50 Jahre nach Apollo kehren Menschen zum Mond zurück, zumindest fast. Artemis II bringt Astronaut:innen wieder in die Nähe des Mondes, doch die entscheidende Frage bleibt offen: Wann folgt die Landung? Wir nehmen die Mission auseinander und schauen auf das größere Bild hinter dem Artemis-Programm. Warum fehlt ausgerechnet der wichtigste Baustein? Welche Risiken stecken im Lander von SpaceX? Und was sagt das über die neue Rolle privater Raumfahrt aus?

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Transkript der Episode

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Jingles:
Silicon Weekly, der Tech-Podcast mit den wichtigsten News der Woche. Für dich eingeordnet von Elli, Stella und Caspar.

Stella:
Wir sind für euch vereint in einem Wohnzimmer in Hannover und vielleicht klingen wir auch ein bisschen anders als sonst. Es ist ganz besonders, denn mir gegenüber sitzt gerade Elli, die sich sehr zusammenreißen muss, nicht loszulachen. Mir geht es ähnlich.

Elli:
Hallo. Ja, wie schon wieder. Wir haben letzte Woche auch schon darüber geredet, dass wir sehr viel zu lachen haben hier.

Stella:
Und direkt daneben sitzt Caspar.

Caspar:
Ja, hallo. Ich halte mein Mikro in der Hand, weil ich nämlich tatsächlich den Ständer von dem Mikrofon vergessen habe.

Stella:
Und ich bin Stella und wir haben natürlich heute wieder ganz viele Tech-News für euch dabei. Ein Input, wo wir die Erde verlassen und ich glaube, ihr könnt es euch schon denken. Wir reisen Richtung Mond, nicht auf den Mond, das kommt erst noch, aber der Reihe nach. Und natürlich auch eine gute Nachricht. Und es geht auch um Schokoriegel, sagen wir so. Also vielleicht habt ihr auch an der einen oder anderen Stelle was zu lachen. Aber ich würde sagen, wir legen einfach in dieser pickepackevollen Episode direkt los mit unserem Update. Es gibt jetzt quasi ein Update vom Update. Es geht nämlich um das Thema Chat-Kontrolle.

Caspar:
Ewi grüßt Sie.

Elli:
Richtig. Und ich war gerade ein bisschen gestresst, weil du gesagt hast, pickepackevolle Sendung. Aber die Updates sind sehr kurz. Also, sorry. Wir fangen mal ganz entspannt an. Ihr erinnert euch noch eben, die freiwillige Chatkontrolle ist zum 3. April ausgelaufen, weil man sich auf EU-Ebene nicht auf eine Verlängerung dieser Ausnahmeregelung einigen konnte. So, was war eigentlich die Ausnahmeregelung? Große Tech-Konzerne konnten bisher private Nachrichten automatisiert scannen, um zum Beispiel die Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch zu erkennen. Und das war eben, ihr habt es ausnahmemäßig festgelegt, dass die das freiwillig machen konnten. Jetzt ist das Ganze ausgelaufen. Und am 4. April gab es eine gemeinsame Stellungnahme, das ist jetzt unser Update, von Google, Meta, Microsoft und Snapchat. Die haben sich zusammengetan und ein Statement veröffentlicht auf dem Google-Blog. Sie wollen nämlich trotz Ende der Ausnahmeregelungen wie bisher Nachrichten auf der Suche nach Missbrauchsdarstellungen durchleuchten. Also sie sagen, ja, schade, dass die EU sich da jetzt nicht irgendwie auf irgendwas einigen konnte. Aber uns ist das Thema weiterhin wichtig, so die Stellungnahme der Konzerne. Und deswegen fänden wir das gut, wenn es weitergeht. Und wir sind auf alle Fälle am Start. Wir hoffen jetzt, dass da Lösungen gefunden werden. Denn ...

Elli:
Mehr als so eine Absichtserklärung war das Statement dann aber auch nicht.

Elli:
Was die Firmen konkret vorhaben und wie das eben rechtssicher dann sein soll, solange die EU da nichts beschlossen hat, das steht im Statement nicht.

Stella:
Das klingt so, als hätten wir eines Tages dann das Update vom Update des Updates.

Elli:
Ja, wäre nicht das erste Mal.

Stella:
Und wir haben für euch noch ein zweites Update mitgebracht.

Elli:
Yes, es geht in die Niederlande. Auch über GROC haben wir schon ganz, ganz viel gesprochen hier im Podcast. Und über die Funktion, die Bildgenerierung bzw. Bildveränderung ermöglicht. Und was damit passiert ist bzw. was damit ganz viel gemacht wurde. Nämlich auch da sind wir wieder im Bereich Darstellung von sexuellen Handlungen, unter anderem mit Minderjährigen, diesmal aber eben KI generiert. Und da gab es einen großen Aufstrahl, nachdem das zu Hauf passiert ist. mit GROG eben. Und in den Niederlanden gab es ein Allverfahren tatsächlich gegen XAI, die Firma, die hinter GROG steht und diese KI quasi betreut. Das Gericht in Amsterdam hat jetzt ein Urteil gefällt. GROG darf die, Achtung, Ausziehfunktion, so heißt sie tatsächlich, bei der Bildbearbeitung nicht mehr anbieten. Und es ist eines der ersten Urteile dieser Art. international laufen, aktuell aber auch noch weitere Verfahren gegen XAI, also die Firma Hintergrock. Wir dachten, wir bringen euch dieses eine Urteil mal mit und dann gucken wir mal, was insgesamt so passiert im Laufe der Zeit. Wir hatten ja auch schon darüber geredet, dass auch auf EU-Ebene und so weiter da Dinge passieren sollen. Aber jetzt das in den Niederlanden war eben schon ein ganz konkretes Urteil. Wir vermuten mal, dass das von XAI auch noch angefochten werden dürfte.

Stella:
Und vielleicht auch noch an der einen oder anderen Stelle unter anderem bei X selbst kommentiert werden dürfte von Verantwortlichen.

Elli:
Ja, ob wir das dann mit in die Updates reinnehmen, überlegen wir uns ganz, ganz gut.

Caspar:
Bitte nicht.

Elli:
Und jetzt würde ich sagen, wäre ich bereit für einen Schokoriegel.

Caspar:
Ja, beziehungsweise abhandengekommener Schokoriegel. Diesmal ist es ein WTF, was ein bisschen lockerer und luftiger ist als sonst gerne mal die WTFs. Wie gesagt, es geht um Schokoriegel.

Jingles:
WTF.

Elli:
Vielleicht habt ihr auch schon gehört, um welche Schokoriegel es geht. Beziehungsweise könnt ihr es euch schon denken. Wir sind ein bisschen spät dran.

Caspar:
Es ist nicht die längste Praline der Welt.

