In dieser Episode geht es unter anderem um einen 129 Jahre alten Film, Datenschutz bei Dating-Apps und Gesichtserkennung bei Metas smarte Brillen. Ihr merkt schon, diesmal haben wir zur Abwechslung mal wieder eine Newsflash-Episode mit ganz vielen verschiedenen Tech-News. 

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Transkript der Episode

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Jingles:
Silicon Weekly, der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche. Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar.

Caspar:
Hallo und herzlich willkommen zu Silicon Weekly. Heute zu zweit nehme ich einmal mit Elli. Hallo Elli.

Elli:
Hallo.

Caspar:
Und mit mir, mit Caspar. Schön, dass ihr eingeschaltet habt. Schön, dass ihr wieder Lust habt auf News, Tech News. Heute auch eine reine News-Folge, denn es gab tatsächlich so viel, dass wir uns nicht so wirklich einigen konnten, was denn jetzt ein großer Input wäre. und zur Abwechslung ist auch mal nicht irgendwie Ostern in der Tech-Welt gewesen, sodass nichts passiert ist oder so. Deswegen haben wir euch eine Picke-Packe-News-Folge mitgebracht.

Elli:
Ja, ich habe gerade, mein Hallo war auch so piepsig. Kennt ihr das, wenn ihr so den ersten Anfang eines Redebeitrags macht und dann plötzlich so piepst? Naja, gut. Also jetzt bin ich wieder zurück auf meiner normalen Stimme und was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich mich letzte Woche schon darauf gefreut habe, dass wir diese Woche eine News-Folge haben. Es kommt gar nicht so oft vor, aber ich hatte jetzt wirklich mal Bedarf, über verschiedenste kleine Themen zu sprechen. Und so sitzen wir jetzt also hier.

Caspar:
Wenn du Redebedarf hast, dann will ich dich gar nicht bremsen und wir legen direkt los und zwar mit den Updates.

Elli:
Jetzt habe ich zwar gesagt, ich habe Redebedarf, aber das erste Update kommt von dir. Und weißt du, was schön ist? Wir fangen diese Sendung in Griechenland an und wir enden am Ende auch wieder in Griechenland.

Caspar:
Es ist, man könnte fast meinen, wir hätten das, was wir mit unserem Podcast-Doc da zusammenschreiben für die Sendung, das hätten wir geplant. Worum geht es? Griechenland. Es gibt ein Update zu unserem beliebten, in Anführungszeichen, Dauerbrenner Social-Media-Verbot. Wir hatten ja eine eigene Input-Folge mal hier dazu gemacht und wir haben euch dort auch schon erzählt, dass Australien ein Social-Media-Verbot eingeführt hat und nun gibt es aus Europa Updates. Ihr ahnt es schon, weil Elli gerade schon Griechenland erwähnt hat, nun möchte auch Griechenland ein Verbot für Social Media einführen für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Und tatsächlich ist es auch so, dass das auf eine relativ große Zustimmung in der griechischen Bevölkerung stößt. Dort einer Umfrage befürworten das nämlich rund 80 Prozent der Bevölkerung und das Ganze geht jetzt nicht sofort los, sondern soll quasi ab 2027 gelten. Und an Plattformen wie TikTok, Instagram und so weiter und so fort betreffen.

Elli:
Der Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis nennt als Gründe zunehmende Angstzustände und Schlafprobleme bei Jugendlichen und sagt auch, Jugendliche verbringen viele Stunden vor Bildschirmen und würden dadurch unter Druck stehen durch Vergleiche und eben Online-Kommentare.

Caspar:
Das hatten wir ja auch als eine der Punkte für Befürworter von Social Media Verboten damals auch aufgezählt. Das Besondere ist jetzt, das könnte uns insofern auch betreffen, als dass die griechische Regierung zusätzlich noch eine EU-weite Regelung anstrebt und das auch auf EU-Ebene anregen möchte, nämlich dass es ein digitales Mindestalter von 15 Jahren in allen Ländern der EU gibt und sie schlägt außerdem vor eine EU-weite verpflichtende Altersprüfung für alle Plattformen. Also so nach dem Motto, wenn das bisher so ist, dass das in Australien schon funktioniert und dass wir das jetzt in Griechenland auch machen wollen, dann wäre es doch vielleicht das Einfachste, wenn wir das auf EU-Ebene mal machen, weil dann betrifft es ja noch eine ganze Reihe an Ländern und dann ist es auch für die Plattform einfacher, sich an eine Regel zu halten.

Elli:
Jetzt haben wir schon gesagt, ab 2027 soll es losgehen. Das würde auch bedeuten, Gott sei Dank, vielleicht, dass die Plattformen zum Beispiel noch etwas Zeit haben und auch die griechische Regierung vielleicht sich zu überlegen, wie man das denn durchsetzen möchte. Denn wir haben ja mit Blick nach Australien schon mal angerissen in einer der letzten Sendungen, dass das in Australien gerade gar nicht mal so gut klappt bisher. Laut einem Bericht der zuständigen Aufsichtsbehörde in Australien können 70 Prozent aller Jugendlichen unter 16, die vor diesem Social-Media-Verbot entsprechende Accounts hatten, Und weiterhin auf ihr Konto zugreifen. Also irgendwie ist da noch Potenzial Luft nach oben, würde ich mal sagen.

Caspar:
Ja, ein Verbot, was bisher nur für 30 Prozent geht, ist kein echtes Verbot. Gut, Sophie erstmal zum Thema Social Media. Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass dieses Verbotsdebatten-Thema uns nochmal hier wieder begleiten wird in den Updates. Da kommen wir, glaube ich, nicht drum rum. Du hast aber ein zweites Update mitgebracht, was ich sehr viel schöner finde als das Social-Media-Verbot. Es geht um Igelis, um kleine Igelchen. Elli, was ist passiert?

Elli:
Du findest das vielleicht schön, weil es um Igelis geht. Wer ein sehr großer Verfechter davon ist, seinen Rasenmäher-Roboter nachts laufen zu lassen, der wird jetzt sagen, nein, nein, dieses Update, das ist doch ganz schwierig. Wir hatten in der guten Nachricht vor zwei Wochen ja erwähnt, dass Igel unter anderem durch Autos und Rasenmäherroboter sehr gefährdet sind. Denn unter anderem, weil so ein Igel nicht flüchtet, wenn was auf ihn zukommt, zum Beispiel so ein Rasenmäherroboter, sondern sich zusammenrollt und dann ganz schlecht zu erkennen ist für so einen Roboter.

Caspar:
Ja, das Zusammenrollen mag bei einem typischen Fressfeind funktionieren, weil das stachelig ist, ein Rasenmäherroboter. Ja, ihr könnt euch den Rest ungefähr vorstellen.

