eine neue Grafikkarte irgendwie brauchten. Arbeitsspeicher hast du nicht gesehen. Und das Versprechen der Konsole und warum die meiner Meinung nach auch so erfolgreich waren, ist, du kaufst ein Spiel, das ist optimiert für das Gerät, du legst es ein und es läuft. Und das war auch der Grund, warum ich damals gesagt habe, okay, dann brauche ich wohl eine Xbox 360 in dem Fall. Der Name kommt auch wieder daher, dass Microsoft eben nicht mehr nur noch Gaming anbieten wollte, sondern das Paket deutlich größer war. Das ging nämlich plötzlich um Entertainment, es ging um Xbox Live, also es war das erste Mal, dass großartig wirklich Multiplayer möglich war über Konsolen. Man konnte über Voice Chat miteinander reden, man konnte sich Nachrichten schicken. Es gab Profile bei Xbox Live, es gab einen Marketplace. Also ihr seht, die normale Xbox, die erste war einfach nur eine Spielekonsole. Das ist jetzt schon deutlich mehr. Das ist ein ganzes Ökosystem, was mit der Xbox 360 auf den Markt kommt.

Stella:
Passt ja irgendwie auch so, wenn man daran denkt, Microsoft dahinter, die natürlich auch schon von jeher diese Betriebssoftware, diese Plattformlogik in sich haben. Übrigens, Caspar, ich hoffe, du machst danach den Podcast mit mir weiter. Aber ich habe mir dann ganz doll gewünscht und eines Tages zu Weihnachten bekommen, eine PlayStation 2, um, rate mal, SingStar zu spielen. Genau.

Caspar:
Also, Spoiler, ich bin inzwischen auf PlayStation umgestiegen. Warum, hören wir auch gleich.

Stella:
Gut, aber du hast es ja eben gesagt, war so die bisher erfolgreichste Konsole dann für Microsoft. Hat sich auch weltweit rund 84 Millionen verkauft. Also, Pima Daumen, viermal mehr als die erste Xbox. Und ist sogar in einer Liste der weltweit am meisten verkauften Konsolen aller Hersteller auf Platz 10 gelandet.

Caspar:
Immerhin, ja, ja.

Stella:
Das heißt, Caspar, du hast ja schon damals, wobei ich glaube, da warst du noch nicht Tech-Journalist.

Caspar:
Nee, nee, nee.

Stella:
Aber auch in der, sagen wir mal, Community unter den Lupen der professionellen Schreiberlinge kam diese Konsole, glaube ich, ganz gut an.

Caspar:
Ja, auch in der Branche, beziehungsweise bei den Fans. Und dieser Ansatz mit Multiplayer, dann diese Multimedia-Aspekte, dann, dass du auch gute Spieletitel dafür hattest und so. Also insgesamt war die Xbox tatsächlich, die Xbox 360 kam sehr gut an. Und die Xbox hat auch an einer Stelle, wir haben ja ganz viele Zahlen euch mitgebracht, ist tatsächlich geschafft, die Playstation und die Nintendo Wii, die damals auf dem Markt war, quasi auch zu performen, wie man es so schön sagt. Oder wenn wir jetzt ein Quartett spielen würden, wäre das die Stelle, wo die Xbox 360 die anderen mal geschlagen hätte. Und zwar bei der Anzahl der Spiele pro Konsole. Weil ihr dürft ja nicht vergessen, so eine Konsole, die muss man ja auch mit Spielen füttern. Und für die Hersteller ist es natürlich gut, wenn man mehr Spiele dann zusätzlich zu den Konsolen noch verkauft, weil dann nach dem Konsolenverkauf auch noch ein bisschen die Kasse klingelt. Und bei der Xbox 360 war es so, dass sie durchschnittlich sieben Spiele pro Konsole an die BesitzerInnen verkaufen konnte. Bei der Playstation waren das nur 3,8 und bei der Wii waren das nur 3,5. Also nur halb so viele Spiele wie bei der Xbox und das ist an sich natürlich super. Also alles ein großer Erfolg, oder?