Elli:
Nein, es ist nicht das und auch nicht die Schokoriegel, die wir gerade gegessen haben. Ende März 2026 wurde klar, dass 413.793 KitKat-Schokoriegel verschwunden sind.

Caspar:
Ich liebe es, dass die Zahl auch so genau ist.

Stella:
Ja.

Caspar:
Also auf das KitKat genau wissen wir, wie viele fehlen. Was heißt verschwunden? Wo sind die abhandengekommen? Ich habe sie nicht. Das kann ich schon mal teasern.

Elli:
Ja, ich wüsste auch nicht, wo du zwölf Tonnen KitKats unterbringen möchtest.

Caspar:
Plus LKW. Ja, das wird dann schon wieder schwierig.

Elli:
Die wurden nämlich geklaut. Der Lastwagen war auf dem Weg von Italien nach Polen und wurde auf dem Weg von falschen Polizisten angehalten und geklaut. Quasi entführt.

Caspar:
Das ist ja eine richtige Räuberpistole wie im Film, oder? Falsche Polizisten, die ein Kit... Okay, normalerweise klauen die aber eher sowas wie, weiß ich nicht, Geldtransporter, Uhren, solche Dinge. Denkst du?

Stella:
Ja, aber in letzter Zeit wurden verschiedene Transporter mit Lebensmitteln überfallen, zum Beispiel jüngst auch einer mit Gummibärchen. Deswegen...

Caspar:
Okay.

Stella:
Ja, ist ein Ding.

Elli:
Und man muss sagen, es waren Sondereditionen, die da geklaut worden sind.

Stella:
Elli, du darfst doch die Pointe noch nicht vorwegnehmen.

Elli:
Pardon, aber das würde... Für so einen Diebstahl ist das schon relevant.

Caspar:
Waren das Insider? Wussten die das? Egal.

Elli:
Die Pointe ist ja eigentlich, was hat das mit Tech zu tun?

Caspar:
Ich wollte gerade fragen, wir reden ja hier gerne mal über Essen, aber das ist noch kein Lebensmittel-Podcast, als ich es das letzte Mal nachgeguckt habe. Warum reden wir über diesen Diebstahl von KitKat-Schokoriegeln, auch wenn ich, wie gesagt, das relativ spannend finde?

Stella:
Also. KitKat gehört ja zu Nestle und zwar einem Schweizer Konzern und der hat darauf, sagen wir mal, kreativ reagiert und da kommen wir dann auch zu dem von euch angefragten WTF. Und zwar genau zum 1. April, und das ist kein April-Scherz, haben sie den Stolen KitKat-Tracker veröffentlicht und damit kann eigentlich jeder, der KitKat einkauft, verzerren möchte, zur Detektivin werden. Wie das funktioniert, das Ganze ist eine Website, die verlinken wir euch auch in den Shownotes. Und da ist es eben so, dass ihr, wenn ihr ein KitKat kauft, auf dieser Website, die ist super simpel gebaut. Einfach das rototypische KitKat-Design. Da ist so ein kleines Feld drin und da könnt ihr den achtstelligen Chargen-Code eingeben, den ihr auf der Verpackungsrückseite findet.

Caspar:
Also nicht den Strichcode.

Stella:
Nein, natürlich nicht den Strichcode, sondern der Chargen-Code ist nochmal was anderes. Den findet ihr auf so einem weißen Kästchen unter dem Mindestheizbarkeitsdatum. Auf der Website ist auch quasi ein Beispielbild, wo der in der Regel zu finden ist. Und die Idee ist dahinter, dass jetzt erstmal diese gestohlenen Schokoriegel, so einem Nester das an, in den Verkauf gelangen werden und europaweit ja theoretisch diese Dinge auftauchen könnten. und dann kann eben das Ganze auf dieser Website eingegeben werden. Übrigens nicht nur von Privatpersonen, sondern die richtet sich auch an Händler. Aber jetzt wollte ich eigentlich sagen, dass ich schon die Hoffnung hatte, dass ich ja jetzt investigativ quasi ganz viel KitKat kaufen und essen kann dann zwangsläufig, wäre schade drum. Aber Elli, du hast es ja schon vorweggenommen. Da gibt es nämlich so ein Ding für den deutschen Markt.

Elli:
Ja, also es geht um die Sonderedition, die die Form von Formel-1-Autos hat. Und ja, wie der R&D berichtet, ist die in Deutschland offiziell nicht im Handel. Das heißt, wenn ihr mal auf Ebay irgendwelche KitKats kauft in nächster Zeit, könnt ihr ja schon mal, also Formel-1-Auto-KitKats kauft. Dann würde ich schon mal genauer hinschauen. Beim normalen KitKat, was ihr im Laden kaufen würdet, ist die Chance jetzt eher gering.

Caspar:
Schade eigentlich.

Elli:
Was mich aber noch interessiert trotzdem... Wenn ich jetzt diesen Chargencode eingebe, was passiert denn dann? Also was fängt KitKat damit an?

Caspar:
Naja, die werden ja sehr wahrscheinlich, also du hast ja gerade eine sehr genaue Zahl vorgelesen. Das heißt, die werden auch sehr genau wissen, welche Schokoriegel aus welcher Charge. Das ist ja das, diese Chargennummer ist ja dazu da, um zurückzuverfolgen. Wenn zum Beispiel mit den Schokoriegeln irgendwas ist, meinetwegen, da ist zum Beispiel ein Teil drin bei der Produktion, was da nicht reingehört. dann kannst du mit diesem Chargencode genau zurückverfolgen, wann ist das wo produziert worden. Und Nestle weiß natürlich, welche Chargencodes in diesem LKW waren. Welche von diesen, Achtung, ich lese die Zahl nochmal vor, weil sie so schön ist, 413.793 KitKat-Chokoriegeln in diesem LKW ist oder war. Und dementsprechend sind diese Chargencodes dahinterlegt und dann kann man natürlich genau sehen, ah okay, guck mal. Dieser KitKat-Riegel oder dieses KitKat-Formel-1-Auto war in diesem LKW und je nachdem, wo man den dann gekauft hat, würde das natürlich ein wichtiger Hinweis für Nestle sein, da mal nachzuforschen, wie man denn als Händler zum Beispiel an diesen Formel-1-Wagen kommt.

Stella:
Genau, guter Punkt. Also wie der Standard berichtet hat, soll es so sein, dass dieser Abgleich wirklich in Echtzeit stattfindet. Also, dass es dann nicht irgendwie dauert nach dem Motto, du kriegst in 15 bis 30 Minuten mal dann plötzlich auf der Webseite eine Meldung angezeigt, ihr Riegel ist betroffen.

Caspar:
Ach, ich sehe dann direkt, ob das einer aus dem, ah.

