Shownotes
Diesmal geht es schon wieder um einen Abschied, genauer gesagt um das Ende von 2G in Deutschland. Telekom, Vodafone und O2 wollen den alten Mobilfunkstandard bis 2028 abschalten. Für Smartphones klingt das erst mal egal, spannend wird es aber bei Autos mit eCall, Alarmanlagen, Aufzügen, Kartenterminals und anderen Geräten, die im Hintergrund noch immer über 2G funken.
Transkript der Episode
Das Transkript wird automatisiert erstellt
Jingles:
Silicon Weekly Silicon Weekly Der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche. Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar. Wurde vom NDR live untertitelt.
Caspar:
Herzlich willkommen zu dieser Ausgabe von Silicon Weekly. Ich bin Caspar und heute moderiere ich mit Stella. Hallo Stella.
Stella:
Hi, ich bin Stella. Das ist richtig.
Caspar:
Ja, ich sehe hier in unserem Skript Aufnahme Episode 97. Wir nähern uns mit großen Schritten der 100. Stella, wir müssen mal uns mit Elli zusammensetzen und mal über die 100. Episode reden, dass wir da ein bisschen was Besonderes machen und nicht nur eine reine Newsfolge.
Stella:
Dringend. Wir haben auch schon was Besonderes hier quasi im Test und ich bin ganz begeistert, denn Caspar hat mal wieder was ertüftelt, was Digitales und deswegen zeichnen wir heute etwas anders auf.
Caspar:
Ja, wir haben jetzt ein eigenes kleines Mini-Redaktionssystem. Das werdet ihr hoffentlich nicht hören. Das würde ein bisschen komisch sein, aber für uns soll das die tägliche Arbeit am Podcast erleichtern, weil das dann jetzt ein zentraler Ort. Wir haben halt vorher mit Google Docs gearbeitet und mit Slack. Und hin und her und einzelnen Links und so. Jetzt haben wir alles mal an einem Ort und probieren ein bisschen rum und mal gucken, ob das funktioniert. Wer weiß, vielleicht nehmen wir euch irgendwann mal mit hinter die Kulissen, dann können wir euch das auch mal zeigen. Hier für einen Podcast ist es schwierig, so ein System wirklich vorzustellen. Deswegen mein Vorschlag, lass uns von hinter den Kulissen wieder nach vorne gehen und mal mit den Updates anfangen und ich kann versprechen, wir werden über KI und Börse sprechen, gleichzeitig aber auch wieder mal über Unterseekabel, und über explodierte Raketen.
Stella:
Eigentlich ein ziemlich buntes Potpourri, was die Tech-Welt alles zu bieten hat. Hier Update Nummer eins für diese Episode. Es geht um Anthropic. Das ist ja das US-Unternehmen hinter dem KI-Chatbot Claude und die haben jetzt einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang in den USA eingereicht. Und zwar bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC. Der Börsengang selbst, der könnte im Herbst diesen Jahres erfolgen. Es gibt aber kein genaues Datum. Und was es auch nicht gibt, ist weitere Informationen, beispielsweise wie viele Aktien zu welchem Preis ausgegeben werden. Das ist aber ehrlich gesagt üblich, weil die Anträge sind vertraulich, eben um sensible Finanzdaten zu schützen und zwar zum Beispiel vor der Konkurrenz oder auch vor der Öffentlichkeit. Und die Konkurrenz, die ist natürlich OpenAI unter anderem mit dem KI-Chatbot ChatGPT. Guck mal, hätte ich bei einer Cloud gesagt.
Stella:
Das heißt ChatGPT. So, denn OpenAI plant auch einen Börsengang und könnte bald einen entsprechenden Antrag stellen. Da ist aber jetzt, Redaktionsstoß 3. Juni, noch nichts passiert. Es könnte natürlich so sein, das ist auch die Vermutung teilweise von AnalystInnen, dass Anthropic da quasi jetzt einfach vorziehen wollte und eben schneller sein wollte. Vielleicht auch ganz spannend in dem Kontext. Es gab auch eine neue Finanzierung für Entropic in Höhe von 65 Milliarden US-Dollar und damit hat quasi so im Gesamtwert Entropic OpenAI überholt, weil Entropic ist jetzt sage und schreibe 965 Milliarden US-Dollar. Dollar wert. Ob das Ganze jetzt tatsächlich auch wirklich so ist. Die KI-Blasen-Thematik hatten wir auch schon mal hier im Podcast. Das sind eben errechnete Zahlen. Ob das der tatsächliche Wert ist, das können Caspar und ich und auch viele andere an dieser Stelle nicht sagen.
Caspar:
Nein, ich bin auch mal gespannt, wie sich das weiterentwickelt mit diesen beiden KI- Unternehmen, die ja dann an die Börse wollen, wie sich der Börsenkurs entwickelt und ob vielleicht, du hast es schon angekündigt oder gerade erwähnt, vielleicht auch tatsächlich mal die von Expertinnen und Experten vermutete KI-Blase mal platzt. Deswegen, wir machen keine Anlageberatung, aber wer jetzt auf die Idee kommt, sofort in diese KI-Unternehmen investieren zu wollen an der Börse, vielleicht noch mal kurz drüber nachdenken.
Stella:
Es geht ja auch noch gar nicht.
Caspar:
Stimmt, noch geht es sowieso nicht.
Stella:
Du kannst ja jetzt nur, wenn du über das entsprechende Kapital verfügst, da direkt ansteigen. Nicht einkaufen, ja genau. Mehr geht da ja aktuell nicht. Gucken wir mal auf das Update 2. Wir bewegen uns jetzt einfach mal ganz doll in die Tiefe in Anführungszeichen und gucken auf den Bereich Unterseekabel. Es gab nämlich ein Treffen von Verteidigungsministern der USA, Großbritannien und Australien in Singapur. Und da wurde Anfang Juni jetzt beschlossen, die gemeinsamen Fähigkeiten zum Schutz der eigenen Gewässer, eben besonders von kritischer Infrastruktur im Meer, auszubauen. Und warum erzählen wir euch das? Es sollen unbemannte Unterseedrohnen eingesetzt werden, um Kabelverbindungen zu schützen und eben Aktivitäten unter und über Wasser zu überwachen.