Stella:
Nee, da gibt es einen Haken an der Sache. Und zwar auf Seiten der Hardware. Caspar, ich muss mal darauf achten. Ich spreche das jetzt ganz langsam auf, weil ich weiß, deine Xbox war auch davon betroffen. Und vielleicht kriegst du jetzt so ein Zucken.

Caspar:
Ich spüre gleich einen Schmerz.

Stella:
Nein, er hat nicht gezuckt. Ich sehe es. Das war ein Hardware-Fehler. Was ist denn da passiert?

Caspar:
Das war tatsächlich so, dass sehr, sehr, sehr viele Xboxes davon betroffen waren. Und das war dann sowas wie das Todesurteil für die Konsole. Stell dir vor, du sitzt vor deiner Konsole, möchtest sie einschalten, um spielen zu können. Und statt, dass sie dich mit den grünen Leuchten um das Logo begrüßt, Xbox, die Farbe ist ja grün von Xbox, leuchtet sie plötzlich an drei Stellen rot und blinkt vor sich hin. Und dann wusstest du, jetzt sinkt die Laune im Keller, weil A ist nichts mit Spielen. Und zweitens, deine Xbox ist quasi hinüber. Das Problem war nämlich, Microsoft hatte einen Konstruktionsfehler. Im Inneren dieser Konsole gibt es ja einen Prozessor und einen Grafikchip und so weiter und so fort und die wurden zu heiß während des Spielens. Die Konsole war nicht ausreichend gekühlt. Und sich da ständiger aufheizen und wieder abkühlen nach dem Spielen, wenn man sie dann ausgemacht hat, dehnten sich die Bauteile im Inneren aus und zogen sich wieder zusammen durch das Abkühlen. Und dabei, das ist eigentlich völlig normal bei Elektronik, das passiert bei jedem Gerät, weil es erstmal warm wird und dann wieder kälter. Das Problem war, dass dieser Unterschied so groß war bei der Xbox 360, dass das ausreichte, dass Lötverbindungen rissen und dann keine Verbindungen mehr herstellen konnten. Und das war dann tatsächlich ein großes Problem. Dieser Red Ring of Death war sehr verbreitet. Microsoft musste tatsächlich mehrere oder eine Milliarde US-Dollar zurückstellen, um die Kosten für die Reparaturen irgendwie zu decken. Und Ersatzgeräte hat die Garantie für den Red Ring of Death auch auf drei Jahre verlängert.

Caspar:
Und bei mir war es so und deswegen bin ich dann auch tatsächlich zu Konkurrenz gewechselt. Einige Tage nach der Garantie zeigte meine Xbox dann diesen Red Ring of Glass an.

Caspar:
Ich habe sie unter anderem dann in den Backofen geschoben. Kein Witz, weil das nicht im Internet, das gab es da ja schon. Die Hoffnung war, dass wenn sie nochmal warm wird, diese Lötverbindung nochmal schmelzen und dann den Kontakt wiederherstellen. Und es hat für zwei Wochen funktioniert. Meine im Backofen gebackene Xbox, du musstest sie auseinanderbauen, hast dann das Mainboard mit Alufolie an den Stellen umwickelt, die nicht zu warm werden durften und dann hast du dieses Mainboard von der Xbox in, deinen Backofen geschoben und für zwei Wochen konnte ich wieder spielen. Danach war das Problem dann leider wieder da. Dann habe ich aber noch einen riesigen PC-Lüfter. Ich habe das Gehäuse aufgeschnitten an der Seite und habe einen riesigen PC-Lüfter da reingebaut, damit die Kühlung funktioniert. Das hat dann auch nochmal für drei Wochen gehalten und dann war sie aber komplett tot. Und dann konnte man sie wegschmeißen und dann war das Thema durch. Dann habe ich gesagt, okay, jetzt hole ich mir eine PlayStation 4.

Stella:
Diese Beispiele zeigen A, wie sehr du an dem Gerät gehangen hast. Und B, ich glaube, die Grundregel, die ich mal gelernt habe, war Technik, nicht erhitzen. Und Technik, ich glaube, das steht auch ganz häufig drauf, nicht in den Backofen, nicht auf dem Herd, etc.

Caspar:
Vorsicht, bitte nicht nachmachen.