Stella:
Und ich würde es ja auch, wie gesagt, gerne testen. Aber es soll nämlich so sein, dass wenn dieser Riegel dann quasi als aus dem geklauten Bestand da gefunden wird, soll es so sein, dass dann auch direkt dir angezeigt wird, wie du dich verhalten sollst. Also sprich, an wen du dich wenden kannst. All sowas.

Elli:
Muss man dann seinen Schokoriegel an die Polizei geben?

Caspar:
Vorher aufessen, nur die Verpackung.

Stella:
Vielleicht eine gute Nachricht quasi in diesem WTF. sollte es so sein, dass irgendwie über Umwege so ein Schokoriegel an einen nicht wissenden Menschen kommt, der ihn verzehrt. Es soll wohl so sein, laut Neste, dass da keine gesundheitliche Gefahr von diesen Schokoriegeln ausgeht.

Caspar:
Das wäre ja noch schöner.

Stella:
Sondern die einfach irgendwie über Umwege in den Handel illegal gelangen werden.

Elli:
Oder falls ihr mal so im Urlaub seid. Wir haben ja jetzt gesagt, in Deutschland gibt es die offiziell nicht. Aber wenn ihr im Urlaub seid und da mal so eine... Stella, wenn du jetzt demnächst mal in Urlaub bist.

Stella:
Du meinst, dann klapper ich die ganzen Supermärkte auf der Suche nach den Formel 1 KitKat-Regeln. Falls ich das mache, ich werde es für euch fotografieren und testen.

Elli:
Sehr gut. Und dann würde ich sagen, wir gehen jetzt an einen Ort, wo es auch garantiert keine KitKats und keine andere Schokolade gibt. Nämlich ins All.

Caspar:
Input Genau, es geht zum Mond. Hurra, ehrlicherweise. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Habt ihr in den letzten Tagen die Artemis 2 Mission verfolgt? Habt ihr bei NASA Livestream mitgeguckt? Habt ihr irgendwie irgendwelche Nachrichten verfolgt?

Elli:
Ich gebe es ja zu. Als klar wurde, dass wir hier im Podcast drüber sprechen, habe ich mir gedacht, das hebe ich mir auf für die Vorbereitung.

Stella:
Elli, ihr könnt es gar nicht abwarten.

Elli:
Nein, ich habe es gebündelt quasi. In Echtzeit war das nicht so aus meinem Privaten so, da setze ich mich eh hin. Aber ich habe es mir jetzt für die Folge nochmal alles reingezwiebelt.

Caspar:
Stella, bist du im Atem ist Mondfieber?

Stella:
Leute, also ihr kennt mich ja jetzt schon eine Weile. Und so das Thema Weltraum ist ja, muss ich ganz ehrlich sagen, da kriegt man mich normalerweise nirgendwo mit hervor. Aber diese Artemis-Mission, ich weiß nicht, was da passiert ist. Ich habe mir den Start live angeguckt und seitdem bin ich im Game. Ja, Caspar, ich weiß, du bist sowieso, du warst sowieso interessiert.

Caspar:
Ja, ich habe mir den Start live angeguckt, mitten in der Nacht. Ich habe dann auch immer wieder den NASA-Livestream verfolgt. Ich habe auch mitbekommen, dass ein Nutella-Glas zum Beispiel, das ist unser Bogen zu KitKat, mit bei der Mission dabei ist und versehentlich quer durchs Bild flog und Ferrero sich jetzt riesig freut über diese Werbung. Also es gibt sehr viel über diese ganze Mondgeschichte zu berichten. Wir wollen uns aber mit einer ganz entscheidenden Kernfrage heute beschäftigen, nämlich wann landen wieder Menschen auf dem Mond? Weil, Überraschung, Artemis 2 ist keine Mission, bei der es um die Mondlandung ging, sondern nur um den Mond quasi rumfliegen. Und eigentlich klingt die Frage, wann landen wieder Menschen auf dem Mond, einfach, aber sie ist es gar nicht. Sie ist deutlich komplizierter, das wollen wir uns heute mal angucken. Vor allem auch, weil China eine Antwort darauf hat, wann wieder Menschen landen, nämlich bis spätestens 2030, das ist deren Plan, die wollen das durchziehen.

Elli:
Und wie man es so kennt, es passieren immer Wettrennen zwischen unterschiedlichen Nationen. Die Antwort von China, dass man eben bis 2030 gerne mal auf dem Mond landen würde, die setzt die NASA wiederum unter enormen Druck. Und genau deswegen gucken wir eben nicht nur auf Artemis 2, was gerade so um den Mond fliegt, sondern auf alles drumherum. Und... Warum 2030 für die NASA, also für die amerikanische Weltraumbehörde, schon relativ stressig werden könnte.

Stella:
Und bevor wir loslegen, kleiner Disclaimer, wir nehmen jetzt am Mittwochabend, am 8. April auf, bevor die Artemis-2-Mission abgeschlossen ist. Also bitte nehmt es uns nicht übel, falls wir noch nicht auf das Ende der Mission eingehen oder auf bestimmte Ergebnisse nicht. Das ist jetzt einfach quasi unserem Redaktionsstoß geschuldet.

Elli:
Was wir aber besprechen können, ist, warum die Artemis 2 Mission so wichtig ist und auch, was es da so für ein Problem vielleicht auch mitgibt.

Caspar:
Lass uns mal mit Artemis wirklich anfangen, beziehungsweise mit dem Artemis Programm. Wir fliegen zum Mond, haben wir gerade schon gesagt, ist das große Oberthema. Und wir sind ja nicht zum ersten Mal da als Menschheit, auch wenn es viele Verschwörungstheorien gibt, dass das alles nur Fake war und im Filmstudio entstanden ist. Es gibt genug Beweise, dass die Menschheit bzw. die amerikanische Weltraumbehörde Ende der 60er Jahre und in den 70ern mit den Apollo-Missionen erfolgreich auf dem Mond war. Das heißt, Artemis ist quasi der Weg zurück.

Elli:
Die einen oder anderen von euch können sich vielleicht noch daran erinnern an die Apollo-Missionen. Haben sie es vielleicht auch verfolgt damals schon. Und wir gucken uns mal kurz die Namensgebung an. Apollo damals. Und jetzt haben wir Artemis. Wer ist Artemis? Spannend, das ist die Zwillingsschwester von Apollon. Apollon ist der Gott des Lichtes und Artemis ist die griechische Göttin der Jagd.

Caspar:
Genau, dementsprechend passt das auch sehr gut dazu, die neuen Missionen Artemis zu nennen. Artemis 2 haben wir gerade besprochen, es gab schon eine Artemis 1 Mission, das war die erste Mission dieses Programms und die flog Ende 2022 mehrfach um den Mond. Auch das habe ich so ein bisschen mitverfolgt, der Hype war aber nicht so groß wie jetzt. Warum? Weil schlicht und ergreifend noch niemand in den Kapsel saß.

