Shownotes
Knapp sechs Terabyte Daten, Millionen an interne Mails, Passwörter und sensible Verwaltungsunterlagen: Der Cyberangriff auf Berlin ist größer als zunächst bekannt. Wir besprechen in dieser Episode, wie es dazu kommen konnte, warum die veröffentlichten Daten noch lange gefährlich bleiben und was der Fall über die IT-Sicherheit deutscher Behörden verrät.
Transkript der Episode
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Jingles:
Silicon Weekly, der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche. Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar.
Elli:
Hallo und herzlich willkommen. Wir sind diese Woche nochmal ohne Stella, also zu zweit. Und ich begrüße hier den lieben Caspar.
Caspar:
Hallo Elli.
Elli:
Da hatte ich jetzt ein sprachliches Schlurren drin. Ich schwöre, ich habe nichts getrunken, aber es ist schon ein bisschen spät, jetzt wo wir aufnehmen. Wir nehmen das nämlich ausnahmsweise auch nicht am Mittwoch auf, sondern schon am Dienstag.
Caspar:
Das wird für den Input nochmal wichtig. Ja, du hast gute Pläne. Wir verraten sie nicht. Ich habe schon gesagt, ich bin neidisch. So viel können wir.
Elli:
Glaube ich, verraten. Ja, und in unserem, ich nehme euch kurz mit einfach, wir schnattern ja immer vor der Aufnahme auch schon so ein paar Minuten, da haben wir kurzzeitig über Kaspers Studium und was er da alles so für Seminare hatte gesprochen. Es war ein sehr spannender Exkurs. Wir haben schon gesagt, wenn wir einen Laber-Podcast hätten, da wäre alles dabei. Haben wir aber nicht. Deswegen machen wir Tech mit euch.
Caspar:
Genau, wir halten uns hier ganz hart an Skript, das auch nicht. Manchmal weichen wir da auch ein bisschen ab. Aber du hast Feedback mitgebracht. Uns ist nämlich ein Fehler unterlaufen, ne Elli, in der vergangenen Ausgabe. Also ein bisschen Housekeeping zu Beginn.
Elli:
Ja, Grüße gehen raus nach Baden-Württemberg. Jens hat uns darauf hingewiesen, dass auch da noch Ferien waren. Also auf alle Fälle letzte Woche, als es um die Ferien ging.
Caspar:
Ich glaube, ich habe felsenfest mit dem Inbrunst der Überzeugung gesagt, nur noch Bayern hätte Ferien.
Elli:
Ich habe das, glaube ich, so gesagt. Wir hätten schwammigerweise über den Süden sprechen können.
Caspar:
Stimmt, stimmt.
Elli:
Haben wir nicht gemacht.
Caspar:
Im Süden sind bestimmt noch Ferien. Wir merken uns das. In Zukunft checken wir auch das. Und Mia Kulpa, wir werden nicht mehr über Ferien reden hier in nächster Zeit.
Elli:
Ja, jemand, der garantiert keine Ferien aktuell macht, ist die Berliner Verwaltung. Die gucken wir uns im Input genauer an. Wir hatten sie ja letzte Woche schon mal kurz zu Gast. Da hat sich so viel getan, dass wir diese Woche den ganzen Input damit füllen. Es gab ja einen Cyberangriff und wir gehen mal mit euch durch, was da genau passiert ist, was das jetzt bedeutet. Und ansonsten haben wir wie immer Updates, what the fuck und eine gute Nachricht ganz zum Schluss.
Caspar:
Und wir legen mit den Updates los.
Elli:
Ja, ihr wisst es ja, in Deutschland gibt es gefühlt für alles irgendwie eine Norm oder auch ein TÜV-Zertifikat und manchmal muss man schmunzeln, manchmal findet man es nervig, manchmal ist es aber auch ganz praktisch, wenn man das TÜV-Zertifikat immer sieht, dann fühlt man sich, teilweise vielleicht einfach ein bisschen sicherer. Und diese Absicht wird jetzt weiterverfolgt. Der TÜV-Dachverband hat nämlich mitgeteilt, man beschäftigt sich jetzt auch mit KI-Anwendungen und erprobt da gerade mit Praxispartnern ein Zertifizierungsprogramm.
Caspar:
Gibt es dann eine TÜV-Plakette für die KI oder wie kann ich mir das vorstellen?
Elli:
Das ist korrekt. Allerdings gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei. Das Ganze soll nämlich in so drei Zertifizierungen aufgeteilt werden. Die unterscheiden sich in Umfang, Tiefe und Methodik der Prüfung. Also man kann so die Basiszertifizierung machen und dann kann man die ein bisschen bessere machen und dann kann man die tiptop, alles klar, klasse Zertifizierung machen. Die wird bestimmt auch genauso heißen. Bestimmt. Nein. Welche Zertifizierung zum Einsatz kommt, so heißt es in der Pressemitteilung vom TÜV-Dachverband, richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungsfall und der angeschriebten Aussagekraft der Prüfung.
Caspar:
Ja, alles klar.
Elli:
Fragt man sich natürlich, wann geht es los? Tatsächlich Ende des Jahres schrittweise könnte man sich schon vorstellen, diese KI-Zertifizierungen einzuführen. Und natürlich, ihr seid fleißige Hörer dieses Podcasts oder bildet euch auch sonst IT-mäßig weiter. Wir haben alle im Hinterkopf, es gibt ja so diesen großen europäischen KI-Act, also dieses Rahmenwerk, dieses Regelwerk, wo es dann auch verschiedene Risikokategorien und so weiter gibt. Und für das Zertifizierungsprogramm des TÜVs soll das Rahmenprogramm durchgängig mit den Anforderungen der Europäischen KI-Verordnung kompatibel sein, und diese auch ergänzen, um risikopasierte sowie, Zitat, technische Prüfaspekte.
Caspar:
Warum machen die Hersteller das? Beziehungsweise es geht nicht darum, dass ihr jetzt eure KI zum TÜV bringt, sondern es geht darum, dass die Hersteller ihre KI quasi einmal prüfen lassen und sich dann mit dem Zertifikat quasi nachweisen können, mit einem unabhängigen Zertifikat vor allem. Nicht, was sie selber irgendwie gesagt haben, dass ihre Systeme sicher sind und bestimmte Qualitätsanforderungen halt entsprechend erfüllen. Der TÜV gibt dann so ein Siegel drauf. Deswegen machen die Hersteller das.
Elli:
Ja, wenn ihr Bock habt, dann schreibt uns gerne mal eine Mail oder auch in die Kommentare bei Spotify oder dem Podcast-Anbieter eurer Wahl. Würdet ihr so einer KI-Anwendung mehr vertrauen, wenn da ein TÜV-Zertifikat drauf ist? Fände ich mal spannend. Ich weiß es selber tatsächlich noch nicht. Aber ja, fände ich mal interessant, wie ihr das so seht.
Caspar:
So, vom TÜV, wobei wahrscheinlich gibt es auch TÜV für Raketen, oder? Das ist der Übergang zu unserem nächsten kleinen Update. Europa hat nämlich seine erste kommerzielle Orbitalrakete. Ich habe das tatsächlich auch im Radio die letzten Tage so an mir vorbeifliegen hören. Elli, was ist passiert? Wir gehen ein bisschen in den Süden Deutschlands.
Elli:
Genau, nicht nach Baden-Württemberg.
Caspar:
Nein, diesmal nicht, sondern Bayern.