Stella:
Also, Caspar, hast du dich damit irgendwie vielleicht an Microsoft gewandt oder an andere Tech-Hersteller, die sich seitdem gezwungen sehen, Gut, wir wollen das nicht weiter ausführen, aber Leute, macht es bitte nicht nach. Also keine dieser Varianten, die Caspar da angeführt hat, um so die teuerste Hardwarepanne der Unterhaltungselektronik bisher irgendwie zu beheben in den eigenen vier Wänden. Okay, also wir sehen schon die Xbox 360. Ich habe dazugelernt. War schon irgendwie auch ein Erfolg, aber hatte auch so die eine oder andere Schwachstelle. Aber wie geht es denn jetzt weiter? Weil das Ganze wurde ja auch weiterentwickelt, umgebaut. Hat Microsoft damit eigentlich wirklich mal Geld verdient?

Caspar:
Nee, auch die Xbox 360, unter anderem wegen diesem großen Hardwarefehler, die sie ja so viel Geld zurückstellen mussten und Garantieverlänger und so weiter und so fort, haben sie auch an der Xbox 360 leider nicht richtig viel Geld verdient. Und deswegen haben sie dann 2013 eine Nachfolge auf den Markt gebracht, mit dem dann alles besser werden sollte. Und Microsoft hat das Projekt noch, also hat das Projekt bei der Präsentation der neuen Konsole, der Xbox One, wie sie dann hieß, 2013 quasi schon bei der Präsentation gegen die Wand gefahren.

Stella:
Ich sage dazu, ich habe es nicht live gesehen, sondern das ist jetzt im Nachgang recherchiert. Also der Fokus lag wohl eigentlich eine Stunde lang auf Fernsehens, Sport-Apps, Skype, Bing, Suchmaschine von Microsoft. Deswegen schon irgendwie auf Unterhaltung, aber eben überhaupt gar nicht auf Gaming. Zum Beispiel auf Call of Duty. Ghosts, ein Spiel, was damals wahrscheinlich sehr beliebt gewesen ist oder zumindest großes Interesse weckte, war quasi nur eine Randnotiz. Und natürlich fürs Gaming-Publikum, so für dich, Caspar, dass eine neue Spielkonsole erwartet, war das echt ernüchternd. Eine ziemliche Enttäuschung. Und ich glaube, der ein oder andere ist dann auch richtig wütend geworden. Denn da gab es auch drei Ankündigungen, wo Microsoft danach auch nicht so richtig sprechbereit zu war. Die wollen wir uns jetzt nochmal rückblickend genauer angucken.

Caspar:
Ja, also stellt euch vor, ihr freut euch auf die neue Xbox, guckt euch diese Präsentation an und dann kündigt Microsoft die folgenden drei Dinge an. Das Erste, die Xbox One gibt es ausschließlich im Bundle mit dem neuen Kinect-Sensor. Das war so eine Kamera, mit der man dann auch Bewegungssteuerung und solche Dinge machen konnte. Das Problem war, wer den nicht wollte, musste den trotzdem mitkaufen. Microsoft sagt, den gibt es nur im Bundle. Und schlimmer noch, nach ersten Informationen sollte die Konsole ohne dieses angeschlossene Kinect auch gar nicht erst starten oder nicht funktionieren. Das heißt, man musste die ganze Zeit eine Kamera im Wohnzimmer haben. Wenig überraschend fanden das die Leute nicht so geil 2013. Das zweite Problem war der Online-Zwang. Die Konsole hätte sich alle 24 Stunden mit dem Internet verbinden müssen, laut Microsoft, um überhaupt Spiele starten zu können. Und ohne diese Verbindung hätte die Konsole dann, wie gesagt, nichts abgespielt. Also wenn ihr kein Internet gehabt hättet oder wenn euer Internet zu schwach gewesen wäre, wo ihr die Konsole auch gar nicht ans Internet hättet anschließen wollen, weil muss man ja eigentlich auch nicht. Dann hättet ihr ein teures Stück Hardware gehabt, was ihr für euer Geld gekauft habt, aber was dann gar nicht funktioniert. Das wiederum fanden die Leute auch nicht so geil. Und jetzt kommt das dritte, das war auch nicht wirklich gut angekommen. Das ist auch irgendwie das komplexeste Thema, aber auch das am schlechtesten kommunizierte von Microsoft. Und zwar geht es um den Weiterverkauf von gebrauchten Spielen.

