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Hör rein auf:
101 02. Juli 2026

Konkurrenz für die Bahn, neue Regeln für Temu und KI für die Antike

Shownotes

Diese Woche mal wieder eine reine News-Epsiode. Es geht unter anderem um mehr Wettbewerb auf der Schiene, neue Zollregeln für Billigimporte aus China und Googles neue Captcha-Idee. Außerdem gibt es Updates zu Wero, Australiens Social-Media-Verbot und Anthropic. Und zum Schluss eine gute Nachricht rund um Papyrusrollen.

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Transkript der Episode

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Jingles:
Silicon Weekly. Der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche. Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar.

Stella:
Guten Tag, ihr habt es ja schon gehört, die wichtigsten Tech-News der Woche, die haben wir heute auch wieder dabei. Allerdings sind wir nicht Elli, Caspar und Stella, sondern wir sind nur zu zweit. Ihr habt es schon gehört. Die Stimme hier, das ist Caspar. Moin.

Caspar:
Moin. Ja, und wir haben uns wieder mal ein bisschen verquatscht. Eigentlich, wir müssten mal sowas wie einfach ein Kaffeekränzchen machen oder so. Und haben uns dann, ist uns aufgefallen, ach, wir sollten vielleicht auch mal dringend aufzeichnen. Es wird doch spät und die Leute wollen ja spätestens morgen früh dann auch die Folge hören. Deswegen warm geredet sind wir jetzt schon. Und du hast es gerade schon gesagt, Stella, News. Heute wird auch eine knackige News-Folge, eine News-Episode. Deswegen, wir haben heute mal keinen Input, sondern eine News-Flash-Episode, in der wir, ich glaube, waren es vier News mitgebracht haben.

Stella:
Es sind Fair News. Wir haben natürlich aber auch drei Updates dabei. Also Updates ja immer zu den Themen, die wir schon mal behandelt haben, wo vielleicht was Neues passiert ist. Wir haben ein WTF und zu guter Letzt eine gute Nachricht, damit ihr möglichst, positiv aus dieser Episode hier rausgeht. Und ihr habt es gehört, falls Caspar und ich so ein bisschen in Sabbellaune sind. Das liegt daran, dass wir eigentlich vor einer Stunde und 14 Minuten gesagt haben, wir zeichnen jetzt auf. Es ist jetzt 21.15 Uhr. Ich finde, so transparent kann man mal auch sein. Also wenn er uns Donnerstagmorgen vielleicht direkt hört, ist gar nicht so lange von der Aufzeichnung her. Aber ich würde sagen, wir legen einfach los mit Update Nummer 1.

Caspar:
Das machen wir.

Stella:
Wir schauen uns Vero an.

Caspar:
Mal wieder.

Stella:
Naja, mal wieder, keine Sorge, falls ihr zum ersten Mal hier einschaltet. Wir freuen uns, dass ihr auch dabei seid und natürlich auch für alle, die schon länger dabei sind. Kurzer Recap. Vero ist eine europäische Zahlungsalternative zu S-Diensten wie Paypal, Google Pay, Apple Pay, Visa und Mastercard. Und das Ganze wird von der European Payment Initiative, also EPI getragen, an der zahlreiche europäischen Banken und Dienste jetzt da eben beteiligt sind. Und ehrlich gesagt, vielleicht denkt er jetzt auch schon so, das klingt so ein bisschen unübersichtlich. Was ist das für eine Payment Initiative?

Caspar:
Welche Banken sind dabei und so weiter und so fort. Und man kann damit inzwischen auch, das war, als wir das erste Mal darüber berichtet haben, noch nicht so, man kann inzwischen auch in Webshops damit bestellen beziehungsweise bezahlen, aber nicht in allen. Und deswegen gibt es jetzt den sogenannten Vero-Tracker.

Stella:
Genau. Und das ist dann auch tatsächlich unser Update. In diesem Tracker seht ihr zum Beispiel, dass derzeit 22 von 48 Banken in Deutschland Vero eben anbieten. Spoiler, Kaspers und meine Bank ist auch dabei. Wir haben sie auch schon mal ausprobiert. Genau. Zum Beispiel auf Seiten der Online-Shops werden bisher 29 gelistet und 9 unterstützen Vero eben als Zahlungsmittel. Wir lesen die jetzt nicht alle vor. Das wird ein bisschen langsam dauern. Nein. Zumindest schon mal das als Info vorab für euch.

Caspar:
Falls ihr jetzt denkt, das ist ja praktisch, da haben sich die Banken mal was Gutes ausgedacht, dass es diese Überblickseite gibt. Nee, leider nicht. Die stecken nämlich gar nicht dahinter. Das sind gar nicht die Banken. Dieser Vero Tracker ist ein Community-Projekt und die Daten, die dort zusammengetragen werden, werden auch von der Community gesammelt und über die Plattform GitHub bereitgestellt und landen dann auf der Webseite. Falls ihr selbst also mal einen Webshop entdeckt, der jetzt neuerdings Vero unterstützt und das steht noch nicht auf der Seite, dann könnt ihr das da gerne melden und quasi euch an dem Projekt beteiligen. Die Webseite des Vero-Trackers, das packen wir euch in die Shownotes und da könnt ihr dann auf der Webseite mal gucken, welche Banken so dabei sind, welche Shops und wie gesagt, ob ihr vielleicht da Updates für habt.

Stella:
Und wir haben noch ein Update für euch, nämlich Nummer zwei. Ja, natürlich zwei, aber kommen wir erstmal zum zweiten Update. Wir reisen nach Australien. Wir haben ja an der Stelle schon mehrmals über das Social-Media-Verbot gesprochen. Es sind eigentlich sogar zwei Updates, in einem sehe ich gerade. Denn das wurde ja vor rund sechs Monaten eingeführt und gilt eben, dass Jugendliche unter 16 Jahren Social Media, Instagram, YouTube, Snapchat eigentlich nicht mehr nutzen dürfen. Aber, und das ist eben Teil 1, das zeigt kaum Wirkung. Zu viele Jugendliche können immer noch auf die entsprechenden Plattformen zugreifen, haben da Wege gefunden, die, wie so Berichtausstattung zeigt, auch gar nicht allzu kompliziert sind. Und damit kommen wir zum zweiten Teil der Nachricht. Jetzt werden nämlich die Strafen erhöht.