Caspar:
Warum? Wir haben hier ja schon mal eine ganze Episode zur kritischen Infrastruktur gemacht, technischen Infrastrukturen. Da waren ja auch Unterseekabeln ein großes Thema. Und zum Beispiel bei Großbritannien gab es mehrere Vorfälle mit großbritannischen Unterseekabeln mit russischen Schiffen in den letzten Monaten, die in britischen Gewässern entdeckt wurden und auch verfolgt wurden. Und ihr Ziel soll wohl gewesen sein, Infos zu der Lage von diesen Unterseekabeln zu bekommen. Und es ist auch so gewesen, dass in der Vergangenheit immer mal wieder auch diese Unterseekabel tatsächlich richtig beschädigt wurden. Das sollte teilweise aussehen wie Unfälle, weil irgendwelche Anker sich da drin verfangen hatten und solche Sachen. Aber es ist halt kritische Infrastruktur und die liegt da eigentlich einfach so lose auf dem Meeresgrund rum und ist relativ anfällig. Und deswegen möchte unter anderem Großbritannien das halt wie gesagt untersuchen mit diesen Unterseedrohnen und zumindest so ein bisschen zu wissen, was da so passiert da unten.
Stella:
Ich finde kritische Infrastruktur klingt manchmal auch ein bisschen abstrakt. Was kann das alles sein? Also ein Beispiel ist zum Beispiel der Aktienhandel in Großbritannien, der da dran hängt eben an diesen Kabelverbindungen. Und wenn der ausfällt, hat das weltweite Folgen. aber auch sowas wie Stromkabel. Also es geht nicht nur um Datenkabel, sondern eben auch Stromkabel verlaufen über den Meeresgrund. Wir machen jetzt quasi einen ganz großen Sprung. Wir waren am Meeresgrund und jetzt geht es genau in die andere Richtung. Wir wenden uns nämlich dem Thema Raumfahrt zu für Update Nummer 3.
Caspar:
Ja, aber ins All geht es irgendwie vielleicht dann doch nicht. Wir hatten hier ja eine Artemis 2 Episode und haben über den Mond gesprochen und dass da viel davon abhängt, wie diese Landefähren vorankommen. Und zwei Firmen kümmern sich um diese Landefähren, nämlich SpaceX und Blue Origin vom Amazon-Gründer Jeff Bezos. Ja, und Blue Origin, die haben jetzt im wahrsten Sinne des Wortes einen Rückschlag erhalten, denn Ende Mai 2026 ist eine Rakete von diesem Weltraumunternehmen Blue Origin auf der Startrampe. explodiert. Und zwar die Schwerlastrakete New Glenn. Die ist vollgetankt gewesen und stand auf dieser Startrampe. Die sollte den nächsten starten. Und es gab im Vorfeld einen Test auf dieser Startrampe. Dort hat man versucht, einige Dinge auszuprobieren. Und dabei ist auf dem Weltraubbahnhof Cape Canaveral das Ding in Flammen aufgegangen. Das eigentliche große Hauptproblem ist, und eine Rakete ist vielleicht ersetzbar, die Startrampe ist dabei im Grunde fast vollständig zerstört worden. Es gibt Bilder davon. Das sieht aus, wie wenn eine Bombe eingestragen hätte. Im Grunde ist so eine Rakete ja auch eigentlich eine stehende Bombe. Und ja, das dürfte ziemliche Probleme für Blue Origin verursachen, was so zeitliche Pläne mit Raketen und Mondlandefähren betrifft.
Stella:
Das dürfte nicht nur, sondern danach sieht es auch aus. Zum Beispiel hat der NASA-Direktor Jared Isaacman auch gesagt, dass die Wiederherstellung von der erwähnten wichtigen Rampe bis 2028 dauern könnte. Und das bedeutet wiederum, dass erstmal gar keine von den New-Glean-Raketen starten können, weil das war eben nur, das ist das Wichtige, an dieser beschädigten, jetzt beschädigten Rampe möglich. Und da hängt was ganz Konkretes dran. Nämlich die geplante Mondmission der USA mit dem Länder Blue Moon Mark I Endurance, die kann nämlich nicht wie geplant stattfinden. Und das hat schon tendenziell wirtschaftliche Auswirkungen, jetzt mal abgesehen natürlich von dem Schaden und der explodierten Rakete für Blue Origin. Denn die NASA, die sagt jetzt natürlich, jetzt können wir ja nicht warten, sondern wir müssen ja weiter auch beispielsweise Satelliten ins All bringen. Das war ja auch Teil eben dieser Testrakete, die explodiert ist. Das heißt, die NASA greift jetzt erstmal auf die Konkurrenz SpaceX zurück. Doppelt ärgerlich, Blue Origin gehört ja auch Jeff Bezos, der natürlich auch mit Amazon verbunden ist. Und Amazon arbeitet gerade an so einem eigenen Satelliten-Internet-Dienst. Und auch dafür müssen sie eben die Satelliten in die Höhe bekommen, was auch wiederum ernst an dieser Rakete unter anderem hing. Deswegen auf mehreren Ebenen auf jeden Fall ein, ja, sieht nach einem Problem aus für Blue Origin.
Caspar:
Ja, wir behalten es im Blick. Klar ist aber auch, das dürfte die sowieso schon verzögerte Mondmission, du hast es gerade schon erwähnt, nochmal verzögern, weil auch SpaceX ist jetzt nicht so, dass die sofort morgen loslegen könnten und einspringen könnten. Deren Starship ist auch immer noch im Teststadium. Ja, mal gucken. 2028, Menschen auf dem Mond. Ohne jetzt wetten zu wollen, ich glaube, das wird langsam sehr, sehr schwierig. Aber gucken wir mal.
Stella:
Das ist ja auch mit das Faszinierende dabei. Also natürlich die Mondreisen oder die Weltraumfahrten an sich, aber auch wie viel Arbeit in diesen Raketen und all dem steckt. Das ist ja nicht Massenproduktion, das sind ja individuelle Fertigungen. Also auch da fließt ja so viel Geld rein und so viel Zeit und so viel Mühe. Deswegen, dass da so ein Ding, was ja auch schon mehrmals erfolgreiche Tests durchlaufen hat, plötzlich explodiert.
Caspar:
Ja, das, Apropos explodieren Lass uns mal zum WTF kommen, da explodieren zwar keine Raketen, aber Kosten und auch Dinge verbrennen Was wir damit meinen, das klären wir gleich auf.