Caspar:
GameStop gab es oder gibt es. Also man konnte früher mit der Xbox 360 bin ich sehr oft in den Gebrauchtmarkt gegangen oder man hat mit Freunden Spiele getauscht oder gegenseitig untereinander verkauft und solche Sachen. Das war üblich bei den Konsolen. Und Microsoft wollte da so ein bisschen den Deckel drauflegen quasi und wollte nur noch über spezielle Partnerprogramme mit ausgewählten Händlern es ermöglichen, Gebrauchtspiele zu verkaufen. Und selbst wenn man privat oder auf dem Flohmarkt was weiterverkauft, jedes Spiel sollte nur noch ein einziges Mal den Besitzer wechseln dürfen. Also wenn ich dir meinen GTA 3 verkauft hätte oder San Andreas, dann wäre das in Ordnung gewesen, du hättest es dann aktivieren können. Wenn du das dann weiterverkauft hättest an Ellie, liebe Grüße an der Stelle, dann hätte sie es nicht mehr spielen können, weil Microsoft gesagt hätte, es hat ja schon einmal den Besitzer gewechselt. Und wenig überraschend, das fanden die Leute nicht so geil, alles drei.

Stella:
Sony und Nintendo, die haben sich dann wohl ein bisschen gefreut, denn Microsoft hatte wohl vollkommen unterschätzt, wie die GamerInnen diese Maßnahme finden würden. Allerdings hat Microsoft dann doch darauf reagiert. Und zwar drei Wochen nach der Vorstellung der Xbox One sind die da eigentlich komplett eingeknickt. Im offiziellen Xbox-Blog wurde dann verkündet, dass Online-Zwang, dass die Gebrauchsspielsperre und auch diese ursprüngliche DRM-Maßnahme vollständig gestrichen wird. Kinetic hattest du ja eben angesprochen, das wurde dann auch schließlich optional, aber es war trotzdem ein komplettes Kommunikationsdebakel. Auch wenn sie dann drei Wochen später ja eigentlich alles, was sie als neu angekündigt haben, in dem Punkt auch wieder zurückgerollt haben. Sony hat dann nämlich Microsoft bei den Verkaufszahlen deutlich übertroffen und mehr als doppelt so viele Konsolen eben dieser Generation dann verkauft. Und laut Microsofts eigenen Zahlen kam die Xbox One auf höchstens 58,6 Millionen Einheiten, die PS4 von Sony im Vergleich auf 117,2 Millionen.

Caspar:
Also die Xbox One war im Grunde verbrannt, als sie sie vorgestellt haben. Ja. Weil viele Leute gesagt haben, warum sollte ich mir das denn kaufen? Auch wenn man dann drei Wochen später zurückgerudert ist, das Kind war schon im Brunnen gefallen, wie man so schön sagt. Also ihr seht, über mehrere Konsolgenerationen hinweg hat Microsoft versucht, im Konsolenmarkt möglichst viele Geräte zu verkaufen und ist aus den unterschiedlichsten Gründen, muss man ja auch dazu sagen, immer daran gescheitert, mit der Konkurrenz von Sony und Nintendo mithalten zu können. Auch Nintendo hat in vielen Jahren häufig deutlich mehr Konsolen verkauft. Die Zahlen haben wir jetzt gar nicht mitgebracht, aber weil die Playstation immer die größte Konkurrenz war, aber auch Nintendo hat man nicht überwunden. Ja, und dann hat man sich überlegt, okay, was machen wir jetzt? Wir sind mit mehreren Xbox-Generationen so ein bisschen auf die Nase gefallen. Konsolenmarkt, irgendwie schaffen wir es nicht mehr zu verkaufen als die Konkurrenz. Was passiert jetzt? Was machen wir jetzt?

