Shownotes
In dieser Woche steht mal wieder eine Newsflash-Episode an. Wir haben euch im Hauptteil also nicht nur eine, sondern drei Nachrichten aus der Tech-Welt herausgesucht. Mit dabei unter anderem: etwas über gefälschte Hardware, warum Europol wohl gegen das Gesetz verstößt, und warum iPhone und Android ab sofort sicherer miteinander kommunizieren.
Links zur Episode
- Die Recherche von Correctiv findet ihr hier
Transkript der Episode
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Jingles:
Silicon Weekly, der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche. Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar.
Caspar:
Hallo und herzlich willkommen zu Silicon Weekly. Mein Name ist Caspar und heute darf ich mit Stella zusammenarbeiten. Hallo Stella.
Stella:
Hallo, wie das klingt, so als würden wir das sonst nicht einfach so jede Woche machen. Nur Elli, die ist heute nicht dabei.
Caspar:
Genau. Ja, wir haben uns wieder mal im Vorfeld natürlich überlegt, was wir auf euch für Themen mitbringen können. Und ein so richtig großes Input-Thema ist nicht bei rumgekommen, aber mehrere spannende News. Deswegen hört ihr heute mal wieder eine Newsflash-Episode. Kleiner Spoiler, so ein bisschen kriminell wird es wieder. Also wir würden über Fälschungen reden. Gleichzeitig werden wir aber auch sehr viel über verschlüsselte Kommunikation sprechen. Das scheint so ein kleiner roter Faden zu sein, der sich durchzieht. Aber mehr erfahrt ihr dann natürlich in den entsprechenden Rubriken. Und weil das hier eine schnelle Newsflash-Folge ist, fangen wir auch direkt an mit den Updates und haben da gleich den ersten Messenger für euch.
Stella:
Und vielleicht müssten wir diese Folge wirklich irgendwie benennen nach dem Motto Messenger und, weiß ich nicht, Messenger und Kriminelle oder so.
Caspar:
Ja, nicht, dass wir noch wirklich zu einem Tech-Crime-Podcast werden, da müssen wir aufpassen.
Stella:
Das könnte aber gefragt sein. Gut, aber worum geht es?
Caspar:
Crime zieht immer. Stella, Signal, der Messenger-Dienst, was gibt es da neu, ist ein Update?
Stella:
Genau, ist ein Update, weil neulich, da war ich nicht am Start, das hast du mit Elli gemacht, habt ihr ja schon oder haben wir ja schon in diesem Podcast über Signal gesprochen. Da gab es ja eine Phishing-Attacke und damals war es so, ich glaube zwei Wochen ist die Episode her, da ging es ja auch darum, dass eben PolitikerInnen, JournalistInnen gezielt kontaktiert worden sind, um Daten abzugreifen. Und bei dieser Attacke hat sich damals so ein vermeintlicher Signal-Supportin gemeldet und der hatte aufgefordert, ein Verifikationsverfahren zu durchlaufen und vor allen Dingen diesen Code, der da generiert wird, dann zu teilen. Und damals ging es unter anderem auch um das gehackte Signalkonto von unserer Bundestagspräsidentin und im Endeffekt wollten eben die Angreifer so an Daten kommen, teilweise das Konto auch übernehmen, die Menschen, die betroffen sind, ausschließen. Aber wie gesagt, wenn euch das interessiert, guckt doch mal in die Folge oder in unseren Newsstrudel, den Caspar vergangenes Mal präsentiert hat.
Caspar:
Den Themennebel.
Stella:
Den Themen, Newsstrudel, Themennebel.
Caspar:
Newsstrudel ist auch schön. Aber da kriege ich eher gleich wieder Hunger.
Stella:
Da wollen wir noch nicht hin. Was ist jetzt aber eigentlich das Update? Signal möchte jetzt in diesem Messenger mehr Warnhinweise zeigen. Und zwar, wenn du jetzt zum Beispiel das erste Mal eine Nachricht von einer unbekannten Nummer bekommst, das hatte die Signal-Chefin Meredith Wittaker gesagt, wird es einen Warnhinweis geben und auch das Hinzufügen von einer unbekannten Nummer sei eben nicht mehr nur mit einem Klick möglich. Und RedTaker hat gegenüber dem Spiegel auch betont, dass Signal normalerweise nie in einem Chat irgendwie nach der User-Pin oder anderen persönlichen Informationen fragt. Also nicht in diesem typischen, sie senden, was du antwortest, sie reagieren da drauf. Dass das nicht passiert. Ja, schauen wir mal, ob das hilft, diese Angriffe auch einzudämmen, die ja wohl auch immer noch laufen.
Caspar:
Solange sie erfolgreich sind, werden sie wohl auch laufen. Das ist ja auch bei der guten alten Spam-Mail immer noch so.
Stella:
Es ist ja auch immer noch ein Thema, wer jetzt genau dahinter steckt. Also die ersten Verdachtsfälle gibt es da ja quasi. Die KollegInnen von Netzpolitik.org sind da ja auch immer dran.
Caspar:
Ja, das war es auch schon mit den Updates. Viel mehr Updates haben wir nicht. Aber wir bleiben beim Thema Messenger und gehen über zu Instagram, was nicht im ersten Moment direkt bei Messenger einleuchtet. Aber wenn wir euch erzählen, was das WTF ist, dann wird es ein bisschen deutlicher. Ja, ich weiß nicht, Stella, nutzt du die Direct-Message-Funktion in Instagram? Also man kann da ja nicht nur Fotos und Reels posten, sondern man kann sich auch gegenseitig schreiben. Ich nutze das maximal, um irgendwie ein lustiges Reel jemandem zu schicken. Machst du da noch andere Dinge mit den Direct-Nachrichten?
Stella:
Also ich möchte mal sagen, ich weiß, dass du es nutzt, weil unter anderem in unsere Silicon Weekly Gruppe, die es da gibt, schicken wir ja alle ab und zu mal was rein. Und das ist ja auch immer derselbe Chat. Das heißt, ob du da jetzt ein Reel postest oder auch wenn du kurz darauf reagierst und schreibst, haha, witzig, das ist ja schon der Chat. Das wird hier nicht irgendwie geteilt. Aber das ist auch das, wie ich es hauptsächlich nutze. Das heißt, da werden irgendwie Reels weitergeleitet und dann ist das Höchste der Gefühle wahrscheinlich so, nein, haha, wie lustig. Also sagen wir so, ich habe da bisher jetzt, meine ich zumindest, nicht irgendwie längere Unterhaltungen geführt. Und ich glaube, das ist bei dir wahrscheinlich ganz ähnlich.