Elli:
Schwierig. In der guten Nachricht hatten wir darüber gesprochen, dass langfristig hochfrequente Ultraschalltöne vielleicht eine Lösung sein könnten. Denn die Igel hören die. Und man könnte die dann z.B. in so Rasenmäher-Robotern, involvieren als Warnton oder eben auch in Autos. Aber bis dahin dauert es eben noch, weil wenn das Ganze irgendwann überhaupt großflächig für Hersteller interessant wird. Also fordern verschiedene Interessenverbände schon jetzt immer wieder ein Nachtfahrverbot für Rasenmäher-Roboter. Liegt auf der Hand. Landigel sind meistens nachts unterwegs. In einzelnen Kommunen gibt es so Nachtfahrverbote schon. Also wenn ihr zum Beispiel in München, Leipzig oder Köln wohnt, dann werdet ihr euch denken, hö, haben wir doch längst. Der Deutsche Städtetag hat sich jetzt aber, und das ist das Update, für eine bundesweit einheitliche Regelung zugunsten der Igel ausgesprochen. Also der Deutsche Städtetag sagt, lasst das doch mal deutschlandweit einführen. Und zwar gegenüber der Funke Mediengruppe war diese Äußerung.

Caspar:
Heißt das jetzt demnächst Nachtfahrverbot in allen deutschen Städten oder sehe ich das falsch?

Elli:
Ja, also was daraus wird, ist noch ganz ungewiss. Es gab jetzt erstmal dieses Statement vom Deutschen Städtetag eben. Und wenn wir mal in ein Bundesland gucken, wo das gerade kürzlich auch wieder Thema war, in Bayern, da ist so ein entsprechendes Anliegen für ein Nachtfahrverbot, was gänzlich gilt, also was bundeslandweit gilt, gescheitert. Und dementsprechend aus der Riege schon mal dürfte auch Widerstand jetzt kommen.

Caspar:
Na gut, immerhin ein kleines Update, dass der Städtetag sich dazu geäußert hat. Und vielleicht kommt was. Und falls das tatsächlich passiert, dann hört ihr hier bei uns davon. Und dann wisst ihr, falls ihr einen Rasenmäherroboter habt, dürft ihr den nachts nicht mehr fahren lassen. So, für Leute, die einen Rasenmäherroboter haben und das gerne tun würden, ist das vielleicht ein WTF-Moment, wenn sie dann wissen, sie dürfen den nachts nicht mehr fahren lassen. Wir haben aber zwei diesmal andere WTFs mitgebracht. Warum zwei, das erkläre ich euch gleich, warum das diesmal eine Doppel-WTF-Folge ist. Wir fangen aber erst mal mit einer Frage an. Elli, bei so einer Dating-App, mal angenommen, du wärst da, was würdest du denken, was mit deinen Daten so passiert? Welche Daten da so anfallen und was da mit denen passiert, die erhoben werden?

Elli:
Sind wir mal ehrlich, seit ich diesen Tech-Podcast mache, denke ich nur noch das Schlimmste. Und die werden wahrscheinlich irgendwo landen, diese Daten. Das ist ganz, ganz furchtbar. Man könnte jetzt etwas naiver sein und sagen, ja, na ja, also die App wird die halt irgendwie so für sich haben und dann wird es halt da zum Dating benutzt, aber sonst halt nicht. Das könnte man jetzt mal hoffen, theoretisch.

Caspar:
Ja, genau. In unseren beiden WTFs ist das diesmal ein bisschen anders. Warum sind es zwei? Weil das zwei WTF-würdige Kandidaten sind, die beide sehr, sehr gut zusammenpassen und eigentlich sich super ergänzen. Deswegen haben wir sie beide reingeschmissen. Wir fangen mal mit dem ersten an, kommen dann zum zweiten, dann wird es ein bisschen deutlicher, warum es zwei diesmal sind. Und WTF1 dreht sich um die Firma Match Group und die Dating-App OKCupid. Ehrlich gesagt, mir hat die App gar nichts gesagt. Ich bin sowieso nicht unbedingt im Dating-App-Game, aber auch sonst kannte ich die App nicht. Es liegt schlicht und ergreifend daran, dass die überwiegend in den USA genutzt wird. Auch die Match Group hat mir nichts gesagt, wobei mir die hätte was sagen können, denn die betreiben unter anderem auch noch Apps wie Tinder oder Hinge. Und das sind dann Apps, die in Deutschland zum Beispiel auch sehr häufig genutzt werden. Es geht jetzt aber, wie gesagt, um OkCupid und ja, da gab es bereits 2014 ein kleines Problem.

Elli:
Kurzer Einschub an der Stelle noch, du hast jetzt gesagt Apps wie Tinder oder Hinge. Ich habe gerade mal geguckt, die Match Group hat über 45 Dating-Plattformen, Portale und sonst was unter ihrer, also die haben ordentlich Plattformen.

Caspar:
Match Group, der Name ist Programm.

Elli:
Ja. Was ist denn 2014 passiert?

Caspar:
2014 soll die Match Group nämlich umfangreiche Nutzerdaten von OKCupid, unter anderem fast drei Millionen Fotos inklusive Standortdaten, also wo diese Fotos entstanden sind, an das Biometrieunternehmen Clarify oder Clarify AI weitergegeben haben. Aua.

Elli:
Also dieses AI hinter Clarif, das lässt es doch jetzt bei mir geistig klingeln.

Caspar:
Ja.

Elli:
Hat da jemand wohl... Wir haben Trainingsdaten geliefert für sowas wie Gesichtserkennung.

Caspar:
Komplett, 100 Prozent richtig. Das ist nämlich das, was diese KI-Firma macht und zwar auch schon 2014 gemacht hat. Ihr seht also das KI-Thema ist eigentlich ein bisschen älter als der Hype. Genau, es ging um Gesichtserkennung und das heißt für die Betroffenen dieser Dating-App und von diesen drei Millionen Fotos, die dort weitergegeben werden, dass ihr Gesicht jetzt unter Umständen in einer Datenbank zur Gesichtserkennung hinterlegt ist, ohne dass sie dem zugestimmt hätten. Man könnte ja jetzt sagen, irgendwie in den AGB stand das wahrscheinlich kleingedruckt, hättest du es mal gelesen. Nee, so war es nicht. Die NutzerInnen wussten nichts davon und es gab auch keine Möglichkeit eines Opt-outs, also irgendwie an einer Stelle anzukreuzen. Ich möchte bitte nicht, dass das Bild, was ich für eine Dating-App aufnehme, in der Gesichtsdatenbank landet.

Elli:
Jetzt muss man sagen, das war 2014. Da gab es so Themen wie Datenschutz durchaus auch schon, aber ich glaube, das Bewusstsein gerade für so Sachen wie Trainingsdaten war dann noch nicht so hoch. Trotzdem ist das Ganze auch nach 2014 oder vielleicht gerade deswegen jahrelang verschleiert worden wohl. Genau.