Stella:
Also jetzt war so 2017, 2018, da gab es nämlich so eine Art Kehrt-Win oder vielleicht eher eine Umstellung unter dem damaligen Xbox-Chef Phil Spencer. Da galt dann eben nicht mehr, wir müssen die meisten Konsolen verkaufen im Vergleich zu den anderen, sondern die Idee war, sich so von der Hardware zu lösen und quasi mehr auf Software zu fokussieren. Ja, eigentlich recht zukunftsorientiert, würde man sagen. Da wurde dann zum Beispiel der Xbox Game Pass eingeführt, war einfach gesagt so eine Art Netflix fürs Gaming und auch Cloud Gaming vorgestellt. Und die große Wette dahinter war eben, du hast es auf Content gesetzt statt auf die Hardware. Das heißt darauf, dass zum Beispiel einfach diese Anwendungen dann runtergeladen wurden, dass da bestimmte Abo-Pakete abgeschlossen worden sind, wo die Nutzenden dann zwar schon das Ausgangsgerät haben in Teilen auch, aber trotzdem einfach auf ein Mehr über verschiedene Programme zugreifen können. Und dazu wurden dann auch ordentlich Gaming-Studios gekauft.

Caspar:
Ja, Bethesda zum Beispiel, ein ganz großes Studio, was zum Beispiel die Elder Scrolls-Reihe veröffentlicht. Die wurden für 7,5 Milliarden US-Dollar gekauft. Oder auch Activision Blizzard, die wurden für 69 Milliarden US-Dollar gekauft. Also Microsoft ist richtig auf Shopping-Tour gegangen und hat gesagt, okay, wir wollen jetzt Content, Content, Content. So ein bisschen wie die damals ja auch sehr boomenden Streaming-Anbieter, die ja dann losgingen und eine Serie nach der anderen gekauft haben. Und die Idee war eben so ein bisschen wie der Apple App Store, dass man, weil für Apple macht der App Store ja zum Beispiel Milliarden Umsatz, obwohl es Software ist, es ist ja keine Hardware. Die Idee war quasi zu sagen, okay, wir verkaufen zwar immer noch Konsolen, aber das Hauptgeschäft machen wir dann eben mit so Softwarelösungen, mit Streaming-Geschichten, mit Gaming-Flat-Rates und mit Online-Gaming, sodass du gar keine Konsole mehr brauchst. Zum Beispiel von jedem Gerät kannst du online auf eine Xbox zugreifen und mit der dann spielen. Das war die Idee dahinter.

Stella:
Genau und Microsoft ist ja auch deswegen eben viel mehr in diese Spielentwicklung mit reingegangen durch eben den Kauf dieser Studios. Jetzt ihr ahnt es vielleicht, das ist jetzt nicht so ganz aufgegangen, wie sich das die Verantwortlichen wahrscheinlich gedacht haben und dann kommen wir jetzt auch mal final so langsam zum Ende des Inputs und zum Heute. Da schließt sich der Kreis und wir schauen nochmal auf die aktuelle Newslage, denn da hatten wir ja eingangs gesagt, Microsoft hat Entlassungen angekündigt, die Umstrukturierung in der Xbox-Sparte bestätigt. Nochmal als Reminder, 3200 Stellen in der Gaming-Sparte von Xbox sollen eben gestrichen werden und weitere 3200 Stellen werden dann im Geschäftskundenvertrieb abgebaut.

Caspar:
Und das ist das dritte Jahr in Folge, dass Microsoft zum Ende des Geschäftsjahres Stellen abbaut, um Kosten zu sparen. Und unter anderem, das sagen sie auch offiziell, Investitionen in KI zu ermöglichen.

Caspar:
Asha Sharma, das ist die neue Chefin der Xbox-Sparte, die kündigte an, dass 1600 Stellen sofort wegfallen. Weitere 1600 sollen im Laufe der nächsten zwölf Monate Stück für Stück abgebaut werden. Und um mal einen Vergleich zu haben, das entspricht etwa einem Fünftel der Beschäftigten von der Xbox-Sparte. Ähm, Studioschließungen seien nicht geplant, also wir haben ja gerade gesagt, Microsoft hat ganz viele Studios aufgekauft, ähm, die will man nicht schließen, aber man verkauft sie wieder, unter anderem teilweise zum Beispiel an die Gründer von den Studios, also ich weiß nicht, die Kaufpreise sind nicht wirklich bekannt, ich weiß jetzt nicht, ob die ein Geschäft damit gemacht haben oder ob Microsoft quasi jetzt erstmal alles loswerden möchte, ähm, Asha Sharma, die Chefin, spricht von einem Reset für Xbox, ähm, um konzernweite Sparmaßnahmen umzusetzen, also ihr seht, jetzt kommt der Rotstift. Jetzt guckt man drauf, dass man das Ding irgendwie so ein bisschen einkürzt. Warum braucht es diesen Reset? Einer der Gründe, wir haben darüber gesprochen, dass sie jetzt auf dem Abo-Modell sitzen, das Wachstum hat einfach total seine Ziele verfehlt. Intern hat sich Microsoft wohl eine Zahl von rund 77 Millionen Game Pass-Abonnentinnen selbst auferlegt, bis Juni 2026, also bis zum vergangenen Monat. Das wollte man schaffen. Laut Wall Street Journal liegt die tatsächliche Zahl aber nur bei 30 Millionen, also weniger als die Hälfte.