Caspar:
Genau. Falls ihr aber euch jetzt regelmäßig mit Leuten bei Instagram lange Nachrichten, vielleicht auch mit sensiblerem Inhalt irgendwie schickt, dann solltet ihr bei diesem WTF gut zuhören. Auch wenn das irgendwie Kinder von euch oder Angehörige trifft, dann ist das entsprechend wichtig, weil Instagram hat nämlich zum 8. Mai die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in den Direktnachrichten global abgestellt. Bisher war es so, dass man wahlweise sagen konnte, ich möchte, dass dieser Chat jetzt verschlüsselt wird. Ganz spannend ist der Grund, den Instagram für diese Einstellung nennt. Die Verschlüsselung sei schlicht und ergreifend zu wenig genutzt worden. Das haben sie in einem Blogpost geschrieben. Was zu wenig genutzt jetzt in Zahlen heißt oder in Prozent oder was auch immer, das schreiben sie nicht so wirklich dazu.
Stella:
Genau, das fehlt einfach. Deswegen können wir euch das auch leider nicht sagen, was genau da jetzt zu wenig war. Wobei ich mir schon vorstellen kann, das war ja nicht per Default aktiviert, sondern du musst es ja in den Chat reinklicken. Das heißt zum Beispiel, wenn du jetzt einen Chat offen hast, gerade bei Instagram, klickst du auf den Namen und kannst ja dann deine Einstellung festlegen. Das geht von aktuell kann man da den Chat-Hintergrund ändern. Also alles, was eben mit dem Chat zu tun hat. Und da war es eben auch möglich, dass du da einstellen konntest, Ende zu Ende verschlüsselt, was jetzt nicht mehr geht. Der Hinweis, wie man damit umgehen kann, von Meta, der ist, ja. Also sie sagen, nehmt doch einfach WhatsApp, wenn ihr eine Verschlüsselung haben wollt. Also wechselt die App und dann habt ihr es ja da. Übrigens bei Facebook wurde ja damals, Also so ab, ich glaube, 2021 hatten sie es angekündigt, bis Ende 2023 lief das dann, dieser globale Rollout. Was damit bei Facebook ist, das steht aus diesem Blog-Update vom 9. März nicht hervor.
Caspar:
So, jetzt könnte man sagen, okay, ein Meter hat halt einfach eine Funktion eingestellt, die wenig genutzt wurde. Das ist passiert, das ist jetzt nicht so wirklich relevant oder und jetzt auch nicht unbedingt WTF-fähig. Habe ich da recht oder ist das natürlich eine rhetorische Frage, Stella?
Stella:
Naja, also möglicherweise ist das eine rhetorische Frage, Caspar, wenn du schon so fragst. Eventuell. Aber genau, also was heißt denn jetzt erstmal Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? Das bedeutet ja, dass die Nachricht so verarbeitet wird, dass nur Sender und Empfänger sie lesen können. Das heißt, nicht die Plattform, über die das Ganze versendet wird. Und ich glaube, jetzt könnt ihr schon ahnen, gerade wenn ihr hier schon länger zuhört und falls nicht, wäre jetzt der Zeitpunkt auf Abonnieren zu klicken, damit ihr es irgendwann dann auch erahnen könnt, in welche Richtung das Ganze geht. Denn künftig sind eben diese Nachrichten für Meta einsehbar. Und das bedeutet natürlich, da kommt so ein weiterer Datenschatz auf diesen Konzernen zu, der ja glaube ich schon den einen oder anderen Datenschatz hat, den seit dieser Einführung von der Verschlüsselung bei den gesicherten Chats konnten sie da ja auch wirklich nicht zugreifen. Stellt euch das so vor, Caspar und ich, jeder hat so quasi so ein Masterkey für unseren Chat und nur wir beide können, wenn wir den drauflegen auf unsere geheime Schatztruhe das Ganze entsperren. Und jetzt hat Meta eben den Master Key und kann quasi alle Schatztruhen entsperren.
Caspar:
Beziehungsweise hat die Schlüssel einfach abgeschafft, alle Schlüssel abgeschafft.
Stella:
Genau, hat Caspar und mir einen Schlüssel weggenommen. Und deshalb haben wir uns entschieden, das zum WTF zu machen. Man muss natürlich dazu sagen, generell Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen sind auch immer aus verschiedenen Gründen umstritten, gerade wenn wir auch in den Bereich Kriminalität kommen. Das ist jetzt nochmal ein anderer Punkt. Da haben wir gleich kurz was zu. Ja, aber wir haben uns entschieden, das zum WTF zu machen. weil es jetzt eben einfach gar nicht mehr diese Option gibt, überhaupt eine Nachricht zu verschlüsseln.
Caspar:
Und weil Meta vermutlich keine wirklich großen Kosten hätte, diese Funktion aufrecht zu erhalten. Also es war ja sowieso schon optional, das finde ich ist eh schon der erste Fehler. Eigentlich hätte man vielleicht von Anfang an standardmäßig jetzt alles verschlüsseln müssen, weil für uns Nutzerinnen und Nutzer ist es völlig egal von der Funktion, also von der Bedienung her, ob es jetzt verschlüsselt ist oder nicht, aber es fallen halt viel weniger Daten an und die Plattformen können viel weniger Daten erheben und zum Beispiel dadurch auch viel weniger personalisierte Sachen ausspielen. Für uns wäre das eigentlich gut. Für Meta ist es ja aus Gründen nicht so gut eigentlich. Aber es ist für Meta keine Kosten, diese Funktionen aufrecht zu erhalten, vor allem wenn sie wenig Leute nutzen. Es ist also einfach an sich eine Maßnahme, die hätte weiterlaufen können und dadurch staatensparsamer und sicherer gewesen wären. Es wäre ja so sinnvoll gewesen, das anzulassen. Das jetzt auszumachen, ja, es hat ein bisschen ein Geschmäckle. Vor allem, und das fand ich so interessant, als ich das Thema anrecherchiert habe, das war eigentlich mal alles anders, auch die Strategie von Meta. Der Konzern hat nämlich über Jahre hinweg diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als zentralen Bestandteil seiner Dienste beworben. Mark Zuckerberg hat zum Beispiel 2019 angekündigt, dass alle Messaging-Apps des Unternehmens oder Apps, die so eine Funktion im App-App beinhalten, das ist zum Beispiel Instagram, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bekommen sollen. Unter anderem schrieb er damals, dass die Menschen zunehmend digitale Räume wünschten, in denen Unterhaltungen privat und sicher seien.