Jingles:
WTF?
Stella:
Die Kosten explodieren und die Nerven verbrennen. Ja, das auch.
Caspar:
Oder die Token verbrennen. Darum geht es nämlich. Ein Unternehmen hat nämlich wohl versehentlich Tokens für Anthropics Claude AI, also den Claude KI-Chat, im Wert von, festhalten, 500 Millionen US-Dollar innerhalb eines Monats verbrannt. Und Stella, was ist da passiert? Wie haben die 500 Millionen Dollar an KI-Kosten verursacht?
Stella:
Ehrlich gesagt, ich glaube, es sind zwei Dinge. Das erste ist erstmal ein Versäumnis, weil es gab wohl kein Nutzungslimit für die Beschäftigten. Das heißt, die konnten da einfach so viel prompten und so viel KI nutzen, wie sie denn wollen. Und das zweite, das ist jetzt aber ein vielleicht, weil das muss man dazu sagen, das Ganze kommt von der US-Nachrichten-Website Axios. Und die haben über den Vorfall berichtet, ohne das Unternehmen zu nennen. Deswegen, wir kennen den Namen der Firma nicht. Aber generell sieht man ja gerade bei Companies, dass sie teilweise auch ihre Mitarbeitenden dazu anhalten, möglichst viel KI zu nutzen. Das heißt, ob da vielleicht auch quasi im Vorfeld gehypt wurde, hier nutzt KI, bindet das an euren Arbeitsalltag ein und es dann keine Nutzungslimits gab. Wer weiß, ob das zusammengespielt hat, aber generell, sie haben quasi keinen Stopp-Button eingefügt, könnte man so sagen.
Caspar:
Ja, gleichzeitig hört man aber in letzter Zeit immer häufiger von Unternehmen, die genau das gemacht haben, die gesagt haben, nutzt ganz viel KI und die jetzt dann relativ schnell, nachdem die ersten Rechnungen reingetrudelt sind, auch wieder so ein bisschen zurückgerudert sind und zum Beispiel einen Teil der Beschäftigten die Rechte an den KIs wieder abgenommen haben oder dann doch Grenzen eingeführt haben, weil sie festgestellt haben, okay, wir blasen zwar unendlich viel Geld raus, aber so richtig viel an Rendite kommt dann nicht wieder rein. Das hört man immer öfter im betrieblichen Umfeld.
Stella:
Weil das ist ja genau die eine Sache. Unternehmen kämpfen halt damit, dass sie diese KI-Ausgaben haben, aber noch nicht so die Rendite dafür sehen. Also, dass sie was dafür zurückbekommen, vereinfacht gesagt. Wollten aber gleichzeitig natürlich auch dabei sein. Fortschritt leben, Mitarbeitende wurden angehalten, KI zu nutzen. Das Problem, was du da beschrieben hast, hat auch einen Namen. Es heißt nämlich Token-Maxing. Vereinfacht gesagt bedeutet das einfach, dass du KI so viel wie möglich nutzen möchtest, auch wenn du es vielleicht gar nicht an der Stelle richtig brauchst und wenn es auch nicht sinnvoll ist. Sprich, du ballerst da ordentlich die Token raus, aber hast nicht wirklich Mehrwert davon. Was da auch passiert ist, ist wohl, dass teilweise Unternehmen so eine Art Dashboard eingeführt haben nach dem Motto, hey, wer macht denn hier am meisten mit KI so nach dem Motto Vorbildfunktion? Kann man wahrscheinlich aus irgendeinem Leadership-Gedanken dann auch begründen, aber auf jeden Fall zu schauen eben, wer macht viel mit KI, wer ist da quasi unter Vor, unser Vorreiter hier und das ist jetzt wohl auch etwas, was wieder zurückgeht, damit eben Angestellte nicht irgendwie sinnlose Aufgaben mit KI lösen und ein Unternehmen, was so ein internes KI-Nutzungsranking gestrichen hat, ist übrigens Amazon.
Caspar:
Ja, dass das durchaus Quatsch ist, dass man sagt, guck mal, die benutzen viele Token, also müssen die auch immer besonders effektiv sein. Das hat sich jetzt hoffentlich langsam mal rumgesprochen. Nicht bei allen. Nvidia hat zum Beispiel gerade auch mal wieder eine Keynote abgehalten und verschiedene neue Produkte vorgestellt. Und da war quasi im O-Ton rauszuhören, wenn ein Mitarbeiter nicht viele Token verbrennt, dann würde ich mir irgendwie Gedanken machen. Gut, die profitieren noch, wenn viele Token verbrannt werden.
Stella:
Ich wollte gerade sagen, Caspar, Nvidia stellt Chips her.
Caspar:
Die haben Interesse daran, genau.
Stella:
Die immer leistungsstärker werden, damit sie eben auch immer mehr verarbeiten können. Und die brauchst du ja nur, wenn du auch viel verarbeitest.
Caspar:
Ja, also insofern, vielleicht setzt man sich dann, wenn man wirklich so ein Dashboard hat, wo man das irgendwie drauf guckt, wie viele Tonkensäle brand werden. Vielleicht nochmal kurz hin, macht sich ein paar Gedanken darüber und schaut mal, dass wenn KI eingesetzt wird, das vielleicht dann doch ganz sinnvoll eingesetzt wird, damit eben nicht plötzlich eine Rechnung von 500 Millionen Dollar im Briefkasten landet.
Stella:
Wir machen jetzt weiter mit einem ganz anderen Thema, mit Abschalten. Ich hätte jetzt auch so eine galante Überleitung nach dem Motto, sonst muss man die KI-Nutzung rechtzeitig durch Limits abschalten.
Caspar:
Ach, so wie? Meinst du das?
Stella:
Ja, okay. Es ist nicht nur, sondern auch, sorry, das ist so dieser typische KI-Sprech, den man teilweise in KI-generierten Texten sehr häufig findet. Aber worum wir uns jetzt bemühen, ist euch im Input klarzumachen, warum wir jetzt über wieder eine Abschaltung reden. In der vergangenen Woche haben wir uns MMS vorgenommen. In dieser Woche schauen wir auf das Thema 2G und auch wenn ihr denkt, das brauche ich doch, brauche ich das noch? Ja, Leute.