Caspar:
Und es kommt noch besser, denn es gibt wohl keine Strafe für die Match Group. Denn nach einer Klage von US-Aufsichtsbehörden, die hatten es jetzt nämlich nach Jahren herausgefunden, dass diese Datenweitergabe stattgefunden hat, da hat sich die Match Group mit den Behörden auf einen Vergleich geeinigt. Ihr kennt das, man kann quasi vor der Gerichtsverhandlung sagen, ja, nee, wir einigen uns und dann gibt es keinen Prozess. Die Vorwürfe der rechtswidrigen Datenweitergabe, die räumt der Betreiber zwar nicht ein, dennoch hat man sich jetzt gegenüber den Behörden zu strengeren Datenschutzvorschriften verpflichtet und dafür wiederum hat die Behörde gesagt, ja, okay, gut, dann gibt es keine Geldstrafe für euch. Ich habe mal so einen kleinen Vergleich mitgebracht, das ist ungefähr so, wie wenn ich sagen würde, nachdem jemand bei mir eingebrochen hat und erwischt wurde, ach ja, du, du, du, das war böse, du kriegst aber keine Strafe, wenn du mir versprichst, dass du das nicht nochmal machst. Und so funktioniert, glaube ich, ein Rechtssystem nicht, als ich es letzte Mal nachgeguckt habe.

Elli:
Das ist also unser What the Fuck 1 bei OKCupid. Du hast uns aber noch eine zweite App mitgebracht, die kannte ich tatsächlich auch nicht.

Caspar:
Ich auch nicht. Das ist jetzt aber eine deutsche App und zwar geht es um eine ebenfalls deutsche Dating-App und jetzt merkt ihr schon, warum wir langsam sinnvoll verknüpft haben diese WTFs. Welche genau? Das ist in Recherchen von Netzpolitik und Org und des BRs erstmal so nicht genau genannt. Dort wird erstmal nur gesprochen von einer populären deutschen Dating-App aus Hamburg. Dazu gleich mehr. Ja, wie das in so Dating-Apps üblich ist, muss man dort die Standortortung aktivieren, um angezeigt zu bekommen, welche potenziellen Partnerinnen und Partner in der direkten Umgebung sind, weil man möchte ja nicht irgendwie sagen, ich mache jetzt diese App in Hamburg auf, ich möchte dann bis nach München fahren, um jemanden zu treffen, sondern man möchte natürlich schon in der Umgebung die Leute kennenlernen. Wer überhaupt nichts mit DateinX am Hut hat, ihr kennt das vielleicht von Ebay, da kann man ja auch sagen, Standort, Umkreis, sucht bitte nur in diesem Bereich. Und so ist das bei diesen Apps dann eben auch.

Elli:
Es gibt aber teilweise auch die Möglichkeit in so Dating-Apps dann nicht zuzustimmen, dass diese Daten, die erhoben wurden, an Werbefirmen zum Beispiel geschickt werden. Also meistens ist es ein Muss, glaube ich, dass man generell den Standort angeben muss, aus den Gründen, die du schon genannt hast. Aber man kann ja dann immer noch oft so Regler setzen, wo diese Daten am Ende hingehen dürfen. Ja, und das hat nicht so gut geklappt bei dieser App.

Caspar:
Genau, weil oft ist es ja tatsächlich so, dass mit Daten, die in so Apps entstehen, dann auch Handel getrieben wird und dass diese Apps finanziert. Ihr kennt ja diesen berühmten Spruch, wenn etwas kostenloses im Internet ist, dann zahlt ihr meistens mit euren Daten. Ihr hättet jetzt bei dieser App sagen können, nein, danke, bitte nicht weitergeben. Das Problem ist, die App hat gesagt, okay, cool, du möchtest das nicht, wir machen es trotzdem. So geht es zumindest aus dem Jahresbericht der Hamburger Datenschutzbehörde für 2025 hervor. Dort wird, und jetzt kommen wir an die Stelle, welche App das eigentlich ist, dort wird kein genauer Name der App genannt. Und zwar aus verfahrensrechtlichen Gründen, wie die Behörde mitteilt, weil die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Das schreibt die Hamburger Datenschutzbehörde auf Anfrage von Netzpolitik.com. Org. Die Vermutung liegt aber nah, da schreibt auch Netzpolitik, dass es sich um die App Lovu oder Luvu handelt, mit Doppel-O-E-O.

Elli:
Ich glaube, Lavu.

Caspar:
Ja, stimmt natürlich, wegen Love. Ach, der hätte ich auch selber drauf kommen können. Guck. Jetzt kann man natürlich sagen, okay, das ist natürlich schon mal ein Problem, weil ihr dem nicht zugestimmt habt und die Daten trotzdem weitergegeben wurde. Das hat aber noch ein zweites großes Problem, weil mit diesen Standortdaten können präzise Bewegungsprofile erstellt werden. Das lässt zum Beispiel Rückschlüsse zu, wenn ich jetzt von euch genau weiß, wo ihr standorttechnisch im vergangenen Jahr wart, dann kann ich sehr wahrscheinlich sagen, wo ihr wohnt, wo ihr arbeitet, wo euer Arzt vielleicht ist, mit wem ihr euch trefft, mit wem ihr euch vielleicht nicht trefft und wollt, dass das jemand rausfindet. Das heißt, diese Daten sind, selbst wenn es nur Metadaten sind und nur Standortdaten, trotzdem hochsensibel. Und diese Daten landen halt bei Data Brokern, also es sind Leute, die Geschäfte mit diesen Daten machen, die die von solchen Apps kaufen und dann weiterverkaufen und das ist das große Problem, sie sind theoretisch für jeden kaufbar. Das heißt, weiß ich nicht, Eddie, wenn jetzt von dir irgendwo ein Datensitz rumschwirrt und ich durch Zufall bei so einem Datenbroker den kaufe, dann weiß ich mehr über dich, als dir das lieb sein könnte.

Elli:
Übrigens ist die Hamburger Behörde, die dem Ganzen jetzt ja nachgeht, durch Recherchen von Netzpolitik und dem BR überhaupt erst darauf aufmerksam geworden, dass es da einen Datenschutzverstoß gab. 2024 konnten die beteiligten Journalistinnen, die eben an der Recherche gearbeitet haben, einen Datensatz aus rund 40.000 Apps mit rund 380 Millionen Standortdaten aus 137 Ländern einsehen. Und da war eben auch diese Hamburger Dating-App mit drin in diesen Datensätzen. Falls ihr euch mit dem Thema Datenhandel und warum diese ganzen Metadaten so gefährlich sind, ein bisschen genauer beschäftigen wollt, ist kein angenehmes Thema, weiß ich. Aber es gibt eine ARD-Doku dazu, die heißt Gefährliche Apps, die beleuchtet das Thema. Den Link setzen wir euch mal in den Shownotes. Und da ist auch diese Recherche, die wir jetzt mit ins WTF reingeholt haben, mit drin.