Elli:
Nach Bayern, nach München, nach Minger. Und zwar gibt es da Isar Aerospace. Wir hatten sie, glaube ich, schon mal im Podcast hier zu Gast, in einem kleinen Update oder so.
Elli:
Die machen, wie der Name schon sagt, Raketen und haben jetzt einen erfolgreichen Raketenstart verbucht. Und damit werden sie so ein bisschen zu PionierInnen der kommerziellen Raumfahrt in Europa. Was ist überhaupt passiert? Die haben also eine zweistufige Rakete namens Spectrum von einem norwegischen Weltraumbahnhof aus in den niedrigen Erdorbit geschossen und das auch erfolgreich. Im März gab es einen Versuch, der war nicht so glücklich. Damit hatte man damals aber tatsächlich auch gerechnet. Also es ist immer klar, okay, die ersten Probeläufe, das Ding fliegt in die Luft nach, ich weiß nicht, ich glaube, es waren 30 Sekunden damals. Jetzt hat das Ganze ein bisschen besser geklappt. Und das ist insofern ganz cool, als zum Beispiel die Europäische Weltraumorganisation ESA für sich das Prinzip ausgerufen hat, by European. Das heißt, wenn es europäische Anbieter gibt, dann möchte man gerne auf die setzen. Bisher gab es da unter anderem zum Beispiel Arianespace und Avio. Die sind aber größtenteils von Regierungen finanziert. Und ESA Aerospace ist jetzt also der erste kommerzielle Player, also das erste klassische Unternehmen tatsächlich, das da jetzt mitspielen kann.
Caspar:
Ja, ein Weg, den die USA ja zum Beispiel mit SpaceX und Blue Origin gehen. Wir hatten ja in unserer Mond- Artemis-Episode ja auch mal, sind wir ja darauf eingegangen, dass da nicht mehr nur noch die NASA die Raketen in die Luft schickt, sondern das privatwirtschaftliche Unternehmen sind. Und ESA Aerospace ist quasi entsprechend auch sowas. Das heißt, die EU geht auch ein wenig diesen Weg, aber das hat auch Gründe. Das machen die nicht nur, um irgendwie Geld zu sparen.
Elli:
Genau, ich wollte gerade noch sagen, die Folge, die wir da zum Mond hatten und so weiter, da haben wir auch sehr spannend über Abhängigkeiten gesprochen und über Abhängigkeiten, die die NASA jetzt zum Beispiel hat von entsprechenden Unternehmen. Und jetzt geht es eben auch um Abhängigkeiten, denn wenn man so mal guckt in Richtung Raumfahrt, man arbeitet gerne auch mal international zusammen eigentlich, aber gerade ist die Zusammenarbeit mit den USA aus Gründen offensichtlich schwieriger. Und auch nach Russland sind die Beziehungen aktuell, also ja, man kann einfach sagen abgeschnitten. Die russischen Sojus-Raketen stehen den europäischen Ländern damit also nicht zur Verfügung. Und da ist es umso spannender, wenn man jetzt sagt, okay, hier hat was funktioniert, hier geht es irgendwie voran in Europa selbst. Man wird vielleicht ein bisschen eigenständiger.
Caspar:
Ja, bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt und was da noch in Zukunft an Raketen passiert und auch, ob die ESA tatsächlich einen Astronauten mit Richtung Mond schicken kann, weil ein bisschen Kooperation gibt es ja noch zwischen NASA und ESA. Politisch ist es halt ein bisschen schwierig, hast du ja gerade schon erwähnt.
Elli:
Es geht da viel auch einfach um, langfristige Verlässlichkeit. Und da ist halt immer die Frage, ob das klappt oder nicht. Ich erinnere mich letzte Woche an die Umbenennung eines Sees.
Caspar:
Ja, zum Beispiel hatten wir ja hier im WTF. Was eine schöne Überleitung ist, wir kommen zum WTF. Diesmal geht es nicht um Sehen, es geht nicht um Unbenennungen, aber es geht um Regulierung so ein bisschen und vielleicht auch Selbstregulierung, die etwas in die Hose gegangen sein könnte.
Elli:
Ja, wobei in die Hose gegangen, naja, ich würde sagen, es ist noch Luft nach oben da.
Caspar:
Ja.
Elli:
Die Idee war eigentlich gut, Umsetzung, naja, worum geht es? Wir haben auch hier schon mehrfach drüber gesprochen. Seit Juni 2025 gibt es in der EU neue Regeln für Smartphones und Tablets. Und da ist unter anderem so ein Energielabel mit vorgesehen, aber auch Reparierbarkeitsklassen. Das ist mal ein Wort für Hangman.
Caspar:
Vor allem für einen Podcast.
Elli:
Um das auszusprechen. Genau, die von A bis E gehen. Vielleicht habt ihr es schon mal gesehen, irgendwo im Elektrofachhandel. Die Kennzeichnung soll uns eigentlich beim Kauf quasi Aufschluss drüber geben, wie gut kann ich das Ding auseinandernehmen, reparieren, wenn irgendwas kaputt ist, Ersatzteile und so weiter. Und eigentlich müssen die Hersteller beziehungsweise Importeure auch Informationen zum Beispiel über Ersatzteile zugänglich machen. Also wo kriege ich was her? Wie funktioniert das Ganze? Die Idee war gut. Jetzt ist das Ganze ein Jahr offiziell am Start und die Initiative Right to Repair Europe und der Reparaturdienstleister iFixit haben sich das Ganze jetzt mal angeschaut und gesagt, gucken wir mal, wie gut das funktioniert, ziehen wir mal Bilanz.
Caspar:
Ja, und dafür haben sie sich ganze 2334 Smartphone-Modelle angeguckt und zwar in einer europäischen Produktdatenbank, die heißt EPREL oder EPREL. Ich weiß nicht, ob man das als einzelnes Wort ausspricht oder Einzelbuchstaben, ehrlicherweise.
Elli:
Ich habe tatsächlich ursprünglich Apple gelesen.
Caspar:
Apple wäre ein sehr viel schönerer Name für diese Datenbank.
Elli:
Ja, aber auch ein sehr deutscher Name.
Caspar:
Ja, aber hast du schon den Apple nachgeguckt wegen dem Smartphone? Es klingt auf alle Fälle nach einer relativ trockenen Aufgabe, was diese zwei Organisationen da gemacht haben, aber die haben da einiges gefunden, was dann ein bisschen WTF-würdig ist, denn bei vielen Geräten ist diese Datenbank nicht so aussagekräftig, wie man das erwarten müsste eigentlich.
Elli:
Kleiner Transparenz sind Hinweise an der Stelle noch. iFixit ist natürlich als Reparaturdienstleister sicherlich auch mit diversen Interessen an die ganze Sache rangegangen. Denn die profitieren natürlich davon, wenn sie Ersatzteile verkaufen können, wenn sie Zubehör und Werkzeug und sowas verkaufen können. Das ist deren täglich Brot. Hat man ja oft, dass Firmen ganz spannende Untersuchungen machen, die ihnen aber durchaus auch selber in die Karten spielen.
Caspar:
Ja, KI-Unternehmen, die Forschungsergebnisse machen in die Richtung, ja. Aber in dem Fall ist das nachprüfbar und was die beiden gefunden haben, ist trotzdem nicht weniger interessant, weil bei vielen Geräten, die in dieser Liste stehen, da sollen eigentlich Links hinterlegt sein, die zum Beispiel Ersatzteilshops, ansteuern oder Reparaturanleitungen bieten. Und jetzt könnt ihr mal quasi innerlich raten, bei wie viel Prozent der dort angegebenen Smartphones dieser Link entweder nicht hinterlegt war oder was mit dem nicht stimmte. 80, 60 Prozent, 50.