Caspar:
Genau. Die Regierung in Australien hat sich gedacht, die Politik, das kann ja so irgendwie nicht weitergehen. Also müssen wir die Plattform ein bisschen mehr Druck machen, dass die dann auch tatsächlich mal so die Maßnahmen erhöhen. Und deswegen werden die Strafen jetzt für Social Media Anbieter, nicht für die Jugendlichen, die kriegen keine Strafe, sondern die Anbieter von den Plattformen. Die mussten bisher rund 50 Millionen australische Dollar zahlen, wenn ihnen nachgewiesen werden kann, dass sie nicht ausreichend die Sperren eingerichtet haben. Inzwischen sind das jetzt, und das ist das neue 100 Millionen australische Dollar, wenn ihr jetzt denkt, wie viel sind 100 Millionen australische Dollar? Ungefähr 60 Millionen Euro. Das ist jetzt für die ganz großen Firmen nicht unbedingt die härteste Strafe, aber auch denen tun natürlich 60 Millionen Euro weh.

Stella:
Und außerdem untersuchen die Behörden eben auch mögliche Verstöße der US-Konzerne, ob das jetzt zu einem Erfolg wird. Wir werden es sehen und vielleicht an der Stelle nochmal drüber sprechen. Und jetzt aber Update Nummer drei geht quasi wieder einmal quer über den Globus in eine andere Richtung und zwar ja schon irgendwie in den USA rüber.

Caspar:
Ja, doch. Wir gehen nach Amerika. Wir haben ja vor, ich glaube, zwei Wochen darüber berichtet, dass die US-Regierung die beiden KI-Modelle Mythos und Fable 5 von Antropic gesperrt hat, beziehungsweise hat sperren lassen per die Gerät. Diese Sperre ist nun aufgehoben. Das ist das Update. Aber wobei man sagen muss, Achtung, das gilt nur für Mythos. Das zumindest geht jetzt aus einem Brief der US-Regierung an der Tropic hervor. Allerdings ist auch immer noch ein bisschen unklar, obwohl die Sperre jetzt aufgehoben wurde, wer jetzt dann auch wirklich Zugriff auf Mythos hat. Das sind laut dem US-Magazin Politico nämlich rund 100 Firmen und sogenannte Agencies, Die Zugriff auf Cloud Mythos haben unter anderem auch die NSA, also der amerikanische Geheimdienst, die auf Mythos zugreifen sollen. Das andere Modell, Fable 5, was auch gesperrt wurde, das bleibt auch weiterhin gesperrt. Das war nämlich für die Welt im Grunde weltweit zugänglich.

Stella:
Aber es bleibt ja dabei, dass weder Mythos noch Fable 5 irgendwie für die Allgemeinheit zugänglich sind.

Caspar:
Sondern das eben richtig zu betonen.

Stella:
Falls euch jetzt denkt, hey, zugänglich, aber ich sehe es nicht in meiner App, nee, geht auch nicht. Und wir haben auch noch eine kleine Randnotiz mitgebracht, so quasi als Ausgleich für das weiterhin gesperrte Fable 5 hat Anthropic nun das Vorgängermodell so nett in der neuen Version 5 veröffentlicht. So laut der Firma sollen hauptsächlich die agentischen Funktionen verbessert worden sein. Was heißt das? Das Modell soll Aufgaben besser selbstständig erledigen können. Caspar, vielleicht müssen wir uns das auch nochmal genauer hier im Podcast angucken für einen Input. Ja. Weil so ist das natürlich, ja, muss man dann kritisch hinterfragen, ob es denn auch nun wirklich so ist oder was da das Neue ist. Okay, was hältst du davon? Wir machen weiter. Und zwar mit dem WTF. Und wir hatten in den Updates eine Tech-Company nicht drin.

Caspar:
War Meta drin? Ja, doch, bei Social Media.

Stella:
Ja, Instagram, Social Media.

Caspar:
Ja, ja, ja, okay. Meta wird nicht im WTF vorkommen. Dementsprechend, mal gucken.

Stella:
Wir hatten OpenAI nicht drin.

Caspar:
Stimmt, wir hatten auch beeinigt drin, ja. Und es ist diesmal auch kein hartes WTF. Wir hatten die letzten Male ja schon so hart, WTF, wo man auch mal ein bisschen schlucken musste. Heute wird es ein kleines bisschen lockerer.

Stella:
WTF Also OpenAI nicht, Meta nicht. Das sind ja so hier Elon Musk, SpaceX, auch das nicht.

Caspar:
Microsoft kam noch nicht vor.

Stella:
Ja, was könnte es sein? Wir lösen auf, es geht um Google und um ein Verfahren, was, ja, Caspar, wie geht es dir? Also ich weiß, es ist in Teilen auch sinnvoll, aber für uns Nutzen ist es total nervig.

Caspar:
Ja, es geht um die Captures. Die kennt ihr alle. Auch wenn ihr den Begriff vielleicht jetzt nicht, auch wenn ihr damit nicht sofort was anfangen könnt. Das sind diese kleinen, ich sag mal, Bilderrätsel und Aufgaben, die man immer wieder auf Webseiten lösen muss. Zum Beispiel, wenn man ein Formular ausfüllt und das abschicken möchte, dann kommt oft noch so ein Capture unten dran. Und das wird von Google angeboten. Das ist ein Dienst von Google. Zum Beispiel, was häufig ist, klicke auf alle Zebrastreifenbilder oder markiere alle Fahrräder oder klicke auf alle Fotos mit dem Bus. Das sind so häufige Capture-Aufgaben, die man lösen muss. Warum macht man das? Naja, das soll Bots von Menschen unterscheiden. Die Bots haben Probleme damit, auf die Busse zu klicken. Die klicken vielleicht irgendwo hin oder lösen das Capture gar nicht. Dann kann nicht dieses Formular automatisiert abgeschickt werden, sondern es wird überprüft, dass das wirklich ein Mensch macht. Und dafür sind diese Captures halt da.