Caspar:
Gibt es das noch? Ja, es gibt es noch. Und man braucht es vielleicht auch noch. Aber dazu jetzt mehr Wiput. Ja, also, lass uns doch mal drüber sprechen, warum wir jetzt ausgerechnet in dieser Episode über die 2G-Abschaltung sprechen und warum das eine News ist. Naja, der Mobilfunkstandard 2G, der wird in Deutschland zur zweiten Jahre Hälfte 2028 abgeschaltet und seit dieser Woche ist klar, das ist jetzt nicht nur bei einzelnen Anbietern so, sondern flächendeckend. Nachdem die Telekom und Vodafone ihre Pläne schon vor einer ganzen Weile bekannt gegeben haben, hat nun diese Woche auch O2 Telefonica gesagt, okay, Ende 2028 ist Schluss mit 2G.
Stella:
Die Telekom will das Ganze bis Ende Juni 2028 abschalten, Vodafone ab September 2028 und O2 spricht von Mitte bis Ende 2028. Und falls ihr euch jetzt fragt, ja, alles gut, 2G brauche ich das. Möglicherweise die AutofahrerInnen unter euch. Ich glaube, Caspar und ich sind mit unseren eher älteren Wagen vielleicht nicht mehr ganz so beteiligt, aber warten wir mal ab. Übrigens, ganz verschwinden kann 2G in Sonderfällen, aber teils später, weil Vodafone eben teilweise kritische Internet-of-Things-Anwendungen wie eCall noch bis Ende 2030 unterstützen will. Also ihr seht, da gibt es auch schon quasi einzelne Auslegungen. Aber was wir jetzt machen, wir erklären euch einmal, was ist eigentlich 2G und steigen damit ein, was sind eigentlich diese ganzen anderen Gs. Ich weiß nicht, wir haben schon mal drüber gesprochen im Podcast. Ich habe zum Beispiel noch 4G auf meinem Handy. Caspar ist schon bei 5G. Teilweise geht es technisch auch um 6G. 3G gab es natürlich auch. Wir machen das jetzt mal ganz knackig und machen uns quasi so eine kleine G-Übersicht. Ich würde sagen... Wir fangen an mit zwei?
Caspar:
Ja.
Stella:
Oder eins?
Caspar:
Ja, lass uns mit eins einmal ganz kurz anfangen. Okay. Oder auch generell erstmal, wofür die Gs und diese Zahlen stehen. Es ist sehr naheliegend. Ich hatte es aber auch schon wieder vergessen. Das G steht einfach für Generationen und die zwei für die Zahl der Generationen. Und zwei ist die zweite Generation, drei ist die dritte Generation eines Mobilfunkstandards. Und 1G, das war der wirklich erste Mobilfunkstandard und der war noch analog. Da ging es wirklich darum, nur zu telefonieren. Und da ging es um so, ihr kennt es sicherlich noch, diese frühen Autotelefone, diese großen Kästen, die es in Filmen irgendwie so gab. Ich kannte niemanden, der eins hatte. Und diese ganz frühen Handys, diese riesigen Knochen, wo man noch so eine Antenne ausziehen konnte. Stella, erinnerst du dich an solche Sachen noch?
Stella:
Ich kenne es aus Filmen. Mal gucken wir nochmal. Bei Einski, da war es noch so, Sprache wurde wahrscheinlich dann analog übertragen. Genau.
Caspar:
Und Daten spielt noch überhaupt keine Rolle. Ich meine, wir reden über alte Autotelefone und Filme, in denen sowas noch vorkommt, weil da die Banker sowas hatten in ihrem Mercedes oder BMW oder wie auch immer. Da ging es, wie gesagt, um ganz andere Dinge. Es ging eben ums Telefonieren. Mit 2G wechselte das dann langsam. Da kam nämlich der Wechsel vom analogen zum digitalen. Und das Entscheidende war, die Sprache wurde nämlich nicht mehr einfach nur noch gefunkt, sondern digital kodiert und übertragen. Und das hat dann dazu geführt, dass die Netze effizienter wurden und die Gespräche stabiler. Und es kam nämlich auch neue Dienste dazu. Dank 2G war das möglich. Und einer dieser Dienste, die kennt ihr alle und es gibt sie so auch noch in dieser Form, die SMS.
Stella:
Was steckt denn da technisch hinter?
Caspar:
Naja, das ist also, vielleicht habt ihr das auch schon mal gehört, GSM. Das ist der Mobilfunkstandard. 2G steht ja eben nur für zweite Generation. Und GSM ist vor allem in Europa wichtig gewesen. Später kamen dann noch GPRS und Edge dazu. Das kennt ihr vielleicht auch noch. Edge taucht bei mir leider auch manchmal noch in der Regionalbahn im Display auf. Manche sagen, spaßeshalber, E steht für Error, weil die Geschwindigkeit ungefähr so ist. Ich weiß auch, wenn das E auftaucht, kann ich mobiles Internet vergessen. Aber nee, E steht für Edge und das war dann entsprechend die Technologie dahinter, die dann auftauchte.
Stella:
Sag mal, Caspar, ich weiß nicht, ob meine Erinnerung mir da einen Streich spielt, aber war es nicht früher auch so, dass Edge ganz am Anfang, muss ja eigentlich so gewesen sein, ich meine nämlich so bei den ersten, ja quasi Smartphones, dass ich dann, wenn da dieses kleine Edge-Symbol da neben der Anzeige mit der, wie stark ist das Signal kam, da wusste man immer, oh Gott, gleich ist mein Prepaid-Guthaben, futsch.
Caspar:
Ja, weil das Internet irgendwie an war, ne?
Stella:
Ja.
Caspar:
Ich meine auch.
Stella:
Irgendwie war das Internet an. Ich bin auf den Knopf gekommen.
Caspar:
Ja, ich hatte damals ein Sony, ich glaube noch vor Ericsson und da war, glaube ich, eine kleine Weltkugel mit so einem Pfeil hoch und Pfeil runter, so nachdem man den Download und Upload und spätestens da wusste man, oh, ich schnell nachgucken, welche App jetzt gerade versucht, die Internetverbindung aufzubauen. Ja, es war eine wilde Zeit, du hast recht. Danach kam dann 3G und damit war das alles ein bisschen entspannter.