Caspar:
So, lasst uns mal einen kleinen Bogen schlagen zu den zwei ETFs. Der erste Fall zeigt relativ eindeutig, in dem Fall wurde euer Gesicht, beziehungsweise nicht euer, weil ihr hoffentlich nicht diese App in Amerika genutzt habt, aber die Gesichter der Menschen, die sie genutzt haben, wurden ohne zu fragen Teil von KI-Systemen und Fall 2 zeigt, ja, Bewegungsprofile werden auch ohne Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer einfach so im Netz gehandelt. Und dadurch wissen Werbefirmen nicht nur, wie wir aussehen, sondern auch, wo wir wohnen, wo wir uns im Zweifel aufhalten, wen wir wie, wie lange treffen und das alles ohne Einwilligung über Jahre hinweg und mit extrem vielen Beteiligten. Du hast ja gerade den Datensatz gewähnt, da sind 40.000 Apps drin. Das heißt, es ist auch kein Einzelfall, dass man sagt, da war mal ein schwarzes Schaf dabei, sondern das ist leider eher die Regel, dass unsere Daten so verteilt werden im Internet.

Elli:
Das eigentliche, also ich finde das reicht schon als What the Fuck, mir ist jetzt schon wieder ein bisschen flau im Magen geworden, ein bisschen schlecht und so dieses Gefühl von man kommt eh nicht dagegen an, aber man käme zumindest besser dagegen an, wenn denn die Strafen dafür ein bisschen doller wären, wenn so jemand dann erwischt wird. In den USA hatten wir ja den Vergleich ohne Strafe. In Deutschland läuft jetzt immerhin ein Verfahren gegen die besagte App und der Datenabfluss von dieser App ist erstmal abgestellt, aber wie gesagt... Das Problem ist viel größer als nur diese eine Hamburger Dating-App und der größere Teil wird gar nicht strafrechtlich verfolgt.

Caspar:
Um es nochmal ein bisschen positiv abzubinden, was könnt ihr tun? Ja, also wirklich nicht aus Spaß, einfach irgendwelche Apps runterladen und nutzen. Das sagt genau der Richtige mit, ich glaube, 250 Apps auf dem Telefon. Also nach dem Motto, vertraut mir, ich weiß, wovon ich rede. Schaut auch, es ist doof, aber schaut auch mal in die Datenschleidseinstellungen und AGBs. Wir haben jetzt gerade von einer App gehört, die trotzdem, trotz des Widerspruchs Daten weitergegeben hat. Dann machen sie sich aber immerhin strafbar. Das heißt, viele der Apps machen das dann eben auch nicht. Also guckt auch mal da rein, was ihr denn an- und abhaken könnt. Das lohnt sich unter Umständen. Und wie gesagt, überlegt, ob ihr die App dann wirklich benutzen wollt oder nicht. Je weniger ihr solche Anwendungen verwendet, umso weniger Daten fallen natürlich auch an.

Elli:
Caspar, mir kam da gerade eine Idee. Das schreiben wir uns mal auf die Podcast-Hinterkopfliste vielleicht. Vielleicht das Thema Löschanträge, denn auch da gibt es ja Möglichkeiten, wenn man mal Sachen benutzt hat, sich dann die Daten löschen zu lassen.

Caspar:
Ja, und dass man das Recht hat, Daten, die bei einem Dienst vorliegen, anfragen kann. Ich habe das bei Meta mal gemacht und das war relativ erschreckend, wie viele Gigabyte dort zurückkamen. Aber wir schreiben uns das definitiv mal auf, das ist vielleicht ein Thema, weil das für die Hörerinnen und Hörer ganz spannend sein könnte.

Elli:
Wir kommen von einem Thema, wo gerade juristisch noch viel zu wenig gemacht wird und machen mit unserem Newsflash weiter. Und da geht es auch um die Rechtsanwaltskammer, die sich tatsächlich gegen einen Gesetzesentwurf ausspricht.

Caspar:
Ja, wir sprechen aber auch über verschollene Filme, also so ein bisschen in die Filmwelt driften wir ab. Und wir reden auch über smarte Brillen. Das heißt, wir haben drei relativ unterschiedliche News für euch mitgebracht.

Elli:
Mir fällt auf, wir haben nicht nur vom Anfang zum Ende der Sendung einen Bogen, sondern auch in den News einen kleinen Bogen drin, denn es geht um Gesichter, dann geht es um die Filme, dann geht es wieder um Gesichter.

Caspar:
Also wenn es kein Zufall wäre, könnte man wirklich meinen, wir hätten es abgestimmt. Okay, Elli, fang du mit Gesichtern an. Worum geht es in der ersten News?

Elli:
Also die News ist zwar schon so ungefähr von letzter Woche, aber da waren wir ja noch mit Funksprüchen beschäftigt. Nee, mit dem Mond waren wir letzte Woche beschäftigt.

Caspar:
Mit dem Mond waren wir beschäftigt.

Elli:
Ja. Und naja, sie ist nicht weniger spannend geworden. Ich sag's mal so, sie ist auch nicht gereift wie ein guter Wein, aber ja. Käse, wie guter Käse. Wir schauen auf einen Gesetzesentwurf. Und zwar das Gesetz zur Änderung der Strafprozessordnung digitale Ermittlungsmaßnahmen.

Caspar:
Ich liebe Juristendeutsch.

Elli:
Das sieht vor, dass Strafverfolgungsbehörden künftig mehr dürfen. Zum einen würde das Gesetz ermöglichen, dass vorhandene biometrische Daten, wie zum Beispiel ein Bild einer Person aus einem Strafverfahren mit im Internet öffentlich verfügbaren Daten automatisiert abgeglichen werden darf.

Caspar:
Ah, okay. Das geht zum Beispiel bisher aktuell nicht. Wir erinnern uns an den Fall der ARF-Terroristin, die nach vielen Jahren in Berlin aufgetaucht ist. Da ist es ja so, dass Journalistinnen mit einer Bilddatenbank sie finden konnten und die Polizei diese Bilddatenbank schlicht nicht benutzen durfte und deswegen die Terroristin, die ehemalige, nicht gefunden hat.

Elli:
Gleichzeitig klingelt es vielleicht bei euch, wenn wir jetzt vom Abgleichen von öffentlichen Internetdaten sprechen mit der Strafverfolgung, beziehungsweise mit den Daten aus einer Strafverfolgung. Ah, wenn da nicht mal vielleicht ein Analyseunternehmen um die Ecke guckt, das wir schon häufiger hatten. Ja, ja, ja. Auch wenn sich unsere Bundesjustizministerin selber vor einiger Zeit eher kritisch beobachtet, zur Software von Palantir ausgesprochen hat, ist sie jetzt doch an diesem Gesetz zur Änderung der Strafprozessordnung Digitale Ermittlungsmaßnahmen sehr interessiert. Was das Gesetz außerdem noch erlauben soll, außer eben diesem Bildabgleich mit den öffentlichen Daten im Internet.

Elli:
In bestimmten Fällen soll die Zusammenführung von Daten aus den verschiedensten Polizeidatenbanken und eine automatisierte Analyse dieser Daten erlaubt sein. Und während bei der Sache mit den Bildern noch niemand so aktiv mit dem Wort KI tatsächlich um die Ecke gekommen ist, aber auch da geht es ja um einen automatischen Datenabgleich, der wird voraussichtlich eben KI involvieren, ist bei der Sache mit der Zusammenführung von Daten aus verschiedensten Polizeidatenbanken das Wort KI direkt im Wortlaut der Pressemitteilung des Justizministeriums. Dieser Gesetzesentwurf, der ist schon von Anfang März, da wurde er veröffentlicht. Bis zum 3. April hatten Interessenskreise die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Und genau das ist der Punkt, an dem es für uns jetzt nochmal spannend wird.