Stella:
Caspar, jetzt musst du aber eigentlich in der Vergangenheitsform unterwegs sein, denn früher war es eben so, dass die Bots das nicht konnten und jetzt, ich sehe zum Beispiel auch viel auf Websites einfach so einen Button, den ich drücken muss oder einen Schieberegler mittlerweile und gar nicht mehr so häufig, Zebrastreifen, Busse, Fahrräder, Motorräder etc. Etc. Nämlich das Problem an diesem älteren Verfahren ist eben, im KI-Zeitalter macht das nur noch bedingt Sinn, denn KI-Bot, der erkennt Fahrräder. Der erkennt auch vielleicht die anderen klassischen Dinge, die wir da eben immer alle anklicken mussten. Und deswegen hat Google sich jetzt was Neues ausgedacht. Und die Idee ist eben, das System fordert die BenutzerInnen auf eine bestimmte Handgeste vorzumachen, die von der Kamera im Gerät erfasst wird. Das klingt ja erstmal logisch, weil künstliche Intelligenzsoftware kann in der Regel nicht eine Geste mit einer menschlichen Hand machen.

Caspar:
Ja, genau, weil die Schlicht und Erkraft keine in der Hand haben. Ja. Ein Machine Learning Modell erfasst dann die Kamerageste oder die mit der Kamera erfassten Geste und gibt dann das Capture frei, wenn die Handgeste nachvollziehbar genau das quasi nachmacht, was vorher auf dem Bildschirm zu sehen war. Ich muss gestehen, die Idee jetzt bei einem Capture auch noch immer die Kamera zu aktivieren, finde ich nicht so großartig. Das finde ich schon mal so einen kleinen Haken an dieser aktuell noch in der Entwicklung befindlichen Idee von Google. Das muss man auch dazu sagen. Das ist jetzt eine Idee von Google, die experimentell ausprobieren wird. Aber es gibt noch ein zweites Problem, weil dieses Capture wurde von einigen, IT-Forschern schon innerhalb weniger Tage quasi geknackt und obsolet gemacht.

Stella:
Ja, und wie, ehrlich gesagt, indem sie ein Stockfoto von Händen einfach vor die Kamera gehalten haben und damit diese Funktion dann überlistet haben. Jetzt kann man natürlich auch zusätzlich so argumentieren, abgesehen von dem, was Caspar auch gerade beschrieben hat, möchte ich immer quasi meine Kamera anschalten müssen und irgendwelche Handgesten machen müssen. Auch da wären KI-Modelle immer besser. Ich meine, auch diese Daten, die wir dann da wieder einliefern, irgendwelche Gesten etc., die landen ja auch entsprechend irgendwo. Und vielleicht ist es dann auch nur eine Frage der Zeit, bis eben auch KI-Bots solche Handgesten nachmachen könnten. Eben mit Hilfe von generativer künstlicher Intelligenz. Aber wir wollen hier natürlich, man muss ja vielleicht auch noch was zugutehalten an dem. Jetzt erstmal ist es, wie Caspar sagt, hier nur ein Testlauf.

Caspar:
Es wird noch nicht produktiv eingesetzt. Und es ist erstmal ja nur eine Idee von Google, wie man dieser Bots herwerden kann, dieser KI-Bots, die durchs Netz laufen und die ganzen Captures lösen. Ja, ob das jetzt Handgesten sind, Ob das der richtige Weg ist, weiß ich nicht. Alternative wäre ja, zum Beispiel Smartphones weisen sich oft auch aus und sagen, guck mal, ich bin ein echtes Smartphone, hinter mir sitzt gerade ein echter Mensch, weil vor drei Minuten hat er das mit dem Gesicht entsperrt oder mit dem Fingerabdruck. Da gibt es auch die Möglichkeit, dass viele Smartphones, Webseiten dann auch sagen, ich bin ein echter Mensch oder dass man da gar kein Capture mehr sieht. Es gibt mehrere Möglichkeiten, es muss nicht bei Capture bleiben, aber die Handgeste ist vielleicht dann nicht das, was wir in Zukunft sehen. haben.

Stella:
Darf nur nicht zu kompliziert sein. Ich hatte neulich bei meinem E-Mail-Konto das Problem, dass ich mich auch so neu anmelden musste. Musste ich über so einen Pfeil wischen und Caspar, Da wurde mir einmal abgesprochen, dass ich ein Mensch bin, weil ich quasi gemausrutscht bin und dann, ja, deswegen. Was machen wir dann?

Caspar:
Bist du echt, Stella, oder nicht? Das ist hier die Frage.

Stella:
Wir zeichnen wieder Remote auf. Vielleicht müssen wir nächstes Mal, so wie für unsere Episode vergangene Woche, als wir die 100. Folge gefeiert haben. Komm, Caspar, da hast du gesehen, ich bin echt.

Caspar:
Ja, ich hätte dich über den Tisch anfassen können, wenn ich das gewollt hätte.

Stella:
So, also, und ich weiß, du bist auch echt. Bevor wir jetzt zu sehr abdriften, lasst uns loslegen mit dem Newsflash. Wir wechseln jetzt wirklich komplett den thematischen Bereich. Wir gucken nämlich auf den Bereich Verkehr.

Caspar:
Wir reden über Zoll, auch das. Wir reden über RAM-Hersteller und wir reden auch über China. Aber da kommen wir gleich zu. Fangen wir mit der Bahn an. Stella, du kennst bestimmt, ich weiß, du kennst Flickstrain. Bist du mit denen schon mal gefahren?

Stella:
Nee, tatsächlich noch nicht.

Caspar:
Ich auch nicht, das fehlt mir immer noch. Flickstrain, warum reden wir über die? Das ist ein Bahnunternehmen, eines von mehreren, die der deutschen Bahn Konkurrenz im Fernverkehr machen oder machen möchten. Flickstrain tut das ja schon. Wieso Konkurrenz? Wir haben eine Zahl mitgebracht. Der Fernverkehr wird derzeit zu 95 Prozent von der Deutschen Bahn durchgeführt. Und damit, eigentlich bei 95 Prozent kann man von Monopol sprechen oder von der Dominanz sprechen. Flix ist einer der größten Wettbewerber, der irgendwie versucht, das zu ändern. Aber eben nur einer.