Elli:
Ja, mit Gesichtern ist immer besser irgendwie. Also Artemis II, für alle, die sich ähnlich wie ich einmal kompakt reinziehen wollen, ist am 1. April gestartet und hat den Rekord für die bisher am weitesten von der Erde entferntesten Menschen aufgestellt. Artemis II ist um den Mond geflogen, fotografiert die von der Erde abgewandte Rückseite des Mondes und befindet sich zum Zeitpunkt unserer Aufnahme auf dem Rückweg zur Erde.

Caspar:
Apropos Menschen, wir haben ja gerade schon gesagt, Artemis 2 war ohne Besatz, äh 1 war ohne Besatzung, 2 ist mit. Mit an Bord sind diesmal vier AstronautInnen. Das Innen ist in dem Fall auch ganz wichtig, weil es tatsächlich zum ersten Mal auch eine Frau mit dabei an Bord ist, was die Mondmission betrifft. Wir reden von Reed Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen.

Stella:
Und Caspar, du hast es ja schon gesagt, Artemis 2 landet nicht auf dem Mond, sondern umrundet ihn eben, was dennoch eine beeindruckende Mission ist. Denn die NASA, die ja auch gerade unter Druck steht, wie eingangs gesagt, beweist damit, dass sie nach rund 50 Jahren eben nach den Apollo-Missionen Menschen zum Mond oder zumindest rund um den Mond erstmal schicken kann. Weil der nächste Schritt soll ja dann sein, dass es auch wieder eine Mondlandung gibt. Aber dafür haben sie jetzt auch erstmal ziemlich viel Aufwand betreiben müssen. Denn die Technologie des Apollo-Programms, die war, ja sagen wir mal wenig überraschend, 60er, 70er Jahre doch etwas veraltet. Das heißt, da muss eine neue Rakete her und die neue Orion Raumkapsel und auch ein neues Service-Modul. Also einiges neu, aber auch wiederverwendet tatsächlich. Also nicht neu neu in dem Sinne.

Elli:
Kleiner Funfact zum Service-Modul. Das ist ein von der ESA und von Airbus Defense & Space gebautes Antriebs- und Versorgungsteil und gebaut in Bremen.

Caspar:
Yay, Bremen.

Elli:
Also fliegt da gerade ein großes Stück europäische und deutsche Technik auch mit um den Mond, ohne dass diese Mission gar nicht funktionieren würde.

Caspar:
Genau, das hält nämlich unter anderem die Astronautinnen am Leben, weil es für Wasser und Sauerstoff sorgt und die Orion-Raumkapsel, wie gesagt, auch Energie versorgt. Dementsprechend ist das kein ganz unwichtiger Teil, den die Europäische Weltraumbehörde dazu beisteuert.

Stella:
Was auch noch mit dabei ist, ist unter anderem eine neue Landefähre und auch so kleinere Dinge. Also Raumanzüge, kleinere Dinge, das klingt, kleiner klingt, Autopausch, kleinere Dinge, Raumanzüge, ja, sind auch neu dabei. Und das Besondere ist eben, es muss natürlich auch alles zusammen funktionieren und auch wieder ineinander greifen. Also insgesamt ein sehr, sehr wichtiger Testflug einfach für die Artemis II, der natürlich auch einfach, ich meine, es ist das erste Mal, dass der Mond so umrundet wird, von den Amerikanern auch was Besonderes ist.

Elli:
Jetzt könnte man sagen, okay, das klingt jetzt auch alles so, als ob es geplant wäre. Wir fliegen erst mal rum und dann fliegen wir halt mit der nächsten, sagen wir mal, wir nennen sie Artemis 3, ganz kreativ. Da fliegen wir dann halt auf den Mond. Du bist ein Fuchs. Also, ja, wie wäre es denn? Was haltet ihr vor dem Vorschlag?

Caspar:
Naja, die Idee ist ganz gut und die NASA wollte das eigentlich auch so machen, nämlich mit der nächsten Mission tatsächlich schon landen. Das Problem ist, die NASA hat bemerkt, sie hat ein Problem. Und das hat sie inzwischen auch eingestanden, weil sie nämlich gesagt hat, Artemis 3, die nächste Mission, führt jetzt neben nicht mehr zum Mond, sondern wird nächstes Jahr einfach in Anführungszeichen nur ein Test in der Erdumlaufbahn sein, weil es gibt einen entscheidenden Baustein, der der NASA fehlt und der ist, wenn man sich das vor Augen führt, dann doch eindeutig sinnvoll, nämlich ein Lander. Und der ist schlicht und ergreifend nicht fertig.

Elli:
Möchtest du mir sagen, dass man für eine Mondlandung einen Lander braucht?

Caspar:
Ja, braucht man.

Elli:
Das ist skandalös.

Caspar:
Mit der neuen Rakete, dem SLS, mit der Orion-Kapsel und dem Servicemodul kann die NASA Leute zum Mond schicken und sie umrunden lassen. Sie kann die Astronauter dann auch wieder auf die Erde zurückholen, aber sie kann eben nicht auf dem Mond landen, weil dafür braucht es so eine Landefähre.

Elli:
Also bei Apollo, wir sind wieder zurück, 60er, 70er, da gab es dieses Landingmodul. Ja, das ist so ein Ding mit goldenen Stelzenbeinen.

Caspar:
Das hat man vor Augen. Also das kennen eigentlich alle Leute.

Stella:
Ja, trotzdem, ich finde so eine kurze Beschreibung schon mal.

Caspar:
Nein, nein, ich wollte nur den Leuten ins Gedächtnis rufen. Das ist dieses komische spinnenartige Ding, was dann da so gelandet ist. Da sind die Astronaten rausgehüpft. Und dann sind sie damit auch wieder zurückgeflogen zur Kapsel.

Elli:
Da könnte man doch jetzt einfach einen Nachfolger gebaut haben vielleicht schon. Oder bauen gerade zumindest.

Caspar:
Ja, da wird tatsächlich auch an was gebaut. Nur das Problem ist, die NASA, wie gesagt, das Ding ist nicht fertig. Und die NASA kann auch nicht wirklich was tun, damit das schneller vonstatten kommt und der Länder fertig wird.

Elli:
Ja, aber Moment, wer baut denn denn?

Caspar:
Ja, Überraschung, nicht die NASA. Denn diesmal geht das Ganze ein bisschen anders als damals bei Apollon. Die NASA will wieder Menschen auf die Mondoberfläche schicken. Dafür hat sie aber unter anderem aus Kostengründen sich gedacht, sie baut die Landefähre eben nicht selbst, sondern überlässt das beim Artemis-Programm privaten Weltraumunternehmen. Genauer gesagt zwei davon, einmal SpaceX von Elon Musk und Blue Origin, welches unter anderem von Jeff Bezos, also dem Amazon-Gründer, gegründet wurde und ihm mitgehört.