Stella:
Was ich da noch ergänzen würde, es gibt in diesem Blog-Post, übrigens falls ihr euch wundert, warum 9. März, da hat die Meta das eben angekündigt, dass es zum achten Mal eingestellt wird. Also sie haben es schon mit entsprechend Vorlauf dann auch verkündet. Aber da steht auch was drin. Und zwar, Zitat, wir arbeiten hart, um deine persönlichen Nachrichten und Anrufe zu schützen, Zitat Ende. Ja, also zumindest jetzt nicht mehr mit der Ende-zu-Ende-Verstössung. Es ist jetzt auch... Eigentlich so generell unklar, was es jetzt für Facebook und WhatsApp, was das für Auswirkungen hat. Ich denke mal, wenn WhatsApp da irgendwie als Alternative für Ende zu Ende verschlüsselt genannt wird, wird es dabei auch bleiben. Und ich könnte mir vorstellen, wenn da sowas abgeschafft wird, wird der Aufschrei auch größer sein. Bei Instagram ist mir da jetzt keine große Reaktion auf irgendeiner Plattform aufgefallen. Oder Caspar?
Caspar:
Ja, nein. Also bei WhatsApp ist es, glaube ich, weil man da ja nur, also in der Regel nur Direct-Nachrichten sich verschickt oder Chat-Nachrichten, wäre das natürlich viel gravierender. Und die Alternativen sind auch viel höher. Wir haben ja gerade über Signal gesprochen. Es gibt ja Threema noch, es gibt Wire. Es gibt ganz viele Chat-Apps, die ganz den Fokus auf Verschlüsselung legen, wenn WhatsApp da jetzt die Verschlüsselung plötzlich abstellt. Ja, aber insgesamt WTF-würdig, weil wie gesagt, 2019 klang das alles noch nach. Wir lieben IT-Sicherheit, wir lieben Verschlüsselung. Wir finden das großartig. Menschen wollen das auch. Und jetzt plötzlich heißt es so, es nutzt keiner, wir schalten es einfach wieder ab. Das wirkt dann so, wie wenn das 2019 einfach nur ein bisschen Marketing war und das macht die Sache ja nicht unbedingt schöner.
Stella:
Ja, oder vielleicht ein Punkt, den wir ja jetzt übergangen hatten so bisher, das wollte ich noch einmal anfügen. Es ist ja auch so, dass zum Beispiel teilweise auch Behörden sich durchaus mit dieser Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sagen wir mal, schwer tun, weil das natürlich aus ihrer Sicht auch dazu führen kann, dass eben beispielsweise Kriminalität nicht aufgedeckt wird oder auch, dass der Schutz von Minderjährigen auf Plattformen schwieriger ist. Dementsprechend, das ist eben so die Kehrseite bei dieser Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, dass da immer so ein bisschen der Datenschutz gegenüber auch dem Schutz von Kriminalität steht.
Caspar:
Ja, aber bei Instagram, ja, ist die fraglich, ob die Kriminellen direkt bei Instagram dann verschlüsselt kommuniziert haben. Ich glaube, das betrifft dann eher andere Messenger-Apps.
Stella:
Wir werden das jetzt an der Stelle nicht lösen, aber wir gehen gleich rüber in den Newsflash und vielleicht, falls ihr euch jetzt fragt, ja, diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, vielleicht ist das ein Auslaufmodell, News Nummer 1 zeigt, ist es nicht, weil irgendwie andere beschäftigen sich damit gerade ganz intensiv.
Caspar:
Ja, und da wird jetzt eher Verschlüsselung eingeführt statt abgebaut.
Jingles:
Newsflash.
Caspar:
Ja, News 1. Wir haben euch drei Stück mitgebracht. Die erste News betrifft eine Neuerung von Android und iPhone und ist wieder mal so aus der Kategorie, klingt unglaublich technisch und trocken. Und ich könnte euch jetzt fünf Vokabeln an den Kopf werfen in dieser News und danach könnten wir zur nächsten übergehen. Aber das Thema ist tatsächlich sehr interessant, weil es uns alle Nutzerinnen und Nutzer wahrscheinlich betreffen wird und weil es super zum WTF passt, weil wir nämlich beim Thema verschlüsselte Nachrichten bleiben. In dem Fall geht es um verschlüsselte Kommunikation in den Standard-Nachrichten-Apps auf eurem Smartphone. Ihr habt ja, das sind in der Regel dann diese Apps, die diese grünen Bubbles mit Sprechblasen haben. Ihr habt ja bei Android eine native Standard-Nachrichten-App, über die man zum Beispiel früher mal SMS verschickt hat. Und ihr habt das ja auch beim iPhone. Beim iPhone heißt es ja einfach Nachrichten. Und diese Apps, die haben schon seit einer Weile einen neuen Standard, der heißt RCS, das steht für Rich Communication Service und das ist quasi der Nachfolger von SMS und das Spannende daran ist und deswegen ist es auch so spannend für uns, Damit kann man untereinander kommunizieren und sich Sachen hin und her schicken, ohne dass zum Beispiel SMS-Gebühr anfallen und ohne, dass man das nur von iPhone zu iPhone oder von Android zu Android kann. Das ist Geräteunabhängig.
Stella:
Aber die arbeiten da jetzt schon eine Weile dran. Ich glaube, wir müssen auch mal klar machen, warum das denn jetzt genau in dieser Mai-Woche so eine Nachricht für uns ist.