Stella:
Wir wollen heute auch noch auf einen anderen gucken. Denn Caspar, wie du eben gesagt hast, Flix möchte das Ganze ändern. Sprich, was wollen sie? Sie wollen eben mehr Marktanteile natürlich auch haben und in Zukunft könnte das auch einfacher werden, denn die Deutsche Bahn, die muss künftig erstmal zwischen 25 und 40 Prozent der Kapazitäten, auf hoch belasteten Strecken an Wettbewerber im Fernverkehr abgeben. Das hat die Bundessetzagentur beschlossen, hat es veröffentlicht und ja, wofür das Ganze? Es soll eben mehr Wettbewerb geben im Fernverkehr und natürlich auch für die Nutzenden dann niedrigere Ticketpreise. Jetzt muss man sagen, nicht nur FlixTrain, die ja schon in Deutschland unterwegs sind, hat da Interesse, sondern auch das italienische Zugunternehmen Italo. Die wollen nämlich 2028 in den deutschen Markt eintreten und haben ja auch schon bekannt gegeben, welche Strecken sie möglicherweise bedienen möchten.

Caspar:
Und zwar geht das um Strecken wie München, Frankfurt, Köln, Dortmund. Dort wollen sie im Stundentakt fahren. Und die Strecke München, Berlin, Hamburg, die wollen sie alle zwei Stunden bedienen. Italo will dafür 30 Hochgeschwindigkeitszüge. Die sind so weindunkelrot. Ich weiß nicht, ob ihr die Italien schon mal gesehen habt. Diese 30 Hochgeschwindigkeitszüge sollen 56 tägliche Verbindungen in Deutschland dann durchführen. Und das, wie gesagt, du hast es auch schon erwähnt, gerade ab Frühjahr 2028.

Stella:
So, das klingt ja jetzt wahrscheinlich erstmal für viele, die zuhören, ganz gut. Mehr Auswahl, vielleicht auch günstigere Ticketpreise. Es gibt da aber ein kleines Aber. Die Trassen sind nämlich begrenzt. Sprich, da ist ja nicht plötzlich mehr Schiene. Und es gibt besonders eben mögliche Probleme an großen Knotenpunkten wie Hamburg, Berlin, Köln. Was dann wieder zu neuen Verspätungen führen kann. Deswegen warnt die Deutsche Bahn auch vor den Folgen von eben dieser erhöhten Konkurrenz quasi auf der Strecke. Es gab auch die Sorge, dass bestimmte kleinere Bahnhöfe, die die Deutsche Bahn anfährt, dann nicht mehr angefahren werden. Da hieß es dann aber seitens Italo auch teilweise, nein, das würden wir ja nicht so machen. Das ist ja auch alles noch ein sehr frühes Stadium, weil es gibt natürlich auch an dieser Bahnposition wiederum Kritik nach dem Motto, ja, die Trassen sind begrenzt, ist schon klar, aber trotzdem, dann was ist mit dem Thema Ausbau? Da muss halt die Deutsche Bahn Platz machen, etc. Also da gibt es ja auch einfach verschiedene Interessen, die gerade aufeinandertreffen.

Caspar:
Ja, und das ist auch nicht das einzige Argument von der Bahn. Sie argumentiert auch noch, dass die Einnahmen auf lukrativen Strecken und die haben wir gerade aufgezählt, das sind sehr vielbefahrene Strecken und da fahren sehr viele Menschen, deswegen sind sie lukrativ. Und die Bahn sagt eben, dass diese lukrativen Strecken auch Angebote auf weniger nachgefragten Strecken dann mitfinanzieren quasi oder refinanzieren. Und sie sagt quasi, wenn ihr uns die Trassen wegnimmt oder Teile davon, dann könnte das eben auch zu Streichungen von Anbindungen in der Fläche führen, an kleineren Bahnhöfen. So die Bahn, ja, muss man mal gucken. Ich glaube, so dieser Grundsatz konkurrenzbelebtes Geschäft ist vielleicht nicht verkehrt, auch für die Deutsche Bahn nicht. Vielleicht hat sie einfach viele Jahrzehnte zu wenig Konkurrenz gehabt. Ich würde auch sagen, lasst sie doch mal ausprobieren, die Italo und FlixTrain, auch mal mit mehr Zügen. Und dann gucken wir mal. Und wenn es wirklich zu günstigeren Zugticketpreisen führt und zu mehr Angebot. Ich bin jetzt erstmal nicht abgeneigt. Lasst doch mal gucken, was draus wird.

Stella:
Ist natürlich auch so eine versteckte Drohung, mit dem, naja, die großen Strecken finanzieren die kleinen, also passt auf, weil wenn wir da das Geld nicht einnehmen, dann fahren wir eben nicht in die kleinen Bahnhöfe.

Caspar:
Sonst müssen wir leider die kleinen Bahnhöfe, das geht dann nicht mehr und so. Ja, ja, mal abwarten.

Stella:
Klingt nach einem potenziellen Update-Thema, aber wir machen weiter mit der zweiten Nachricht. Da geht es um Zollregeln. Also ich weiß nicht, wie es für euch zuhörend ist. Vielleicht habt ihr schon mal bei AliExpress oder Temu, SkiIn bestellt. Caspar, wie ist es bei dir?

Caspar:
Ich gebe es zu. Ab und an mache ich das, weil das da zum Beispiel Technik, zum Beispiel LEDs habe ich neulich bestellt. Die gibt es da zu absoluten Schnäppchenpreisen. Da kriegst du so 250 LEDs für, weiß ich nicht, drei Euro oder so. Und das ist auch ein bisschen Teil des Problems. Da kommen wir gleich noch zu. Und ich bin auch nicht alleine damit, dass ich bei AliExpress und Temu und Co. bestelle manchmal. 2025 kamen 5,9 Milliarden Sendungen mit niedrigen Warenwert in Europa an. Viermal so viel, wie das noch 2022 der Fall war. Das heißt, die Sendungen nehmen auch noch zu. Und ein Problem dabei, mal davon abgesehen, dass das quasi ein Billiglohnsektor ist und man auch fragen kann, wie sind die Herstellungen, also wie ist es da mit dem Lohnsektor und den Arbeitsbedingungen und so. Ein weiteres Problem ist noch, dass viele dieser Produkte, die dort verkauft werden, auch gar nicht europäischen Standards folgen. Stichwort Warnsicherheit, Grenzwerte von irgendwelchen giftigen Stoffen und sowas. Das ist eben auch noch ein kleines Problem.