Elli:
18 Prozent hatten sinnvoll hinterlegte Infos und wir gucken mal, was mit dem anderen Rest so war.
Caspar:
Ja, 18 Prozent waren quasi so, wie es sein soll. Bei ungefähr der Hälfte der untersuchten Smartphones war für das entsprechende Reparatur-Info in dem vorgesehenen Feld war einfach gar nichts. Das war komplett leer. Bei weiteren 19 Prozent war zwar was verlinkt, aber das führte zum Beispiel zu einer allgemeinen Produkt- oder Support-Seite, wo es gar nicht um Ersatzteile oder Reparatur ging und man auch die entsprechende Information nicht gefunden hat. Und so langsam fängt dieses Reparatur-Thema an zum WTF zu werden.
Elli:
Ich muss ja sagen, ich liebe die 8%, die da verzeichnet wurden, so ein bisschen. Das ist eine kleine Hassliebe. Das ist so ein bisschen so, wie wenn man in der IT arbeiten würde und dann sagt dir jemand, guck in die Doku. Wir haben das in der Doku stehen. So nämlich, bei diesen 8% stand nämlich, siehe Handbuch. Also nicht wortlautmäßig, aber sinngemäß.
Caspar:
Sinngemäß, genau. Ersatzteile, willst du wissen, guck doch im Handbuch.
Elli:
Lief doch einfach die Anleitung, Mann.
Caspar:
Und meine liebste Stelle sind die nächsten fünf Prozent. Das ist auch die letzte Zahl, die wir euch hier mitgebracht haben. Bei fünf Prozent verweisen die Hersteller in dieser Liste auf Ersatzteile auf Webseiten wie Temo oder AliExpress. Also so nach dem Motto, shoppt euch das doch irgendwie in Asien, eure Ersatzteile. Ihr werdet das schon finden.
Elli:
Ja, aber naja, wenn man überlegt, wo Elektronikgeräte sonst produziert werden und zusammengebaut werden, oft gar nicht mal so abwegig.
Caspar:
Ja, aber das ist nicht der Sinn dieser Liste. Also du sollst halt wirklich zu dem offiziellen Ersatzteilstoff finden.
Elli:
Das ja, das ja. Aber wir sind ja noch nicht ganz am Ende.
Caspar:
Nein, einen tollen Punkt haben wir noch mit dieser Datenbank.
Elli:
Die Angaben, aus denen sich der Reparierbarkeitswert zusammensetzt, also diese Skala von A bis E. A ist in dem Fall richtig gut und E ist so, naja, kann es eigentlich auch bleiben lassen. Diese Angaben werden zumindest teilweise von den Herstellern selber gemeldet. Und was macht man, wenn man sich selbst bewertet? Ihr Ahnt ist schon... Da gibt man sich auch mal eine richtig gute Note dafür, dass man einen Link auf Temo gesetzt hat.
Caspar:
Richtig. Trotzdem, trotz Link auf Temo, trotz fehlender Informationen, trotz irgendwie, guckt doch im Handbuch nach, haben sich die Hersteller dann die Reparierbarkeitsklasse A selber vergeben. Und ja, auch für VerbraucherInnen ist auch gar nicht ersichtlich, woraus diese Bewertung sich zusammensetzt. Also gibt es da irgendwelche Tests? Irgendjemand hat der TÜV da drauf geguckt, um nochmal aufs Update zu kommen?
Elli:
Das würde euch der TÜV wohl wissen lassen.
Caspar:
Wenn er darauf guckt hätte. Dann gibt es ein Logo oder ein Siegel dafür. Das ist aber alles, wie gesagt, nicht so wirklich klar.
Elli:
Jetzt stellt man sich natürlich die Frage, wie konnte das denn passieren? Naja, also die Kontrolle der Angaben liegt bei den Marktüberwachungsbehörden. Was ist es gewesen? Ja, woran habt ihr liegen? Die Kontrolle der Angaben liegt bei den Marktüberwachungsbehörden der einzelnen EU-Mitgliedstaaten Und laut Right to Repair, also der Initiative zum gleichnamigen Recht, sieht es danach aus, als würden solche Angaben bislang kaum systematisch überprüft. Ist natürlich auch immer eine Frage der Kapazitäten, der Gelder und so weiter. Wer macht das dann? Das ist ja neu eingeführt. Wie etabliert man das überhaupt? Und so weiter und so fort. Also das Ärgerliche ist, die Grundidee war eigentlich sehr gut, weil man eben diesem Verfall von Geräten entgegenwirken wollte, weniger Elektroschrott und so weiter und so fort. Aber ja, gerade funktioniert es noch nicht so ganz.
Caspar:
Ja, und es bringt halt wenig, wenn man diese Regelung einführt, sie dann aber nicht wirklich überprüft und sich auch keine Gedanken gemacht hat, wie dieser Score quasi zustande kommt. Ja, das ist im Grunde wie eine TÜV-Prüfung zum selber ausfüllen. Und so funktioniert das ja auch nicht. Also wenn ich mein Auto bescheinigen könnte, selber bescheinigen könnte, das ist absolut verkehrssicher, dann hätte das auch jedes Mal ein TÜV-Siegel. Zum Glück guckt da alle zwei Jahre mal jemand drauf und sagt, Na, na, na. Die Stelle müssen wir dringend mal reparieren.
Elli:
Wirklich, schwöre, bin damit noch bis Helgoland gefahren.
Caspar:
Oh, das Geräusch, das habe ich nie gehört.
Elli:
Ja, ich habe immer sehr laut Musik gehört. Naja. Ja, also. Pleiten, Pech und Pann, wir machen weiter und gucken nach Berlin mit unserem eigenes TÜV-geprüften Auto.
Caspar:
Ja, und da hätte vielleicht ein TÜV-Siegel am besten Stellen auch geholfen.
Jingles:
Input.
Elli:
Da möchte ich widersprechen. Aber worum geht's? Wir haben im Intro schon erzählt. Aus dem kleineren Update von der letzten Woche, was quasi in unserer Abwesenheit passiert ist im August, nämlich ein Hackerangriff auf zwei Senatsverwaltungen in Berlin, ist jetzt ein Input geworden.
Elli:
Wir gucken uns mal an, was ist passiert, so im ganzen Verlauf. Konkret der Aufhänger jetzt, die Frist, ihr erinnert euch, da wurde Geld gefordert, beziehungsweise Bitcoins wurden gefordert, dafür, dass die Daten nicht veröffentlicht werden. Nicht veröffentlicht werden. Die war auf letzten Freitag gesetzt und ist abgelaufen. Und es gab ganz klar von offizieller Stelle, wir lassen uns nicht erpressen, das Signal. Naja, die Daten wurden jetzt eben veröffentlicht. Und das so ein bisschen Stück für Stück. Wir wissen immer mehr darüber, wie groß der Angriff tatsächlich war, was in den Daten steckt. Möglicherweise auch schon, wie die Angreifer überhaupt in die Systeme gekommen sind. Genug also, um aus dem Updaten den Input zu machen, aber man muss auch sagen, die Geschichte entwickelt sich gerade ziemlich schnell noch und wir, nehmen eben heute schon am Dienstag auf, das heißt der Input bildet den Stand von Dienstagabend, dem 8. September ab. Wenn jetzt am Mittwoch noch irgendwas großartig rauskommt, dann konnten wir die nicht einbauen offensichtlich und man merkt auch im Laufe der Geschichte schon, es wurden sehr viele unterschiedliche Aussagen schon getätigt. Erst hieß es, das ist ganz sicher nicht drin. Dann hieß es, ah, könnte doch sein. Ihr werdet im Laufe des Inputs noch hören, wo da noch überall rausgeht. Naja, Vorsicht angebracht ist. Ich sag mal so, was bestimmte Aussagen angeht.