Caspar:
Völlig richtig. Denn dieses RTS, wie gesagt, Apple und Google arbeiten da schon eine ganz Weile dran, hast du recht. Das wird jetzt seit dem 11. Mai startet die Beta-Einführung von, und jetzt schlagen wir den Bogen zu Instagram, von einer neuen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von RTS-Nachrichten. Das wird eingeführt Stück für Stück für folgende Geräte. Wer ein iPhone hat, der braucht mindestens iOS 26.5, was vor ein paar Tagen erschienen ist. Bei Android-Nutzerinnen und Nutzern, die brauchen die neueste Version der Google Messages App. Die kann man sich im Play Store aktualisieren oder runterladen. Und für beide Betriebssysteme gilt, ihr braucht auch noch einen Netzbetreiber, der diesen Dienst entsprechend unterstützt. Welche das in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind, das haben wir am Ende für euch vorbereitet, damit ihr bei dieser News dranbleibt als Spoiler.
Stella:
Cliffhanger, das ist schon gemein. Also, wenn ihr aber all diese Anforderungen erfüllt habt, dann könnt ihr eben ab sofort Nachrichten Ende zu Ende verschlüsseln und eben nicht nur von Android zu Android oder iPhone zu iPhone, sondern quasi wild durcheinander über die Betriebssysteme hinaus. Und wenn ihr euch jetzt fragt, schön und gut, wie erkenne ich das Ganze jetzt? Da gibt es so ein neues Schlosssymbol in diesen RCS-Unterhaltungen. Da erkennt ihr eben die verschlüsselten Chats dran.
Caspar:
Und der große Unterschied zu Instagram, die Verschlüsselung ist standardmäßig aktiviert, sobald die Funktion verfügbar ist, also diese Bedingungen, die ich gerade genannt habe, erfüllt. Und das ist halt eben auch der große Unterschied zu Instagram. Hätte Instagram standardmäßig die Verschlüsselung aktiviert, hätten es alle Userinnen und User automatisch genutzt. Bei RCS ist das jetzt eben so der Fall. Apple betont in der Pressemitteilung, die es herausgegeben haben, auch nochmal, dass die App Nachrichten grundsätzlich immer schon ihren Fokus auf Datenschutz und solche Dinge hätte und schon immer durchgehend verschlüsselt hätte. Ja, muss man aber ein Aber dranhängen, das galt natürlich bisher nur von iPhone zu iPhone. Ihr kennt diese berühmten blauen Bubbles, wenn ihr iPhone-Nutzerinnen und Nutzer seid. Kleiner Spoiler, Stella und ich, wenn wir uns eine Nachricht geschickt hätten, das wäre ein blauer Bubble gewesen. und zu Android-Freunden, die Nachrichten wären grün gewesen und die waren halt eben bisher noch nicht verschlüsselt, weil das nicht ging und das ändert sich jetzt. Ist für uns auch ganz spannend im Team, weil Elli zum Beispiel Android-Nutzerin ist und wir dann jetzt auch im Silicon Valley-Team uns mit den klassischen Nachrichten-Apps verschlüsselte Nachrichten hin- und herschicken könnten und so wird das bei unseren Hörern und Hörern ja auch sein. Es wird wenig geben, die nur iPhone-Nutzerinnen und Nutzer im Freundeskreis haben oder nur Android, sondern da wird es auch bunt gemischt sein.
Stella:
Und ich erinnere mich, eines Tages soll es doch immer so sein, dass du gar nicht mehr zig Apps brauchst, sondern von App zu App kommunizieren kannst, beispielsweise dann von WhatsApp, von Signal direkt irgendwie zu den Apple Messages. Mal sehen. Wenn das der Fall sein sollte, dann hört ihr das höchstwahrscheinlich hier bei Silicon Weekly. Aber vielleicht habt ihr auch jetzt schon fleißig euer Smartphone in der Hand und denkt, ich habe die aktuellste Version, aber ich sehe hier noch kein Schlosssymbol. Was ist denn das? Das wird Stück für Stück freigeschaltet. Caspar, du hattest ja auch gesagt, es ist aktuell noch eine Beta, also auch eine Testversion in dem Sinne. Vielleicht ist es auch so, dass euer Netzanbieter da quasi erst noch nachziehen muss. Also falls es heute nicht direkt funktioniert, wartet mal ab die nächsten Tage. Wie lange das genau dauert, können wir euch leider nicht sagen. Aber was wir euch sagen können, Caspar, den Cliffhanger, den solltest du jetzt auflösen.
Caspar:
Natürlich, die Netzanbieter, also die Telekommunikationsanbieter, die das anbieten. In Deutschland sind das bisher eins und eins, O2 und Telekom. Also wenn ihr jetzt aktuell zum Beispiel im Vodafone-Netz seid, habt ihr leider noch gelitten. In Österreich ist es so, dass das bisher nur der Anbieter Magenta anbietet und jetzt kommt es ganz bitter, in der Schweiz konnten wir gar keinen Netzanbieter finden, der das anbietet. Nicht mal jemanden, der RCS unterstützt. Also wir reden gar nicht erst über die Verschlüsselung, sondern nicht mal RCS scheint in der Schweiz möglich zu sein. Ja, schade drum, liebe Altgenossinnen und Altgenossen, da müsst ihr vielleicht euren Netzanbieter mal ein bisschen Druck machen, weil an sich ist die Funktion ja ganz cool.
Stella:
Wir warten ab, wie es weitergeht und ich würde sagen, wir begeben uns jetzt in unsere Crime-Ecke, oder Caspar? Also wenn ich so auf die nächsten Nachrichten gucke.
Caspar:
Ja, aber andersrum, als man vielleicht denkt.
Stella:
Immer für eine Überraschung gut hier.
Caspar:
Immer für eine Überraschung gut. Es wäre auch ein WTF-Moment gewesen. Worum geht es? Es geht um eine gemeinsame Recherche von Korrektiv, Computer Weekly und Solomon. Die haben nämlich sich die europäische Polizeibehörde Europol mal ein bisschen angeguckt. Und dort ist es wohl so, dass über Jahre eine sogenannte Schatten-IT für umfangreiche Datenanalyse betrieben wurde oder noch immer wird wahrscheinlich.