Stella:
Und du hast ja gerade schon die verschiedenen Probleme einmal benannt, aber, und deswegen haben wir das jetzt als News mitgebracht, seit dem 1. Juli, also eigentlich seit heute, aber wenn ihr es noch morgen hört, dann kommt es dann, je nachdem wann ihr uns hört, gibt es eben neue Zollregeln, um genau dieses Thema mit den kleinen Sendungen aus Nicht-EU-Staaten quasi mehr, in den Griff zu bekommen. Und die EU will eben mit dieser neuen Abgage gegen die Flut an Billigpaketen wirklich vorgehen und damit vor allen Dingen den fairen Wettbewerb mit europäischen Unternehmen sichern. Also wir gehen jetzt nicht zu sehr ins Detail, aber zum Beispiel, es gibt ja dann auch wohl diese Strategie, da die Sachen möglichst auf verschiedene Sendungen aufzuteilen und da wird die Ware drunter deklariert und all sowas. Deswegen, bisher waren, glaube ich, Bestellungen so unter 150 Euro von Zollgebühren befreit. Caspar nickt, bestätigen. Die Ausnahme, die ist jetzt halt weg.

Caspar:
Ja, das klingt jetzt erstmal kompliziert. Oh Gott, muss ich jetzt auf alles irgendwie Zoll zahlen? Naja, die EU hat sich ein bisschen was ausgedacht. Für jede Warengruppe wird pauschal eine Zollgebühr von drei Euro erhoben. Also, was heißt Warengruppe? Wenn ich jetzt meine LEDs bestelle, dann ist das eine Warengruppe. Das heißt, für ein Paket mit LEDs zahle ich einfach drei Euro obendrauf. Jetzt kann man zum Beispiel sagen, bei den LEDs verdoppelt es dann schon mal die Kosten, weil ich habe ja gesagt, hier gibt es so viel drei Euro. Kaufe ich mir zusätzlich jetzt noch ein T-Shirt bei dem Shop, ist das eine zweite Warengruppe, dann muss ich nochmal drei Euro zusätzlich zahlen, dann sind das schon sechs Euro Gebühr. Wichtig ist auch, Verkäufer und Importeure, die müssen das anmelden und die Zahlung der Abgabe abwickeln, können die Kosten aber an die Verbraucher weitergeben. Und das wird sehr wahrscheinlich auch passieren, dass ihr in Zukunft dann eben diese zusätzlichen Zollgebühren dann einfach mitbezahlen müsst. Das heißt, die Waren werden wahrscheinlich auch ein kleines bisschen teuer.

Stella:
Aber ganz wichtig für euch und auch für dich, Gaspar, für möglicherweise, falls du mal wieder bestellst, guckt auf jeden Fall vorher kurz in die Geschäftsbedingungen des Verkäufers, ob da eben die Zollabgaben im Preis mit drin sind, ob es da irgendwas Kleingedrücktes gibt. Paketdienstleichtes da rechnen wohl auch damit, dass es jetzt zur Verzögerung bei Zustellung kommen könnte, weil jetzt mehr kontrolliert werden muss. Aber das ist ja erstmal nur eine Erwartung. Da gibt es jetzt noch nichts irgendwie, was wir euch dazu mehr sagen könnten.

Caspar:
Ja, müssen wir abwarten, behalten wir im Blick und wenn sich da was tut, hört ihr es in den Updates.

Stella:
Wir haben echt heute so eine bunte Episode. Ich meine quasi, wir waren jetzt schon mit den Öffis unterwegs. Wir haben auf das Thema Online-Shopping geschaut und jetzt haben wir noch was. Ein alter thematisch Vertrauter. Es geht mal wieder um die KI-Musik. Da hatten wir ja auch mal einen ausführlichen Input zu. Deswegen, ich glaube, es ist euch vielleicht vertraut. Also KI-Musik, damit meinen wir eben nicht. Musik, die von künstlicher Intelligenz beziehungsweise mit KI-Tools generiert worden ist. Das heißt, dass da kein Schlagzeuger, keine Gitarristin etc. Quasi live im Studio standen, sondern dass da etwas synthetisch ausbestehendem Material quasi erzeugt worden ist. Und jetzt haben wir was vom Streaming-Anbieter Tidal.

Caspar:
Ja, genau. Das ist übrigens ein Community-Vorschlag, thementechnisch. Grüße an René. Er ist nämlich Teitelkunde und der hat diese Richtlinien, glaube ich, auch per E-Mail zugeschickt bekommen. Die haben nämlich jetzt gesagt, dass sie vollständig kariergedrehende Musik, also Musik, die wirklich per Prompt einmal komplett generiert wurde, auf der Plattformen keine Tantiemen mehr auszahlen wollen und, auch nichts direkt an Fans verkauft wird. Also an die Hörerinnen und Hörer. Das heißt, bisher war es so, oder es ist auch so, wenn ich jetzt Musik produziere, selber aufnehme und dort hochlade, kriege ich natürlich für das Streaming eine gewisse Summe. Je öfter gestreamt wird, umso mehr. Und für komplett KI-generierte Musik, sagt Tidal, gibt es jetzt halt einfach nichts mehr. Wichtig ist aber auch, KI-generierte Musik, die bleibt auf Tidal prinzipiell erstmal erlaubt. Es ist nicht so, dass die von der Plattform fliegt. Aber sie wird mit einem sichtbaren KI-Symbol gekennzeichnet, sodass ihr dann seht, ob das KI-Musik ist oder nicht. Und diese Kennzeichnung soll ab Mitte Juli eingeführt werden und später dann auch für überwiegend KI-generierte Musik ausgeweitet werden. Also Musik, wo zum Beispiel den Schlagzeuger, den du gerade erwähnt hast, vielleicht noch echt ist, der Gesang und die Gitarren dann zum Beispiel aber KI-generiert sind. Da soll dann auch ein KI-Label drauf sein.

Stella:
Genau. Und du hast ja gerade gesagt, erst mal, KI-Musik wird nicht verboten oder generell geblockt. Aber es gibt Fälle, da wird sie blockiert beziehungsweise entfernt. Und zwar, wenn KI-Musik mit betrügerischen Aktivitäten in Verbindung gebracht wird auf der Plattform. Was heißt das? Das klingt ja ein bisschen kryptisch. Das bedeutet zum Beispiel, wenn es jetzt Titel gibt, wo gegenüber dem Hörer so getan wird, als würde da ein echter Künstler dahinter stehen. Sprich, wenn die Kennzeichnung nicht richtig ist. Oder auch, wenn es plötzlich zu Massen-Uploads kommt. Sprich, dass da ganz viel Musik auf einen Schlag rausgeht, wenn da ungewöhnliche Streaming-Muster auffallen. Ich finde das ja immer ganz spannend, wie sowas dann auch überprüft werden muss. Und auch dazu hat Heide schon Ausblick gegeben.