Elli:
Ach, zwei bekannte Millionäre, Milliardäre, Multi, sehr reiche Männer in diesem Podcast mal wieder zu Gast. Warum hat die Nase sich denn entschieden, beim Lander auf diese externen Firmen zu setzen? Du hast schon gesagt... Geld ist so ein Grund, aber haben wir die Kalkulation mal da? Kann die mal jemand kurz ausrollen?

Caspar:
Ja, wir haben mal zwei Zahlen mitgebracht. Bisher schätzt die NASA, dass die Kosten für das Artemis-Programm bis 2025, also bis zum vergangenen Jahr, rund 86 Milliarden US-Dollar waren. Da war der Flug Artemis 2 noch gar nicht mit dabei. Der kostet wohl um die 4 Milliarden Dollar noch oben drauf. Das klingt nach relativ viel, ist aber dann doch nicht genug, um zum Mond zu fliegen und auch jemanden dort runter zu schicken, weil nämlich das Apollo-Programm, das ja dafür gereicht hat, um jemanden runter zu schicken, inflationsbereinigt, also nach aktuellen Zahlen dann umgerechnet, heute rund 190 Milliarden Dollar gekostet hätte. und das war im Vergleich zu Artemis dann doch ein sehr viel rudimentäreres und einfacheres Projekt, weil halt andere Technik, andere Zeit und so, ihr wisst Bescheid.

Elli:
An sich hat die NASA ja eigentlich auch ganz gute Erfahrungen mit so externen Partnern gemacht. Wenn man jetzt zum Beispiel mal auf die internationale Raumstation ISS guckt, die wird inzwischen nicht mehr von der NASA selbst angeflogen, sondern eben mit Raketen und Schiffen von SpaceX, Northrop Grumman und Boeing versorgt. Also externe Dienstleister.

Caspar:
Genau. Allerdings muss man auch dazu sagen, so einen Mondländer zu bauen, das ist ein sehr viel komplexeres Unternehmen als eine, ich sage mal so, das klingt jetzt relativ schade, Banal, aber einfach mal eine Rakete zu einer Raumstation zu schicken, das klingt jetzt, das ist ein Lieferdienst fürs All. Ja, Lieferdienst fürs All. Das klingt natürlich abwertend, weil das natürlich trotzdem ja noch ein riesiger Aufwand ist, eine Rakete da hoch zu schicken. Aber ihr müsst euch überlegen, die ISS ist quasi in unserem Vorgarten, die ist ja, die reißt ja die Erde, das ist ein Katzensprung für ein Weltraumunternehmen. Der Mond ist sehr, sehr, sehr viel weiter weg und hat deswegen sehr, sehr viel mehr technischen Aufwand, um dort hinzukommen. Und so ein Lander ist halt doch noch deutlich komplizierter, weil er muss halt landen und er muss auch von dort wieder starten und Menschen sicher runter und wieder hochbringen.

Stella:
Herausforderung begriffen, aber ich glaube, wir müssen nochmal genau auf den Mond schauen und vor allen Dingen auf die möglichen Kandidaten. Also wir haben ja zum Beispiel einmal aufgeführt Blue Vision, die bieten quasi eine Landefähre an. Schauen wir uns doch noch erstmal an, wie ist denn da bisher der Stand? Bisher gab es ja noch nicht mal einen Testflug.

Caspar:
Nein, deswegen ist die Geschichte auch schnell erzählt. Zwei landefähren Typen sind quasi geplant. Einmal Mark I und Mark II. Mark I wird ein unbemannter Frachtländer, also quasi ein LKW. Der soll vor allem Verpflegung dort mit runterbringen, Sauerstoff, was man auch immer so auf dem Mond braucht, Landemodule, Technik, Forschungseinrichtungen. Und Mark II soll dann als Landefähre für zwei Astronauten dienen. Aber du hast es gerade schon gesagt, bisher gab es noch nicht mal ein Testprogramm. Bisher ist da noch nichts gestartet. Es gibt zwar erste Prototypen, aber die sind noch nicht durch die Gegend geflogen. Das heißt, aktuell plant die NASA Blue Moon Mark II, also die Landefähre, frühestens mit Artemis V im Jahr 2028 einzusetzen. Aber auch das ist fraglich, ob der Termin gehalten werden kann.

Stella:
Ich wollte gerade sagen, da ist die NASA ja optimistisch. 2028. Also das Ding jetzt für uns.

Elli:
Auch nicht mehr so lange.

Stella:
Nee, aber für uns denkt das so nach, oh ja, das sind ja noch zwei Jahre. Aber wenn wir uns anschauen, wie lange diese Entwicklungen sind und es gab noch nicht mal einen Testflug, finde ich das tatsächlich gar nicht so lange. Aber es gibt ja noch quasi die Konkurrenz SpaceX. Die sind ja auch dabei und haben insgesamt, glaube ich, ein deutlich komplexeres, größeres Konzept als Blue Origin im Vergleich. Wie sieht es denn da aus?

Caspar:
Ja, SpaceX hat ja einen anderen Plan. Die wollen mit dem sogenannten Starship, SpaceX nennt Dinge immer sehr spannend, möchte mit dem Starship auf dem Mond landen. Das Besondere daran, das Starship ist im Vergleich zu den anderen Systemen, zu der alten Mondfähre, wie ihr sie noch vor Augen habt, dieses Stelzending und auch zu dem, was Blue Origin da bauen möchte, ist das Ding ein riesiges Raumschiff in Anführungszeichen. Und es soll vor allem auf dem Mond senkrecht stehend landen und von dort auch genauso wieder starten. SpaceX ist so ein bisschen dafür bekannt. Die machen das ja schon mit Raketenboostern. Die haben ja so Booster an den Raketen dran, wenn sie zur ISS fliegen und die starten und landen auch senkrecht. Falls ihr das schon mal gesehen habt auf YouTube, das sieht relativ beeindruckend aus. Und genau das wollen sie jetzt eben auf dem Mond dann halt auch mit einer Landefähre machen.

Elli:
Aber eigentlich... Ich sage es jetzt nur ungern, ist der Mond irgendwie so ein bisschen vielleicht auch nur das Side-Chick von SpaceX?

Caspar:
Ja.

Elli:
Also die nette Affäre, die man noch so hat, denn eigentlich möchte Elon Musk und SpaceX, eben die Firma zu Elon Musk, man will ja auf den Mars.