Stella:
Jetzt kommt so ein kleiner Lexikon-Moment. Ich denke, wir müssen hier einmal kurz ein bisschen definieren, bevor wir weitermachen. Zum Beispiel Europol. Der offizielle Titel lautet jetzt, ich muss mich kurz räuspern, der ist lange, Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Strafverfolgung. Und es ist eine Polizeibehörde der Europäischen Union mit Sitz im niederländischen Den Haag. Begriff 1 oder Einordnung 1. Nummer 2, wir hätten hier auch noch Schatten-IT im Angebot, falls ihr euch gefragt habt, was ist denn das? Das ist eine Bezeichnung für technische Systeme, Datenbanken oder auch Plattformen, die außerhalb der offiziell kontrollierten und dokumentierten IT-Infrastruktur betrieben werden. Und dadurch gibt es dann zum Beispiel Sicherheits-, Datenschutz- und Kontrollmechanismen, die nicht greifen, sprich die umgangen werden oder die quasi auch damit unterlaufen werden.
Caspar:
Genau. Ihr kennt das zum Beispiel auch von Firmen, wenn ihr jetzt offizielle Firmen-Apps habt und dann einfach zum Beispiel eine To-Do-Liste selber installiert, die gar nicht freigegeben ist. Das wäre auch so ein klassischer Fall von Schatten-IT. In dem Fall geht es jetzt um ein paar andere Systeme. Deswegen lasst uns mal drauf gucken, was die Journalistinnen herausgefunden haben. Der Recherche nach nämlich soll Europol in seiner Schatten-IT folgende sensible Daten gespeichert und ausgewertet haben, unter anderem Ausweisdokumente, Telefonverbindungen, Finanzdaten, Standortdaten und spätestens jetzt wird es kritisch oder brisant, auch Daten von Personen ohne Straftatverdacht. Und das ist ja eigentlich etwas, was Polizeibehörden immer erstmal brauchen, einen Verdacht, um dann irgendeine Straftat nachzuweisen. Wer nicht straffällig geworden ist, dessen Daten dürfen auch nicht einfach durchgesucht werden.
Stella:
Und bevor ihr euch jetzt denkt, naja, aber Datenauswertung ist ja teilweise auch die Aufgabe von Polizei, um eben Straftaten auch belegen zu können, laut WistelblowerInnen, soll es so sein, dass die gediegten E-Mails und internen Dokumente Europol-Mitarbeitenden aber entgegen bestehender Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben quasi zugänglich gemacht wurden. Das heißt, sie konnten eben auf die Daten zugreifen, obwohl die Daten, die, Sie es eigentlich nicht sollten.
Caspar:
Weiteres Problem, Zugriff, Änderung oder Löschung der Daten seien nicht nachvollziehbar gewesen, zumindest teilweise. Und Neuropole Insider wird in einem Artikel von Korrektiv mit dem ziemlich zentralen Satz zitiert, sie schützen das Gesetz und sie brechen es. Und das sollte ja eine Polizeibehörde definitiv nicht tun.
Stella:
Aber es gibt noch was Brisantes daran, das war es nämlich noch nicht. Also abgesehen von diesem datenschutzrechtlich bedenklichen System soll es auch so sein, dass die Behörde eben den großen Teil der Schatten-IT mutmaßlich vor dem europäischen Datenschutzbeauftragten geheim gehalten und versteckt haben soll.
Caspar:
Ja, also nicht nur illegale Daten durchsucht, sondern auch noch geheim gehalten, dass man das tut. Also bewusst ja. Genau, ja, ja. Besonders genannt wird ein irreguläres System, das heißt Pressure Cooker.
Caspar:
Damit soll dann vor allem offenbar EU-Gesetze umgangen worden sein. Das System könnte auch weiterhin noch aktiv sein. Und ganz interessant ist, wie dieses ganze System und die Schatten-IT dahinter entstanden ist. Nämlich nach den Terroranschlägen von Paris 2015, da gründete Europol die Taskforce Fraternité. Und damals ist es so gewesen, dass Mitgliedstaaten unglaublich große Datenmengen an Europol geliefert haben. Und Europols Cybercrime-Einhalt übernahm dann daraufhin das Computerforensik-Netzwerk CFN von Europol. Das war ursprünglich mal für die Sammlung von digitalen Beweisen eingerichtet worden. Dieses CFN entzog sich dann aber laut der Recherche der Journalistinnen zunehmend der regulären Aufsicht, also es hat sich quasi ab 2015 dann Stück für Stück selbstständig gemacht und verselbstständigt und ist weit über seinen eigentlichen ursprünglichen Zweck hinausgeschossen. So werden ehemalige hochrangige Europol-Mitarbeiter bezeichnen das System oder die werden damit zitiert als schwarzes Loch für unregulierte Datenanalyse. Und der Artikel nennt auch Zahlen. Bis 2019 lagen im CFN rund 2000 Terabyte an Daten. Das ist ziemlich viel. Und vor allem der Vergleich mit den sonst in der Europols Kriminaldatenbank liegenden Daten ist das 420 mal mehr als Europol, wie gesagt, sonst irgendwie verarbeitet.
Stella:
Und laut dieser Recherche, wir sollten euch den Link auch in die Shownotes packen, konnten AnalystInnen riesige Mengen von personenbezogenen Daten durchsuchen und eben zweckentfremdet für kriminalistische Analysen nutzen, auch Daten, die Europol eben eigentlich gar nicht speichern durfte. Und 2019 gab es schon eine Warnung und zwar von Europols Datenschutzbeauftragten Daniel Druehr intern. Rund 99 Prozent aller Europoldaten würden im CFN verarbeitet und es gäbe eben massive Sicherheitsprobleme und Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften. Also da ist das Ganze vor sechs Jahren schon mal aufgefallen und Druehr hat auch gewarnt, dass ein Verbot des CFN eben Europols operatives Geschäft lahmlegen könnte.
Caspar:
Genau. Ja, Europols Direktorin Katrin de Bollé hat daraufhin dann auch 2019 den europäischen Datenschutzbeauftragten informiert und nach jahrelanger Auseinandersetzung ordnete die Datenschutzbehörde dann irgendwann die Löschung der rechtswidrig gespeicherten Daten an. Also sie haben festgestellt, okay, da ist ziemlich viel daneben gegangen, löscht das mal. Das Brisante ist jetzt, im Februar 2026, also diesen Jahres, stellte die Aufsichtsbehörde dann die fast zehnjährige Prüfung ein, obwohl die Zensalensicherheitsvorkehrungen laut Bericht weiterhin nicht umgesetzt wurden. Und ebenfalls spannend ist diese ganze Veröffentlichung von diesem, ich sag mal, Datenskandal, die fällt auch in eine politisch sehr sensible Phase, weil die EU-Kommission plant gerade ein Gesetz, um Europol zu einer wirklich operativen Polizeibehörde auszubauen. Bisher ist das nämlich eigentlich ja komplett Ländersache von den EU-Ländern und in Deutschland ja sogar von den Bundesländern. Die EU plant jetzt aber Europol deutlich auszubauen mit mehr Personal, mehr Budget und das Ganze sogar zu verdoppeln, um das zu einer richtigen Polizeibehörde zu machen. Ja und mit Blick auf diese Veröffentlichungen haben dann auch Bürgerrechtsorganisationen wie zum Beispiel European Digital Rights gefordert, die EU müsse eben diese Ausbaupläne für Europol nochmal überdenken. Und vor allem auch die Behörde für diese rechtswidrigen Praktiken zur Verantwortung ziehen.