Caspar:
Die planen nämlich automatisierte Werkzeuge einzusetzen, heißt es, um die Stücke zu identifizieren und zu löschen, die eben zum Beispiel gegen die Richtlinien verstoßen oder auch zum Beispiel Stücke, die Stimmen oder Namen von existierenden Künstlern imitieren. Das gibt es ja auch immer wieder. Zum Beispiel, wenn man jetzt sagt, generiere mir eine Musik, was klingt wie Helene Fischer. Das ist ein Problem, weil Helene Fischer natürlich ein Recht an ihrer Musik hat und dementsprechend man das dann nicht einfach KI generieren kann. Und wenn ich das jetzt dann hochladen würde, dann, sagt Heidel, wird das mit automatisierten Werkzeugen erkannt und auch wieder gelöscht. Ich bin ehrlich gespannt, wie gut das funktioniert und ob das wirklich flächendeckend hinhaut und wie gut sie diese Musik zum einen erkennen und dann auch kennzeichnen. Aber auch das behalten wir für euch im Blick. Und falls ihr Title nutzt, könnt ihr uns ja auch immer mal wieder schreiben, wenn ihr irgendwie dieses Label entdeckt oder wenn ihr auch feststellt, oh, das war jetzt eindeutig KI-Musik, das ist aber nicht gekennzeichnet gewesen. Hören wir auch gerne davon von euch.

Stella:
Caspar, vielleicht müssen wir auch mal einen Input generell machen, weil es gibt ja mehrere Plattformen, gerade die auch anfangen, quasi auch durchaus mit künstlicher Intelligenz beziehungsweise Algorithmen im Hintergrund quasi zu schauen, was menschlich ist und was nicht menschlich ist, was ich sehr spannend finde, weil da fängt es ja gerade an, dass quasi Technologie dann auch entscheidet, so, Im schlimmsten Fall wird etwas geblockt und ja auch zu Fehleinschätzungen kommen kann. LinkedIn hat jetzt auch gesagt, wir sehen, da ist eine KI-Contentflut, deswegen downranken wir quasi das, was von KI erstellt wird und gleichzeitig habe ich mich gefragt, okay, aber auch krass, dass künstliche Intelligenz dann entscheidet. Was ist also, dass die KI quasi die Kollegen KI erkennt oder vielleicht auch nicht?

Caspar:
Ja, gerade bei Text ist das sehr schwierig. Das merkt man immer wieder, wenn man diese Texterkennungssoftware mal loslässt und fragt, ist das KI oder nicht? Und wenn man sie zum Beispiel mit komplett KI-generierten Text füttert und die nicht erkennt oder von einem nachweislich von mir handgeschriebenen, mit Mühe geklöppelten Text da reinkippt und der dann sagt, das ist zu 60 Prozent KI, dann weiß man, dass diese Texterkennungssoftware auch nicht immer gut funktioniert. Böse Zungen würden jetzt auch behaupten, LinkedIn wäre sowieso schon zu 80 Prozent nur noch KI. Aber das ist ein anderes Thema. Wollen Sie dann 80 Prozent nach unten ranken? Ich weiß es nicht. Wir warten mal ab, wie das sich weiterentwickelt. Und vielleicht gucke ich ab und an mal in LinkedIn rein. Ich versuche das ja eher zu vermeiden. Aber vielleicht lohnt sich das ja dann mal.

Stella:
Vielleicht gibt es eines Tages hier doch nochmal ein Input zu genau diesem ganzen Thema, was passiert, wenn die KI prüft. Aber erst mal haben wir noch eine vierte Nachricht für euch. Ja, wir brauchen doch auch immer so ein bisschen Qual mit dabei. Weil wir wollen auch mal über Kartelle mit euch sprechen. Quasi so ein bisschen.

Caspar:
Quasi Clan-Kriminalität. Nein, das ist es nicht. Kartellbildung. Auch das klingt fast so ähnlich trocken wie das mit Zoll. Aber da steckt dann doch wieder ein bisschen was Spannendes dahinter. Die vierte und letzte News. Da geht es wieder mal um die RAM-Krise. Ihr wisst, das ist das Problem, dass Arbeitsspeicher, sogenannte RAM, der wird weltweit zur Mangelware, weil die wenigen Hersteller, die diese Speicher herstellen, jetzt vermehrt KI-Chips herstellen. Und es gibt halt nur eine begrenzte Möglichkeit, Computerchips und RAM herzustellen. Und deswegen, KI frisst da so ein bisschen den RAM-Markt auf, weil immer mehr Server-Farmen für KI entstehen. Und die eigentliche News ist, das ist bis jetzt hier keine News, weil das kennt ihr schon, da haben wir auch schon mal Info zu gemacht. Aber die eigentliche News ist, dass es jetzt eine Klage vor dem US-Bundesgericht in Nordkalifornien gibt. Und zwar gegen die RAM-Hersteller Micron, Samsung, SK Hynix. Ja, das waren sie. Die drei. Ich dachte, da kommt noch was Viertes. Da kam nichts. Gegen diese drei wurde jetzt eine Klage eingereicht.

Stella:
Warum das Ganze? Weil sie eben zusammen einen Marktanteil von über 90 Prozent haben und damit eine marktbeherrschende Stellung. Das kommt mir doch aus vorheriger Stelle in dieser Folge schon ganz vertraut vor. Die Klage wirft den Herstellern vor, das Angebot eben von regulärem DDR- und LPDDR-Speicher, zugunsten von High Bandwidth Memory, kurz HBM und Serverspeicher gezielt gedrosselt zu haben, um höhere Preise durchzusetzen. Weil so nochmal, falls ihr jetzt auch bei den Abkürzungen kurz ausgestiegen seid und dachte, was hoppala, nochmal kurz zusammengefasst, sprich, sie haben an einer Stelle Angebot eingestrichen, um eben an einer anderen Stelle quasi gezielt dann auch ja mehr und höhere Preise durchzusetzen.