Stella:
Naja, also da war das ja so, dass dann das mobile Internet wirklich auf dem Handy angekommen ist. Ob das entspannter war oder teilweise viel mehr Stress gesorgt hat, lassen wir da hinstellen. Aber tendenziell Weiterentwicklung. Das heißt, da ging es jetzt nicht mehr nur in Anführungszeichen darum, Telefonate und SMS eben digital abzuwickeln, sondern Daten deutlich schneller zu übertragen. Und in Europa war die eigentliche Technologie dahinter übrigens UMTS.
Caspar:
Warum sprechen wir in der Vergangenheitsform? 2G gibt es aktuell noch, aber 3G ist schon 2021 abgeschaltet worden. Warum so viel früher als 2G? Naja, 2G ist bisher noch als Fallback für Telefonie und SMS nützlich oder wird es verwendet. Und 3G war einfach durch den Nachfolger 4G, was dann nochmal schnelleres Internet bot, einfach viel besser ersetzbar. Und deswegen hat man statt 2G dann direkt 3G gestrichen.
Stella:
Tolle Überleitung, denn jetzt sind wir auch bei 4G angekommen.
Caspar:
Ja, das, was du nutzt. LTE, das ist für viele auch immer noch der Standard in den Mobilfunkverträgen. Das Schöne ist, mit 4G wurden im Vergleich zu 3G dann nochmal höhere Datenraten möglich und die Reaktionszeiten von Internetseiten und Ähnlichem wurden einfach niedriger. Und damit ging es dann los mit Streaming, Videotelefonie, Social-Media-Apps, große App-Downloads im Store auch unterwegs, mobile Hotspots, die man für andere Geräte aufmacht. Das wurde alles im Alltag dann plötzlich möglich, was mit 3G noch sehr, sehr langsam möglich war.
Stella:
Und 5G ist davon quasi dann einfach die Steigerung. Das heißt noch schnelleres mobiles Internet, niedrigere Verzögerung, flexiblere Netze für viele verschiedene Anwendungen.
Caspar:
Genau, ich möchte nicht mehr ohne 5G. Ich habe mich an die Geschwindigkeit gewöhnt. Das ist so, wenn man das einmal gemacht hat. Ja, aber was noch Zukunftsmusik ist, was aber kommen wird, ist dann, wir reden schon jetzt über 6G. Das soll um 2030 herum dann langsam kommen. Noch nicht so richtig viel ist bekannt. Man ist gerade dabei, sich festzuhalten, irgendwas genau dieser Mobilfunkstandard an kann, wie das technologisch dahinter aussieht. Klar ist aber schon, es soll nochmal sehr viel schneller, nochmal intelligenter sein und sehr viel genauer auch und kann zum Beispiel auch Dinge orten, also im Vergleich zu GPS. Also da kommen noch einige Zusatzfunktionen dazu, aber das, wie gesagt, ist noch Zukunftsmusik. Wir reden dann 2030 nochmal drüber.
Stella:
Und jetzt haben wir euch einmal quasi so diese ganze G-Geschichte erzählt. Aber primär geht es hier in unserem Input heute um die zweite Generation. Und die haben wir gesagt, ist auch ein bisschen älter. Stimmt, stammt grob gesagt so aus Anfang der 90er Jahre. Es ging in Deutschland 1992 los mit dem D, mit den D-Netzen von Telekom und Mannesmann. Und dann kam auch noch das E-Netz dazu. Ich weiß nicht, vielleicht Caspar, du nix bestätigen. Ich kann mich da jetzt aus Gründen nicht dran erinnern.
Caspar:
Die Mannesmann hatte ich schon wieder verdrängt. Aber ja, Mannesmann gab es auch. Die sind dann von Vodafone geschluckt worden. Das weiß ich noch. Aber ja, die D-Netz-Werbung, die war im Fernsehen im Linearen damals überall. Also da war überall Werbung für D1 und D2. Und später dann, wie gesagt, das E-Netz. Ich hatte das verdrängt, aber das war, ich erinnere mich, das war einfach wirklich überall zu hören und zu sehen.
Stella:
Und du hattest ja eben auch gesagt, dass es so ein bisschen auch so wie ein Fallback eigentlich gedacht ist. Deswegen wurde es ja auch noch nicht abgeschaltet. Aber das soll ja genau jetzt passieren, weil eben frei werdende Frequenzen dann für 4G und 5G verwendet werden sollen. Caspar, aber warum denn ausgerechnet jetzt?
Caspar:
Ja, also Mobilfunkfrequenzen, das ist ein ganz schönes Bild, sind so ein bisschen wie Straßenraum in Innenstädten. Das ist begrenzt. Man kann nicht überall neue Straßen aufbauen, sondern man muss eventuell Straßen ausbauen oder mal umbenennen oder in andere Form irgendwie bringen. Wenn auf einer Spur noch ein sehr langsamer Standard unterwegs ist, in dem Fall dann 2G, dann kann man nicht gleichzeitig über diese Frequenz dann auch noch 4G jagen, weil die sich dann stören würden. Und wenn man 2G abschaltet, werden Frequenzen frei, kann die dann in 4G und 5G packen und deswegen ist es in dem rein technischen Blick durchaus sinnvoll zu sagen, okay, diese ältere Technik fliegt jetzt mal raus bis Ende 2028, wir geben das jetzt frei an die anderen.
Stella:
Jetzt muss man aber auch sagen, da wäre unser Input sehr, sehr schnell erzählt, weil dann könnte man ja genau sagen, Hey, ist halt jetzt vereistet, muss abgeschaltet werden. Wer braucht das eigentlich überhaupt noch? Und genau da wird es ja jetzt auch ein bisschen spannend. Vielleicht so eine Zahl, die wir euch mitgebracht haben von der Bundesnetzagentur. Da decken nämlich laut der Bundesnetzagentur 2G-Antennen rund 99,78 Prozent der Fläche Deutschlands ab.