Caspar:
Genau, der Mond ist nur ein Zwischenschritt und das ist auch kein Geheimnis, das sagt auch Elon Musk regelmäßig selbst. Ich weiß nicht, wie oft er einem schon erzählt hat, dass man quasi in zwei Jahren auf dem Mars wäre, auch das ist utopisch, eine kleine Geschichte zwischendrin. Das wirft aber natürlich auch die Frage auf, wie viel Energie steckt denn SpaceX eigentlich wirklich in den Mountlander, wenn der Mars eigentlich das Ziel ist. Und das sorgt natürlich auch dazu, dass dieses Starship sehr viel größer und komplexer ist, dass es eigentlich für eine Mondlandefähre für zwei Personen notwendig wäre. Wie gesagt, diese riesige Größe und alles, das kommt alles daher, dass es eigentlich später mal auf dem Mars landen soll.

Elli:
Aber eines muss man SpaceX lassen. Sie sind schon ein bisschen weiter als Blue Origin.

Caspar:
Genau, sie haben schon Prototypen, die auch schon Testflüge gemacht haben, einige davon erfolgreich, es gab auch nicht so erfolgreiche, da ist das Ding dann komplett explodiert und solche Dinge, aber sie sind dabei zentrale Systeme fertigzustellen und ja trotzdem spricht die NASA von einer mehrjährigen Verzögerung, also es ist nicht so, dass die wirklich im Zeitplan wären, die hinken schon hinterher, aber sie sind weiter als Blue Origin und sie wollen im nächsten Jahr dann mit dem nächsten Starship Ausbaustufe dann auch wirklich in den Orbit kommen. und dort die nächsten Dinge testen.

Stella:
Ja, aber da gibt es ja eine ganz wichtige Sache, nämlich das Thema, sagen wir mal, tanken. Denn diese Starships oder generell die, wie kann man am besten sagen, Raketen klingt falsch, die Raumfähren, die müssen ja auch im Orbit betankt werden.

Caspar:
Und das ist, klingt so einfach, wir betanken da oben mal was.

Stella:
Also Caspar, da merkt man einfach, du bist da seit Jahren in diesem Weltraum-Game drin. Das klingt ganz einfach. Wenn ich mir vorstelle, da muss da oben in unvorstellbaren Höhen getankt werden. Sorry, ich finde nicht, dass das so einfach und easy klingt.

Caspar:
Da gibt es keine Tankstelle, keinen Tankwart, der mal den Rüssel da irgendwie reinsteckt, sondern es ist tatsächlich so, dass es mindestens, wahrscheinlich deutlich mehr Tankflüge bräuchte. Also die Idee ist, das Starship wird als erstes hochgeschickt, die eigentliche Landefähre. Die wartet dann im Orbit auf sogenannte Tankflüge. Das sind dann weitere Starships, die vollgetankt sind, die docken dann an dem Starship an und pumpen ihren Streibstoff dort rein. Und da man ja nun nicht unendlich Nutzlast in so eine Rakete reinkriegt, kann man immer nur eine gewisse Menge hochschicken. Deswegen muss man mindestens zehn Tankflüge allein, um zum Mond zu kommen, dort reinpumpen und das ist hochaufwendig. Es ist ein riesiges Unterfangen und technologisch ist das ein Maßstab, der so bisher noch nicht ausprobiert wurde und nicht ohne Grund ein großes Hauptrisiko, was Starship bzw. SpaceX noch nicht bewiesen hat, dass sie es können.

Stella:
Jetzt muss man dazu sagen, ohne diese Betankung schafft es das Starship nämlich auch nur in den Erdorbit, natürlich trotzdem sehr, sehr hoch, aber es geht nicht zum Mond und auch schon gar nicht wieder zurück. Das heißt, diese Mondlandung hängt also an einer Technologie, die es bisher nicht mehr hat. Eigentlich nur auf dem Papier gibt.

Caspar:
Genau. Für dieses Betanken, habe ich gerade schon gesagt, müssten zwei Starships im Orbit aneinander gedockt werden. Und es ist auch so, dass später bei so einem Dockingprozess dann die Astronautinnen um den Mond herumfliegend in den Lander umsteigen müssten. Das heißt, dieses ganze Andocken und solche ganzen Geschichten ist ein durchaus wichtiges Unterfangen.

Stella:
Ich dachte, du sagst es gleich auch wieder. Ach, das ist ja total easy.

Caspar:
Nein, nein, nein, das ist nicht ganz easy.

Stella:
Aber vielleicht sollten wir noch einmal zu Artemis 3 kommen, weil ursprünglich sollte ja diese Mission auf dem Mond landen und nun will ja die NASA die Kopplung mit Starship im Orbit damit erstmal testen.

Caspar:
Genau und das zeigt auch, dass das eben kein ganz einfacher Testschluck ist, so nach dem Motto, ach guck mal, jetzt schicken sie Artemis 3 nur noch um den Erdorbit, sondern es geht hier um ein Schlüsselelement des Artemis-Programms, nämlich um das Docking im Erdorbit und das Umsteigen auf das Starship und das soll irgendwie gesagt nächstes Jahr getestet werden.

Elli:
Wenn Starship denn bis dahin soweit ist.

Caspar:
Ja, genau.

Elli:
Das haben wir nämlich auch noch nicht so richtig raus. Also ganz ketzerische Frage an der Stelle. Wenn man einen Teil baut, eine Pfähre, die größer und schwerer ist als das, was man eigentlich bräuchte für den Mond, ob die dann wohl auch mehr betankt werden muss so an sich?

Caspar:
Eventuell.

Elli:
Naja, gucken wir vom Tanken mal noch weg und auf was anderes hin, nämlich auf die Outfits.

Stella:
Ich wollte gerade sagen, es ist auch wichtig, was für diesen Mondspaziergang denn angezogen werden muss, für den Weltraumspaziergang, um konkret zu sein. Und auch da zeigt sich die Apollo-Anzüge. Die sind eben halt auch aus den 60er und 70er Jahren und vielleicht nicht unbedingt mehr für eine neue Mondmission geeignet.

Caspar:
Genau, die NASA hat aktuell noch Anzüge wie Weltraumspaziergänge. Ihr kennt das, das ist, wenn man aus der ISS aussteigt, um da was zu reparieren. Das sind diese berühmten weißen Anzüge, die man auch noch dort kennt, aber die sind auch uralt, die stammen tatsächlich aus den 80ern. Und es ist nicht so, dass die Technik aus den 80ern stammt, sondern diese Anzüge sind aus den 80ern. Die sind nie erneuert worden, weil die auch schweineteuer sind. Dementsprechend, die NASA ist bei Raumanzügen relativ knapp aktuell.

Elli:
Und was macht man dann als Weltraumbehörde richtig? Man beauftragt eine externe Firma. In diesem Fall ist es die Firma Axio.