Caspar:
Genau. Und die Klage wirft halt vor, dass das quasi gezielt gemacht wurde. Die Kläger bestehen übrigens auch aus mehreren Privatpersonen und zwei Computerhändlern, die unter anderem darunter leiden, dass Hardware dann teilweise doppelt so teuer wird. Und sie argumentieren halt eben, dass diese Marktmechanismen, denen widerspricht eigentlich, dass plötzlich alle drei großen Hersteller gleichzeitig die Produktion von diesem Consumer-Speicher zurückgefahren haben. Und sie sagen quasi, da muss es eine Absprache gegeben haben. Das den Firmen nachzuweisen dürfte schwierig sein, ist aber nicht unmöglich, weil die Klägerinnen und Kläger beziehen sich auf eine frühere Preisabsprache, die es zwischen Speicherherstellern in den Jahren zwischen 1998 und 2002 gegeben hat. Da gab es schon mal Prozesse und die haben die Speicherhersteller auch verloren. Und aufgrund dieser früheren Absprachen zahlten mehrere Speicherhersteller, darunter Hynix und Samsung, Strafen in Millionenhöhen an die USA und die EU. Und die Kläger sehen halt eben Anwendspunkte dafür, dass das jetzt wieder quasi passiert. Wie gesagt, ob man es Ihnen nachweisen kann, wird wahrscheinlich schwierig, aber wir behalten den Prozess so ein bisschen im Blick. Das wird aber trotzdem wahrscheinlich die Rahmenspeicher jetzt erstmal nicht günstiger machen, wird also nicht die Lösung sein, dass eure Computer und Smartphones günstiger werden. Also auch da behalten wir das Thema im Blick und gucken mal, was so passiert.

Stella:
Eieiei, in der Episode haben wir echt viele Dinge, wo wir gesagt haben, ja, das hört ihr dann noch mal in den Updates. Eines Tages, wenn es weiter so geht, haben wir eine reine Update-Episode. Das wäre auch mal was. Das wäre eine neue Kategorie. Wir haben doch jüngst darüber gesprochen, was kann man noch so machen. Irgendwann müssen wir ein Update sein. Genau, aber bevor uns das passiert und wir noch häufiger sagen, das hört ihr dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Caspar:
Wir haben jetzt ein Update für eine gute Nachricht, ne?

Stella:
Ist Caspar, ist das in Ordnung, dass wir das so, da müssen wir nochmal drüber sprechen eigentlich, dass wir das so jetzt gesagt haben, dass wir das so machen.

Caspar:
Ich habe das jetzt mal einfach so gemacht. Ich fahre mal den Jingle ab und dann holen wir die Leute ab, worüber wir hier gerade reden. Ich glaube, bisher gibt es nur Fragezeichen.

Jingles:
Gute Nachricht.

Stella:
Ja, Caspar, du hast es ja schon geteasert. Wir haben ein Update für eine Gute Nachricht dabei. Man muss sagen, wir haben halt, über das Thema schon mal hier an der Stelle geredet als Gute Nachricht. Aber ich denke, es ist okay, dass wir das auch wieder an dieser Stelle als Gute Nachricht erwähnen.

Caspar:
Ja, weil es hat sich tatsächlich was getan und vielleicht werdet ihr uns das dann auch abnehmen, dass wir euch das nochmal als Gute Nachricht verkaufen. Also, worum geht es? Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Vesuvius Challenge. Vesuvius sowie der aktive Vulkan Vesuv am Golf von Neapel in Italien. Wer sich aus dem Geschichtsunterricht noch erinnert, Vesuv, da war was. Ja, genau. Der war nämlich unter anderem für die Zerstörung der römisch-antiken Stadt Pompeji im Jahr 79 nach Christus verantwortlich. Was viele nicht wissen und nicht auf dem Schirm haben. Nicht nur Pompeji wurde damals zerstört, sondern auch noch drei weitere Städte, unter anderem Herkulaneum.

Stella:
Darum geht es auch jetzt in unserem Update. Ihr könnt euch jetzt gerne mal fragen, Herkulaneum, warum ist das jetzt interessant? Ja, weil dort eine große Bibliothek mit fast 1800 Papyrusrollen gestanden hat und man vermutet sogar noch weitere Rollen, die aber bisher eben nicht ausgegraben wurden. Und jetzt ist es aber nicht nur diese Menge, was echt viel ist, sondern die Papyri von Herculaneum. Das ist ein schönes Wort.

Caspar:
Oder?

Stella:
Da kommt gerade so ein bisschen der alte Lateinunterricht durch, weil der Vorteil an Latein war ja immer, du kannst es einfach so aussprechen, wie es geschrieben ist, aber egal.

Caspar:
Deklinier mal bitte Papyrus.

Stella:
Wir machen jetzt hier weiter. Fertig. Gott, nicht, dass mein alter Lateinlehrer so zuhört. Hilfe, jetzt habe ich Stress. Jetzt ist es wieder abgelenkt. Aber genau, was enthalten denn diese Papiere eben? Es sind die einzigen aus der Antike enthaltenen zusammenhängenden Sammlungen von literarischen und wissenschaftlichen Schrifträumen. Und das Problem, das ist vielleicht auch jetzt schon, wer es mal gehört hat, ein bisschen vertraut, denn der Ausbruch des Vesuvs, der war ja irgendwie in dem Sinne so gesehen, also es war gut für die Aufbewahrung, weil die Dinger halten eben durch Lava und heiße Asche. Die waren Temperaturen von mehr als 30.000 Grad Celsius ausgesetzt.

Caspar:
300 Grad, ganz so viel dann auch.

Stella:
30.000, wo kommt das denn, Herr Caspar? Wir haben ja heute in unserem Dock Dinge.

Caspar:
Das ist die Hitze in unseren Wohnungen vielleicht, aber die Papyrusrollen waren nur 300 Grad ausgesetzt.

Stella:
Also 300 Grad ausgesetzt, das hat sie eben auf der einen Seite konserviert und vor biologischer Zersetzung des organischen Materials bewahrt, aber gleichzeitig sind diese Rollen natürlich nun vollkommen verkohlt und, sie zerfallen sofort zu Staub und Asche, wenn man die eben probiert irgendwie auseinander zu bekommen. Weshalb man das natürlich auch nicht tut und eine andere Lösung braucht, weil was nützt denn das Wissen, wenn man nicht rankommt?