Caspar:
Genau, und das ist immer noch ein bisschen mehr als 4G und 5G. Die Zahlen sind ähnlich gut, aber nicht ganz so. Bei 4G sind es 97,79% und bei 5G 95,29%. Das heißt, dass 2G als Fallback war, das sind dann genau diese Fälle, wo man in ein 4G und 5G-Funkloch fällt und dann eben halt noch 2G mit E im Display hat. Und bis 2028 will man aber oder wollen die Mobilfunkanbieter die Abdeckung von 4G und 5G nochmal steigern, um dann eben auch diese Funklöcher dann entsprechend alle auszufüllen, sodass man dann sagen kann, okay, 2G wird abgeschaltet, aber selbst für Funklöcher ist das dann kein Problem und für die meisten Kunden und Kundinnen sollte es dann keine Folgen haben, außer man hat jetzt ein sehr, sehr altes Smartphone und die Mobilfunkanbieter beruhigen und sagen, eigentlich habt ihr da alle kein Problem mit.
Stella:
So, und jetzt haben wir aber gesagt, eine Gruppe, die es vielleicht gar nicht weiß, die könnte nämlich damit Probleme bekommen. Und jetzt kommen wir zu den AutofahrerInnen, denn ihr seid tendenziell diejenigen, die sich da doch vielleicht nochmal drüber ärgern könnten.
Caspar:
Ja, eine ganz besondere Ausnahme gibt es nämlich, was das Abschalten von 2G betrifft und zwar die Autos mit dem sogenannten E-Call-System. Das ist seit 2018 in der EU für neue Fahrzeugtypen vorgeschrieben. Also wenn ein Fahrzeugtyp nach 2018 neu vorgestellt wurde, nicht wenn das Auto da verkauft wurde. Also wenn man einen älteren Fahrzeugtyp verkauft hat, sondern es geht wirklich um neu zugelassene Typen, die sollen oder müssen dann dieses E-Call-System in ihrem Auto drin haben. Und das soll zum Beispiel bei schweren Unfällen automatisch einen Notruf absetzen und den Standort teilen. Und das entsprechende oder entscheidende ist, in dem Fall, warum reden wir hier darüber, bei älteren Fahrzeugen setzt das oft eben noch auf die Technik 2G.
Stella:
Seit Januar 2026 ist zwar die Next Generation E-Call für neue typgenehmigte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge vorgeschrieben. Und ab Januar 2027 gilt es dann auch für alle neu verkauften Fahrzeuge dieser Klassen. Und die Nachfolger, die basieren dann eben auch auf LTE-Technik, also auf 4G. Aber AutobesitzerInnen müssen jetzt eben prüfen, ob ihr E-Call-System quasi noch nach der 2G-Abschaltung funktioniert. sprich, worauf denn das Ganze dann eigentlich basiert.
Caspar:
Falls nicht, es gibt einige Hersteller, wie zum Beispiel Volkswagen, die bieten Updates an, sodass man dann umsteigen kann auf quasi die 4G-Nutzung. Noch ist aber nicht ganz klar, ob das alle Hersteller anbieten werden und ob das auch für alle Modelle von allen Herstellern gilt. Und ob man als Kunde auch wirklich, also für welchen Preis man so ein Update auch bekommt, ob man was zahlen muss oder nicht, wie viel und so weiter und so fort. Da sind also noch ein paar Unklarheiten.
Stella:
Ein paar Unklarheiten. Ey, das ist für den Part jetzt hier mein Stichwort. Weil jetzt könntet ihr natürlich sagen, gut, okay, dann funktioniert jetzt ab Ende 2028 möglicherweise dieser Notruf im Auto nicht mehr. Ist jetzt zwar doof, geht dann halt nicht. Okay. Aber es gibt da ein Problem an der Sache und zwar ohne gesetzliche Klarstellung könnten Autos ohne diese Update-Option Probleme mit dem TÜV bekommen. Also auch wenn das Auto sonst vollkommen verkehrssicher ist.
Caspar:
Bremse okay, Licht okay, Reifen okay. Wenn euer gesetzlich vorgeschriebenes Notrufsystem wegen einer Netzabschaltung nicht mehr funktioniert, könnte das bei einer Hauptuntersuchung ein erheblicher Mangel werden und ihr könntet die Plakette nicht bekommen. Es gibt Berichte zu diesem TÜV-Problem, die sprechen davon, dass rund 5,5 Millionen Autos betroffen wären von dieser Abschaltung. Und der TÜV-Verband, der möchte eigentlich jetzt nicht die Leute in Zukunft nach Hause schicken und sagen, du kriegst keinen TÜV deswegen. Der sagt, er möchte eigentlich nicht, dass das ein erheblicher Mangel ist, aber der kann das nicht einfach entscheiden. Der TÜV kann jetzt nicht sagen, das ist halt kein Mangel, sondern das muss der Gesetzgeber tun. Nun, der TÜV plädiert dafür, dass der Gesetzgeber das entsprechend anpasst. Aber noch ist das eben nicht passiert.
Stella:
Und wir haben euch zwar jetzt das AutofahrerInnenbeispiel so als plakativen Aufhänger mitgebracht, weil wir denken, dass das so tendenziell die meisten betreffen könnte. Aber es gibt auch noch andere Sachen, zum Beispiel in Alarmanlagen, in Aufzügen mit Notrufsystemen, alte Kartenleser, Terminals, teilweise auch Industrielogistikgeräte. Also es gibt Verschiedenes, was eben quasi noch mit 2G arbeitet, darüber kommuniziert und verbunden ist, wo man dann plötzlich bei der Abschaltung merken könnte, oh, das fehlt jetzt doch, das war uns vorher nicht so klar.
Caspar:
Genau, es ist lange nicht aufgefallen, dass es 2G überhaupt noch gibt. Ich wusste es eigentlich auch nicht, weil es immer hinter sich versteckt. Aber ja, wenn es dann mal weg ist, dann merkt man es.
Stella:
So, was tun? Wir wollen ja auch euch jetzt hier nicht einfach so mit dieser Info. Ja, okay, dann schaut mal.
Caspar:
Ja, guckt halt mal.
Stella:
Also, was können VerbraucherInnen jetzt machen?