Caspar:
Und wieso wir auch nicht wissen, ob da noch eine Bombe schlummert. Da kommen wir auch noch zu. Klar ist auf jeden Fall, das ist ein mittelschwerer True-Crime-Fall im Bereich Cyberkriminalität, der da passiert ist. Und wie gesagt, verzeiht uns, wenn wir den Mittwoch da nicht mehr mit einbauen. Falls noch wirklich was Gravierendes passiert, werden wir es natürlich nächste Woche aber auch nochmal in die Updates packen.
Elli:
Wir steigen also mit euch in unsere Zeitmaschine und beamen uns zurück.
Caspar:
So klingt eine Zeitmaschine.
Elli:
Das ist das beste Zeitmaschinengeräusch, was ich machen konnte.
Caspar:
Das offizielle Zeitmaschinengeräusch.
Elli:
Ja, ich wollte euch jetzt hier auch nicht krachend irgendwas ins Mikro hauen, damit euch die Ohren wegfliegen. Also wir haben uns zurückgebeamt. Es war ja auch kein weiter Zeitsprung. Wir sind beim 7. August gelandet, beziehungsweise zwischen dem 7. und 12. August 2026.
Caspar:
Genau, wir gehen nämlich mal chronologisch die Ereignisse durch. Damit ihr und wir dann gemeinsam auf einem Stand sind, was da passiert ist.
Elli:
Ja, was war zwischen… Möchtest du immer die Daten sagen und ich sage dir.
Caspar:
Was passiert? Okay, alles klar, so machen wir das. Also, 7. und 12. August in dem Zeitraum. Was ist da passiert, Annie?
Elli:
Aus den Systemen zweier Senatsverwaltungen in Berlin werden Daten kopiert. Betroffen sind die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Der Datenabfluss bleibt zunächst unbemerkt und wie viel kopiert wurde, weiß zu dem Zeitpunkt auch niemand. Obviously, wenn man überhaupt nicht weiß, dass Daten abfließen.
Caspar:
Also wenn man nichts merkt, kann man auch nicht wissen, wie viel und was da passiert. 14. August.
Elli:
Der Angriff wird bemerkt und bei den betroffenen Senatsverwaltungen, die beiden betroffenen Senatsverwaltungen werden vom Berliner Landesnetz erstmal getrennt. Also quasi offline genommen vom Rest der Verwaltung, um Schlimmeres zu verhindern. Das bleibt auch für die BürgerInnen nicht ohne Auswirkungen. Man kann zum Beispiel tagelang kein Wohngeld beantragen oder es wird auch teilweise tagelang nicht ausgezahlt, was natürlich für einige Leute...
Caspar:
Wenn die Systeme quasi offline genommen oder auch ausgeschaltet wurden, also sie wurden nicht ausgeschaltet, aber abgekapselt, weil man gemerkt hat, da ist irgendein Zugriff passiert, dann kann man auch sowas leider nicht mehr machen. So, 17. August.
Elli:
Drei Tage später. Berlin informiert erstmals öffentlich über den Sicherheitsvorfall. Ein Krisenstopp wird eingerichtet. Wir wissen weiterhin nicht, wie groß der Schaden tatsächlich ist.
Caspar:
23. August.
Elli:
Die beiden betroffenen Senatsverwaltungen werden wieder mit dem Landesnetz verbunden.
Caspar:
Okay, also erst war was weg, dann war was wieder da. Nochmal drei Tage später am 26. August.
Elli:
Es folgt die nächste Hiobsbotschaft. Offenbar sind größere Mengen Daten abgeflossen. Darunter könnten auch personenbezogene und nicht öffentliche Informationen sein. Aber nichts Genaues weiß man nicht.
Caspar:
So, und dann platzt am 28. quasi nochmal die Bombe. Was ist da passiert?
Elli:
Eine mutmaßlich russischsprachige Ransomware namens Rysida meldet sich. Sie behauptet, rund 5,7 Terabyte Daten aus Berlin erbeutet zu haben und sie stellt eine Forderung. 30 Bitcoin, das sind zu diesem Zeitpunkt rund 2 Millionen Euro. Wenn Berlin nicht zahlt, sollen die Daten veröffentlicht werden. Berlin entscheidet, wir lassen uns nicht erpressen und zahlen nicht.
Caspar:
Genau. Dann lasst uns kurz die Chronologie mal unterbrechen. Wir kommen gleich nochmal wieder auf weitere Daten. Aber ich will einen kleinen Einschub mit einschieben, weil du ja gerade Residia oder Rysidia, also ich glaube, Englisch wird man sie nicht mehr sprechen, wenn sie aus Russland kommen. Diese Hacking-Gruppe, die ist kein Unbekannter. Die ist nämlich mindestens seit 2023 schon aktiv. Denn im November 2023 hat das FBI und weitere amerikanische Sicherheitsbehörden genau vor dieser Gruppe gewarnt. Denn zu dem damaligen Zeitpunkt gehörten schon unter anderem Behörden, Gesundheitseinrichtungen, Bildungseinrichtungen, IT-Unternehmen und Industrieunternehmen zu den Zielen von dieser Gruppe. Und Resilie funktioniert offenbar zumindest zeitweise oder teilweise nach einem relativ interessanten Modell, das hatte ich vorher auch noch nicht gehört, quasi Ransomware as a Service. Das ist jetzt keine klassische Gruppe, wo jemand mit einem Kapuzenpulli da sitzt und sich ein Ziel aussucht, sondern das ist quasi eine Infrastruktur, eine digitale, in der man Schadsoftware mieten kann oder zumindest die Hardware dafür. Und ja, diese Gruppe sucht sich dann Opfer, versucht in das System einzubrechen und falls sie Daten erbeuten kann, passiert dann halt so eine Lösegeld-Erpressung wie in dem Fall mit Berlin.
Caspar:
Und ja, das ist wie gesagt kritisch, also es ist eine Infrastruktur, die da von Akteuren genutzt wird, unter anderem Ransomware, das sind dann Verschlüsselungstrojaner, die dann eingespielt werden, Daten werden auch einfach verschlüsselt und nicht nur geklaut und so nach dem Motto, erst wenn ihr uns die wieder, bezahlt, dann geben wir euch den Schlüssel dafür, um die zu entschlüsseln und solche Dinge. Also das ist schon ein richtiges kriminelles System, was da so hinter steckt.
Elli:
Wenn wir jetzt, wie heißt das, Cloeso spielen würden? Dann hätten wir jetzt quasi Cluedo. Stimmt, Cluedo ist der Sänger.
Caspar:
Der hat damit hoffentlich nichts zu tun.
Elli:
Dann hätten wir den Ort irgendwo im Internet und die Berliner Senatsverwaltungen. Dann hätten wir Tatverdächtige, nämlich Rysida. Wir haben jetzt auch ein Motiv, nämlich Geld.