Caspar:
Genau. Die sind schon 1700 irgendwas entdeckt worden, nagelt mich jetzt nicht genau auf das Jahr fest und sind aber überwiegenden Teils verschlossen geblieben, weil man halt genau festgestellt hat, oh, wenn ich die aufrolle, habe ich nur noch Staub in der Hand. Zum Glück hat man sie weggelegt, gut konserviert, weggelegt, denn inzwischen, dank Technologie und jetzt kommen wir eigentlich zum, ihr denkt ja auch, was ist dieser Geschichtsunterricht, ich hatte eigentlich einen Tech-Podcast irgendwie erwartet. Jetzt kommen wir endlich wieder zu Tech-Themen, denn wir hatten das Thema schon mal als gute Nachrichten mitgebracht. Im Februar 2024 ist es drei Studenten der Freien Universität Berlin, der University of Nebraska-Lincoln und der ETH Zürich gelungen bei dem wissenschaftlichen Wettbewerb Vesuvius Challenge. Und da sind wir jetzt wieder am Anfang. Die haben diese Vesuvius Challenge zum ersten Mal gewonnen und haben die ersten fünf Prozent eines Papyrus mit Röntgenaufnahmen und dann anschließend einem Algorithmus, der diese Röntgenaufnahmen quasi, also vereinfacht ausgedrückt, der dieses Papyrus digital auseinanderfaltet. Also die haben das ganze Ding geröntgt und haben dann digital auseinandergefaltet. Und dann haben sie es Stück für Stück geschafft, mit einem anderen Algorithmus das zu entziffern, was dort an Buchstaben draufgeschrieben wurde, auf diese Papyrusrollen.

Stella:
Und das, um das einmal klar zu haben, ist eben auch die gute Nachricht in dieser Woche, dass es quasi gelungen ist, eine Rolle virtuell zu öffnen. Irgendwie klingt das ausschräg, oder?

Caspar:
Nee, das ist noch gar nicht die gute Nachricht. Das Update, der guten Nachricht ist, dass es jetzt zum ersten Mal gelungen ist, eine gesamte Rolle zu entschlüsseln.

Stella:
Okay, du hast recht.

Caspar:
Ja, ja. Nein, entschuldige.

Stella:
Das entscheidende Wort habe ich nicht gesagt. Du hast ja recht.

Caspar:
Ich habe das aber auch gut versteckt. Ja.

Stella:
Okay, aber noch, führen Sie dies bitte aus, wenn wir schon jetzt hier im Geschichtsunterricht aus. Was wurde denn da nun geöffnet?

Caspar:
Genau, der leitende Papyrologe dieser Challenge, also es gibt mehrere Leute, die das ins Leben gerufen haben und gegründet haben, der hat gesagt, dass die Handschrift und die Schreibweisen der Schriftrolle, die jetzt komplett entziffert wurde, naheliegen, dass sie aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus oder möglicherweise sogar aus dem dritten Jahrhundert vor Christus stammt und damit zu den ältesten Schriftrollen der Sammlung. Ich habe ja gerade schon gesagt, Herkuloneum ist 79 nach Christus unter der Asche des Vesuv verschwunden. Also da liegen dann halt schon 200-300 Jahre zwischen, 400 fast. Der Titel des Werks, der jetzt da entziffert wurde, ist noch nicht überliefert, beziehungsweise stand nicht mit dabei. Doch diese Ausschnitte, die übersetzt wurden oder wiederhergestellt wurden, die beschäftigen sich mit der Beschreibung impulsiven Verhaltens von Menschen, obwohl sich Menschen laut diesem Papyrus lieber der Vernunft zuwenden sollen. Das finde ich eine sehr schöne Idee. Außerdem geht, es um die moralische Vervollkommnung des Menschen. Ich habe aber auch schwierige Begriffe heute mitgebracht.

Stella:
Also, ich würde sagen, wir bringen diese gute Nachricht, noch mit einem Zitat langsam zum Abschluss und zwar von Brent Seals, der ist Professor für Informatik an der University of Kentucky und eben auch einer der Gründer dieses Projekts, was wir euch ja gerade vorgestellt haben. Und er sagte, noch vor einem Jahr wäre es für uns undenkbar gewesen zu glauben, dass wir jemals eine vollständige Schriftrolle völlig zerstörungsfrei lesen könnten. Das heißt auch, wenn ihr euch vielleicht gefragt habt, so, ja okay, nice to know, aber klang jetzt nicht so aufregend, doch, das ist, tatsächlich wirklich, ja, aufregend und vor allen Dingen ist das ja erstmal auch ein Auftakt, denn was ist jetzt eben vielleicht auch möglich, diese Bibliothek, all diese Schriftstücke nach und nach, lesbar machen zu können. Und falls ihr euch jetzt fragt, wie sieht das Ganze aus? Ihr findet ein Foto von der zusammengerollten Rolle in den Kapitelmarken als Bild. Wir packen euch auch einen Link nochmal zu der Challenge in die Shownotes. Da gibt es dann auch noch mehr Bilder zu sehen. Und wir danken euch an der Stelle, dass ihr bis hier dran geblieben seid.

Caspar:
Dass ihr unsere Matschhirne ertragen habt. Deswegen machen wir jetzt auch den Deckel drauf. Vielen lieben Dank. Diese Papyrus-Challenge, die lohnt sich. Guck da mal rein. Dann versteht man auch ein bisschen besser, warum das so eine Herausforderung ist. Da sind Bilder zu sehen, wie diese verkohlten, die sehen eigentlich aus wie Holzstücke, verkohlte Holzstücke, die man aus dem Grill holt. Wieso das so herausragend ist, dass man die wiederhergestellt hat und lesbar gemacht hat und warum auch dieser Professor für Informatik gesagt hat, vor einem Jahr hätten wir noch gar nicht geglaubt, dass das geht. Es ist schon wirklich herausragend. Ja, in dem Sinne, wir machen jetzt hier mal den Deckel drauf. Vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank fürs Einschalten. Nächste Woche, es bleibt ja jetzt hoffentlich so ein bisschen kühl, nächste Woche wird es dann ein bisschen besser. Wir haben gelobt Verbesserung und dass wir wieder mehr Worte finden und wünschen euch eine schöne Woche und hören uns nächste Woche wieder.

Stella:
Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr wieder dabei seid.

Caspar:
Macht's gut.

Stella:
Tschüss.

Jingles:
Das war's schon wieder für diese Woche. Folgt oder abonniert uns gerne in eurer Podcast-App und lasst uns dort eine Bewertung da – das hilft uns sehr! Bis zum nächsten Mal!

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