Caspar:
Genau, das hat nämlich die Bundesrechtsanwaltskammer gemacht und die schreibt, Zitat, man habe erhebliche Bedenken, ob die vorgeschlagenen Regelungen der besonderen Eingriffstiefe und der Streubreite der Maßnahme angemessen Rechnung tragen. Da fällt mir besonders natürlich die besondere Eingriffstiefe und die Streubreite. Wir haben ja gerade KI angesprochen und dass die Sachen durcharbeiten. Ja, finde ich spannend, dass die Bundesrechtsanwaltskammer an dem Punkt kritisiert, weil das ja auch immer bei Palantir ein großes Thema ist. Durchsuchen wir da vielleicht Dinge von unschuldigen Leuten? Ist es eine Art Generalverdacht? Das spinkt da ja immer so ein bisschen mit.

Elli:
Und wenn euch eben zukünftig, wenn es um dieses Gesetz gehen sollte, das ist so ein bisschen unterm Radar gelaufen. Deswegen dachten wir uns, wir nehmen es mal mit rein. Wie gesagt, Gesetzesentwurf Anfang März veröffentlicht. Es wäre jetzt auch nicht das Erste, was aktuell so unterm Radar gelaufen ist. Ihr erinnert euch vielleicht an die Wehrpflichtdebatte und eine Klausel, die jetzt erst im Nachhinein so richtig besprochen wurde.

Caspar:
Ja, dass ich mich bei drei Monaten Urlaub hätte abmelden müssen, das wurde mir auch nicht bewusst beim Kreisfahrersatzamt.

Elli:
Also es lohnt sich aktuell so ein bisschen genauer hinzugucken bei solchen Dingen, nicht nur aktuell, aber aktuell anscheinend besonders. Und wenn jetzt eben die Diskussion nochmal aufkommt und da eben die Rede von ist, wir brauchen das, es ist ganz dringend und es ist ganz wichtig, dann könnt ihr vielleicht auch noch an folgendes Zitat von der Bundesrechtsanwaltkammer denken. Die Bundesrechtsanwaltskammer tritt deshalb den Gesetzesentwürfen entschieden entgegen, insbesondere der bei solch weitgehenden Maßnahmen gebotene Grundrechtsausgleich, Nicht gelungen. Mit Blick auf die technische Umsetzung solcher Maßnahmen bestehen zudem praktische Bedenken.

Caspar:
Das sagt es immer relativ deutlich.

Elli:
Ja, wir verlinken euch den Gesetzesentwurf und die Stellungnahme in den Shownotes. Wer also mal genauer reingucken möchte, was da alles so drinsteht, das könnte spannend sein für euch. Und wir sind uns auch relativ sicher, dass wir nicht das letzte Mal darüber gesprochen haben. Spätestens wenn das Gesetz verabschiedet werden sollte oder die beiden Gesetzesentwürfe, dann hört ihr es nochmal hier in den Updates.

Caspar:
Kommen wir zur zweiten News, die nichts mehr mit Gesichtern zu tun hat, sondern mit Filmen. Und ich habe ja schon angeteasert verschollene Filme. Ich habe euch diesmal eine News mitgebracht, die uns mal wieder in die technologische Vergangenheit zurückführt.

Elli:
Ja, und wenn du sagst Vergangenheit, dann habe ich ehrlich nicht mit so weit gerechnet, denn wir reisen ins Jahr 1897.

Caspar:
Genau, denn Filme, diese Zeit ist für Filme sehr wichtig, denn erst wenige Jahre zuvor, nämlich 1888, was ich eine sehr schöne Zahl finde, wurde der vermutlich älteste Film der Welt gedreht. Warum? Vermutlich, weil das halt der Älteste zumindest teilweise überlieferte ist. Roundhay Garden Scene heißt der Kurzfilm und davon sind leider nur noch zwei Sekunden als fotografisches Abbild erhalten geblieben, also von der Filmrolle. Und wenn du diese fotografischen Abbilder quasi zusammenschneidest, dann entsteht eben ein ganz kurzer Zweiseköniger Clip von diesem ersten eigentlichen Film.

Elli:
Wer sich das mal angucken möchte, kann das auf Wikipedia tun.

Caspar:
So, jetzt hast du gerade 1897 erzählt, das ist neun Jahre später. Dort drehte nämlich der französische Filmmacher Georges Méliès einen Kurzfilm mit dem Titel Gouguys et l'Automat. Entschuldigung, ich kann kein Französisch, deswegen habe ich das in Lautschrift aufgeschrieben. Ich hoffe, es kommt einigermaßen hin. Die deutsche Übersetzung wäre wohl am ehesten Gouguys und der Automat.

Elli:
Da frage ich mich, was macht Gugus mit dem Automaten, mit Lottomat?

Caspar:
Ja, das ist ein 45-Sekunden-Streifen und dieser Streifen ist insofern besonders, weil er zwei Dinge zum ersten Mal macht in der Filmgeschichte. Zum einen sehen wir zum ersten Mal einen Roboter, auch wenn der Begriff damals noch nicht geläufig war. Ihr habt ja gerade schon gesehen, Automat war der eher der geläufige Begriff. Und es ist wohl der erste Film mit Special Effects der Filmgeschichte. Das ist also insofern ein relativ besonderer Streifen, diese 45 Sekunden.

Elli:
Wir klären zunächst mal die Frage, wer denn Gugus ist. Gugus ist ein menschlicher Clown und der steht neben einem roboterhaften Clown in Kindergröße.

Caspar:
Genau und dieser zweite Clown, dieser Automat, das ist nämlich kein lebender Clown, der wächst zu einem erwachsenen Automaten heran innerhalb von Sekunden und schlägt dann den menschlichen Clown mit einem Stock. Anschließend regt sich der erste menschliche Clown auf und zerstört die Maschine mit einem riesigen, großen Holzhammer. Und auch dort wird dieser Automat immer kleiner. Jedes Mal, wenn er draufhaut.

Elli:
Irgendwie kommt mir das Thema sehr bekannt vor. Erschaffung, Kontrollverlust, Angst vor Technik und Mensch und Technik und die Interaktion. Wer schlägt hier wen und wie dolle. Das sind ja Themen, die ... Weiterhin aktuell sind und in diesem Kurzfilm sind sie schon Jahrzehnte vor Metropolis zu erkennen.