Caspar:
Ja, genau. Also das wird vermutlich, auch wenn es eine russische Heckegruppe ist, nicht so sein, dass das politische Gedanken sind, weil die eben schon seit einer Weile aktiv sind und die das bisher immer darauf abgesehen haben, Geld zu verdienen. Die US-Behörden beschreiben Residia auch viel mehr als Akteur, der opportunistisch handelt und Ziele angreift und schlicht und ergreifend versucht, möglichst auch lukrative Ziele anzugreifen. Also es geht jetzt nicht darum, Oma Meisel von nebenan irgendwie und 2000 Euro zu erleichtern. Wir haben ja auch gerade die Forderung gehört, 30 Bitcoin, ungefähr 2 Millionen Euro, das ist ja keine Peanuts. Die wollen schon wirklich Geld machen damit.
Elli:
Zu Oma Meisel könnten wir trotzdem am Ende des Inputs noch kommen.
Caspar:
Ja, die könnte trotzdem noch wichtig werden.
Elli:
Lass uns erstmal weitermachen in der Chronologie.
Caspar:
Genau, nicht von der Hacking-Gruppe. So, jetzt sind wir im September angekommen. Wir wissen jetzt, da ist ein Hacking-Angriff passiert. Auch offiziell, wer sich gemeldet hat und sagt, wir waren es. 4. September, was ist da passiert?
Elli:
Die von Resida gesetzte Frist läuft ab. Berlin hat nicht bezahlt und die Angreifer machen ihre Drohungen wahr. Im Darknet erscheinen riesige Datenpakete. Insgesamt geht es um ungefähr 1,4 Millionen Dateien mit knapp 6 Therapeit-Daten.
Caspar:
Also schon eine ziemliche Menge. Zwei Tage später am 6. September.
Elli:
Ein weiteres Datenpaket wird veröffentlicht. Darin befinden sich unter anderem Zugangsdaten. Allein dieses zusätzliche Paket umfasst nach Angaben des Berliner Chief Digital Officer noch einmal rund 550.000 Dateien.
Caspar:
So und jetzt kommen wir langsam in dieser Woche an. 7. September ist unser letzter chronologischer Eintrag. Was ist am 7. September passiert, Ellie?
Elli:
Naja, eigentlich ist es mehr so ein Status-Update. Man könnte jetzt hoffen, dass vielleicht am 7. September, nachdem am 6. und am 4. September alle Daten veröffentlicht wurden oder nicht alle Daten, aber Daten veröffentlicht wurden. Das Ganze jetzt schon fertig untersucht sei oder dass man jetzt schon irgendwie großartig mehr Ausschuss hat. Naja, 7. September, wir befinden uns weiterhin im Download der veröffentlichten Daten. Das zuständige Landeskriminalamt möchte diese Daten auswerten, hat ihn aber zumindest Stand 7. September noch nicht vollständig heruntergeladen, denn es ist ja eine enorme Menge, um die es da geht.
Caspar:
Und es ist ja auch im Darknet, wo die Daten veröffentlicht wurden. Das heißt, es ist auch nicht so, dass es da einfach einen großen Download-Button gibt, sondern man muss sich da schon so ein bisschen durcharbeiten. Deswegen kann man da zumindest ein kleines bisschen verstehen, warum das Landeskriminalamt nicht einfach innerhalb von einer halben Stunde an diese 5,6 oder an diese 6 Derabyte herankommt.
Elli:
Ich sage mal so, wenn es dazu eine Service-Mail gegeben hätte, würde da wohl drinstehen, wir arbeiten an einer Lösung.
Caspar:
Ja, genau. Please hold the line. So, jetzt haben wir das chronologische abgefrühstückt und wir wissen auch, dass das Landeskriminalamt versucht noch an die Daten irgendwie selber nochmal wieder ranzukommen und da genauer nachzugucken. Genauer nachzugucken ist auch der nächste Punkt, weil Berlin bzw. Die Verwaltung steht jetzt vor einer riesengroßen nächsten Aufgabe. Sie muss nämlich herausfinden, was steckt in diesen Daten, was genau ist ihnen eigentlich verloren gegangen.
Elli:
Und jetzt klingelt es bei euch, wenn ihr diesen Podcast regelmäßig hört, riesengroße Datenmengen. Wer könnte da denn ins Spiel kommen? Richtig, KI. KI soll Dokumente kategorisieren und nach ihrem möglichen Gefährdungspotenzial priorisieren. Die besonders kritischen Treffer sollen anschließend von Menschen geprüft werden. Das ist zumindest der Plan.
Caspar:
Und wie gesagt, Berlin weiß zwar inzwischen ziemlich genau, wie viel davon angegangen ist, aber noch nicht genau was. Aber wir haben trotzdem die Möglichkeit, so ein bisschen reinzugucken. Bevor wir mal schauen, was in den Daten schon aufgetaucht ist, wollen wir mal drauf gucken, wie es dieses Hacker-Kollektiv überhaupt ins System vielleicht geschafft haben könnte.
Elli:
Richtig. Also zückt euren Cluedo-Zettel und guckt euch die Spalte Tatwaffe an. Wie konnte das Ganze überhaupt passieren?
Caspar:
Eine E-Mail. Das ist eine interessante Tatwaffe.
Elli:
Ja, es gibt eine ziemlich interessante Rekonstruktion, die die Kolleginnen und Kollegen vom Tagesspiegel gemacht haben. Nach den Recherchen der Redaktion soll ein Mitarbeiter der Verkehrsverwaltung nämlich eine Phishing-Nachricht nicht erkannt und auf einen Link geklickt haben. Wir haben hier im Podcast schon ziemlich oft über Phishing gesprochen. Nachrichten oder Webseiten, die möglichst echt aussehen, sollen uns dazu bringen, Daten preiszugeben, was runterzuladen oder eben eine bestimmte Aktion auf unserem Rechner auszuführen. Der Angreifer muss dann gar nicht spektakulär irgendeine Firewall überwinden oder so, sondern er bringt den Menschen vom Bildschirm dazu, ihm quasi die Tür aufzumachen.
Caspar:
Wir haben ja auch eine Folge zum Thema Social Engineering gemacht. Das spielt in die ähnlichen Kategorien rein und wir werden auch gleich auf Phishing nochmal kommen. Ein ganz klassischer Fall ist zum Beispiel die berühmte Sparkassen-Mail. Ich habe sie regelmäßig im Postfach. Wahrscheinlich viele Hörerinnen und Hörer auch. Mit ihrem Konto stimmt was nicht. Bitte melden Sie sich dringend über diesen Link an, um Ihrem Online-Banking zu öffnen und so weiter und so fort. Ja, das sieht dann auch, die Mail sieht vielleicht noch einigermaßen offiziell aus, auch die Webseite dahinter, aber es ist natürlich nicht die Sparkasse, die mir schreibt. Ich bin auch gar kein Sparkassenkunde, ich habe jetzt Glück. Und würde ich da meine Daten auf dieser Webseite eingeben, würde ich mein Passwort und meine Zugangsdaten quasi den Hackerinnen und Hackern preisgeben. Das ist dann, wie gesagt, Phishing.
Elli:
Ganz, ganz wichtiger Hinweis an der Stelle. Es handelt sich um eine Rekonstruktion des Tagesspiegels und die Recherche des Tagesspiegels. Ganz offiziell geklärt ist dieser Initialzugang bislang nicht. Der Berliner Staatssekretär Alexander Slotti hat noch am Montag erklärt, man wisse weiterhin nicht abschließend, wo und wie der Angriff begonnen habe. Es kann also gut sein, dass da auch vorher schon irgendwas stattgefunden hat, dass es dann vielleicht diesen initialen Klick gab oder es gab ihn doch nicht. Wir werden sehen. Es wird wahrscheinlich in den nächsten Wochen und Monaten Infos dazu geben.