Stella:
Das klingt so, als könnte da in gar nicht allzu ferner Zukunft vielleicht auch nochmal ein Update kommen. Dementsprechend bleiben wir für euch natürlich an dem Thema dran. Und wir sind auch bei was anderem dran geblieben. Wir hatten ja jüngst mal über die Speicherkrise gesprochen hier im Podcast. Vielleicht auch nochmal eine Folge, die ihr euch nochmal anhören könnt. Und ja, an dieser Speicherkrise, wo es ja darum geht, dass eben dieser Großbedarf an Speichern und Chips, der durch den KI-Boom ausgelöst wird, den Markt regelrecht leer gesaugt hat. Da haben sich jetzt auch ein paar Fälscher quasi zu schaffen gemacht. Es sind nämlich gefälschte RAM-Riegel aufgetaucht. Das ist kein schönes Wort.
Caspar:
Nein, RAM-Riegel ist schon schlimmer. RAM-Riegel ist noch schlimmer. Ja, das ist unsere News Nummer drei. KI saugt den Markt an Chips irgendwie leer und vor allem an Speicherchips. Und deswegen ist es jetzt so, dass in Japan erstmals gefälschte DDR5-Arbeitsspeichermodule aufgetaucht sind, die aussehen wie echte RAM-Module, aber intern praktisch wertlos sind. Warum? Weil die Betrügerinnen und Betrüger die Speicherchips einfach nachbauen und imitieren. Sogar die Gehäuseform, die Kunststoffoptik, die Beschriftung von bekannten Herstellern werden nachgebaut. Tatsächlich befindet sich in den Chips aber nix, vor allem keine Speicherbausteine. Und die Module funktionieren auch nicht, wenn man die in einen Computer einsteckt. Ja, das ist also eine typische Produktfälschung, aber auch noch eine schlechte. Bekannt wurde das Ganze durch Bilder von gefälschten Notprogramm-Modulen auf Axe. Die wurden da veröffentlicht, ehemals Twitter. Die Module stammen wohl aus dem japanischen Gebrauchtmarkt.
Stella:
Und in einer Yahoo-Aktion wurden mehrere solcher Module eben verkauft und der Verkäufer gab selbst an, keine Funktionsgarantie übernehmen zu können.
Caspar:
Überraschend.
Stella:
Alles andere wäre jetzt auch noch.
Caspar:
Genau, er wollte sich rechtlich absichern. Es gibt ein paar Hinweise, wenn man sich diese Fälschung anguckt, zum Beispiel sind die Bauteile ein bisschen schief eingesetzt und die Schriften passen nicht ganz und so. Aber das erkennt man natürlich nur, wenn man Profi ist. Daher gilt für euch gleichzeitig, nachdem es ja eine News ist, auch noch eine kleine Warnung, wenn die FälscherInnen ihre Technik verbessern, dann könnten diese Fake-Module kaum noch von echten Produkten zu unterscheiden sein und vor allem in Europa auch immer mehr dieser Fälschungen auftauchen. Das war jetzt gerade in Japan, aber hier auch in Europa sind die Preise enorm. Ihr zahlt ja aktuell teilweise um 200 Prozent mehr für Speicher als noch vor einem oder anderthalb Jahren. Das heißt, der Markt lohnt sich einfach für Fälscherinnen und Fälscher eben halt auch in Europa. Und deswegen aufpassen, dass diese Rahmenriegel, das könnte hier auch zum Problem werden.
Stella:
Ja, und durch diese hohen Preise lohnt sich natürlich das Ganze für die FälscherInnen auch einfach. Jetzt muss man aber dazu sagen, nicht nur die RAM-Speicher, deutlich besser auszusprechen als RAM-Riegel, sind betroffen, sondern es gibt auch Fälschungen beispielsweise von SSDs, also beziehungsweise von Festplatten. Und da ist es so, dass die gefälschten Produkte zwar funktionieren können, also nochmal anders als in dem Fall von den RAM-Riegeln, sorry, jetzt hast du es. Aber dass sie in Wirklichkeit dann einfach sehr viel weniger Speicher zum Beispiel haben, als auf dem Produkt und der Verpackung angegeben ist.
Caspar:
Ja, oder dem System sogar vor Gaukeln mehr zu haben und dann will man eine große Datei da drauf schieben und dann funktioniert das gar nicht. Oder auch die gehen super schnell kaputt. Das passiert auch bei diesen gefälschten SSDs. Oder die Geschwindigkeit ist einfach asig langsam, weil man halt uralte Module irgendwie verbaut und dann irgendwie drauf schreibt, dass da etwas Modernes. Das heißt, wenn ihr Festplatten, SSDs oder RAM-Speicher in naher Zukunft kaufen wollt, achtet drauf. Vor allem beim Kauf von gebrauchten Speichermodulen, also irgendwie im Gebrauchtmarkt, Ebay, Kleinanzeigen und wie sie alle heißen. Wenn ihr extrem günstige Angebote findet, seid auch skeptisch. Aktuell sind die Preise einfach enorm hoch. Es hat niemand was zu verschenken. Und wenn es extrem günstig ist, Vorsicht. Und auch wenn ihr irgendwelche seltsamen und ominösen Webshops irgendwie nutzt. Wenn ihr bei einem großen Anbieter kauft und tatsächlich dann Fakes geschickt bekommt, dann könnt ihr die natürlich zurückschicken und umtauschen. Bei so einem Fake-Shop habt ihr keinen Kundensupport. Da wird sich nie wieder jemand melden und euer Geld ist weg. Dementsprechend achtet da auch ein bisschen drauf.