Caspar:
Genau, der gilt ja so als der große Science-Fiction-Klassiker, der erste. Erzeugt wurde diese Effekte auch durch einen relativ einfachen Trick, nämlich durch Anhalten der Kamera. Also wir haben erst eine kleine Puppe, die dort zu sehen ist, dann wird die Kamera angehalten, die wird dann gegen ein Kind ausgetauscht, was sich bewegt, dann wird die Kamera wieder angehalten, dann wird sie gegen einen, erwachsenen Menschen ausgetauscht und Und durch dieses, es ist nicht Stop-Motion, aber durch dieses Anhalten der Kamera kann man dann eben dieses Wachsen der Figuren darstellen. Das ist also eigentlich ein ganz einfacher Trick, aber der ist halt eben 1897 zum ersten Mal dann eingesetzt worden.

Elli:
Caspar, ich finde das ja spannend, aber es reicht mir ehrlich gesagt noch nicht ganz, dass wir das jetzt hier, also ich brauche noch ein bisschen mehr technischen Aspekt. Das ist jetzt ein 129 Jahre alter Film, okay, mit ein bisschen Special Effects und einer technikbezogenen Handlung von mir aus, aber ist ja noch mehr.

Caspar:
Ja, vor allem, also ja, ist ja schön und gut und Technikbezug, wir haben es ja gerade schon gesagt, so ein bisschen die Themen, das ist relativ aktuell wieder und so sehe ich alles ein. Naja, die News, die fehlt noch so ein bisschen. Naja, der Film galt bisher als verschollen. Ich habe ja gerade schon von dem allerersten Film erzählt, von dem nur noch zwei Sekunden überliefert sind. Von diesem Gugüs-Film war gar nichts überliefert. Man wusste zwar, was in diesem Kurzfilm zu sehen war, weil es eine Katalogbeschreibung gab oder gibt, aber man wusste eben nicht, wo dieser Film noch ist, ob es den überhaupt noch gibt und man hatte keine Kopie mehr davon.

Elli:
Dass so ein Film einfach mal verloren geht, ist aus der Stummfilmzeit keine Seltenheit. Es gibt Schätzungen, dass rund 80 Prozent der Filme aus der Stummfilmzeit verschollen sind. Unter anderem, weil das Filmmaterial eben aus Nitrat war und das ist hochsensibel und entflammbar. Das heißt, vieles davon dürfte einfach abgefackelt sein und Backups, sage ich mal so, gab es damals noch nicht.

Caspar:
Nein, das digitale Zeitalter war damals noch nicht. Und jetzt kommen wir endlich zur eigentlichen Nachricht. Der Urenkel eines Filmvorführers in den USA hat zehn Filme auf Nitratrollen bei sich zu Hause in einer Kiste entdeckt. Ich weiß jetzt nicht, ob auf dem Dachboden oder in der Garage oder wo auch immer die rumstanden. Und er hat diese Kiste mit den zehn Filmen im September des vergangenen Jahres zur Library of Congress gebracht. Das ist die amerikanische Nationalbibliothek und hat denen diese Filme zur Verfügung gestellt. Und dort hat man sich die Filme dann angeguckt und hat festgestellt, auf einer dieser Filmrollen ist ein Film, der exakt zu der Beschreibung von Gugüsch e L'Automat passt. Und die Bibliothek hat diesen Film daraufhin digitalisiert, restauriert und nun digital der Welt veröffentlicht. Und das ist die eigentliche News. Das heißt, falls ihr euch dafür interessiert, falls ihr sagt, ihr wollt euch diese 45 Sekunden mal angucken, dann könnt ihr das jetzt tun. Wir verlinken euch das in den Shownotes. Ja, und ich bin mal gespannt, wie ihr den so findet. Eddie, hast du ihn schon gesehen?

Elli:
Nee, tatsächlich habe ich ihn nicht angeguckt bisher.

Caspar:
Gut, dann bin ich mal gespannt.

Elli:
Ja, ich habe es ja schon angeteasert. Von dem kleinen romantischen Ausflug in die Stummfilmzeit geht es wieder in die Jetzt-Zeit zurück mit unserer dritten News. Wir müssen uns leider mit Meta mal wieder beschäftigen. Und es geht wieder um Gesichter.

Caspar:
Ja, vor gut vier Wochen haben wir zwischenzeitlich immer mal wieder Meta-Jahr als WTF gehabt und gut vor vier Wochen war das dann mal wieder der Fall. Da ging es um die smarten Brillen und da haben wir euch darüber berichtet, dass die immer mal wieder versehentlich Dinge aufnehmen und da sind teilweise auch sehr intime Sachen dabei, also Menschen, die auf dem Klo sitzen, beim Geschlechtsverkehr und alles mögliche. Und es gibt leider wiederum andere Menschen, die dann oft auch noch zum Beispiel im globalen Süden sitzen und die diese Bilder dann auswerten für die KI und zum Beispiel raussortieren oder katalogisieren, damit die KI eben weiß, was irgendwie auf diesen Dingern drauf ist und die dann halt auch solchen intimen Kram sehen müssen.

Elli:
Richtig. Und wir haben auch einen Blick in die AGBs geworfen. Denn da hat Meta eben festgeschrieben, dass alles, was so eine Brille erfasst, auch durch KI und durch Menschen ausgeweitet werden darf. Wer also so eine Brille nutzt, stimmt dem zu. Und damit sagt Meta, das ist ganz legal. Jetzt gibt es also das nächste Brillenthema. Denn wie viel mutmaßliche Insider gegenüber der New York Times angeben, plant Meta noch für dieses Jahr den Release einer Funktion, namens Namecheck.

Caspar:
Ja, das ist spannend. Was ist das, Elli?

Elli:
Wir müssen dazu sagen, dass das alles mit Vorsicht zu genießen ist. Wir haben eben vier mutmaßliche Insider, die sich gegenüber der New York Times geäußert haben. Und wir haben gleich noch ein internes Memo. Was dann aus diesen Plänen, die es da vielleicht mal gab oder gibt bei Meta wird, das können wir aktuell eben noch nicht sagen. So, die Funktion Namecheck. Die Idee dahinter ist folgende, die Brillen analysieren Gesichter im Blickfeld, also in so einer Brille ist ja Kamera verbaut und alles, was diese Kamera an Gesichtern quasi vor die Linse bekommt, wird analysiert und mit biometrischen Datenabgleich durch KI wird geguckt, okay, gibt es Menschen, die passen würden, die bei uns, bei Meta, einen öffentlich zugänglichen Account haben und die ich da gerade vor der Linse habe. Das heißt also, wenn ich mich hier Caspar gegenüberstellen würde, dann würde mein Smartglas Kaspers biometrische Daten im Gesicht analysieren und dann vielleicht sagen würde, Der Mann auf diesem Instagram-Profil, der sieht genauso aus. Ich sage dir jetzt als Brille, das ist Caspar von Alwürden. Der trägt gerne bunte Schuhe, der macht irgendwas mit Medien und trinkt auch viel Kaffee laut seinem Instagram.