Caspar:
Vergangene Woche im Update haben wir noch gesagt, wir wissen noch nicht, was drinsteckt in den Daten. Das hat sich inzwischen geändert. Zwar, wie gesagt, der Download läuft quasi noch, aber was schon da ist, da kann man ja mal reingucken. Das haben unter anderem, wie gesagt, das Landeskriminalamt macht es, die Berliner Senatsverwaltung, aber auch Medienhäuser haben sich die Daten heruntergeladen oder sind dabei und haben dann auch schon mal reingeguckt. Das heißt, wir können jetzt schon ziemlich verlässig sagen, dass in diesen gestohlenen Daten unter anderem mit dabei sind Personalakten, Verträge, die die Stadt Berlin mit anderen gemacht hat oder auch Verträge von Privatleuten, Ausweiskopien, Gehalts- und Arbeitsunterlagen, interne Passwörter und vermutlich auch umfangreiche E-Mail-Daten, also Kopien von Mails.
Elli:
Diese E-Mail-Daten, mehr als 2000 Outlook-Archivdateien mit rund 2,7 Terabyte, das berichtet zumindest die Bild-Zeitung. Auch da alles mit Vorsicht genießen. Darin sollen ein- und ausgehende E-Mails aus Jahren der Verwaltungsarbeit stecken. Teilweise sogar auch gelöschte Nachrichten.
Caspar:
Da geht es um so kleinere Dinge, wie zum Beispiel, wie man sein Büro einrichten soll, habe ich vorhin gelesen mit Feng Shui. Es geht aber auch um eher brisantere Daten, die da noch mit drin stecken. Bei der ersten Auswertung hat man unter anderem Unterlagen entdeckt zu Wasserwerken, Heizkraftwerken, Umspannwerken, Notstromanlagen, Kasernen und anderen kritischen Einrichtungen. Heise, die sich die Daten angeguckt haben, berichten außerdem von Notfall- und Schutzkonzepten sowie Unterlagen mit Bezug zur Bundeswehr und Bundesregierung. Und spätestens jetzt kann man denken, hui, jetzt reden wir ja nicht mehr nur noch über Berlin, jetzt reden wir ja schon über kritische Infrastruktur und nationale Sicherheit.
Elli:
An der Stelle muss man sagen, der Berliner Senat hat inzwischen das Thema deutlich relativiert, zumindest für die Daten, die jetzt schon ausgewertet sind. Man kann über die große Blackbox, die es noch gibt, kann man nicht sagen, aber nach dem bisherigen Stand seien keine Dokumente oberhalb der niedrigsten Verschlusssachenstufe, also Verschlusssache nur für den Dienstgebrauch, betroffen. Einige Dateien, die aufgrund von ihrem Namen erstmal spektakulär klingen vielleicht, haben sich beim genaueren Hinsehen auch als eher harmloser. Ich formuliere es jetzt ganz vorsichtig.
Caspar:
Bezogen zum Beispiel auf den militärischen Abschirmdienst, das ist der Geheimdienst der Bundeswehr, der MAD, da ging es wohl um Anwohnerparkausweise und nicht um irgendwelche kritische Infrastruktur. Also keine Agentenlisten, keine geheime Operationen, leider nichts in diese Richtung, was heißt leider, aber für zumindest Leute, die jetzt irgendwie was, Herrscherisches gehofft hatten, sondern schlicht und ergreifend Parkgenehmigung.
Elli:
Trotzdem auch da Namen, Adressen, entsprechende Daten.
Caspar:
Ja.
Elli:
Und wie gesagt, es wäre falsch, jetzt schon komplette Entwarnungen an, ganz, ganz großen Anführungszeichen zu geben. Die Untersuchung ist eben noch nicht abgeschlossen und es wird sich auch noch hinziehen.
Caspar:
Ja, so, jetzt könnte man natürlich mit dem Finger auf Berlin zeigen und sagen, ja, eine ewig klamme Stadt. Und, das ist jetzt ein Problem, was nur da die Zwei-Senats-Verwaltung betrifft. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Denn wenn man sich das mal anguckt, ist das Problem wahrscheinlich ein viel größeres und strukturelles, denn die deutsche Verwaltung besteht nicht nur in Berlin aus ganz vielen, verschiedenen IT-Systemen, die nicht sauber irgendwie zentral gebündelt sind. Es gibt die unterschiedlichsten Fachverfahren, es gibt die unterschiedlichsten alten Systeme, es gibt von ganz alten Systemen, die quasi nur noch auf uralt Hardware laufen, bis hin zu neuen Systemen. Es gibt die verschiedensten Verantwortlichkeiten und die unterschiedlichen Sicherheitsniveaus. Der Deutschlandfunk hat sich das entsprechend mal ein bisschen angeguckt. Und gerade bei der kommunalen Verwaltung ist das ein besonders schwieriges Umfeld. Dort gibt es die unterschiedlichsten IT-Verfahren und Allsysteme. Gleichzeitig fehlen auch Fachkräfte, weil das nicht immer auch unbedingt der bestbezahlteste Bereich ist. In der freien Wirtschaft verdient man dann natürlich mehr. Ja, und deswegen ist das schon nicht nur ein Fall, der irgendwie Berlin betrifft, sondern vielleicht generell unsere digitale Infrastruktur in so Ämtern auch aus dem Aspekt heraus nicht so gut aussehen lässt.
Elli:
Das hat jetzt auch der Berliner Digitalstaatssekretär eingeräumt. Der geht nämlich davon aus, dass man eben bei der Untersuchung höchstwahrscheinlich auch auf strukturelle Defizite stoßen werde und dass die Behebung... Erahnt, das Geld kosten wird entsprechend. Gleichzeitig hat der Berliner Bürgermeister Wegener auch was hervorgehoben, was man in dem Kontext wissen muss und was einem vielleicht gar nicht so auf der Hand liegt. Digitaler Beschuss ist bei entsprechenden Systemen und Behörden Tagesgeschäft. Also da gibt es so der Bürgermeister tägliche Angriffe und er sagt eben, jetzt ist einer durchgekommen, sehr, sehr professionell und mit einer sehr, sehr hohen kriminellen Energie.
Caspar:
Also natürlich, das ist ein lukratives Ziel, wie wir sehen und ja auch anhand der Daten verständlich und auch wenn die Erpressung geklappt hätte, hätten sie auch ziemlich viel Geld damit verdient und die sind nicht die Ersten, die angeklopft haben. Da gehe ich auch von aus.
Elli:
Jetzt haben wir schon angerissen vor ein paar Passagen, dass wir nochmal zurückkommen zu Otto, Normalverbraucher, zu Menschen, die betroffen sind von dem Datenleak und eben auch zu dem Rattenschwanz, der sich jetzt da noch hinten nachziehen wird.