Caspar:
Deutlich weniger als die Hälfte. Und das Abo ist über zwei Jahre hinweg jetzt wohl kaum gewachsen, vielleicht sogar geschrumpft, schreibt das Wall Street Journal, also sogar rückläufig. Und es gab auch Preisanpassungen und die sind auch teilweise nicht wirklich gut angekommen.

Stella:
Sorry, kein Wunder. Im Herbst 2025 hat Microsoft den Game Pass, den je nach Tarif, um bis zu 50 Das finde ich schon knackig. Und in der Folge, das hat dann auch der Xbox-Strategie-Chef Matthew Ball eingeräumt, später man habe innerhalb weniger Monate Millionen von AbonnentInnen verloren. Auch da hat Microsoft wieder reagieren müssen und dann im April 2026 wiederum die Preise gesenkt. Jetzt muss man aber auch dazu sagen, generell gibt es da ja eine Flaute in der Branche. Ich weiß, wir reden auch schon länger darüber, welche Probleme zum Beispiel auch kleinere Gaming-Studios haben, wie hart es dann teilweise auch für EntwicklerInnen in dem Bereich ist. Zusätzlich die Konsolenverkäufe, die schwächeln auch weltweit. Also da muss man auch sagen, generell sieht es ja in der Branche gerade nicht so rosig aus.

Caspar:
Also ihr seht, Microsoft hat nicht nur den Hardware-Krieg aufgegeben, sondern inzwischen zeigt sich auch, dass der Ersatzplan, nämlich auf Software zu setzen und Abos, dass das auch nicht so funktioniert hat, wie sie sich das gedacht haben und dass die mal ausgegebenen Milliarden lange nicht wieder zurückgeflossen sind. Ja, und jetzt ganz zum Abschluss von Input noch die Frage, wie geht es weiter? Das ist tatsächlich die ganz spannende Frage und deswegen haben wir euch diese ganze Historie auch mal mitgegeben, damit ihr in Zukunft, wenn ihr dann wieder hört, Xbox entlässt Leute oder Xbox macht das und das, das und das, dass ihr jetzt so ein bisschen diesen Background habt. Weil mit Blick auf die RAM-Krise muss man ganz klar sagen, es ist auch durchaus möglich, dass Xbox sagt oder Microsoft, wir lassen das mit der Konsole, weil die RAM-Preise steigen ja immer mehr, die Konsolen werden immer teurer. Nintendo hat schon angekündigt, dass aktuelle Modelle teurer werden. Das Stream Deck, die haben jetzt auch so eine Wohnzimmerkonsole rausgebracht von Steam. Die ist deutlich teurer, glaube ich, geworden, über 1000 Euro, als das ursprünglich mal geplant war. Und Xbox kann sich das eigentlich, glaube ich, nicht leisten, jetzt noch eine Konsole rauszubringen in ein, zwei Jahren und die dann viel teurer zu machen, als sie eigentlich sein soll, weil damit ist man schon mal auf die Nase gefallen. Ja, also vielleicht hat sich das Thema Xbox, was Konsolen betrifft, komplett erledigt. Ja, mal gucken. Wir blicken weiter drauf, aber es zeigt, glaube ich, ganz schön auch eine Marke, die 25 Jahre alt ist. Die ist nicht too big to fail, auch nicht beim Konzern wie Microsoft. Es kann auch sein, dass wir das Ganze vielleicht irgendwann mal zu Grabe tragen.