Caspar:
Genau. Und das ist, also wenn man jetzt positiv ganz kurz ein Argument irgendwie für diese Funktion einbringen möchte. Es gibt ja durchaus Menschen, ich zum Beispiel habe ein sehr schlechtes Namensgedächtnis. Und es gibt immer wieder so peinliche Situationen, dass man jemandem begegnet. Die Person einem freudestrahlend die Hand reicht und sagt, hey Caspar, schön dich zu sehen und ich habe keine Ahnung, wer das ist, dann wäre es natürlich ganz cool, wenn die Brille mir sagt, ach guck mal, das ist der und der und den Känzl von da und daher, wenn das aber passiert, weil Meta einfach ohne zu fragen quasi alle biometrischen Daten aus allen Instagram-Profilen, Facebook und hast du nicht gesehen, zusammenklaubt und das für jede Person, die diese Brille ins Sichtfeld bekommt, quasi in den biometrischen Abgleich durchführt, Hui, also George Orwell lässt grüßen, da kriege ich datenschutztechnisch, kriege ich da Stresspickel im Nacken.

Elli:
Okay, wir gucken jetzt mal nochmal in dieses Internet Memo. Das ist tatsächlich aus dem Mai letzten Jahres. Und da ist schon eine Sache mit drin, die bisher eben noch nicht passiert ist. Nämlich laut Memo hätte diese Name-Tag-Funktion oder das Name-Tag-Feature auch schon im letzten Jahr mal so ganz anfänglich vorgestellt werden sollen auf einer Konferenz. Das hat bisher nicht stattgefunden. Jetzt kommen wir zu einer Idee, also ich benenne es mal als Idee aus diesem internen Memo, die mir schon wieder alle Haare aufstellt. In dem Memo steht auch, dass man vielleicht die Funktion, Zitat, während einer dynamischen politischen Lage launchen könne. Und es geht weiter mit dem Zitat, in der viele zivilrechtliche Gruppen, von denen wir erwarten würden, dass sie uns attackieren würden, ihre Ressourcen auf andere Themen fokussieren. Also kurz gesagt, Meta will warten, bis der Busch mal wieder so richtig brennt und dann still und heimlich die Gesichtserkennung launchen. Das ist zumindest so die Idee aus diesem Memo. Wie gesagt, wir können nichts darüber sagen, wie viel da am Ende jetzt tatsächlich dran ist, aber es stand da mal so. Immerhin hat die New York Times Meta jetzt so ein bisschen die Parade versaut, würde ich mal sagen, indem sie diesen Bericht rausgebracht haben.

Caspar:
Und es gibt auch schon Reaktionen darauf. Es haben nämlich über 70 zivilrechtliche Organisationen einen offenen Brief veröffentlicht, indem sie an Mark Zuckerberg gerichtet, das ist ja der Meta-Chef, appellieren, dass dir die Finger bzw. Seine Firma die Finger von Gesichtserkennung in diesen Brillen besser lassen sollte. Die Befürchtung dieser zivilrechtlichen Organisationen ist unter anderem, dass diese Daten auch missbraucht werden könnten, beziehungsweise die Funktionen, zum Beispiel für Stalking, Scams oder auch die Verfolgung von Personen. Weil, ja, wissen wir denn wirklich, dass das nur auf der Brille bleibt? Weil in dem Moment, wo ein Gesicht analysiert wird mit einem Ort zusammen, da sind wir wieder bei Standortdaten, fallen ja schon wieder extreme Daten an. Ja, ich weiß nicht, ob ich Meta genug vertrauen würde, zu sagen, dass sie so Dinge sagen wie, das passiert alles nur auf der Brille und hast du nicht gesehen. Ja, mal gucken.

Elli:
Also ich habe auch so, also einem Unternehmen, das als Idee formuliert, eine Funktion während einer dynamischen politischen Lage zu launchen, würde ich ehrlich gesagt mit dieser Funktion nicht besonders über den Weg trauen.

Caspar:
Ja, gleichzeitig passt das, Also weil du auch gesagt hast, dass wir nicht wissen, ob dieses Memo, ob das dann wirklich auch hätte so passieren sollen und so. Es passt aber unglaublich gut in die aktuelle Firmenpolitik von Facebook bzw. Meta. Jetzt habe ich Facebook aus einem gewissen Grund gesagt, weil die Firma hieß ja mal Facebook und womit ist Mark Zuckerberg angefangen, indem er an einer Uni eine Datenbank aufgebaut hat mit den Gesichtern von Frauen. Ja, es passt irgendwie alles so richtig schön ins Bild, um das mal ehrlicherweise zu sagen.

Elli:
Ja, dabei hatte Meta eigentlich seine Gesichtserkennungsfeature für Social Media wieder abgeschafft. Auch aus Gründen der Vorsicht und so weiter. Naja, jetzt sind wir doch wieder an einem Punkt, wo es dann doch spannend scheint. Und das zeigt auch so ein bisschen das Statement, was Meta dann zu der ganzen Sache jetzt abgegeben hat. Also zu diesem offenen Brief und dem Bericht der New York Times. Ja, das US-Medium Endgadget hat mal nachgefragt und Meta hat sich geäußert. Und ich zitiere das jetzt einfach mal.

Caspar:
Ja.

Elli:
Unsere Konkurrenz bietet entsprechende Produkte zur Gesichtserkennung an. wir nicht. Wenn wir ein solches Feature veröffentlichen würden, würden wir sehr durchdacht an die Sache herangehen, bevor wir irgendetwas ausrollen. Also, ich ergänze hier mal, also für viele zugänglich machen. Durchdacht, Ist ein weitausdehnbarer Begriff, würde ich mal sagen.

Caspar:
Also an der Stelle können wir, glaube ich, insofern den Deckel drauf machen, dass wir sagen, wir behalten das für euch im Blick. Ich kann aber auch noch dazu erzählen, wenn Meta das wirklich tun würde. Es ist ja jetzt schon so, dass Träger solcher Brillen nicht unbedingt immer auf Gegenliebe stoßen, wenn man damit auf der Straße rumläuft, weil da ja eben schon eine Kamera drin ist und Leute Angst haben, dass sie fotografiert werden. Wenn sie jetzt in Zukunft auch noch wissen, dass ihr Gesicht von dieser Brille abgescannt wird, dann sind wir wieder an dem Punkt, wo wir bei den sogenannten Glass-Holes ankommen. Das ist ja das, was Google mit ihrer ersten Smart-Brille passiert ist. Die haben sie ja schon vor vielen Jahren vorgestellt. Und dort ist ja ganz schnell der Begriff der Glass-Holes aufgekommen und Leute sind aus Bars rausgeflogen, weil sie diese Brillen auf hatten, weil da eben eine Kamera drin war. Ich glaube, die Gesichtserkennung wird nicht dazu beitragen, dass die beliebter werden in der Bevölkerung, diese Brillen.

Elli:
Gleichzeitig stützt du dich da ja aber auch so ein bisschen auf eine Brille, die noch als Meta-Smart-Glass erkennbar ist.

Caspar:
Stimmt.