Caspar:
Genau und im Gegensatz zu der Landefähre sieht es dort ein bisschen besser aus. Axel testet schon fleißig Prototypen unter Wasser und die Entwicklung soll auch relativ gut voranschreiten. Kleiner Feinfekt, ich glaube das Design stammt von Prada, also zum Thema Outfit für den Mond, die haben sich da schon ein bisschen Hilfe geholt.

Elli:
Mann ey, also wenn man jetzt sagt, die NASA ist so knapp bei Kasse und muss alle Aufträge extern vergeben, dann hätte man noch wenigstens bei Prada sparen können.

Stella:
Ich würde jetzt mal grob behaupten, dass wahrscheinlich...

Caspar:
Vielleicht fließt da gar kein Geld.

Stella:
Genau, dass es für Prada einfach eine Werbemaßnahme ist, weil dann natürlich kannst du sagen, hey, sogar auf dem Mond wird Prada getragen. Und das kennen wir ja auch schon von bisherigen Missionen, dass da beispielsweise Uhren dann plötzlich in den Fokus gerückt sind.

Caspar:
Oder Nutella.

Stella:
Stifte.

Caspar:
Nutella durchs Bild fliegt.

Elli:
Schokoladenbrot auf Strich. nicht gebrandeter Schokoladenbrot.

Caspar:
Es gibt auch noch anderes. Es gibt noch Newsplay.

Stella:
Bevor ich merke, dieses Thema mit dem Essen, wir essen ja auch gleich noch was zusammen, wollen wir vielleicht noch so ein kurzes abschließende Worte für unseren Mond-Input der Woche finden.

Elli:
Yes. Was man sieht, finde ich, mit Artemis 1 und 2, die NASA selber, die hat ihre Hausaufgaben gemacht und ist technisch in der Lage dazu, Menschen zum Mond zu bringen. Also so wie geplant. Die Rakete funktioniert, Die Orion-Kapsel funktioniert, das Service-Modul funktioniert. Aber was fehlt, das ist der Beitrag der externen Firmen. Und das ist das große Problem. Die NASA ist einfach sehr, sehr abhängig.

Caspar:
Das war früher anders. Bei früheren Missionen hat die NASA alles kontrolliert. Heute kontrolliert sie eben nur noch ein Teil davon. Wir haben ja gehört, aus Finanzgründen ist das eben das Dilemma, was man eingehen muss. Apollo, das war eine Mission, das war ein Mondprogramm. Da haben quasi alle an einem Strang gezogen, alle waren von der NASA. Artemis ist jetzt eher so ein System aus verschiedenen Abhängigkeiten und verschiedenen Modulen.

Elli:
Das Problem damit ist nicht nur eben, dass Artemis an sich ein bisschen hinterherhängt in dem, was inhaltlich immer geplant war, sondern dass auch spätere Projekte wie geplante Mondbasen und ein Flug zum Mars darunter quasi leiden. Es passiert so ein Stau gerade, so ein kleiner Projektstau.

Caspar:
Genau, deswegen sind die nächsten Missionen auch so spannend und aufregend, auch wenn sie zum Beispiel nur um die Erde rumgehen, weil sich dort nämlich entscheidet, ob wir es wirklich schaffen, zum Mond zu fliegen, dort zu landen und das ist ja eigentlich auch geplant, dort zu bleiben. Wir wollen ja nicht nur wie in den 70ern ein paar Mal hoch, dann ein paar Proben entnehmen, eine Fahne in den Sand stecken und wieder zurückfliegen, sondern die Idee ist ja wirklich zu bleiben, Mondbasen aufzubauen und eine Art Basisstation für den Flug zum Mars zu werden.

Stella:
Und genau das ist ja eben auch der Punkt, was du gesagt hast, weil der Mensch war ja schon auf dem Mond, aber dann eben das Langfristige, das ist das Besondere und vielleicht auch ein wichtiger Punkt, insbesondere bei Elon Musk macht man da auch Geschäfte mit jemandem, der absolut unberechenbar ist und auch unser Beispiel zeigt mit diesem Starship ja, dass quasi das NASA Ziel da auch zweitrangig ist, obwohl er dafür beauftragt ist, weil... Da ist eben der Mars im Fokus und das, finde ich, zeigt gerade da nochmal, wie problematisch oder mitunter auch gefährlich für diese Forschungsvorhaben diese Abhängigkeit sein kann.

Elli:
Naja, jetzt gucken wir mal. Wenn alles gut geht, dann landen 2028 oder 2029 Menschen auf dem Mond. Aber wenn nicht und irgendwie haben wir jetzt schon so ein bisschen rausgehört, dass das durchaus passieren könnte, dass es nicht klappt, dann landen wir eher Mitte der 30er Jahre. Und dann ist das zumindest für die NASA ein bisschen ein Dämpfer, denn China dürfte ihnen dann zuvorkommen.

Caspar:
Genau, weil die ja wie gesagt haben, wir wollen es schaffen bis 2030. Und alles, was man hört zum chinesischen Mondprogramm, ist das wohl auch gut in der Zeit. Wobei man natürlich auch sagen muss, China ist kein Land, wo jetzt zum Beispiel die freie Presse besonders groß geschätzt wird. Und es ist auch die Frage, wie viel die chinesische Weltraumbehörde wirklich zugibt. Es wird sich zeigen, ob die Chinesen wirklich bis 2030 es schaffen. Das ist aber die Marschrichtung, die sie vorgeben. Und alleine aus Prestigegründen wäre es für die NASA natürlich ein kleines Dilemma, wenn sie es nicht bis dahin schaffen, jemanden hochzuschicken. Aber aktuell, wie gesagt, gibt es so viele Verzögerungen. Es könnte sein, dass das eben nicht klappt.

Stella:
Aber auch aktuell, Stand Mittwochabend, 8. April, ist es zumindest so gewesen, dass diese vier AstronautInnen jetzt so weit entfernt von der Erde sind, wie kein Mensch zuvor oder zumindest gewesen sind. Was ja schon mal ein echter Erfolg ist. Das heißt, wir können ja zumindest diesen Input ansatzweise mit einer guten Nachricht schließen. Und diese gute Nachricht, die richtige gute Nachricht, die kommt jetzt natürlich auch.

Caspar:
Leitest du um.

Stella:
Möglicherweise, war das auffällig?

Caspar:
Nein, ich weiß nicht.

Stella:
Sag mal, kennt ihr eigentlich die BAM?

Elli:
Na klar, das ist die Bundesanstalt.

Stella:
Natürlich, und alle Zuhörer.

Elli:
Ja klar, das ist meine Lieblingsbundesanstalt.

Caspar:
Ja guck mal, ich beschäftige mich mit Raumfahrt und Elli, wenn sie nicht schlafen kann.

Stella:
Kümmert sich.

Elli:
Bundesanstalt ist die persönliche Link.

Caspar:
Die Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung.