Stella:
Aber es kann auch sein, dass Microsoft vielleicht die nächste Idee hat, dass das Ganze weiterentwickelt wird. Wir wissen ja selbst beide nicht, wie es weitergeht. Und eins muss man sagen, Microsoft hat es ja immer wieder probiert und auch jetzt. Sie machen ja auch nicht komplett schon den Shutdown, obwohl sie Ziele wohl nicht erreicht haben. Es bleibt spannend. Ihr habt von uns jetzt in dem Input, wie Caspar sagte, eine Übersicht bekommen. Und ich hätte jetzt ehrlich gesagt, ein Bedarf, so eine Reise ans Meer, das geht jetzt nicht ganz so leicht, aber in der guten Nachricht nehmen wir euch zumindest in die Richtung, wobei es ist auch eine durchwachsene gute Nachricht. Also an dem Punkt muss man überlegen, ob man ans Meer reisen kann. Naja, legen wir einfach los.

Jingles:
Gute Nachricht.

Caspar:
Warum durchwachsen, Stella? Weil da etwas behandelt wird, was ein Problem ist aktuell, was die Meere betrifft. Ich muss mal gucken, ob die noch online ist. Ich habe vor einiger Zeit eine Doku gesehen über Blindgänger, ich glaube es war bei Arte, über Blindgänger aus den Weltkriegen und über weggekippte Munition. Also sie haben tatsächlich teilweise nach den Kriegen einfach und auch im Krieg Munitionen haufenweise über Bord geworfen, so nach dem Motto aus dem Augen, aus dem Sinn und das liegt jetzt alles in der Ostsee. Und dass das da schlummert, hat natürlich für Mensch und Tier eine riesige Gefahr. Ja, und darüber wollen wir in der guten Nachricht einmal sprechen.

Stella:
Wir wollen eher über die Lösung sprechen, nicht über die Gefahr. Wo kommt das ganze Zeug her? Nicht nur durch den Ersten und den Zweiten Weltkrieg, sondern durch verschiedene historische und auch aktuelle Konflikte. Werden da quasi die Weltmeere als illegale Entsorgungsstätte genutzt? Und zwar liegt da, wie Caspar ja angerissen hatte, In großen Mengen nicht explodierte Munition. Für wen ist das nochmal konkret gefährlich? Diese Blindgänger in den flachen Küstengewässern für Badetouristen, für Meerestiere, aber auch für die küstennahen Schiffsfahrtrouten. Also eigentlich für jeden, der eben sich in diesem Wasserbereich dann auch auffällt. Und bisherige Suchverfahren gibt es ja schon, die haben allerdings Einschränkungen. Zum Beispiel Sonar arbeitet in flachen Gewässern eher unzuverlässig und optische Verfahren, die leiden dann eben unter Verzerrung durch Wellen- und Sandbewegungen. Und jetzt kommen wir nämlich, das war alles keine gute Nachricht, aber die gute Nachricht ist, dass es ein Forschungsteam der Rosenstiel School der University of Miami nun geschafft hat, ein Verfahren zu entwickeln, um eben unter Wasser Blindgänger, die Unexploded Ordinance oder UXO, nicht zu verwechseln mit UFO bitte, aus der Luft zu erkennen. Ich liebe immer diese Abkürzung, die wir gerade auch hier in der guten Nachricht haben.

Caspar:
Universitäten sind immer herrlich.

Stella:
Caspar, wie funktioniert denn das Ganze jetzt?

Caspar:
Ja, das funktioniert in Küstennähe, weil da ja das größte Problem zum Beispiel für Badegäste und Tiere ist und bis zu einer Tiefe von ungefähr 10 Meter. Das neue Verfahren kombiniert gleich mehrere Technologien. Eine, die ursprünglich von der NASA entwickelt wurde, das sogenannte MIDAR, also nicht LiDAR, so wie wir das ja schon kennen vom iPhone zum Beispiel, sondern MIDAR. MIDA heißt Multispectral Imaging Detection and Active Reflectance. Das ist die eine Technologie. Was das ist, erzähle ich gleich noch. Keine Sorge, ihr müsst das nicht wissen. Und das zweite ist Fluid Lensing. Zwei wunderschöne englische Vokabeln haben wir heute zum Thema Vokabeln lernen.