Stella:
Vielleicht müssen wir da nochmal eine Folge zu machen, weil es gibt ja auch Websites, wo du eben prüfen kannst, ob der Shop seriös ist, wenn du den Link eingibst.
Caspar:
Ja, oder was sind typische Indizien und so.
Stella:
Genau, und achtet auch drauf, auch wenn ihr gezielt zum Beispiel Shops googelt. Teilweise ist es so, dass es immer diese Sponsort-Anzeigen auch jetzt unter den KI-Suchen etc. gibt. Klickt immer lieber auf das, was nicht gesponsert ist, weil teilweise war das auch mal ein großes Ding, dass eben Shops nachgebaut worden sind, wo, wenn man in die URL geguckt hat, schon Unterschiede erkennbar waren. Aber die BetrügerInnen haben dann eben durch diese Website, die nachgebaut war und das Sponsoring sich auf den ersten Platz gehoben, wodurch die echte Website zurückgegangen ist. Also auch auf sowas, solche Feinheiten behauptet es auf jeden Fall im Blick. Und leider meistens, wenn das Angebot ist, zu günstig quasi, um wahr zu sein, dann ist es manchmal leider auch nicht wahr.
Caspar:
Ja, du hast es gesagt, so gut und wahr zu sein. So, das trifft aber auf unsere gute Nachricht in der Regel nicht zu. Die ist in der Regel wirklich gut. Und ich finde, es ist Zeit für die gute Nachricht. Für eine echte gute Nachricht.
Jingles:
Gute Nachricht.
Stella:
Boah, ich finde die aber kontrovers, weil ich glaube, als Nutzer oder Nutzerin fände ich das gar nicht so gut, was wir jetzt hier vorstellen.
Caspar:
Weiß ich nicht, weiß ich nicht. Erstmal kommen wir jetzt in den Bereich des Rauchens, wo man jetzt schon so denkt, was hat denn das mit einer guten Nachricht zu tun? Genauer gesagt, wir gehen in den Bereich der E-Vapes. Die seht ihr, wenn ihr nicht selber irgendwie Raucherinnen oder Raucher seid, in freier Wildbahn immer häufiger, also ich zumindest, seht ihr eben. immer häufiger. Der Unterschied zu klassischen Zigaretten, das müssen wir vielleicht nochmal aufdröseln für diejenigen, die die noch nie irgendwie gesehen haben. Bei einer normalen Zigarette, ihr wisst es alle, die zündet man sich an und dann wird da Tabak verbrannt und zwar bei ungefähr 900 Grad und da atmet man dann den echten Rauch von dieser Zigarette ein. Also da ist dann unter anderem Nikotin drin, Thea, Kohlmonoxid und viele hunderttausend, also hunderte oder tausend andere Chemikalien, von denen viele vor allem krebserregend sind. Und deswegen hat man vor einigen Jahren die Vapes, ich sag mal erfunden, das sind sogenannte E-Zigaretten, da brennt überhaupt nichts, die werden nicht angezündet, es gibt kein Feuer, stattdessen wird über eine batteriebetriebene Heizspirale eine Flüssigkeit, sogenanntes Liquid, in den Aerosol, also in den Nebel verwandelt. Und diesen Nebel atmet ihr dann ein. So ein bisschen wie bei einer Nebelmaschine in der Disco oder im Theater.
Caspar:
Das Liquid, das besteht aus Glycerin, Aromen. Oft riechen die ja sehr süßlich, irgendwie nach Erdbeere oder Tutti Frutti oder so. Und häufig ist auch noch Nikotin drin für die Leute, die sich nach dem Zigaretten rauchen und das so ein bisschen abgewöhnen wollen. Da da kein Tabak verbrennt, entsteht auch kein Teer und kein Kohlenmonoxid. Das heißt, theoretisch sind die auch etwas gesünder als die klassische Zigarette.
Stella:
Also zumindest muss man ja sagen, Hersteller behaupten das teilweise, aber das Ganze ist extrem umstritten. Gesünder generell, also Rauchen kann nicht gesund sein.
Caspar:
Ich wollte gerade sagen, der Vergleich, es ist gesünder, als sich eine Zigarette in den Wohnvielkel zu stecken. Gesund sind diese Vapes aber nicht. Ich glaube, so kann man das sagen.
Stella:
Zumindest, also man muss aber dazu sagen, dass eben auch die Forschung da noch dran ist, die Folgen rauszufinden von Vapen. Man sieht auch ganz leicht bei jüngeren Leuten, dass nachdem es jahrelang rückläufig war, eben durch, Caspar du hast es beschrieben, Tutti Frutti, Wassermelone, Blueberry, Ice Crush und whatever, gerade bei jüngeren Menschen eben, also jung im Sinne von unter 18, der Konsum von solchen Zigaretten, von solchen Produkten, von solchen E-Zigaretten zunimmt und dann teilweise auch darin gipfelt, dass die Leute irgendwann richtig anfangen zu rauchen. Und deswegen ist da ja auch teilweise so Marketing dahinter, dass für den Zigarettenhersteller das so ein bisschen als ihr Ding, wir machen uns ein bisschen gesünder. Also da gibt es ja zig Varianten von, gibt ja auch Tabakerhitzer. Falls ihr euch übrigens fragt, wie sieht das Ganze übrigens aus? Das sind so Textmarker. Ich weiß, manchmal macht man sich drüber witzig und sagt, das sieht aus, als würde einer am Textmarker lutschen, weil es eben auch so bunte Farben sind. Aber es hat so einen leichten Schnabel vorne dran, viele Modelle. Da hast du halt wie so einen dünnen Stift.
Caspar:
Ja, dann sind irgendwelche Papierfilter noch drin und so. Ja, genau.
Stella:
Was ist die gute Nachricht?