Caspar:
Genau, weil jetzt beginnt quasi Phase zwei, dass die Daten sind ja, ich sage mal, jetzt nicht komplett frei im Internet verfügbar. Also wenn wir Dödel wie wir zwei jetzt anfangen, die zu suchen, werden wir die nicht direkt finden. Man muss sich schon ein bisschen mit dem Darknet auskennen und wissen, wo man das sucht. Aber die Personen, die das können und verstehen, die haben natürlich jetzt auch Zugriff auf diese Daten. Also es ist jetzt nicht so nur, weil das LKA die runterlädt, dass die dann weg sind. Im Gegenteil, die sind halt nun mal jetzt öffentlich. Und wir wissen auch natürlich jetzt inzwischen, wir haben es ja gerade aufgezählt, schon was da drin ist. Und deswegen kann man nicht einfach nur sagen, okay, das Kind ist in den Brunnen gefallen, Berlin schaut halt jetzt nochmal, was drin ist und dann, meine Güte, sagen wir alle noch du, du, du und ist jetzt schade, aber dann gehen wir halt alle wieder nach Hause. So, ist ja jetzt passiert, was da noch passieren.
Elli:
Nein, denn die Vermutung liegt nahe, dass dieser Datenpool, der veröffentlicht wurde, zum Spielplatz wird für Menschen mit bösen Absichten und die jetzt eben Einzelpersonen, deren private Daten in diesen ganzen Dateien drin waren, Aufs Korn nehmen werden. Name, Telefonnummer, Adresse, vielleicht irgendeinen Geschäftsvorgang, den es mal tatsächlich in Bezug mit dieser Person gab. Irgendwas, was mal wirklich passiert, abgewickelt wurde und so weiter. All das bietet jetzt eben ein gefundenes Fressen für Leute, die daraus einen Aufhänger machen, für die nächsten Phishing-Angriffe.
Caspar:
Da ist das Phishing wieder. Denn wenn du solche Daten hast und die in diesen Daten enthaltenen Nummern sind, wie wir ja wissen, dann ist so eine Phishing-Mail plötzlich nicht mehr, hallo lieber Kunde, bitte geben Sie dringend Ihr Passwort ein, sondern dann ist es zum Beispiel, hallo liebe Frau Müller, zu Ihrem Vorgang 3174 vom 18. Juni fehlen das noch zwei Unterlagen. Herr Schneider aus der Personaldarteilung hat mich gebeten, Ihnen den Upload-Link noch einmal zu schicken. Ja, das Problem ist, es gibt eine Frau Müller wirklich. Wir haben mit der gesprochen. Es gibt den Vorgang 3174. Es gibt vielleicht auch einen Herr Schneider. Der ist auch tatsächlich in der Personalabteilung, weil diese ganzen Daten aus den Daten eben stammen. Nur diese E-Mail ist halt leider gefälscht. Und der Link da drin ist halt nicht ein echter Upload-Link, sondern ich gebe den Hackerinnen und Hackern, die dahinter stecken, dann entsprechend die Daten weiter. Und damit ist das dann schon ein sehr viel gefährlicherer Angriff als so ein Standard-Phishing-Angriff.
Elli:
Jetzt könnte man das Ganze natürlich abtun und denken, naja, wird schon nicht passieren, aber tatsächlich warnen auch Sicherheitsbehörden und die Berliner Datenschutzbeauftragte vor genau solchen Folgeangriffen. Neben gezieltem Phishing geht es auch um Identitätsmissbrauch, kompromittierte Zugangsdaten und so weiter und so fort. Deswegen der Rat an Betroffene, Passwörter ändern, Kontobewegungen besonders genau kontrollieren und bei ungewöhnlichen Nachrichten noch mal skeptischer sein als sonst. Und wer glaubt, vom Hack betroffen zu sein, für die Leute soll es demnächst eine Anlaufstelle geben. Die Details dazu sind gerade noch in der Mache und ich musste gerade ein bisschen lachen, denn natürlich soll es erstmal auch eine Kontakt-E-Mail geben. Und das ist in dem Kontext ein bisschen lustig. Also es soll wahrscheinlich auch irgendwie, einen zweiten Schritt, dann dürfte wahrscheinlich eine Telefon-Hotline dazukommen.
Caspar:
Ja, eine Hotline wird nachgedacht.
Elli:
Aber auch eine E-Mail. Ja. Und auch wenn wir selber vielleicht jetzt nicht mit unseren Daten in der Berliner Senatsverwaltung für Verkehr oder für Bauen auftauchen, ist natürlich die Frage, was nehmen wir alle vielleicht daraus mit?
Caspar:
Und wir haben euch in dem Fall jetzt mal vier Tipps zusammengestellt, nicht nur für die Leute, die betroffen sind, sondern generell für alle Leute, die irgendwie im Internet mit Phishing zu tun haben könnten und kleiner Spoiler aus meinem eigenen privaten Schwallenleben. Auch mich betrifft sowas ab und an, dass ich mal eine Phishing Mail bekomme und die eine ist auch schon manchmal besser als die andere. Aber es gibt, wie gesagt, vier Dinge, auf die ihr achten könnt. Und erstens misstraut nicht nur Links, also nicht nur ein Link in der E-Mail kann irgendwie gefälscht sein, sondern achtet auch darauf, ob es ungewöhnliche Handlungsanweisungen gibt. Also ob ihr irgendwie irgendwelche Dinge ausführen sollt, Stichworte sind PowerShell, ob ihr irgendwas in den Terminal eingeben sollt, ob ihr eine Eingabeaufforderung öffnen sollt, um dort irgendwelche Befehle hinein zu kopieren. All das, sobald das irgendwie in diese Richtung geht, solltet ihr spätestens mal hellhörig werden und vorsichtig, weil ihr mit solchen Dingen unter Umständen euch Schadsoftware quasi selbst installiert und damit riesige Sicherheitslücken quasi erzeugt.
Elli:
Zweitens, ein richtiges Detail, auch mehrere, viele richtige Details heißen natürlich nicht unbedingt, dass eine Nachricht echt ist. Deswegen, wenn euch irgendwas fishy vorkommt oder ihr euch nicht sicher seid, Geht einen zweiten Kommunikationsweg. Klickt nicht auf die Telefonnummer, die in der Mail angegeben ist, sondern sucht sie euch zum Beispiel selber raus. Oder ruft genannte Ansprechpartner selber an. Googelt die vielleicht mal. Gibt es die überhaupt im Zusammenhang mit dieser Firma, mit dieser Behörde, was auch immer? Sind die irgendwo aufgeführt? Wenn es um ein Portal oder einen Dienst geht, ruft den in der neuen Browser-Seite selber auf und klickt nicht auf den Link in der Mail. Solche Sachen können zumindest, eine Möglichkeit sein, so ein Risiko ein bisschen zu verringern.
Caspar:
Drittens, wenn euer Passwort in solchen Daten enthalten ist, dann darf das nicht alleine schon eine Kettenreaktion auslösen. Was ist damit gemeint? Da fassen wir uns jetzt vielleicht auch mal in die eigene Nase. Wenn man ein Passwort für alle Dienste hat, dann ist es natürlich ein großes Problem, wenn dieses eine Passwort mal in so einem Datenleck geteilt ist, weil dann plötzlich nicht mehr nur noch zum Beispiel das Mail-Konto betroffen ist, sondern auch Amazon, mein Streaming-Dienst, mein Online-Banking, mein Cloud-Speicher. Die Hackerinnen und Hacker versuchen genau das abzugrasen. Die wissen das Passwort, die wissen vielleicht eure Mail-Adresse und dann klappern sie die Standard-Dinge ab, um zu gucken, ob ihr überall das gleiche Passwort habt. Und deswegen nutzt, das ist ein Klassiker und es ist ein bisschen nervig, wir wissen es, nutzt einen Passwortmanager und nutzt für jeden Dienst ein eigenes Passwort. Aber mit einem Passwortmanager müsst ihr euch die nicht merken. Ich kann mir auch nicht für 150 Accounts irgendwie alle Passwörter merken. Oder, was auch eine Möglichkeit ist, nutzt Passkeys. Da haben wir ja auch schon mal drüber gesprochen. Wenn ihr das Google, gibt es da inzwischen auch gute Anleitungen. Da nutzt man dann statt dem Passwort zum Beispiel das Handy. Und wenn das entsperrt ist, gibt das frei und solche Dinge. Biometrische Anmeldedaten wie Fingerabdruck oder Face-ID, das ist auch noch eine Möglichkeit, die man einsetzen kann.