Caspar:
Was ist MIDA? MIDA nutzt Licht von unterschiedlichen Wellenlängen, um den Meeresboten quasi auszuleuchten. Und Fluidlensing korrigiert dann wellenbedingte Bildverzerrungen. Wenn ihr mal überlegt, ihr guckt von oben zum Beispiel mit einem Satellit auf das Meer und dann sind dann Wellen, dann ist natürlich alles verzogen und verwirbelt und oft ist es ja auch so, dass Lichtstrahlen sich im Wasser brechen. Nicht nur oft, das ist immer so, sodass dann auch Objekte an der falschen Stelle irgendwie wirken oder größer wirken. Ihr wisst, was ich meine. Und dieses Fluidlensing schafft es eben in Echtzeit, erzeugte hochauflösende Unterwasserbilder quasi zu entzerren. Und wo kommen die Aufnahmen her, die dann mit MIDA und Fluid Lensing nachbearbeitet werden? Die stammen von Drohnen, die eben diese Küstenabschnitte systematisch überfliegen, automatisiert. Und ihr ahnt es schon vielleicht, dann kommt auch noch KI so ein bisschen zum Einsatz. Die lehrten nämlich im Anschluss diese bearbeiteten Bilder aus und erkennen zum Beispiel typische Formen von Bomben oder Munition. Die sind halt mit ganz vielen Bildern trainiert worden, diese KI-Modelle, und erkennen das dann auch auf diesen neuen Bildern. Die typischen Formen von Bomben und Munition, habe ich erzählt, können das aber auch unterscheiden von natürlichen Objekten wie zum Beispiel Felsen oder Korallen. Und laut den Forschenden funktioniert diese Erkennung auch dann, wenn die Blindgänger sogar teilweise von Sediment oder Bewuchs verdeckt sind.

Stella:
Und jetzt gibt es aber auch ein Aber, denn doch ist das eben eine wissenschaftliche Studie. Aber die ersten Tests des Systems, die verliefen schon mal erfolgreich. Daher haben wir euch das auch mitgebracht. Und die Forschenden, die erwarten gegenüber bisherigen Verfahren eine schnellere Kartierung großer Küstenabschnitte, geringere Kosten und eben eine höhere Erkennungsgenauigkeit. Also da drücken wir doch die Daumen, dass all diese drei Punkte dann auch so funktionieren. Im nächsten Schritt soll dann das Verfahren in schwierigeren Umgebungen getestet werden, beispielsweise in tiefen Buchten oder in trüben Gewässern.

Caspar:
Ha, sehr schön.

Stella:
Du hast einmal vorhin, als wir angefangen haben, bei einem Thema auch so, ich glaube, es war das WTF, sagst du so. So, und jetzt ist es das zum Abschluss. Wir sind am Ende dieser Folge, aber ihr hört uns in der nächsten Woche wieder mit allerlei Themen rund um Tech. Vielleicht wieder mit unserem Redaktionssystem. Es hat jetzt auch mit dem Google Doc funktioniert.

Caspar:
Ja, wir werden euch erzählen, ob es nächste Woche wieder problemlos funktioniert. Ich werde, mich noch mal mit ihr auseinandersetzen und mal gucken, ob unser kleiner KI-Roboter es jetzt schafft, das Problem zu beheben, damit wir nächste Woche nicht wieder die Hälfte unserer Arbeit verlieren, die wir händisch da reingetippt haben.

Stella:
Ach, das wäre richtig schön. Aber wir haben es gelöst. Also Teamwork makes the dream work. An der Stelle.

Caspar:
Mit dem Satz müssen wir es beenden. Besser wird es nicht.

Stella:
Vielleicht nächste Woche, schaltet wieder ein dann verpasst ihr es nicht und bis dahin sagen wir auf Wiederhören.

Caspar:
Macht es gut, bis dann tschüss.

Jingles:
Das war es schon wieder für diese Woche folgt oder abonniert uns gerne in eurer Podcast App und lasst uns dort eine Bewertung da das hilft uns sehr bis zum nächsten Mal.

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