Elli:
Genau, die ist das nämlich. Naja, sie ist zumindest diese Woche meine Lieblingsbundesanstalt, denn sie liefert uns die gute Nachricht.

Caspar:
Worum geht's? Was ist passiert? Was haben die hingekriegt?

Elli:
Die dort ansässigen Expertinnen haben einen neuen Test entwickelt, mit dem man Trinkwasser auf bestimmte gesundheitsgefährdende Verunreinigungen testen kann. Wusste ich auch nicht, dass sich die Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung mit Trinkwasser beschäftigt. Jetzt seid ihr, genau wie ich, schlauer. So, das Besondere ist, dieser Test, der geht super schnell und kommt ohne großartiges Laborequipment aus. Man braucht einen Teststreifen, dann gibt es so ein tragbares Testgerät und ein Smartphone und das könnte besonders im Katastrophenfall oder in entlegenen Gegenden ein massiver Pluspunkt sein. Denn bisher die herkömmlichen Prüfverfahren, die man so zur Prüfung von Wasserqualität hat, die arbeiten mit kostenintensivem Laborequipment und dauern auch mal länger. Wir reden da von Stunden bis zu 24 Stunden. Jetzt gibt es eben einen Schnelltest.

Caspar:
Ich kenne so Schnelltests, aber da kann man zum Beispiel den pH-Wert von Wasser messen. Was wird denn mit diesem neuen Schnelltest gemessen? Was zeigt der mir an?

Elli:
Dieser Schnelltest zeigt, ob sich im Wasser Urobilin befindet. Und ja, wer von euch jetzt nicht direkt gesagt hat, ja klar, Urobilin, das kenne ich.

Stella:
Wie die BAM.

Elli:
Ja, wie die BAM. Nein, das BAM. Ne, die BAM. So. Urobilin ist ein Indikatormolekül. Was heißt Indikator? Das ist ein Hinweis. Und worauf weist Urobilin hin? Auf Verunreinigung durch Exkremente. Denn Urobilin ist ein Stoffwechselprodukt, dass wir Menschen, aber eben auch Tiere ausscheiden. also andere Tiere als das Säugetier Mensch. Und wenn so eine Wasserprobe, die man in dieses Testgerät gibt, ähm ... Urobilin enthält, dann fängt der von der BAM entwickelte Teststreifen an zu leuchten.

Caspar:
Aha, schön. Also das ist relativ eindeutig dann.

Stella:
Vielleicht auch ganz gut, es reicht schon einzelner Tropfen und dieser Teststreifen soll innerhalb weniger Sekunden aussteigen, also deutlich schneller und auch nicht viel Menge benötigt. Aber ehrlich gesagt, wie beim WTF, wir müssten glaube ich den Tech-Aspekt nochmal so ein bisschen mehr in den Fokus bringen. Ich könnte mir vorstellen, es ist in dem Fall das Smartphone.

Elli:
Ja, denn das ist im Testverfahren mit so einer Doppelrolle besetzt tatsächlich. Zum einen in diesem Testset ist eine LED-Lampe eingebaut und die kann man mit so einem kleinen Adapter aus dem 3D-Drucker ans Smartphone anschließen und dann fungiert das Smartphone als Stromquelle quasi und betreibt diese Lampe. Und man kann sich dieses Testgerät so ein bisschen vorstellen wie eine kleine Schublade. Stellt euch mal eine Schublade vor. In diese Schublade schieben wir jetzt den Teststreifen, auf dem so ein Wassertropfen ist. Und das Lämpchen, das beleuchtet dann den Streifen, während es vom Smartphone mit Strom versorgt wird. Das Smartphone macht gleichzeitig noch eine andere Sache. Wir legen das mal so auf den Deckel von unserer Schublade. Und zwar so, dass die Kamera in die Schublade gucken kann. Und diese Kamera kann dann analysieren, wie das Leuchten von diesem Streifen ist.

Caspar:
Das heißt, es ist eine App auf dem Smartphone, die das Bild dann analysieren kann und dann tatsächlich anhand des Leuchtens von dem Teststreifen durch die LED erkennt, okay, da ist jetzt Urobilin mit im Wasser oder eben nicht.

Elli:
Ja, oder da ist sehr, sehr viel Urobilin mit drin oder weniger und so weiter. Und getestet wurde das Ganze auch mit Gewässern, wo, sagen wir mal, schon durchaus Urobilin vorhanden sein dürfte. Nämlich mit dem Zu- und Ablauf einer Berliner Kläranlage.

Caspar:
Da könnte man damit rechnen.

Elli:
Ja, und dann wurde aber auch natürlich noch mit Wasserproben aus Flüssen getestet.

Caspar:
Wart ihr auch so oft? Ich musste mit der Schule dreimal ins Klärwerk.

Elli:
Ich war krank an dem Tag.

Caspar:
Ach ja, das hast du dir gut ausgesucht.

Stella:
Das war nur einmal.

Elli:
Ich war tatsächlich traurig, dass ich an dem Tag krank war.

Caspar:
Ja, das Klärwerk an sich war nicht so schlimm. Aber wir sind vorher noch runter in die Kanalisation und haben uns den Rechen für Fettstoffe angeguckt. Den Geruch werde ich nicht vergessen.

Stella:
Okay, aber es war schon, also ich weiß noch, das war so ein Schulausflug, wo du hinterher gedacht hast, hey, das war voll cool.

Caspar:
Ich fand es nicht so cool.

Elli:
Bisschen geruchsempfindlich.

Caspar:
Ich bin so der olfaktorische Typ.

Stella:
Es war auf jeden Fall interessant. Aber ich wollte ja eigentlich, dass aber, sonst ganz oft, wenn wir in der guten Nachricht sowas zum Testen haben, in Anführungszeichen, Forschung, dann ist das aber meistens, dass es noch nicht so umfangreich getestet ist. Aber hier sogar die Tests sind schon gelaufen.

Elli:
Ja, mit Kläranlagen, Wasser. Ganz hervorragend, würde ich mal sagen.

Stella:
So, und jetzt hatte ich zum Einstieg gesagt, dass das ja eine ganz volle Episode wird. Und wir haben uns jetzt so beeilt auch, weil wir in unseren Notizen gesehen haben, wie umfangreich das ist.

Caspar:
Es ist eine normal lange Folge geworden.

Stella:
Ich wollte gerade sagen, jetzt habe ich mal auf die Uhr geguckt, das ist eigentlich voll im Rahmen.

Caspar:
Ja, ist es. Nächste Woche werden wir dann wieder versuchen, euch in einer Dreiviertelstunde die wichtigsten Sachen zusammenzufassen. Mal gucken, ob das gelingt. Und bis dahin.

Elli:
Macht es gut.

Stella:
Und schaltet wieder ein. Also bis nächste Woche. Tschüss.