Caspar:
Ja, also wer ein Auto hat, ihr könnt mal gucken, also wenn es ungefähr ab 2018 gekauft wurde oder neuer ist, guckt mal an den Rückspiegel oben. Da ist in der Regel, wenn ihr dieses Notrufsystem habt, eben so ein SOS- oder Notrufknopf, über den dieses System dann auch händisch gestartet werden kann. Falls ihr da so einen Knopf habt, dann müsst ihr mal gucken, ob euer Fahrzeug entsprechend noch mit 2G arbeitet. Also ihr müsst dann mal im Internet recherchieren. Das sagt euch euer Fahrzeug natürlich nicht. Es kann ja nicht reden. Aber selbst wenn ihr jetzt feststellt und recherchiert, okay, mein Fahrzeug arbeitet für dieses Notrufsystem noch mit 2G, müsst ihr nicht sofort die Hände in die Luft reisen und in Panik verfallen. Erstens ist bis 2028 ja noch ein bisschen Zeit. Außerdem, du hast es schon gesagt, Stella Vodafone hat angekündigt, dass 2G für genau diese E-Calls auch noch ein bisschen länger betrieben wird. Aber ihr solltet das Thema im Blick behalten, weil erstens kommt dann 2028 oft doch schneller, als man denkt. Ihr könnt zumindest schon mal gucken, ob euer Hersteller euch vielleicht schon ein Update anbietet. Ihr könnt Politik und Gesetzgeber im Blick behalten. Wir haben ja erzählt, der TÜV möchte eigentlich nicht, dass das ein hebeliger Mangel ist, aber das muss die Politik ändern. Und ja, Thema ein bisschen im Blick behalten. Aber wir versprechen euch, falls wir in den nächsten Wochen, Monaten und zwei Jahren dazu nochmal was hören, dann packen wir es euch in die Updates und erzählen euch natürlich auch davon.
Stella:
Wir müssen uns wirklich irgendwie so eine interne Meldung oder so für sowas einrichten, was wir versprechen mit den Updates da. Deswegen machen wir übrigens auch regelmäßig Newsfolgen. Das hat Gründe.
Caspar:
Ich sehe das gleich schon als, ich mache mir mal eine Notiz als Zusatzfunktion für unser neues Redaktionssystem.
Stella:
Ah, ihr seht, da ist noch Weiterentwicklung am Werk. Aber wie wäre es? Gute Nachricht?
Caspar:
Finde ich gut. Diesmal ist es Jugend forscht. Spannend.
Jingles:
Gute Nachricht.
Stella:
Hat in dem Fall quasi einen Namen, nämlich Jakob.
Caspar:
Ja, also eine gute Nachricht, die einen Namen hat. Was ist Jakob und warum ist das eine gute Nachricht?
Stella:
Also Jakob ist erstmal ein KI-Chatbot, der Inhalte in leichte Sprache übersetzt. Und das Ganze wurde entwickelt vom Schüler Magnus Schlindsock oder Schlindsock. Ich hoffe, ich habe das jetzt vernünftig ausgesprochen. Ich würde sagen Schlindsock.
Caspar:
Ja. Schindsock, Magnus Schlindsock. Tut mir leid, Magnus, falls du uns hörst und wir das falsch ausgesprochen haben.
Stella:
Und er hat auf jeden Fall den KI-Sonderpreis auf Bundesebene bekommen. Und das ist aus mehreren Gründen eine ganz nette Geschichte, so zum Abschluss dieses Podcasts. Also, der wurde erst mal im Rahmen des Jugendforschwettbewerbs verliehen. Ich weiß nicht, Caspar, vielleicht kennst du den auch noch. Bei uns an der Schule war das auch immer ein Ding. Gibt es ja jedes Jahr. Und die Runde 2026, die endete eben im vergangenen Mai-Wochenende mit der Verleihung der Bundespreise und zahlreicher Sonderpreise. Und einer davon war eben dieser KI-Preis. Die Internationale Hochschule, die hat das Ganze gestiftet, also insgesamt 16 KI-Sonderpreise auf Landesebene und eben einen auf Bundesebene. Und Schlindsogs Projekt wurde von der EU als Beispiel für digitale Teilhabe und Bildung für alle hervorgehoben. Jetzt müssen wir uns aber natürlich auch nochmal angucken, was kann denn die KI? Beziehungsweise was hat er gemacht? Also die Grundidee ist erstmal, dass du eben komplexe Texte, Dinge, die uns so im Alltag begegnen. Ich meine, wir kennen alle manchmal so das Behördendeutsch und sowas, möglichst leicht übersetzen kannst. Gerade für Menschen, die da vielleicht auch aus gesundheitlichen Gründen eben einfach den Bedarf noch haben für ein besseres, leichteres Verständnis.
Caspar:
Genau, gibt es einen Vorausdruck von, heißt tatsächlich leichte Sprache, ganz einfach. Das klingt so lapidar, aber dahinter steckt ein richtiges großes Regelwerk und da haben sich unzählige Menschen sehr, sehr viele Gedanken zugemacht, wie leichte Sprache auch aussehen soll. Und wie gesagt, es ist nicht einfach nur vereinfacht, sondern da steckt ganz viel hinter.
Stella:
Genau. Und Schlindsug, der hat sich dafür erstmal eben bestehende Regelwerke geschnappt, weil, Caspar, so wie du es gesagt hast, da steckst viel dahinter. Es gibt zum Beispiel auch das Netzwerk Leichte Sprache, die dafür eben genau solche Definitionen ausgegeben haben. Und sein Ziel war eben von vornherein, Menschen mit Sprachverstehensproblemen Inhalte leichter zugänglich zu machen. Er hat sich auch entschieden, ein europäisches Sprachmodell zu nutzen, Mistral Small 3.2 für sein Projekt, weil ihm eben digitale Souveränität wichtig ist. Deshalb hat er so entschieden. Was hat er jetzt gemacht? Also für Jakob hat er quasi synthetische Datensätze erstellt und dafür wiederum hat er Mistral Medium 3.1 genommen. Also quasi ein größeres Modell. Warum? Weil er so, ja, Konversationen, Cloud-KI-Konversationen nachgebildet hat. Und da hat er dann quasi immer das am leichten verständlichste Unterhaltungsbeispiel, Kommunikationsbeispiel ausgewählt, das als positives Beispiel gekennzeichnet, mit dem dann weitergearbeitet werden kann. Und eben mit dem erwähnten Regelwerk hat er einen eigenen Algorithmus entwickelt, wo dann auch die Qualität dieser generierten Texte in leichter Sprache bewertet worden ist.