Elli:
Ja, und wenn ihr keine biometrischen Daten weitergeben wollt, es gibt auch andere Möglichkeiten zur Zwei-Faktor-Authentifizierung zum Beispiel. Also auch da wieder. Doppelt genäht hält zumindest ein bisschen besser. Und als viertes noch ein Tipp für den Arbeitsplatz. Wenn euch irgendeine Mail nicht ganz koscher vorkommt und es bei euch eine IT-Abteilung gibt, dann wendet euch im Zweifel an die. Teilweise haben Unternehmen oder Behörden zum Beispiel kleine abgeschottete eigene Systeme, auf denen sie genau solche Sketchy-Mails mal probeweise, expertenweise öffnen können. Das heißt, okay, man kommt sich vielleicht im ersten Moment vielleicht doof vor, zuzugeben, okay, ich weiß nicht, kann ich erkennen, ob das jetzt seriös ist oder nicht. Aber wenn nicht bei der IT-Abteilung nachfragen, wo denn dann?
Caspar:
Ja, genau. Und falls dann doch was passiert, könnt ihr immerhin sagen, aber ich habe doch in der IT nachgefragt. Es ist auch immer besser als, nee, ich habe da einfach draufgeklickt. So, wichtig ist auch, mit diesen vier Tipps seid ihr jetzt nicht unverwundbar. Wir haben euch jetzt nicht eine völlige Immunität verschafft damit, aber ihr seid deutlich sicherer und viele der Angriffsszenarien werden damit zumindest unwahrscheinlicher. Und dann ist die Hoffnung natürlich, dass das, was in Berlin passiert, euch nicht passiert.
Elli:
Jetzt würde ich sagen, wir hören bestimmt noch weiter aus Berlin. Für heute machen wir einen Deckel drauf.
Caspar:
Das wird aber sicher in den Updates nochmal vorkommen, ich bin mir ganz sicher.
Elli:
Ja, und jetzt bin ich bereit für eine gute Nachricht.
Caspar:
Ja, genug True Crime.
Jingles:
Gute Nachricht.
Elli:
Es geht um den Bereich Medizin und auch um KI, aber um sinnvollen KI-Einsatz. Und ja, wir hatten das schon öfter.
Caspar:
Brustkrebserkennung und solche Sachen.
Elli:
Genau, wir hatten es aber auch schon öfter, dass es vielleicht noch Jahre dauert, bis es dann wirklich sinnvoll ist und so weiter. Diesmal dürfte es schon relativ bald Vorteile geben.
Caspar:
Ja, worum geht's? Forschende aus London haben ein KI-System entwickelt, das mit ganz normalen EKG-Daten umgehen kann und darin Hinweise auf bis dahin unentdeckte Herzkrankheiten finden kann. Und das Spannende ist, das kann es nach weniger als zwei Sekunden. Also ihr schmeißt da quasi ein ganz normales EKG rein und dann sagt euch die KI, Achtung, da könnte was nicht mit stimmen.
Elli:
Jetzt ist die Geschwindigkeit zwar nett, beeindruckend von mir aus. Gott, wenn das jemand hören würde, der sowas entwickelt hat und ich sage, das ist nett.
Caspar:
Ja, zwei Sekunden ist ganz nett und der hat jahrelang daran geforscht.
Elli:
Aber das ist eigentlich nicht das Krasse daran. Der Hauptvorteil ist folgendes. Die Technik macht aus einem mehr als 100 Jahre alten Standardtest ein Diagnosewerkzeug, was deutlich leistungsfähiger ist. Und da ist das Stichwort wirklich Diagnosewerkzeug. Denn die Diagnosen werden immer noch von Menschen gestellt. Die KI stellt keine Diagnosen in dem Fall. Sie warnt nur, weil sie Unregelmäßigkeiten erkennen kann in den Daten. Und in einer Untersuchung mit rund 67.000 Menschen konnte die KI rund 80 Prozent der Fälle mit eingeschränkter Herzleistung aus den Daten erkennen.
Caspar:
Ja, und das Schöne ist halt eben, die EKG-Technik, die gibt es, die ist super weit verbreitet, die ist eigentlich in jeder Arztpraxis quasi fast vorhanden. Und da dann oben drauf noch ein KI-System draufzusetzen, ist natürlich super praktisch, weil man dann ganz schnell erkennen kann, okay, hier an der Stelle sollten wir jetzt mal ein bisschen genauer nachgucken, dass es ein Patient oder eine Patientin da ist, zum Beispiel ein Herzultraschall mal sinnvoll. Und normalerweise ist es oft so, dass man leider monatelang auf so einen Herzultraschall warten muss. Und wenn man wirklich herzkrank ist, ist das natürlich schlecht, wenn man monatelang auf sowas warten muss. Und man könnte es natürlich abkürzen, wenn man sagt, okay, das ist ein Risikopatientin, da müssen wir jetzt mal schneller mit dem Herzultraschall drauf gucken. Und wenn das das KI-System kann, dann ist es natürlich sehr sinnvoll.
Elli:
Wobei man jetzt auch sagen muss, du hast schon monatelang Wartezeiten gesprochen. Das kommt natürlich auch ein bisschen darauf an, in welchem Gesundheitssystem wir uns gerade bewegen. Und die KI, über die wir sprechen, die kommt aus Großbritannien. Und da kommt auch schon unser kleines Aber ins Spiel, denn das System wird derzeit im britischen Gesundheitsdienst in London und Bristol mit rund 600 PatientInnen erstmal erprobt. In rund zwei Jahren könnte es dann schon im Klinikalltag ankommen und flächendeckend in Großbritannien eingesetzt werden. Und dann ist natürlich nochmal die Frage, wann geht das über Ländergrenzen, wann kommt das vielleicht auch bei uns an und so weiter und so fort. Wer sich übrigens die genauen Details zur Forschung nochmal durchlesen will, findet die unter anderem bei der British Heart Foundation.
Caspar:
Genau, die haben das nämlich veröffentlicht vor wenigen Tagen und diese vielversprechenden KI-System vorgestellt.
Elli:
Damit sind wir durch für heute.
Caspar:
Ja, sind wir. Durch, durch.
Elli:
Durch, durch. Es reicht. Wir sehen uns nächste Woche wieder. Wir hören uns nächste Woche wieder.
Caspar:
Wir sehen uns, die Hörerinnen und Hörer hören uns wieder.
Elli:
Ja. Schüße gehen raus. Passt auf euch auf. Bis nächste Woche.
Caspar:
Macht es gut.
Elli:
Tschüss.
Jingles:
Das war's schon wieder für diese Woche. Folgt oder abonniert uns gerne in eurer Podcast-App und lasst uns dort eine Bewertung da. Das hilft uns sehr. Bis zum nächsten Mal.