Elli:
Und da gucken wir jetzt noch mal auf eine Sache, die Meta auch gerade macht. Nämlich, also Meta arbeitet tatsächlich intensiv an diesen Brillen. Das merkt man auch, weil Ende März zum Beispiel zwei neue Modelle rausgekommen sind in der Smart-Glasses-Reihe, die jetzt auch für BrillenträgerInnen mit verschreibungspflichtigen Gläsern geeignet sein sollen. Außerdem gab es zwei neue Brillen-Rahmen-Styles Und es gab eben Software-Updates, die so ein paar kleinere KI-Funktionen gebracht haben. Also man kann jetzt zum Beispiel sein Essen durch die Brille angucken und dann kriegt man eine Nährwertanalyse, wenn man das möchte. Man kann per Hand zum Beispiel auf einen Tisch einfach so anfangen zu schreiben, ohne einen Stift. Und dann soll die Brille auch erkennen, was man da gerade auf die Tischoberfläche schreibt oder malt. Das sind so zwei Beispiele jetzt mal. Meta hat auch dazu geschrieben in der Pressemitteilung, dass man in den nächsten Monaten noch weitere Features einführen möchte. Also rund um dieses ganze Brillenportfolio passiert gerade einiges bei Meta. Und deswegen dachte ich, wir packen euch die News zum Klick. Zur Gesichtserkennung mal mit rein.

Caspar:
Ja, und wir werden hier in Silicon Weekly hundertprozentig auch noch mal über smarte Brillen sprechen müssen. Spätestens dann, wenn die Gerüchteküche rund um Apple sich dann auch mal bewahrheitet. Dort heißt es nämlich seit langer Zeit, dass auch Apple ein ähnliches Brillenmodell mit Augmented Reality Funktionen auf den Markt bringen möchte. Und aktuell sind die Gerüchte wieder mal so, dass das dann doch näher rücken könnte. Ja, mal schauen, ob das wirklich passiert, wann es passiert. Und wenn ja, dann werden wir hier mal so eine kleine Smart Class Episode auch machen.

Elli:
Caspar, wir haben letzte Woche glaube ich versprochen, dass wir diese Woche eine knackige 45 Minuten Folge aufs Parkett legen wollen.

Caspar:
Oh Gott, wir müssen uns beeilen.

Elli:
Nein, gar nicht. Wir sind richtig gut in der Zeit.

Caspar:
Sehe ich gerade. Sehr schön.

Elli:
Und dazu passt aber auch, dass unsere gute Nachricht jetzt nur noch auf dem Tisch liegt und die ist auch kurz und knackig.

Caspar:
Das stimmt. Tatsächlich fällt die nicht so lange aus. Ja, dann lasse ich mir Zeit. Dann drücke ich jetzt ganz langsam auf den Knopf für den Jingle. Eddie, bring uns zurück nach Griechenland.

Elli:
Ja, wir sind in Griechenland gestartet mit einem Social-Media-Verbot, das 2027 kommen soll.

Caspar:
Ja, genau.

Elli:
Und jetzt gucken wir auf eine Sache, die schon da ist, denn die griechische Direktion für Fischereikontrolle hat eine neue Online-Plattform in Betrieb genommen. Warum haben wir das als gute Nachricht hier noch angehängt an die Sendung? Diese Karte zeigt in Echtzeit, wo gerade gefischt werden darf und wo die Fischerei aus Meeresschutzgründen gerade untersagt ist oder eingeschränkt auf bestimmte Art und Weise. Und da kommen wir gleich noch zu. Die Idee ist eben jetzt, indem man das online und mit Echtzeit macht, sollen FischerInnen immer up to date sein, wo sie gerade hin dürfen und wo es gerade nicht geht. Gleichzeitig hoffen die Behörden aber natürlich auch, dass Verstöße gegen Schutzauflagen durch diese neu geschaffene Transparenz schneller und vielleicht auch häufiger, also dass Verstöße schneller und vielleicht auch häufiger gemeldet werden. Wenn jetzt jeder quasi gucken kann, der fährt da gerade raus, darf er das überhaupt?

Caspar:
Das ist eigentlich ein roter Bereich, so nach dem Motto.

Elli:
Ja, auf der Karte der Fischereisperrgebiete, so heißt das Ganze, wird nicht nur angezeigt, ob Fischerei in einem Gebiet gerade insgesamt erlaubt oder verboten ist, sondern ich habe es ja schon erwähnt, es gibt auch spezifische Verbote, zum Beispiel für Schleppnetze oder Fischereien. Jetzt lernen wir wieder was Neues für sogenannte Ringwadennetze.

Caspar:
Ringwade, geil.

Elli:
Ja, die heißen auch Umschließungsnetze und die benutzt man wohl zum Fangen von Fischschwärmen, also zum Beispiel für Sardinen. Wenn da draußen von euch jemand richtig viel Ahnung hat von Fischerei, dann haut mich jetzt bitte nicht für diese ganz, ganz banale Zusammenfassung des Ganzen.

Caspar:
Was machen die da?

Elli:
Das ist doch alles Quatsch. Ja, das war es auch schon mit der guten Nachricht. Wir haben sie kurz und knackig gehalten. Es gibt die neue Plattform. Mal gucken. Also natürlich das Aber kann man jetzt an der Stelle bringen. Man weiß noch nicht, wie viel das wirklich dann bringt.

Caspar:
Ja, aber immerhin gibt es eine digitale Lösung in Echtzeit, die tatsächlich sowohl den Fischern helfen kann, als auch für mehr Umweltschutz sorgen kann und die Einhaltung, wie gesagt, von Schonzeiten, das ist doch an sich und Schutzauflagen, das ist doch an sich insgesamt trotz allem eine sehr gute Nachricht und vielleicht setzt sich ja das positiv durch und ist ein Beispiel für andere Länder.

Elli:
Und wenn wir es jetzt schon zweimal von Griechenland hatten, dann machen wir jetzt so ein bisschen Urlaub für den Kopf. Beziehungsweise wir machen heute Urlaub für heute. Caspar schneidet die Folge noch schnell. Und dann soll es das auch gewesen sein. Vorher esse ich noch was.

Caspar:
Aber leider kein Griechisch. Also jetzt hätte ich Lust auf so einen schönen Besuch beim Griechen. Mit ein bisschen Uso.

Elli:
Ich habe neulich eine sehr gute vegetarische Moussaka gegessen.

Caspar:
Lecker. Ja, ich hatte jetzt Tzatziki und so. Ja, ja, ja, ja. Okay. Wir müssen aufhören.

Elli:
In diesem Sinne. Ja, macht es gut. Vielleicht haben wir ja auch schönes Wetter jetzt die nächsten Tage. Genießt dann das schöne Wetter. Und ansonsten hören wir uns nächste Woche wieder in alter Frische.

Caspar:
Und falls ihr uns aus Griechenland hört, weil ihr im Urlaub seid oder dort lebt, schreibt uns an post.at-weekly.de. Würde uns freuen. Bis dahin. Macht's gut.

Elli:
Wir freuen uns. Tschüss.

Caspar:
Tschüss.

Jingles:
Das war's schon wieder für diese Woche. Folgt oder abonniert uns gerne in eurer Podcast-App und lasst uns dort eine Bewertung da. Das hilft uns sehr. Bis zum nächsten Mal.