Caspar:
Das heißt, er hat eben nicht nur jetzt einfach Mistral gesagt, so funktioniert leichte Sprache, mach mal, sondern er hat wirklich ein KI-Training durchgeführt und das hat mich dann schon relativ stark beeindruckt. Aber das ist schon ein Schritt. Also ich habe bisher noch keine KI-Training, muss ich gestehen. Respekt. Und dieser Algorithmus, dieses Regelwerk, das ist dann dazu da, um die Qualität von diesen generierten oder neu generierten Texten in leichter Sprache zu bewerten und das zu verbessern. Weil wie gesagt, das ist ein ziemliches Regelwerk. Und wenn du jetzt einfach einer KI nur sagen würdest, mach den mal in leichter, das ist am Ende dann keine leichte Sprache. Das sieht dann vielleicht nur so aus.
Stella:
Genau. Und vor allen Dingen, Jakob ist ja wirklich ein Programm, mit dem dann richtig geschettet werden kann. Also was auch schon getestet worden ist. Dazu gleich mehr. Was vielleicht auch noch ganz interessant ist, was herausfordernd war, wie Schlin so gegenüber Heise im Interview gesagt hat, die Erkennung von Genitiv und Verneinung. Das war wohl eine Sache, die nicht so ganz so leicht war.
Caspar:
Die deutsche Sprache, die schwere Sprache.
Stella:
Genau. Aber Caspar, er hat nicht nur eins trainiert, sondern er hat sich dann gedacht, gut, wir machen noch ein zweites KI-Modell, nämlich auf Basis von BERT. Das ist eine Google KI, eben auch, um da die Genauigkeit zu verbessern. Ich finde das wirklich echt richtig beeindruckend, vor allen Dingen auch seine persönliche Geschichte dahinter. Der hat angefangen als Abiturient in der 11. Klasse. Er hat jetzt übrigens sein Abi gemacht, also hat er auch ein bisschen Arbeit reingesteckt. Der hatte auch gar nicht vor, sich an Jugend forscht irgendwie zu beteiligen, sondern eine seiner Lehrerinnen hat dann eben ihn zur Teilnahme animiert, weil sie das so unterstützenswert fand. Und die Idee selbst für das Projekt, die hat seine Mama gegeben, die nämlich beim Paritätischen Gesamtverband arbeitet. Und Unterstützung, guter Punkt, Schlinzug, der hat auch zum Beispiel vom Stadtjugendring in Potsdam eben Hilfe erhalten. Da nämlich, also, Da habe ich mich auch gefragt, wie macht man das eigentlich? Also mal eben so als Schüler ein KI-Modell zu trainieren, das ist ja nicht nur einmal das Fachliche, sondern du brauchst da auch Hardware, Rechenleistung. Hier Caspar, du hast gerade Nvidia eingesprochen, Chips, das kostet. Und er hat eben, damit er überhaupt das Ganze durchführen kann.
Stella:
Grafikkarten zur Miete benötigt und dafür eben dann diese Unterstützung vom Stadtjugendring bekommen, weil die Hardware-Anforderungen, die waren eben entsprechend hoch, was dann auch die Anforderungen an die Grafikkarten erhöhte. Ja, also insgesamt eine, fanden wir ganz usche Geschichte übrigens, er ist jetzt 18 und wohl schon seit ein paar Jahren wirklich an Informatik interessiert, also, Da ist schon, ist glaube ich schon viel Arbeit auch vor diesem Projekt einfach generell in diesen ganzen Bereich reingeflossen, die sich ja jetzt auch mit diesem Sonderpreis wahrscheinlich nochmal doppelt gelohnt hat.
Caspar:
Ja, also ich hoffe, dass Magnus auch sowas für Informatik studiert, wird sich ja definitiv anbieten. Und ich hoffe auch, dass Jakob diese KI, die trainiert hat, dass man die vielleicht irgendwann mal auch wirklich im größeren Rahmen nutzen kann, weil das ist einfach eine super, super Geschichte. Das hat einen wirklichen Mehrwert. Da sieht man dann auch mal wieder, wie man KI sinnvoll trainieren und einsetzen kann. Und auch noch dazu europäische KIs. Also was will man eigentlich mehr? Es ist fast durchweg eine gute Nachricht.
Stella:
Fast durchweg. Jetzt hätte ich aber gerne mal das Aber von dir, Caspar. Also hier jetzt noch Einschränkungen zum Abschluss.
Caspar:
Nein, nein. Es ist jetzt nicht so, dass es ein komplett fertiges Produkt ist, was jetzt jeder schon nutzen kann. Das wäre jetzt zum Beispiel eine kleine Einschränkung.
Stella:
Da ist doch was Arbeit. So, bevor du hier noch mehr Haare in der Suppe findest, würde ich sagen, wir machen für diese Episode den Deckel drauf. Wir freuen uns, wenn ihr nächste Woche wieder dabei seid, damit ihr uns auf unserem Witt, Ritt, Witt, was ist das denn? Auf unserem Witt durch die Tech-Welt begleitet.
Caspar:
Wir machen jetzt schnell aus. Scheinbar sind jetzt die Worte schon ausgegangen. Wir wünschen euch eine schöne Woche, ein schönes Wochenende und wir haben uns nächste Woche wieder. Kleiner Spoiler. Wir hatten ja in der Google-Folge schon angekündigt, dass wir auch über die Apple Keynote berichten werden, weil man da gucken muss, was die jetzt mit KI machen und ob die es endlich schaffen, Siri mal gut hinzukriegen. Kleiner Spoiler, da reden wir nächste Woche drüber, weil nächste Woche Montag ist die Keynote. Also seid gespannt, was da passiert. Wir werden es für euch zusammenfassen.
Stella:
Hat er da einen Kandidaten für den Input schon verraten? Ihr fahrt es nur, wenn ihr draufklickt. Und übrigens vielleicht auch nicht. Also wir machen es nicht immer zum Input.
Caspar:
Naja, wir müssen gucken. Das liegt jetzt bei Apple. Da müssen die jetzt liefern. Mal gucken.
Stella:
Also schaltet auf jeden Fall wieder ein und wir freuen uns, wenn ihr nächste Woche wieder dabei seid. Bis dahin. Tschüss.
Caspar:
Macht's gut. Ciao.
Jingles:
Das war's schon wieder für diese Woche. Folgt oder abonniert uns gerne in eurer Podcast-App und lasst uns dort eine Bewertung da. Das hilft uns sehr. Bis zum nächsten Mal.