Caspar:
Ja, ich wollte gerade sagen, wir wollen auch gar nicht über die gesundheitlichen Aspekte hier in der guten Nachricht sprechen oder dass da jetzt eine Forschung irgendwas ergeben hätte oder so, sondern wir wollen uns auf das Thema Umwelt so ein bisschen fokussieren, weil eben fiel ja bei mir schon das Stichwort Batterie betrieben, als ich sagte, dass da eine Heizspirale drin ist, die dieses Aerosol in Rauch umwandelt oder die Flüssigkeit in Aerosol, nicht in Rauch. So rum, Vorsicht. Viele dieser Vapes haben einen Akku und man kann sie nach dem Gebrauch wieder aufladen, vor allem die teureren Modelle. Aber es gibt eben auch Modelle, die günstigen. Das sind Einweggeräte. Da ist oft sogar ein wiederaufladbarer Akku drin, aber man kann sie gar nicht wieder aufladen. Das heißt, das führt zu enorm viel Elektroschrott und Batteriemüll, der dadurch verursacht wird, indem man diese Dinger dann ein paar Mal benutzt, bis sie leer sind und sie dann wegschmeißt. So, immer noch keine gute Nachricht, Stella. Wo ist die gute Nachricht?
Stella:
Ich habe sie. Also, es ist ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten in Deutschland auf dem Weg und ein Gesetz dazu soll noch in diesem Jahr kommen. Das hat Bundesumweltminister Carsten Schneider beim Treffen der UmweltministerInnen der Länder in Leipzig Anfang Mai eben quasi verkündet. Und der Grund für das Verbot, und das fand ich auch ganz spannend, ist das Thema Brandgefahr. Denn diese unsachgemäße Entsorgung, beispielsweise im Plastikmüll, dem berühmten gelben Sack oder einfach im Hausmüll von diesen akkubetriebenen Zigaretten, sorgt eben für Feuer in der Müllentsorgungsanlage. Es gibt jetzt aber keine genaue Zahl, zumindest habe ich keine gefunden, wie viel Feuer quasi durch E-Zigaretten ausgelöst wurde, jetzt in den vergangenen zwölf Monaten beispielsweise. Allerdings klagt die Abfallwirtschaft über eine Zunahme von den Bränden. Und für Beschäftigte ist das eben auch einfach eine ganz unnötige Gefahr. Wir müssen auch dazu sagen, das Ganze ist jetzt nicht ganz neu. Bereits im November 2025, also vergangenes Jahr, war eben ein Verbot durch die Bundesregierung schon mal angekündigt worden.
Caspar:
Wichtig ist, die wiederbefüllbaren Vapes, die sind nicht davon betroffen, also die man wieder aufladen kann, darum geht es nicht. Und es gibt auch schon eine neue Regelung übernächsten Monat, also Juli. Ab da soll es so sein, dass NutzerInnen die E-Zigaretten an ihre Verkaufsstellen an Kioske oder auch an Tankstellen wieder zurückgeben können. Es gibt ja auch so Vape-Shops und diese Regelung, die ist eigentlich schon seit Anfang des Jahres in Kraft, aber es gab eine Übergangsfrist, aber ab Juli könnt ihr die Dinger, da wo ihr sie gekauft habt, auch wirklich wieder zurückgeben und die müssen sie dann fachgerecht entsorgen. Also auch so, dass sie eben nicht im Hausmüll landen. Und Wertstoffhilfe und kommunale Sammenstellen nehmen die Dinger ja sowieso. Aber jetzt, wie gesagt, die anderen nehmen sie dann halt auch. Und auch der Lebensmitteleinzelhandel, sofern die welche verkaufen, die nehmen die Dinger dann auch wieder zurück. Also es gibt gar keinen Grund mehr ab Juli, die auch wirklich in den Hausmüll zu schmeißen. Und ab sofort, also beziehungsweise ein Gesetz ist auf dem Weg, dass die Dinger ganz verboten werden, was die nicht auch wieder auf Ladbaren betrifft. Und generell ist es für die Umwelt eh besser. Wenn ihr sowas benutzen wollt, dann kauft euch ein etwas teures Modell, was man wieder aufladen kann.
Stella:
Genau. Und schmeißt es, wie gesagt, bitte nicht in den Hausmüll. Wir müssen uns eigentlich auch mal genau angucken, woraus diese Akkus bestehen und ob man die nicht irgendwie auch sinnvoll recyceln kann, weil das finde ich jetzt noch ganz spannend, was du denn eigentlich machst, was passiert, wenn das Ding abgegeben ist und fachmännisch entsorgt, Gott sei Dank nicht irgendwo explodiert ist.
Caspar:
Ja, was für eine Verschwendung das ist, das hat, Achtung, jetzt machen wir einen völligen Abstecher, das Miniatur Wunderland in Hamburg mal gezeigt. Das ist ja diese riesige Modellbauanlage und die haben in ihrem Müll Vapes gefunden und diese Wegschmeißdinger von den Kundinnen und Kunden, die da waren, haben die auseinandergebaut und haben die Akkus da rausgebaut und haben festgestellt, damit könnten sie theoretisch ihre Modellautos einfach betreiben, weil die trotzdem ja wiederauflatbar sind. Das heißt, das sind voll funktionsfähige Akkus, die in diesen Dingern dann weggeschmissen werden. Und das ist natürlich, ja, das zeigt nochmal, wie absurd das ist, dass man das da einfach so vor sich hinweg schmeißt.
Stella:
In denen sich dann möglicherweise auch eben seltene Rohstoffe befinden, die wir an anderer Stelle natürlich in viel größerer Menge auch suchen. Aber es geht ja um das große Ganze manchmal auch. Deswegen haben wir uns entschieden, diese gute Nachricht zu wählen, die vielleicht erst auf den zweiten Blick in diesen Podcast passt. Genau.
Caspar:
Doch, doch, Elektroschrott. Das passt schon.
Stella:
Und ein bisschen Aufklärung über Zigaretten. Ja gut. Also ich würde sagen, wir hören uns in der nächsten Woche wieder. Wobei ich kann schon ankündigen, ihr hört Elli und Caspar in der nächsten Woche.
Caspar:
Ja. Elli ist mal wieder da.
Stella:
Ich urlaube.
Caspar:
Du bist im Urlaub, du Glückliche.
Stella:
Ich urlaube und dann hören wir uns aber in zwei Wochen wieder.
Caspar:
Ja, da freue ich mich drauf. Alle anderen, wir hören uns nächste Woche wieder. Macht es gut und bis dann. Tschüss.
Stella:
Tschüss.
Jingles:
Das war's schon wieder für diese Woche. Folgt oder abonniert uns gerne in eurer Podcast-App und lasst uns dort eine Bewertung da. Das hilft uns sehr. Bis zum nächsten Mal.